Polke im Museum Ludwig

2015-04-19-PolkeBauzaun

Noch immer ist der Bereich rund um das Museum Ludwig in Köln eine Baustelle und wenn ich vor einem halben Jahr „Bauzaun goes Pop“ geschrieben habe, heißt es jetzt „Bauzaun goes Polke“. Wohin man schaut, begegnet man zwei leichtfarbig hingetupften Mädchenfiguren als Bauzaun Reproduktion von Sigmar Polkes Bild „Freundinnen“ aus dem Jahre 1966/67. Das Original ist eins der herausragenden Exponate der Ausstellung „Alibis: Sigmar Polke.Retropektive“, die zurzeit im Museum Ludwig zu sehen ist.

PolkeLudwigHinter einem neonpinkenen Tor beginnt die Zeitreise durch mehrere Jahrzehnte eines Künstlerlebens mit unglaublicher Vielfalt von Materialien, Farben, Techniken, Medien, Motiven und Themen. Da werden im Wirtschaftswunderland der 60er kitschig bebilderte Tapeten, gemusterte Flanellbettwäsche, Vorhangstoffe und Teppiche übermalt, gerne auch mit sogenannten Sehnsuchtsmotiven wie Flamingos und Palmen und da entstehen Rasterbilder, die an Pop-Art Werke von Warhol und Lichtenstein erinnern. Die Projekte der 70er sind geprägt vom Experimentieren, auch unter Einwirkung der politischen Auseinandersetzungen, bewusstseinsverändernden Substanzen und der ständigen Suche nach neuen Materialien und Techniken. So interessierte den Künstler nach einer Australienreise zum Beispiel die Kunst der Aborigines. Er entdeckte die Veränderungen von Kompositionen und Farben bei Verwendung von chemischen Zusätzen und beim Entwickeln von Fotos, was in den 80ern und 90ern zu interessanten Ergebnissen und dem entsprechenden Attribut „Alchimist“ führte.

Nein, in eine Schublade wollte Sigmar Polke nicht, passte und passt er auch nicht. Nach dem Gang durch diese monumentale Ausstellung bleibt bei mir die faszinierende Wirkung einiger, zum Teil riesiger Werke und der Titel eines Bildes, das bereits mit diesem Text beschrieben ist: „Höhere Wesen befahlen: Rechte obere Ecke schwarz malen!“

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„Die Natur ist klüger…“

BednarzBalladeBaikalsee „Die Natur ist klüger als wir Menschen“. Dieser Satz begleitet mich seit der Lesung von Klaus Bednarz aus seinem Buch „Ballade vom Baikalsee“ am 2. November 2000 im Forum des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm. Und nicht nur dieser Satz blieb und bleibt mir im Gedächtnis, sondern auch das einzigartige Gewässer, mit ihm im Einklang lebende Menschen und ein großartiger Autor.

R.I.P. Klaus Bednarz * 6. Juni 1942 + 14. April 2015

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18. März 2015 in Berlin

IMG_20150318_142114Der 18. März ist mein eigentlicher Nationalfeiertag. Dabei denke ich an den 18. März 1848. Was an diesem Tag und in der darauf folgenden Nacht in Berlin geschah, ist für mich die Geburtsstunde der Demokratie in Deutschland. In jener Nacht vor 167 Jahren hat die Bevölkerung in beispielloser Einigkeit trotz bitterer Verluste „Herrschaft aus dem Volk“ demonstriert. Alle kämpften gegen die militärische Willkürherrschaft des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., Männer, Frauen, Kinder, Greise, Arbeiter, Literaten, Apotheker, die ganze Nacht hindurch, so lange, bis kein Soldat mehr in der Stadt zu sehen war. „Preußen geht fortan in Deutschland auf“, beteuerte der Besiegte in den Tagen darauf, ritt mit schwarzrotgoldenem Banner durch die Straßen, redete vor Studenten der Berliner Universität und verneigte sich barhäuptig vor den gefallenen Revolutionären. Ein paar Wochen später hatte er alles vergessen. Sicherlich wäre die deutsche Geschichte friedlicher verlaufen und um unzählige Tragödien ärmer, wenn die Könige, Fürsten und Herzöge der 36 deutschen Länder ihr Volk ernst genommen hätten.

IMG_20150318_152008 Die Bürgerintiative Aktion 18. März bemüht sich seit Jahrzehnten, diesem wichtigen Tag der deutschen Geschichte den angemessenen Stellenwert zu verschaffen. Die vielen Unterstützer um den Vorsitzenden Volker Schröder haben bereits erreicht, dass der Platz vor dem Brandenburger Tor „Platz des 18. März“ heißt und wünschen sich, dass dieser Tag als nationaler Gedenktag einen Weg in das Bewusstsein der Menschen findet. IMG_20150318_131946Als ich gestern bei strahlendem Frühlingswetter vor dem Rednerpult mit der Aufschrift „Für demokratische Tradition und revolutionären Geist“ und den vielen Kränzen für die Märzgefallenen stand, den Rednern der verschiedenen Fraktionen zuhörte, das „Bürgerlied“ und „Die Gedanken sind frei“ mitschmetterte, fühlte ich unweigerlich das gemeinsame Bemühen um Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt, überall dort, wo täglich Menschen unterdrückt und demokratische Bemühungen mit Füßen getreten werden.

Hier spricht einer, der im März 1848 dabei war: Revolution in Berlin

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Frielings „ABC der Verlagssprache“

ABCVerlagsspracheFrielingSeit gestern tummelt sich das „ABC der Verlagssprache: 3.500 Begriffe aus dem Buch- und Verlagswesen (Frielings Bücher für Autoren 7)“ auf meinem Reader. Wirkte der Titel auf mich zunächst wie der einer trockenen Auflistung von Verlagsbegriffen, entdeckte ich doch gleich beim Stöbern, dass das Spektrum dessen, womit ein Verleger einschließlich Selbstverleger zu tun hat, weit größer ist. Klar gehören dazu auch Begriffe wie Demonstrativpronomen und Plusquamperfekt, denn wer verlegt, hat doch zunächst einmal mit allen Facetten von Sprache, Literatur, Textauswahl, Drucken und Publizieren zu tun. Da können schon mal 3500 Begriffe zusammenkommen. Und der Mann, der sie gesammelt und aufgeschrieben hat, weiß wovon er schreibt. Wilhelm Ruprecht Frieling ist Buchmacher der alten Schule und Selfpublisher der ersten Stunde. Außerdem ist es durchaus interessant zu erfahren, was aristotelische Einheiten sind und amüsant zu lesen, was Chick-Lit mit Hühnchen und der Geistereffekt mit Drucken zu tun hat. Abkürzungen wie HTML, RSS und KDP werden aufgeklärt und Happy-End ist ein Scheinanglizismus. Ich weiß jetzt, was in der Literatur ein roter Hering ist, in der Druckerei ein Schusterjunge, erfahre eine neue Bedeutung von Holländer und mit welchem Regenbogen sich die Regenbogenpresse beschäftigt.
Ja, es macht durchaus Spaß, in den humorvoll mit Frieling’scher Sprachkompetenz gestalteten kleinen Textchen zu stöbern und ich weiß, wo ich nachschauen kann, wenn mir mal wieder ein Begriff wie vom anderen Stern vorkommt.

ABC der Verlagssprache

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Traumpfade vielleicht

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuf der Fahrt im ICE lese ich Orhan Pamuks Rede zur Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse 2008, die sechzigste, meine vierte. Bevor ich mir seine Ausführungen über den wohl immer noch andauernden ‚Hang des türkischen Staates, Bücher zu verbieten und Schriftsteller zu bestrafen‘ näher ansehe, bleibe ich an seinen Erinnerungen an die Buchmesse des Jahres 1990 hängen: ‚…Ehrfürchtig staunend ging ich von Halle zu Halle, von Stand zu Stand, genoss die Mannigfaltigkeit der internationalen Verlagswelt und erwog zugleich, wie schwierig es sein würde, in diesem Universum meine Stimme zu Gehör zu bringen…´ Es war Pamuks erster Besuch auf der Frankfurter Buchmesse und offenbar ist ihm das, was er seinerzeit für schwierig hielt, glänzend gelungen, Nobelpreis, Friedenspreis und als Repräsentant des Gastlandes zur diesjährigen Buchmesse Autor eines neuen Buches.

Im Shuttlebus nach dem Einchecken am Eingang City muss ich wieder an Pamuks Rede denken. Wie finde ich in diesem Universum von Hallen, Ständen, Foren und Büchern meine Programmpunkte, ohne in Feuchtgebieten zu versinken oder mich auf Bohlenwegen zu verlaufen? Bin ich ein Träumer, wenn für mich das Prinzip ‚Berechtigung hat alles, was Quote bringt‘, nicht gilt? Dann wäre allerdings Denis Scheck auch ein Träumer, wenn er von einem dieser Quotenrenner meint, von 428 Seiten seien 427 zuviel. Da sitze ich nämlich nach dem ersten Schnuppergang durch Hallen, Gänge und über die Agora beim Cappuccino am Rande der ARD Fernsehbühne und erfahre, was ‚druckfrisch‘ und lesens- oder nicht lesenswert ist. Ich frage mich nur, welche Seite er mit der einen Seite meint, die nicht zuviel ist und stelle fest, dass hin und wieder eine Sitzgelegenheit möglichst mit Cappuccino in der Nähe fast ebenso wichtig ist wie Inhalte. Beim Weiterschnuppern jenseits der Quotenprominenz finde ich mich dann im Lesezelt, wo es leider sehr übel riecht. Es spricht für den jungen Autor Benedict Wells, dass ich seine Lesung trotzdem bis zum Schluss durchhalte. Noch hier und da reinhören, Fotos machen und schon mal darüber nachdenken, was der nächste Tag bringt.

Er beginnt am Bahnhof Kronberg, mit der S4 bis zur Messe. Aussteigen, Rolltreppe, Einchecken. Regen, das bedeutet leere Agora, volle Hallen, Gänge und Rolltreppen, knappe Sitzgelegenheiten, Schlangen beim Cappuccino. Highlight für mich: Hörprobe von den Stammheim Tonbändern, in der Ulrike Meinhof verzweifelt versucht, den Gerichtsmännern in Stammheim mitzuteilen, dass sie tief im Herzen nicht mehr hinter der Sache steht, ihr jedoch das Wort entzogen wird. Ich erlebe bei 3sat Martin Flügge, der fast ohne Zuhörer über eine glänzend recherchierte Biographie von Marta Feuchtwanger berichtet und amüsiere mich über Christine Westermann und Jörg Thadeusz beim blauen Sofa.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm nächsten und meinem letzten Messetag hält es mich vor dem gläsernen ARD Hörfunkstudio, Gerd Koenen im Gespräch über sein Che Guevara Projekt: Traumpfade der Weltrevolution. Hier wird mit Legenden aufgeräumt. Friedenskämpfer Guevara liebte den Krieg und verehrte Stalin? Seine letzte Lektüre Nietzsche, der Übermensch? Warum ging er in den bolivianischen Dschungel, wo doch von vornherein klar sein musste, dass es ein Zug in den Tod würde? Hatte er Todessehnsucht? War er gar nicht der Kämpfer für Gerechtigkeit und Freiheit, den so viele in ihm sahen und sehen? Trotz dieser tiefen Kratzer am Mythos bin ich seltsam berührt von Carlos Pueblas eingespieltem Kultsong ‚Hasta siempre comandante‘ mit wunderschönen Gitarrenakkorden begleitet im kühlen Wind auf der sonnigen Agora.

Es gäbe noch einiges zu berichten, zum Beispiel von Cordula Stratmann, die erklärt, warum ein Literaturpapst den ihm zugedachten Preis nicht annehmen kann, wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr im fortgeschrittenen Methusalemalter (denn wer hat schließlich den Preis schon alles in der Hand gehabt?), von der türkischen Autorin Oya Baydar, die ratlos reagiert auf die Frage, warum man muslimische Frauen am Kopftuch erkennt, muslimische Männer aber kein Erkennungszeichen haben (ein weites Feld) und von Frank Goosen, der im Forum der Frankfurter Allgemeinen über das Thema seines neuen Buches redet (Fußball). Ja, das sind kurz zusammengefasst meine persönlichen Eindrücke in dem Universum von Hallen, Foren, Ständen und Büchern. Mir bleibt die Beschäftigung mit der Frage: Was haben Ernesto Guevara und Ulrike Meinhof gemeinsam, Traumpfade vielleicht?

(C) Renate Hupfeld 10/2008

Weitere Bilder gibt es hier: Frankfurter Buchmesse 2008

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Rund um die Kathedrale

2015-03-05-DOM-ICEWenn man aus östlicher Richtung mit dem ICE aus Berlin, Bielefeld oder Hamm kommend die berühmte Stadt Köln erreicht, durchfährt man zunächst Köln-Mülheim, überquert nach dem Bahnhof Deutz über die Hohenzollernbrücke den Rhein, betrachtet links das grandiose Panorama des westlichen Rheinufers mit Groß St. Martin und den Stapelhäuschen, entdeckt eine Kathedrale mit zwei hohen markanten Türmen und gleitet ganz langsam entlang der reich verzierten Fassade dieser coolen Kirche in den Kölner Hauptbahnhof. Nach dem Verlassen des Zuges befindet man sich sofort in einem dichten Gewühle von Menschen, die alle gleichzeitig die Treppe hinunterhasten in die Bahnhofshalle, wo einem auch noch ein dichter Menschenstrom entgegenschwimmt.

Nach dem Verlassen des Bahnhofsgebäudes erreicht man eine breite Treppe, die hinaufführt auf die Domplatte, genannt nach diesem gotischen Monument, an dem man nun ja nicht achtlos vorübergehen kann, sondern sich wieder im Pulk durch das Hauptportal hineinschlängeln und wenigstens einen, zwei oder drei Blicke in das Innere werfen muss, denn auch der Innenraum ist überwältigend. 2015-03-05-DOM-Selfie3Seit Jahrzehnten komme ich immer wieder über die Brücke in diesen Bahnhof, mache meine kleinen Gänge in und um den Dom und verfolge die Veränderungen seit den Sechzigern und Siebzigern, als ich ein paar Jahre nicht weit entfernt im Eigelsteinviertel wohnte. Seinerzeit führte eine Treppe von der Straße hinauf zum Domportal. Dann gab es irgendwann die mächtige Domplatte und die wird zurzeit neu gestaltet. 2015-03-05-DOM-BaustelleIch habe mal durch ein Guckloch im Bauzaun gegenüber dem Eingang des Museums Ludwig schalinst und einen Blick auf die Baustelle geworfen und bin gespannt, was im Umfeld dieser berühmten Kathedrale nun entsteht.

4. März 2015
rund um den Kölner Dom

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Good Bye, Fritz J. Raddatz

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Noch eine Heinebiografie? Warum nicht? Ein älterer Herr hat sie geschrieben. Halblange Haare. Langer Schal lässig über dem Sakko. Krawatte, Mikrophon und Socken in leuchtendem Orange. Fritz J. Raddatz. Er kennt sich aus im Paris des 19. Jahrhunderts. Und mit Heinrich Heine. Die unzähligen Legenden um diesen Mann! Der hieß übrigens gar nicht Heinrich, der hieß Harry. Außerdem sind die gängigen Auslegungen der Zeile ‚Denk ich an Deutschland in der Nacht’ völlig daneben. Weit verbreiteter Irrtum. Nicht an Deutschland, betont Effjott mit Nachdruck, nicht an Deutschland hat Heine gedacht, als er das schrieb. An seine Mutter hat er gedacht. Die lag sterbenskrank in diesem Land, in das der Sohn nicht einreisen durfte. Daran hat Heine gedacht. Und der Titel? „Taubenherz und Geierschnabel“? Woher kommt der? Geklaut, sagt Raddatz, von Heine.

Das war am 19. März 2006 auf der Leipziger Buchmesse. Fritz J. Raddatz auf dem blauen Sofa. Er sprach über seine soeben erschienene Heinrich Heine Biografie „Taubenherz und Geierschnabel“.

Seine zum Teil köstlichen, zum Teil spitzen und vor allem schnörkellosen Darstellungen in Tagebüchern und Interviews werde ich vermissen. Er war schon ein ganz Besonderer.

Good bye, Fritz J. Raddatz

(*3. September 1931 +26. Februar 2015)

Mein Tag des blauen Sofas

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Lommi ist Kult

Lommi08Wenn man nachmittags nach vier Uhr vom Bahnhof Deutz oder vom Fußweg auf der Hohenzollernbrücke kommend entlang des Jugendgästehauses durch den Hans-Lommerzheim-Weg geht, sieht man in der Siegesstraße ein kleines Häuschen mit verwitterter Fassade und dem uralten Schriftzug „Gaststätte“. Zu jeder Jahreszeit befindet sich dort täglich, außer dienstags, eine Traube Menschen, die darauf warten, eingelassen zu werden. Und das passiert ohne Rücksicht auf Wind und Wetter um Punkt sechzehn Uhr dreißig, keine Sekunde früher. Nach dem Öffnen wollen alle Wartenden gleichzeitig in den Gastraum, um ein Plätzchen an einem Tisch zu ergattern. Wem das nicht gelingt, der stellt sich geduldig an die Theke. Alle kommen rein und alle sind willkommen. Der Köbes geht bereits mit gefülltem Gläserkranz herum und stellt vor jeden Gast ein Kölsch, Kölschstange nennt man dieses zylinderförmige hohe Glas auch, und macht einen Strich auf den Bierdeckel. Die leeren Gläser werden ohne Worte durch frisch gefüllte ersetzt. Wenn bei den Gästen erst einmal der große Durst befriedigt ist, kommen die Sachen aus der Küche, dicke Koteletts mit Zwiebeln, Frikadellen und Bratwürste mit Röggelchen oder Pommes, dazu Ketschup, Majo, Senf. Wenn man nur Pommes und eine Gewürzgurke bestellt, ist das auch okay. Alles ist gut. Man will sich ja vor allem mit seinen Fründen treffen und quatschen, was das Zeug hält, alle gleichzeitig natürlich, der Geräuschpegel ist entsprechend. Und weil es im Gastraum so eng ist, rückt man immer mehr zusammen und kommt unwillkürlich mit den Gästen an den Nachbartischen und vor dem Tresen ins Gespräch. Reden, lachen, sich freuen, dass man dabei ist.

Lommi01Über dieser ganzen Szenerie steht Hans Lommerzheim, der Urheber dieser Kultkneipe, oder besser gesagt, er hängt in Öl gemalt an der Wand und macht das, was er wohl zu seinen Lebzeiten unzählige Male hier in diesem Raum gemacht hat: er zapft eine Reihe Kölsch. Das hat er im Jahre 2005 zuletzt gemacht und sich in den Ruhestand verabschiedet, den er aber nicht lange überlebte. Drei Jahre später wurde das Lokal von einer Brauerei gekauft, unter Beibehaltung der verwitterten Fassade und des nostalgischen Ambiente renoviert und erlebt als Kultkneipe täglich diesen Ansturm. Der unverfälschte Charme der Vergangenheit ist ein Grund, warum das Lommi noch immer so kultig ist. Ein anderer wird am besten in einer Anekdote aus dem Jahre 1999 deutlich: Während eines Gipfeltreffens in Köln wollte der amerikanische Präsident Bill Clinton im angesagten Lommerzheim in Deutz einkehren. Aus Sicherheitsgründen hätte man allerdings das Lokal für die Öffentlichkeit schließen müssen. Lommis kurzes Statement dazu: „Dann müsste ich ja alle meine Stammgäste raussetzen. Nä, dat jeiht nit!“

* Röggelchen nennt man die typisch Kölner doppeltgebackenen Brötchen
* Fründe ist das Kölsche Wort für Freunde

Fotos: (C)Renate Hupfeld am 17. Dezember 2014

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»Self-Publishing ist keine Erfindung von Amazon«

Mit seinen Ratgebern für Autoren hat er im Herbst 2011 mein Selbstverständnis und meine Einstellung zum Publizieren entscheidend beeinflusst. Niemand hatte bisher mit der Deutlichkeit klargestellt: Autoren sind Herren ihrer eigenen Manuskripte und die längste Zeit Bittsteller der Verlage gewesen. Wilhelm Ruprecht Frieling, Ratgeber, Self-Publisher der allerersten Stunde und Pionier des Aufzeigens der digitalen Alternative und deren Umsetzung. Inzwischen hat er weitere Ratgeber publiziert und er wird nicht müde, auch bei direkten Anfragen zu beraten und zu helfen. Nach mehr als drei Jahren des unabhängigen Publizierens wollte ich mal wissen, wie er die Entwicklungen heute sieht. Rupi_Blauer_Vorhang

Und ich konnte ihn tatsächlich zu einer kleinen Prinzenbefragung hinter dem blauen Vorhang hervorlocken:

Neulich hast du dich gewundert, wie viele Bücher von dir auf meinem Kindle-Reader schlummern.

Ruprecht Frieling: Wie jeder Autor lebe ich davon, dass meine Themen und meine Schreibe Menschen ansprechen, faszinieren und im besten Fall zu Stammlesern machen. Mir geht es um hochwertigen Inhalt, allgemeine Verständlichkeit und bildhafte Sprache. Deshalb finde ich es toll, wenn ein Leser mehr als eines meiner Bücher kennt.

Neben Belletristik hast du diverse Ratgeber im Programm.

Ruprecht Frieling: Meine Ratgeber für Autoren sind mir besonders wichtig. Ich möchte meinen Lesern damit helfen, sich im Dschungel der Verlagswelt zurechtzufinden und die beeindruckenden Möglichkeiten des Self-Publishing kennenzulernen, um sie bei Bedarf nutzen zu können. In vierzig Berufsjahren in der Verlagsbranche habe ich manches gelernt und erfahren, was ich gern weitergeben möchte.

Dein Ratgeber »Kindle für Autoren« war das erste Buch, das ich auf dem Kindle-Reader gelesen habe. Sensationell fand ich deine Anleitung zum Erstellen und Hochladen eines E-Books.

KindleFuerAutorenRuprecht Frieling: »Kindle für Autoren« war der erste unabhängig verfasste Ratgeber auf dem deutschsprachigen Markt, der das dringend erforderliche Rüstzeug im Umgang mit der Kindle-Plattform lieferte und erschöpfende Antworten auf alle anfallenden Fragen gab, damit eine Veröffentlichung optimal vorbereitet ist und alle Voraussetzungen als möglicher Erfolgstitel erfüllt. Der Ratgeber half allein im ersten Kindle-Jahr 2011 rund 12.000 Lesern, mit ihren E-Books auf den Markt zu gehen und sich dem Publikum zu stellen.

Mich fasziniert, wie du ohne Schnörkel freiweg den Autoren sagst, was Sache ist …

Ruprecht Frieling: In dieser Welt wird mehr als genug gelogen. Ein ehrliches Wort findet eher Gehör als eine stutzerhaft gestylte und angepasste Sprache.

… und deshalb folgte auf meinem Reader schnell mein zweites Frieling-Buch »Autor sucht Verleger«. Mit dem Text hast du mich auf eine Zeitreise in die Zukunft nach London-Soho entführt, wo mit der »Espresso-Buchmaschine« jedes Buch in Minutenschnelle komplett hergestellt werden kann. Und vor allem hast du mich überzeugt, dass mit der digitalen Alternative für Autoren die Zeit des Klinkenputzens vorbei ist. Nie zuvor wurde mir so sympathisch und mit der Deutlichkeit vermittelt, dass mein eigenes, bereits fertiggestelltes Manuskript überhaupt keinen Verlag benötigt. Schwupps landete es über die Kindle-Direct-Publishing-Plattform (KDP) in Amazons Kindle-Shop und ist seitdem dort als Buch verfügbar. Ein wahres Paradies mit ungeahnten Freiheiten erschloss sich mir ebenso wie zigtausend anderen Autoren.

FrielingAutorVerlegerNeuRuprecht Frieling: Der moderne Autor bleibt dank der aktuellen Publikationsmöglichkeiten Herr und Hüter seines eigenen Werkes. Ein gut informierter Autor vergibt seine Rechte – wenn überhaupt – nur noch selektiv. Er überlegt sich genau und in jedem Einzelfall, wie er sich optimal am Markt abbildet. Schon aus diesem Grunde müssen Autoren ständig Wissen sammeln, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wie sieht das dreieinhalb Jahre nach Einführung von KDP in Deutschland aus? Ist die Buchwelt völlig aus den Fugen geraten?

Ruprecht Frieling: Die Verlagswelt erlebt in diesem Jahrzehnt den größten Umbruch ihrer Geschichte. Die Rollen von Autor und Verleger werden neu definiert. Täglich erreichen uns spannende Nachrichten und Informationen über diese faszinierende Entwicklung. Verlage verwandeln sich vom Inhaber aller Rechte, die sie nur in seltenen Fällen voll ausüben können, zum Dienstleister für bestimmte Publikationsformen, Vertriebswege und Dienstleistungen.

Dann müsste doch das Thema Zuschussverlage auch vom Tisch sein. Ist es aber nicht. Immer wieder werden Autoren vor entsprechenden Abschlüssen gewarnt.

Ruprecht Frieling: Meinem Wikipedia-Profil ist zu entnehmen, dass ich unter dem Slogan »Verlag sucht Autoren« in Deutschland den Typus des populären Dienstleistungsverlages begründet habe. Allein zwischen 1983 und 2003 wurden in meinem damaligen Verlag Frieling & Partner GmbH weit über zweihunderttausend schriftstellerische Arbeitsproben aller Richtungen und Genres gesichtet. Mehr als zehntausend Autoren verhalf ich als Herausgeber und Verleger zur Veröffentlichung. Über das Ergebnis urteilte der SPIEGEL: »Kein anderer Verleger hat so viele Autoren glücklich gemacht«, und das »Börsenblatt des deutschen Buchhandels« krönte mich zum »Bücherprinz«. Diesen Titel habe ich übrigens aufgegriffen und in meiner Lebensabschnittgeschichte »Der Bücherprinz« selbstkritisch beschrieben, wie ich Verleger wurde und wo die wirklichen Tücken der Zuschussverlage lauern.

Leser deiner Autobiographie »Der Bücherprinz« kennen deinen steilen Aufstieg zum Inhaber des Verlages mit dem Eulensymbol. Im Dezember 2002 hast du dein erfolgreiches Unternehmen in andere Hände gegeben und neue Wege gefunden, bist nun Ratgeber-Autor, engagierst dich für junge Autoren und Künstler und publizierst selbst unabhängig. Man kann sagen, du warst ein Pionier der Self-Publisher Szene und dabei überaus erfolgreich.

Ruprecht Frieling: Ich habe mich stets als eine Art Robin Hood der Verlagsszene verstanden. Auch das Etablieren der Dienstleisterverlage war ein hartes Stück Arbeit gegen die Front der etablierten Buchmacher. RupiHeute nennen wir das Verlegen auf eigenes Risiko »Self-Publishing«. Das gibt es also tatsächlich schon viel länger und ist absolut keine Erfindung von Amazon. Der qualitative Unterschied liegt darin: Das Veröffentlichen war noch vor wenigen Jahren einkommensstärkeren Schichten vorbehalten. Durch die Digitalisierung ist die vordem bestehende Kostenhürde gesunken und der Zugang zum Buchmarkt allen Schichten erschwinglich geworden. Weil diese Zusammenhänge weitgehend unbekannt sind, plane ich die Veröffentlichung einer kurzen Geschichte des Selbst-Verlegens.

Es hat also eine Demokratisierung stattgefunden und Dienstleister werden von Self-Publishern entsprechend stärker nachgefragt.

Ruprecht Frieling: Ob ein Autor jede Leistung einzeln von unterschiedlichen Anbietern oder komplett aus einer Hand einkauft, ist natürlich allein seine Entscheidung und hängt auch von seinen Zielen ab. Für den Autor ist letztlich entscheidend, ob es wirklich gute Leute sind, die er beauftragt. Das ist zugegeben manchmal schwierig, weil überall mit Wasser gekocht wird. Einzelne Dienstleister versuchen, ihre Qualität dadurch zu beweisen, indem sie mit technischen Fachbegriffen um sich werfen oder auf andere Anbieter herabblicken und diese als »unfair« bezeichnen. Das ist recht kurz gedacht, denn letztlich entscheidet immer das Ergebnis, und »Fairness« ist im Geschäftsleben eine relativ unbedeutende Größe.

Ein Großteil der Self-Publisher glaubt auch, alles am besten selbst machen zu können.

Ruprecht Frieling: Das sieht man den Büchern leider oft an. Wer beispielsweise Rechtschreibung und Grammatik ignoriert, weil der Leser die Fehler aufgrund der angeblich tollen Inhalte überliest, der verantwortet das insgesamt schlechte Image der Self-Publisher-Szene und schadet sich damit letztlich selbst.

Gibt es eigentlich so etwas wie ein Verleger-Gen, das moderne Autoren brauchen, um selbstständig Bücher herausgeben zu können?

Ruprecht Frieling: Ein guter Riecher ist fraglos nützlich. Aber nicht jeder kann alles selbst machen. Wir erleben derzeit den Boom einer ganzen Dienstleistungskohorte, die Coaching, Korrektorat, Lektorat, Umbruch, Grafik, Gestaltung, Konvertierung, Werbung, Pressearbeit, Online-Marketing, Rechtsberatung, Übersetzungen etc. offeriert. In dieser Szene gibt es bereits ein wütendes Hauen und Stechen, als ob der eine Goldgräber dem anderen Digger die Wurst auf dem Brot missgönnt. Dabei ist das vollkommen unnötig, denn der »Kuchen« wächst schneller als ein Kefir-Pilz.

Inzwischen wird die digitale Wunderwelt bevölkert von unzähligen Autoren, die Unmengen von Texten im Netz anbieten. In »Wie man erfolgreich E-Books verkauft« hast du einige Chartstürmer nach deren Erfolgsgeheimnissen befragt. Hast du eigentlich eine Formel für Erfolg gefunden?

978-3-941286-56-6_12x19_CoverRuprecht Frieling: Den Stein der Weisen gibt es im Elektrobuch-Bereich so wenig wie im Marktsegment der klassischen Holzbücher. Ich habe mir aus der Menge von mehr als einer Million Self-Publisher einige der nachweislich erfolgreichsten E-Book-Autoren geschnappt, ihre Bücher gelesen, mich mit ihnen ausgetauscht und ihnen dann auf den Zahn gefühlt. Das Ergebnis kann jeder im Interview nachlesen: Eigentlich weiß keiner genau, wie er zum Gipfelstürmer wurde. Aber aus den intensiven Befragungen, die inzwischen in achter Auflage vorliegen und fortgeschrieben werden, ergeben sich zahllose Anhaltspunkte, die jedem, der sich für das Thema interessiert, Hinweise auf das eigene Vorgehen geben.

Kannst du ein paar Anhaltspunkte benennen? Autor? Genre? Präsentation? Promotion?

Ruprecht Frieling: Ob es einem nun schmeckt oder nicht: Das Triviale führt die Hitlisten an. Vor allem Autorinnen sind es, die ein offensichtlich mehrheitlich weibliches Publikum mit Liebesromanen, Krimis und Fantasy begeistern. Es ist kein Zufall, dass »Fifty Shades of Grey« aus der Feder einer Self-Publisherin stammt. Die Londoner Autorin E. L. James begann ihren sensationellen Aufstieg als Fan-Fiction im Internet, dann wurde der erste Teil der Trilogie in einem australischen Print-on-Demand-Verlag veröffentlicht. Vor allem in den USA sorgte der Dreiteiler für eine riesige Aufmerksamkeit und wurde binnen kürzester Zeit zu einem der unglaublichsten internationalen Bucherfolge der letzten Zeit. In Deutschland wurde die Britin von der Berlinerin Nika Lubitsch vom Thron gestoßen.

Im Bereich Herz-Schmerz bedienen E-Books in der Masse das Klientel, das früher zu Heftchenromanen griff.

Ruprecht Frieling: Hier zeigt sich der Vorteil der Anonymität: E-Books ermöglichen ein anonymes Lesen; der Kunde muss keinen Laden mehr betreten, um sich mit Lesestoff zu versorgen. Natürlich geht es heutzutage sehr viel deftiger zur Sache als in den prüden Sechziger Jahren.

Aus einer ganz anderen Ecke kommst du mit »Wie Autoren ihre unbewussten Kräfte aktiv nutzen können«. In diesem Ratgeber beschwörst du das literarische Schreiben als Weg des Verfassers, aus schwierigen Situationen herauszukommen, sich und seinen eigenen Stil zu finden und seine innere Stärke zu aktivieren ohne sich zu verbiegen. Wie passt denn dieser Ansatz zu dem eher marktgesteuerten in »Wie man erfolgreich E-Books verkauft«? Da geht es doch vielfach darum, zu schreiben, was gekauft wird und bei Erfolg nach demselben Schema weitere Publikationen nachzuschieben.

unbewussteKraefteRuprecht Frieling: Mich interessieren alle Aspekte der Buchwelt. »Wie man erfolgreich E-Books verkauft« ist ein Interview-Buch, das Top-Autoren befragt. »Wie Autoren ihre unbewussten Kräfte aktiv nutzen können« hat einen vollkommen anderen Ansatz. Damit möchte ich Autoren motivieren, bewusst zu sich selbst zu finden, Ängste abzubauen und innere Schranken zu öffnen. Die Veröffentlichung will helfen, unbewusste Kräfte aktiv zu nutzen und damit bessere Texte zu schreiben. Michaela Stadelmann vom Wunderwaldverlag schrieb beispielsweise dazu: »Endlich mal ein Ratgeber, der sich an die essentiellen Themen heranwagt und sich nicht zu Tode sülzt! So kurz und knapp habe ich noch keinen Schreibratgeber erlebt.«

Da ist einerseits der Schreibratgeber und andererseits jedoch der Vermarktungsratgeber. Kann ein Autor überhaupt noch seinen inneren Kräften folgen, wenn er ständig daran denkt, wie sein Produkt sich verkauft? Sollte man ihm nicht raten, ohne Rücksicht auf Buchmarkt und Trends zu schreiben? Gegen Ängste und innere Schranken könnte doch eher ein Tagebuch als ein geplotteter Text helfen.

Ruprecht Frieling: So viele Self-Publisher, so viele Träume und Schäume. Viele Nachwuchsautoren hoffen wohl, in kurzer Zeit vom Schreiben leben zu können. Das ist aber nur einer verhältnismäßig kleinen Zahl Autoren beschieden, und selbst wer heute oben steht, versinkt morgen möglicherweise bereits wieder im Nirwana. Wenn ich Hobbyschriftstellern begegne, die mich fragen, was sie denn schreiben sollen, um erfolgreich zu werden, dann schüttelt es mich. Jeder, der schreibt, muss zu dem finden, was ihn ausmacht und unverwechselbar macht. Und genau diesen notwendigen Klärungsprozess beflügelt »Wie Autoren ihre unbewussten Kräfte aktiv nutzen können«.

Kann denn eigentlich jeder schreiben oder bedarf es genialer Weihen höherer Instanzen, wenn es darum geht, sich als Schriftsteller zu etablieren?

Ruprecht Frieling: Frühere Generationen konnten sich die Schaffenskraft und Eindringlichkeit vieler Künstler und Literaten nur als Göttergabe erklären. Heute wird ausschließlich aus ideologischen und pekuniären Beweggründen mit dem Geniekult Schindluder getrieben. Dabei ist die Interessenlage nachvollziehbar: Das Prädikat »genial« treibt die Preise hoch. Der Geniekult in Kunst und Literatur trägt außerdem dazu bei, die Gemeinde der Kunst- und Literaturhändler und ihrer Hilfstruppen überschaubar und geschlossen zu halten. Für Genietheoretiker, die sich in Eliteblättern gegenseitig »kluge Köpfe« nennen, wäre ein Abschied vom Mythos ein unwillkommener Dammbruch, der Teile des eigenen Selbstverständnisses davonspült.

Erfolgreiche Self-Publisher setzen unübersehbare Signale gegen derartige Auffassungen.

Rupi (1)Ruprecht Frieling: Exakt. Sie bedienen sich einer Kunst, die grundsätzlich jedem offen steht und deren handwerkliche Grundlagen erlernbar sind. Dazu möchte ich mit »Wie Autoren ihre unbewussten Kräfte aktiv nutzen können« motivieren.

Das ist ja auch gut so, gleiche Chancen für alle. Von einigen der heute erfolgreichen Self-Publisher wird man in ein paar Jahren noch lesen und hören, andere werden vielleicht von der Bildfläche verschwunden sein. Ich denke, Nachhaltigkeit ist nur mit anspruchsvollen Texten jenseits von Mainstream und Marktkriterien möglich.

BarCampHHRuprecht Frieling: Vor allem diejenigen, die sich eine berufliche Existenz als Autor erträumen, sind zu kontinuierlicher Produktion neuer lesenswerter Stoffe gezwungen. Ohne eine durchgängige Qualität wird dabei das literarische Überleben schwierig. Noch schwieriger ist es für diejenigen, die gleich mit einem Hit starten, denn da wird jede Neuerscheinung am großen Vorbild gemessen. Das Publikum starrt immer auf die Spitzenplätze, aber gerade im Mittelfeld ist viel Platz für Autoren, die sich eigene Themen suchen, zum eigenen, unverwechselbaren Stil finden und sich dem Mainstream widersetzen.

Da sagst du was. Hoffen wir, dass viele Leser die Perlen im Mittelfeld entdecken. Dir und uns wünsche ich, dass du weiter am Ball bleibst, dein Wissen weitergibst und bei deinen Vorträgen so schöne Wandzeitungen gestaltest wie letztens beim Barcamp in Hamburg. Auf jeden Fall bleibt es spannend.

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Love and Peace

2015-01-01-LovePeace

Liebe, Frieden und ganz viel Glück für 2015 wünsche ich allen meinen Besuchern.

Rückblick:

Bücher: „Das Parfum“ (sensationell!), Jules Verne, vegane Koch- und Backbücher
Filme: „Can a Song save your Life“?“, „Interstellar“ (beide sehr empfehlenswert)
Reisen: Sella Ronda im Februar, Sommerwandern im Ötztal, Radtouren an der Mosel und in der Südheide
Städte: Berlin, Köln, Hannover, Alsfeld, Hamburg
Ausstellungen: Museum Ludwig Goes Pop in Köln, Christos „Big Air Package im Gasometer Oberhausen, Böse Clowns im Dortmunder U
Herausragendes Ereignis: Mai 2014 … Renate goes vegan nach „Gabel statt Skalpell“
Projekte: Blogartikel zu historischen Themen, Reisen, aktuellen Anlässen und verschiedenen Gegebenheiten

Ausblick:

Fragmente zum Abschluss bringen
Herausgabe weiterer Texte von Theodor Althaus
An der Sammlung eigener Lyrik arbeiten
Die spannende Szenerie auf dem Buchmarkt weiter beobachten

Vision:

Mit meinen Texten jenseits von Mainstream und Marktkriterien mehr Leser erreichen und kompetente Rückmeldungen bekommen

Botschaft:

2014-12-07-GoVeganKoeln

renate goes vegan

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