10 Jahre Hanak

Spätsommerabend in der Kölner Südstadt, ganz besonderer Abend in der Alteburg. Ein Jubiläum wurde gefeiert. Mehrere hundert Fans ließen sich entführen zur Zeitreise in die Geschichte einer liebenswerten kölschen Band, 10 Jahre Hanak, 10 Jahre „Kölschrock en Bewäjung“, 10 Jahre Mitsinghit „Haifischzahn“. Wie entstanden all die schönen Lieder, Texte und Melodien? Dazu konnte Frontmann Micha Hirsch einiges erzählen.

Er hatte in seiner reichhaltigen Repertoirekiste gekramt und eine feine Auswahl wurde auf der Bühne in der Alteburg performt, zusammen mit Keyboarder und Quetschenmann Torsten Herbst (Herbi „läuft“ seit Gründung), den Gitarristen Tobi Born und Rafael Hupfeld, Max Moerke an den tiefen Saiten und Schlagzeuger Johannes Biegl. „Dat muss Kölle sin“. Kann man die Liebe zu der schönen Stadt am Rhein mit Dom und Heinzelmännchenbrunnen, fünfter Jahreszick, „Dreigestirn“, Poporeiben und „Haiehymne“ schöner besingen?

Und überhaupt die Liebe, „Manchmol“ nachdenklich, dann als „Engel“ zwischen Chips und Kaffeebar im Supermarkt oder „Wenn ich jonn“, um wiederzukommen, schöne Balladen, die jeden im Alteburger Saal mitnahmen. Bevor wir wie „Vampire“ in die Nacht flogen, präsentierte Hanak nach dem Motto „Et Hätz schleiht im Veedel“ zum allerersten Mal den neuen Sessionstitel „Veedel“, dem ich ganz viel Erfolg wünsche.

Hörproben zu Hanaks 10-jährigem Jubiläum am 12. September 2019:
Manchmol
Engel
Wenn ich jonn

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„Deutschland rechtsaussen“

In einer Zeit, in der ich geschockt bin, wenn in Deutschlands Parlamente Protagonisten gewählt werden, die die Strukturen unserer 1848 und 1989 so verlustreich erkämpften Demokratie belächeln, bin ich dem Autor Matthias Quent dankbar, dass er mir in seinem Buch „Deutschland rechtsaussen. Wie die Rechten nach der Macht greifen und wie wir sie stoppen können“ Antworten gibt auf meine Frage: Was ist eigentlich los in Deutschland, wenn führende Politiker, anstatt sich im Sinne unseres Grundgesetzes zu verhalten, die deutsche Vergangenheit verunglimpfen, unerträgliche Hetze gegen Migranten verbreiten, rechtlich ungeklärte Todesfälle instrumentalisieren und mit billiger Angstmacherei punkten wollen im Sinne von: Ich mache das Land so richtig schlecht, damit ich es dann per Machtergreifung retten kann. Besonders aufschlussreich ist für mich Quents Kapitel über die Ausschreitungen und fragwürdigen Aktionen in Chemnitz im August 2018.

Mein Fazit nach Lektüre dieses überaus empfehlenswerten Buches:
„Fatalisten und Miesepeter“ rechts liegen lassen d.h. keine Plattform für Darstellung jeglicher Form bieten und vor allem genau hinschauen, bevor ich mir eine Meinung bilde und von den staatlichen Einrichtungen erwarten, dass auch sie genau hinschauen und konsequent die bestehenden Gesetze anwenden.

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Duisburger Innenhafen

Die Stadt Duisburg, an Rhein und Ruhr gelegen, hat den größten Binnenhafen Europas. Und sie hat auch einen richtig schön gestalteten Bereich auf der „Route der Industriekultur“. Das ist der Innenhafen, der im Zuge des Strukturwandels im Ruhrgebiet seine ursprüngliche Bedeutung als Hafen und Handelsplatz verloren hat. Mittlerweile wurde das Gebiet zu einem Ort entwickelt, in dem Wohnen, Arbeiten und Naherholung einen Platz gefunden haben. Wir bummeln an Hafenbecken, historischen Hafenkränen, Speicher-, Büro- und Wohngebäuden entlang und an ehemaligen Produktionsstätten wie z.B. Küppersmühle, in der heute ein Museum für moderne Kunst untergebracht ist, leider gerade geschlossen. In jedem Falle interessant das Gängelchen durch den Duisburger Innenhafen.

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„Szenen aus dem Herzen“

An einen Film des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergmann dachte ich beim Lesen des Titels und der ersten Zeilen von „Szenen aus dem Herzen“. Autorin Malena Ernmann ist eine erfolgreiche schwedische Opernsängerin und Mutter von Greta Thunberg, weltweit bekannt geworden durch ihren unerschrockenen Schulstreik für Klimaschutz vor dem schwedischen Parlament in Stockholm im August 2018. „Unser Leben für das Klima“ ist der Untertitel des Buches von Greta & Swante Thunberg, Beata & Malena Ernman.

Malena hat zusammen mit ihrem Mann Swante und den Töchtern Greta und Beata das Buch geschrieben, das in 92 kurzen Szenen die Abkehr der Familie von ausgetretenen Pfaden hin zu einem Leben für den Klimaschutz aufzeigt. Aus Gretas Schulstreiks und Auftritten auf Klimakonferenzen und bei Aktionen ist inzwischen die weltweite Bewegung #FridaysForFuture entstanden.
Mein Fazit zum Buch: „aus dem Herzen“ geschrieben und kurzweilig zu lesen. Volle Empfehlung!!!!!

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Pythagoras im Allee Center

Das Hammer Einkaufscenter lädt zurzeit ein zum Abenteuer Mathematik. Die Wanderausstellung „MatheMagie“ führt den Besucher in das Reich der Zahlen, Flächen und Räume und beginnt beim Themenbereich „Mengen und Optimierung“ mit dem Zahlenkreis, in dem den Zahlen 1 bis 12 jeweils einer Menge zugeordnet werden z.B. 2 Babyschuhe, 10 Finger, 12 Stunden auf dem Ziffernblatt der Uhr. Da sind rotierende Körper im Bereich „Raum und Geometrie“ und sogar dem Bereich „Ästhetik“ ist eine Themeninsel gewidmet. Wer hätte gedacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Musik und Mathematik gibt? Im Jahre ca. 600 v.Chr. hätten Schüler von Pythagoras herausgefunden, heißt im Flyer zur Ausstellung: „Wenn eine Saite doppelt so lang ist wie eine andere, wenn also ihre Längen im Verhältnis 2 : 1 stehen, dann erklingt eine Oktave, beim Verhältnis 3 : 2 eine Quinte usw.“.

Und was fällt mir zu Pythagoras ein? Der berühmte Satz zum rechtwinkligen Dreieck. Der Flächeninhalt des Quadrates über der Hypotenuse ist genauso so groß wie die Summe der Inhalte der beiden Kathetenquadrate, a²+b²=c². Und das kann ich doch mal hier im Center elegant beweisen, wenn ich die 16 blauen blauen Plättchen aus dem einen Kathetenquadrat und die 9 grünen aus dem anderen hinüber lege, passen diese genau in das Quadrat über der längsten Seite, der Hypotenuse. 16 + 9 = 25.
Na bitte!

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Veganer Mitbringbrunch in der Hammer City

Jeden ersten Sonntag im Monat gibt’s im Stadtteilzentrum FeidikForum in der Hammer Innenstadt einen veganen Mitbringbrunch. Jeder ist dazu eingeladen und sollte etwas Veganes zum Buffet beitragen. Am 1. September war es wieder so weit. Nach und nach trudelten sie ein und stellten etwas Veganes auf den Tisch, das Buffet füllte sich. Da gab es verschiedenen Frikadellen, Bulletten und Patties, sei es mit roter Beete, Bohnen, Sojagranulat oder Erbsenprotein, dazu verschiedene Dipps und Salate. Besonders gut schmeckten mir die Spinatquiche und die KartoffelZucchini Plätzchen, war beides leider zu schnell weg. Auch beim Dessert musste ich mehrmals zulangen, vom Plaumenkuchen über Obstspießchen, frische Feigen, Nussecken, Schokotorte bis zu Vanillecreme und vegane Sahne war alles da.

Mein veganes Tellerchen war schön bunt und lecker. Zwei Botschafterinnen vom Foodsharing in Hamm waren diesmal dabei und referierten über ihre Bemühungen, gegen Verschwendung anzukämpfen und Lebensmittel zu verteilen, die sonst verrotten oder weggeworfen würden.

Videoschwenk über das Buffet:
Veganer Mitbringbrunch in der Hammer City am 1. September 2019

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„Biedermann und die Brandstifter“

Das Häuschen des Fabrikanten Biedermann und seiner Frau Babette befindet sich in einer schönen Umgebung. Als eines Tages zwei Männer um Unterkunft auf dem Dachboden bitten, lässt Herr Biedermann das zu, obwohl in der Gegend Brandstifter ihr Unwesen treiben. Schmitz und Eisenmann werden sogar vom Dienstmädchen bewirtet. Als die beiden Gäste über Biedermanns Wohnstube mit Benzinfässern und Zündgeräten hantieren, zeigt er sich unbeeindruckt. Er sagt auch nichts, als es immer mehr Männer und immer mehr Benzinfässer werden. Und was glaubt ihr, was passiert? Eines Tages steht Biedermanns Haus in Flammen.

Fazit des Chorführers im Prolog:
„Feuergefährlich ist viel,
Aber nicht alles, was feuert, ist Schicksal,
Unabwendbares“

Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter, 1958

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Andorra ist überall. Vorurteile und Feindbilder

Ein Marktplatz in dem fiktiven Örtchen Andorra, die Lehrerfamilie mit Vater, Mutter, Tochter Barblin, Sohn Andri und Pater, Wirt, Doktor, Tischler, Senora, Geselle, Soldat, Jemand, außerdem ein Idiot, die Schwarzen, der Judenschauer, das andorranische Volk. Max Frisch Stück „andorra“ zeigt, wie durch Feindbilder, Vorurteile und Gleichgültigkeit das Handeln von Menschen beeinflusst wird. Das Feindbild wird verkörpert von Andri, den der Lehrer angeblich als Judenkind vor den Schwarzen gerettet und als Pfegekind aufgenommen hat. All die Vorurteile der Menschen werden beim Umgang mit Andri sichtbar, bis er selbst glaubt, er sei minderwertig und an allem Übel schuld. Schließlich wird er zu Tode gehetzt. Das Entsetzen ist groß, als sich herausstellt, dass Andri kein Jude, sondern der uneheliche Sohn des Lehrers und einer Schwarzen ist. Und wie könnte es anders sein: Keiner ist dabei gewesen und Niemand hat’s gesehen. Der Antisemitismus sei nur ein Beispiel, meint Max Frisch zur Uraufführung in Zürich im Jahre 1961.

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Nienbrügge an der Lippe

Wenn man im Hammer Norden vorbei an der Kindertagesstätte Bänklerweg in die Kornmersch fährt und anstatt der Kurve des Radweges geradeaus fährt, gelangt man auf ein weites grünes Feld mit Mulden und Büschen, begrenzt von Lippe und Kanal mit Hafenamt und -gebäuden im Süden, Hochwasserdamm und Nienbrügger Berg im Westen und der Kornmersch im Norden. Immer wieder zieht es mich in diesen Bereich in unmittelbarer Nähe meines Wohnortes, denn ich befinde mich auf historischem Gelände. Hinter den Büschen neben dem zurzeit fast ausgetrockneten Gewässer befand sich bis zum Jahre 1225 die Burg Nienbrügge, auf deren Spuren im Jahre 2011 und 2018 archäologische Ausgrabungen stattfanden. Die Ergebnisse sollen demnächst im Rahmen des Projektes „Erlebensraum Lippeaue“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Ja, was war denn eigentlich in Nienbrügge los, dass so gar nichts mehr sichtbar ist von dem, was hier mal war. Nun, mit Machtgelüsten unter klerikalen und adligen Grundbesitzern hatte es zu tun. Graf Friedrich von Isenberg (1193-1226) passte es nicht, dass der Erzbischof Engelbert von Köln (1185-1225) sein Territorium im westfälischen Raum ausweiten wollte. So wurde der Feind kurzerhand in einem Waldstück bei Gevelsberg ermordet. Rache aus dem Rheinland war angesagt. Graf von Isenberg wurde am Kölner Severinstor auf dem Rad hingerichtet und seine Burg und Stadt Nienbrügge sowie die verbindende Brücke (Nienbrügge = neue Brücke) wurden zerstört. Graf Adolf von der Mark (1197-1249), auch immer bestrebt, seinen Machtbereich über die Burg Mark hinaus auszuweiten, gründete am Aschermittwoch des Jahres 1226 einige hundert Meter flussaufwärts im Winkel von Lippe und Ahse eine Stadt und nannte sie „Auf dem Hamme“, kurz „Hamm“. Dort wurden die Bewohner von Nienbrügge angesiedelt. So, und nun wisst ihr nicht nur, warum hier nur plattes Feld mit Büschen zu sehen ist, sondern auch, woher die Stadt Hamm ihren Namen hat und vor allem dass sich in diesem Gelände die erste Ansiedlung der Stadt Hamm befand.

September 2018: Nienbrügge vom Mitteldamm

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Save, go vegan!

Das Graffiti entdeckte ich im Dezember 2014 beim Unterqueren der Eisenbahnlinie in Köln-Deutz. Zu dem Zeitpunkt ernährte ich mich seit einigen Monaten vegan und mir kam zum ersten Mal der Gedanke, dass ich damit nicht nur meine Gesundheit schützte, sondern auch die Tiere und das Klima. In Zeiten von „FridayForFuture“ und Brandkatastrophe im Regenwald ist der Klimaschutz endlich in vielen Köpfen angekommen. Wer etwas tun will, sollte seine Ernährung umstellen. Das ist gar nicht schwer: stay vegan

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