Hamm am 22. April 1944

Wenn ich vom Hammer Norden kommend zwischen Friedhof und Bahnlinie den Weg über Lippe, Kanal und Hafenstraße zum Bahnhof gehe, habe ich vor der Brücke zu meiner Rechten einen schönen Blick hinunter auf die Lippewiesen. Doch die Idylle täuscht. Die kleinen Gewässer in diesem Bereich sind Spuren von unglaublich sinnloser Zerstörung. Diese sogenannten Bombentrichter sind Überbleibsel zahlreicher Luftangriffe auf die Stadt Hamm, wie zum Beispiel dem am 22. April 1944, als der Terror aus der Luft fast eine Stunde lang die Bahnhofsgegend zerstörte. 258 Menschen wurden getötet und mehrere Hundert Häuser lagen in Schutt und Asche.

„When will they ever learn?“

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Apple Store in der Schildergasse

In der Schildergasse gibt es seit einigen Tagen einen neuen Laden, der Elektronikartikel anbietet. Eigentlich nichts Besonderes und doch: dieser Laden hat was. Wunderbar gelegen gegenüber von Galeria Kaufhof in einem schönen alten Eckhaus, man könnte auch sagen, Rundeckhaus. Ich schaue mir die Installationen von Smartphones, Tablets und Arbeitscomputern an und muss sagen: sowohl das Design der einzelnen Produkte als auch die Präsentation finde ich gelungen. Beratung gibt es so viel man braucht und wünscht und ausprobieren kann man natürlich alles.

Eine gläserne Wendeltreppe führt in das obere Stockwerk, wo auch richtig viel los ist. Um große Tische herum sitzen junge und alte User mit ihren eigenen Geräten, selbstredend von Apple, und werden zu diversen Bereichen und Themen kompetent geschult und beraten. Workshops sozusagen. Ja, und überhaupt: Langweilig ist es nicht. Ich nehme die eine oder andere Anregung mit und weiß schon, dass ich beim nächsten Schildergassenbummel hier wieder reinschauen werde.

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Hohenzollernbrücke

Es ist immer wieder etwas Besonderes, vom Deutzer Bahnhof kommend die Straße zu überqueren, die Glasfassade des runden Turms links liegen zu lassen und sich im parkähnlichen Gelände dem südlichen Gehweg der Hohenzollernbrücke zu nähern. Hier habe ich überhaupt keine Eile, denn mit jedem Höhenmeterchen entwickelt sich das faszinierende Panorama von Groß Sankt Martin mit Stapelhäuschen jenseits des Rheins, dem Reiterdenkmal, der Silhouhette der coolen Kathedrale, den markanten eisernen Brückenbogen, dahinter reges Treiben der REs, ICs und ICEs auf den Bahngleisen. So viele wichtige Gebäude und Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft miteinander!. Mich erfreut das jedes Mal aufs Neue, gibt es mir doch Erinnerungen und Orientierung in dieser liebenswürdigen Stadt.

Links der Fluss mit Schiffen, die auf der gewaltigen Wasserfläche richtig klein wirken, die nächsten südlich gelegenen Brücken, Deutzer- und Severinsbrücke, und rechts tausende buntglitzernde Liebesschlösser, Hauptbahnhof im Hintergrund und Musicaldome jenseits der Bahnlinie. So wandere ich auf die westliche Rheinseite und kann nach einem Gängelchen im Inneren des Doms meinen Kölntag beginnen.

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Domfenster von Gerhard Richter

Im August 2007 wurde das Kunstwerk feierlich der Öffentlichkeit übergeben und ist seitdem Anziehungspunkt für Besucher des Kölner Doms. An trüben Tagen muss man schon ein wenig suchen, wenn man zwischen den vielen bunten Fenstern das berühmte von Gerhard Richter finden will, denn eigentlich ist es unscheinbar. Doch an einem Märztag hatte ich Glück. Die Sonne brachte die vielen Farben der mehr als 11.000 Quadrate zum Leuchten. Ja, Quadrate, das heißt unzählig viele kleine Farbfelder aus buntem Glas, 72 Farben, lese ich bei Wikipedia. Anordnung? Das Zufallsprinzip hat Meister Richter gewählt.

Und nicht nur diese Fensterfarbfelder leuchten in dem Moment. Die Sonne zaubert ein schönes warmes Licht auf Boden und Stufen der Kathedrale. Grund, an der Südwand des Kölner Doms eine Weile stehen zu bleiben und sich das sonnendurchflutete Richtersche Lichtspiel anzuschauen.

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Wiener Platz

Der Wiener Platz ist der zentrale Platz im rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Mülheim. Hier mündet die Frankfurter Straße. Vom Eingang zur U-Bahnstation der Linien 13 und 18 aus blickt man geradeaus über den Clevischen Ring mit der Straßenbahnlinie 4 hinweg auf die Mülheimer Brücke. Links befindet sich das Bezirksrathaus und rechts eine kleine Einkaufsmeile.

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Wolf Maahn im Jovel

Es war ein bisschen Zeitreise in die Achtziger, was uns gestern nach Münster ins Jovel lockte. Wolf Maahn. „Direkt ins Blut“ groovte sich der Musiker mit jedem Song. Den Flow gefühlt bei den legendären Rosen sowieso und bei den neuen „Wundern dieser Zeit“ ebenfalls. In Erinnerungen gegroovt und gerockt mit Wolf Maahn und Band, ein schöner Abend im Jovel!

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Befand sich hier die Burg Nienbrügge?

Das ist ein alter Lippearm im Hammer Norden. In unmittelbarer Nähe ist das Gelände der Burganlage Nienbrügge, die im Jahre 1225 nach einem Bischofsmord zerstört wurde. Hier soll sich eine Brücke (Nienbrügge) über die Lippe befunden haben, den Kanal gab es ja noch nicht. Auf der gegenüberliegenden Seite von Lippe und Kanal sehen wir das gelbe Gebäude des Hafenamtes mit dem kleinen Turm. Ungefähr an der Stelle befand sich die Siedlung Nienbrügge, die ebenfalls aus Rache für den Mord zerstört wurde.

Mehr zur Geschichte von Burg und Siedlung Nienbrügge und die Gründung der Stadt Hamm findet ihr hier: Burg Nienbrügge

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Helmuth Macke

August Macke, Künstler des Expressionismus fällt mir ein bei Ankündigung einer Macke Ausstellung. Doch es geht um Helmuth, seinen jüngeren Cousin. Zu dessen 80stem Todestag wird ihm eine Retropektive gewidmet, „Helmuth Macke. Im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden“, zurzeit im Kunstmuseum in Ahlen. Nun, auch er gehört zur Avantgarde, ist jedoch in Vergessenheit geraten. Erfreulich, dass nun in den Räumen einer schönen alten Villa sein reichhaltiges Künstlerschaffen und -leben an mir vorbeizieht. Landschaften, Porträts, Stilleben, Skizzenbücher und Fotos, Aufenthalte am Niederrhein, in den Alpen, München und Berlin. In den Jahren 1914 bis 1918 dann Kriegsschrecken und -tod der Malerfreunde August Macke und Franz Marc. Wie hell und farbig schließlich die Werke im letzten Raum, aus der Zeit am Bodensee, wo Helmuth Macke im Jahre 1936 im Alter von 45 Jahren nach einem Bootsunfall ertrank.

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Das Severinstor

Im Mittelalter betrat man die Stadt Köln durch eins der Tore, das Eigelsteintor vom Norden, das Hahnentor vom Westen und vom Süden durch das Severinstor. Man kann sich vorstellen, wie viele Menschen in all den Jahrhunderten hier ein und aus gingen. So auch zwei Protagonisten einer Sage aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Eine kleine Bronzetafel am Toreingang erinnert an Jan und Griet. Beim Betreten der Stadt traf Jan auf die schöne Magd Griet und warb heftig um sie. Doch sie wollte keinen Knecht, sondern etwas Besseres. Jahrzehnte später kam er wieder durch das Severinstor nach Köln, diesmal hoch zu Ross als General Jan van Werth. Wieder traf er auf Griet, deren einstiger Schönheit arbeitsreiche Jahre als Bauersfrau zugesetzt hatten. Ja, hätte sie das gewusst, hätte sie es doch getan, meinte sie. Zu spät. Heute können die Räume der Severinstorburg gemietet werden und einmal im Jahr zieht der Rosenmontagszug durch das Severinstor in die Stadt.

Und noch eine wahre Geschichte: Am Severinstor wurde im Jahre 1226 der westfälische Graf Friedrich von Isenberg hingerichtet. Warum, lest ihr hier: Burg Nienbrügge

Foto: Das Severinstor am 4. März 2017

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„Bodyguard“ im Musical Dome

Seit 20 Jahren steht diese riesige Zeltkuppel in unmittelbarer Nachbarschaft von Kölner Dom, Bahnhof, Rhein und Hohenzollernbrücke. Wie oft schon hab ich abends den leuchtendblauen Lichterbogen bewundert, der sich hoch über dem Dach wölbt! Und nun endlich geht’s mal hinein. Mit Tickets für das Musical „Bodyguard“, dessen Titel unwillkürlich an eine große Sängerin erinnert. „Hommage an Whitney Houston“ heißt es auf Plakaten und im Flyer. Die unvergessene Whitney, Hauptdarstellerin im Erfolgsfilm „Bodyguard“, eine Lovestory, die den gesamten Facettenreigen bedient von „sie können zusammen nicht kommen“ über Eifersuchtsdrama bis unsterbliche Liebe. Nach der Steilvorlage der viel zu früh verstorbenen Diva darf man sehr gespannt sein.

Doch bevor das Spektakel auf der Musicalbühne beginnt, bleibt Zeit für einen Bummel auf dem roten Teppich im großzügigen Foyer mit Getränkeständen, Sitzecken und vor allem Ausblicken auf Rhein, Hohenzollernbrücke und Dom, dessen schwarze Silhouette in Kombination mit den Spiegelungen der Glasfassade in der Dämmerung einzigartig umrahmt wirkt. Was wir dann aus der Mitte des Parkette erleben, ist auch einzigartig, eine grandiose Show geprägt von wunderbaren Stimmen, Liveband, Schauspielern, Tänzern und Akrobaten in glitzernden Kostümen im Farbenrausch ständig wechselnder Bühnenbilder und einem Ohrwurm nach dem anderen. Zum Abschluss standing ovations und gemeinsam „dance with somebody“. Ja, Whitney, du bist unvergessen, „will allways love you“.

Musical Dome Köln am 3. März 2017

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