Werne und Tibaum

Sonnenschein, milde Temperaturen, jedoch starker Wind, das heißt Gegenwind auf den Straßen über den Killwinkel und vor allem in den Feldern von Barsen und Oberholsen bis in die Altstadt des beschaulich ruhigen Lippestädtchens Werne. Auf dem Marktplatz zu Füßen des historischen Rathauses können wir dann eine ausgiebige Picknickpause machen. Und wir können sogar noch einen Einkauf anhängen.

In unmittelbarer Nähe in der Fußgängerzone gibt es einen Bioladen mit großzügigem Gemüse- und Obststand draußen. Da decken wir uns doch mal ein. Auf dem Rückweg kann der Wind uns nichts mehr anhaben. Er schiebt uns regelrecht durch das Tibaum Naturschutzgebiet entlang der Lippe bis an den Kanal und in Herringen über die weiße Brücke bis zur Radbodstraße, Nienbrügger Deich und Kornmersch.

Walters Track zur Radtour nach Werne am 29. März 2021

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Geisterrad in der Hammer City

Am 4. März 2021 Mittags gegen 12:50 Uhr befuhr Ismail mit dem Fahrrad den Überweg in der Neuen Bahnhofstraße vor dem Gustav-Lübcke-Museum in Hamm in Richtung Hauptbahnhof. Die Ampel zeigte grün. Doch kurz bevor er die andere Straßenseite erreicht hatte, erwischte ihn ein Auto, das von der Friedrichstraße nach links in die Neue Bahnhofstraße abbog. Auch dort gab die Ampel grünes Licht.

Die Fahrerin hatte wohl das Blinklicht übersehen. Ismail knallte auf die Straße und wurde schwer verletzt im Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Einige Tage später starb er an den Folgen des Unfalls. Ismail war im Jahre 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen und war Auszubildender in einer Einrichtung der Stadt Hamm. Er war 29 Jahre alt. Mitglieder des ADFC Hamm hatten zu einer Gedenkveranstaltung für den tödlich verunglückten Radfahrer aufgerufen. Etwa 60 Menschen waren am 19. März zur Unfallstelle gekommen, um ihre Betroffenheit und ihr Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, darunter trauernde Verwandte, Freunde und Kollegen von Ismail.

Das sei seit längerer Zeit der erste tödlich verunglückte Radfahrer im Straßenverkehr in Hamm, sagte Walter Hupfeld vom ADFC in seiner kurzen Ansprache und erinnerte an das Ziel von VisionZero: keine Schwerverletzten und Toten im Straßenverkehr. Besonders zu schützen seien Fußgänger und Radfahrer, die weder Knautschzone noch Airbags oder Sicherheitsgurte haben. Ein besseres Verkehrssystem müsse Abhilfe schaffen.

Anzustreben sei eine deutliche Reduzierung des motorisierten Individualverkehr sowie viel mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer im Straßenraum, das heißt zum Beispiel breitere und gut geschützte Radwege. Die Straße gehört allen Verkehrsteilnehmern. Warum nicht viel mehr Tempo 30 Zonen in der City sowie besser angepasste Ampelschaltungen? Warum müssen zum Beispiel Autofahrer und Fußgänger/Radfahrer an Überwegen gleichzeitig grünes Licht bekommen?

Im Fall von Ismail war das tödlich. Muss denn immer erst etwas Schlimmes passieren, ehe Verantwortliche handeln? Anschließend wurde ein weiß angestrichenes Geisterrad als Mahnmal an der Unfallstelle installiert. Die Anwesenden versammelten sich auf der Straße, um in einer Schweigeminute des so tragisch ums Leben gekommenen jungen Mannes zu gedenken.

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Fahrraddemo zum Globalen Klimastreik

Am 19. März 2021 war es wieder so weit: Globaler Klimastreik. Auch die Hammer Gruppe Fridays for Future war wieder dabei, mit Abstand, Maske und Fahrrad. Um 15 Uhr ging es am Hammer Haupbahnhof los und es waren viele gekommen, Alte, Junge und Kinder mit Banner wie „Wir wollen eine Zukunft“, „Wir streiken, bis ihr handelt“ und „Hambacher Forst bleibt! Kohleausstieg jetzt!“

Mehr als zwei Jahre sind vergangen, seitdem die junge Schwedin Greta Thunberg, anstatt in die Schule zu gehen, sich in Stockholm vor das Regierungsgebäude gesetzt hat mit dem Schild „Streiken für das Klima“. Eine weltweite Jugendbewegung ist daraus geworden. Die jungen Menschen sehen schwarz für ihre Zukunft. Und was haben sie mit ihren Aktionen erreicht?

Aufmerksamkeit in jedem Falle, aber ansonsten? Halbherzig werde die Klimakrise in der Politik angegangen, viel geredet und wenig gemacht. „Nicht reden, handeln!“ steht auf einem der Kartons, die auf den Rädern befestigt werden und dann während einer Rundfahrt durch die Hammer City zu den dort ansässigen Parteibüros in der Oststraße und im Martin-Luther-Viertel gebracht werden.

Was in den Kartons drin ist? Nix. Das ist die Botschaft an die Verantwortlichen der Hammer Kommunalpolitik, zusammen mit einer schriftlichen Resolution: „Der Wald stirbt. Die Böden trocknen aus. Das Wetter fährt Achterbahn. Das ist eine Welt in der Klimakrise und unsere Lebensrealität im Jahr 2021 – das Jahr, in dem in Deutschland der Bundestag und damit eine Bundesregierung gewählt wird.“

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Hammer historischer Hafenkran

Der historische Kran steht an der Hafenstraße direkt westlich der Bahnlinie am südlichen Ufer des Datteln-Hamm-Kanals. Gebaut wurde er von der Firma MAN im Jahre 1939, am Hammer Osthafen aufgestellt und diente bis zum Jahre 1995 zum Befüllen eines Speichergebäudes. Der Speicher wurde inzwischen abgerissen, der Kran jedoch vor dem Abbau bewahrt und ist uns als Industriedenkmal erhalten.

Im Jahre 2010 wurde er als „5-t-Portaldrehkran“ im Osthafen“ in die Denkmalliste der Stadt Hamm aufgenommen (Info HammWiki). Vor einigen Wochen präsentierte er sich plötzlich als Objekt Hammer Verpackungskunst. Der historische Kran war eingerüstet und eingepackt für Restaurationsarbeiten, die den ganzen Tag über unter der Folie selbst über Lippe und Kanal hinweg zu hören waren.

Zum Abschluss der Aktion sollte der Kran von einem Hammer Architekten illuminiert werden, was durch die weiße Folie hindurch einen schönen Effekt geben sollte. Allerdings kam da Sturm Klaus in die Quere. Der wehte den größten Teil der Folie einfach weg, ließ jedoch das Gerüst stehen. Die Illuminierung findet nun trotzdem statt. Hafenkran samt Gerüst erstrahlen in der Dunkelheit.

Abend für Abend können wir Hammer und Durchfahrende zurzeit die Lichtshow bestaunen und von der Eisenbahnbrücke in westlicher Richtung das Objekt in ständig wechselnden Farben von Blau über Lila, Grün und Rot anschauen und fotografieren. Zumindest so lange, bis das Gerüst abgebaut wird und das Hafendenkmal frühlingsfrisch zum Bummeln an der Hammer Hafenkante einlädt.

Hammer Hafenkran im Juli 2020

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Köln-Mülheim am sonnigen Sonntag

Zwischen Coronaregeln, Lockdown und Sonnenschein ist es schön, wenn man in Köln-Mülheim nur ein paar hundert Meter vom Rhein entfernt wohnt. Dorthin gehen, wo vor ein paar Wochen noch das Hochwasser die Promenade und angrenzende Wiese bei der Mülheimer Brücke überschwemmte. Wieder ein paar hundert Meter weiter flussaufwärts sehen wir durch die Katzenbuckelbrücke hindurch das Kölner Wahrzeichen.

„Köln ist, wo der Dom ist“, sagte die Moderatorin auf der großen Hafenrundfahrt. Von der Brücke aus schauen wir in den Mülheimer Hafen und auf der anderen Seite stehen wir direkt am steinigen Ufer des schönen Stroms. Im Schatten der Bäume gehen wir bis zur Zoobrücke und dann über den Auenweg zurück zur Mülheimer Brücke.

Sonntagsgängelchen am 7. März 2021

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„Die Pest“ von Albert Camus

Stadt im Ausnahmezustand, Atmosphäre von ständiger Bedrohung und Angst, Menschen in Isolation und kalte Körper in Leichensäcken. Szenario des Romans „Die Pest“ von Albert Camus aus dem Jahre 1947. Da sind die verschiedenen Reaktionen auf die Epidemie, von Verschwörungsunsinn eines Paters über skrupelloser Geldgier eines Menschenschleppers bis zum besonnen verantwortlichen Handeln des Arztes Dr. Bernard Rieux, dessen menschliches Umfeld von Anstand und Solidarität geprägt ist. Die Epidemie wird besiegt, das Pestbazillus wird jedoch bleiben, heißt es zum Schluss.

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Über Walstedde und Ahlen zum Nepomuk

Heute verlassen wir die Stadt über den Weg entlang der Geinegge, fahren vorbei am Schloss Ermelinghoff in den Klostermühlenweg, ein Stück entlang der Bahnstrecke und dann in die Felder. Nach Umrundung des Kurricker Bergs geht’s über Ameke nach Walstedde mit kurzem Fotostopp bei der Kirche. Dann aber gleich wieder ab auf die Pättkes und später entlang der Werse nach Ahlen, wo schon die Bank im Berliner Park für uns bereit steht.

Gleich Kaffeeflaschen und Stullen ausgepackt und schauen, ob die Gänse uns wieder eine elegante Flugrunde präsentieren. Machen sie, drei ziehen eine schöne Runde und zwei noch eine dazu. Dann ist aber Schluss für heute. Okay, nach dem harten Winter erst mal langsam anfangen. Zur Rückfahrt nach Hamm nehmen wir den schön ausgebauten Zechenbahnweg der stillgelegten Ahlener Zeche Westfalen mit Aussichtsturm, der bis zum Datteln-Hamm-Kanal nach Uentrop führt.

Zechenbahntrasse von Ahlen nach Hamm-Uentrop

Wir peilen aber noch eine Stippvisite beim Schloss Oberwerries an, da waren wir ja in diesem Jahr noch gar nicht. Also verlassen wir die Trasse, fahren durch den Ort Dolberg, überqueren die Dolberger Straße sogar zwei Mal und fahren durch das Tor zum Nepomuk bei der Gräfte vor dem Eingang zum Haupthaus. Hier sind wir ja schon fast wieder zu Hause, nur noch ein paar Kilometer durch die Lippeaue, vorbei am Schloss Heessen zur Lippe an der Fährstraße.

Hier überqueren wir Lippe und Kanal, biegen ein in die fein gestaltete Adenauer Allee zur Münsterstraße, dann Schweinemersch, Kornmersch und flugs zurück in den Hammer Garten.

Mehr zum Brückenheiligen Nepomuk

Walters Track zur Radtour nach Walstedde, Ahlen und Oberwerries am 3. März 2021

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Auf dem Alleen Radweg zwischen Welver und Unna

Der Alleen Radweg zwischen Welver und Unna ist eine stillgelegte Eisenbahnstrecke, die diese beiden Orte miteinander verband. Anstatt Schienenfahrzeuge sind jetzt Zweiräder hier unterwegs und heute bei herrlichem Frühlingswetter besonders viele. Bevor wir diese Radstrecke erreichen, müssen wir ein paar Kilometer zurücklegen. Vom Norden aus radeln wir quer durch die Hammer City in südliche Richtung über die Grünstraße.

Dann geht’s entlang einer Bahnlinie über Westtünnen und Osttünnen durch die Felder nach Illingen bei Welver. Hier erreichen wir unsere Route und los geht’s weitgehend auf glattem Asphalt vorbei an Wambeln und Flierich bis zum alten Bahnhof Lenningsen mit schönem Sitzrund im Außenbereich. Ausgiebiges Picknickpäuschen und überlegen, ob wir den direkten Weg zurück nach Hamm nehmen oder den doppelt so langen und schöneren.

Wir entscheiden uns für die schönere Strecke und bleiben auf dem Alleen Radweg, tangieren die Stadt Unna und überqueren die A2 in der Nähe vom Kamener Kreuz. Unser nächstes Ziel ist die Marina Rünthe, die wir auch über richtig schöne Radwege zum zweiten Picknickpäuschen erreichen. Einfach zu schön heute. Heimwärts radeln wir am Datteln-Hamm-Kanal bis zu den weißen Brücken zwischen Bockum-Hövel und Herringen.

Hier überqueren wir Kanal und Lippe und fliegen weiter flussaufwärts zum Deich am Nienbrügger Berg, über den wir zur Kornmersch gelangen. Nach ein paar Minuten schwenken wir ein in den Hammer Garten. Was für eine Tour heute!

Walters Track zum Alleen Radweg am 2. März 2021

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Radtour nach Kamen

So warm war es im Februar noch nie, 10 Sonnenstunden sind vorausgesagt für heute. Da zieht es uns wieder mit Rädchen hinaus aus der Stadt, diesmal in westlicher Richtung über Kornmersch und Deich am Nienbrügger Berg zu den weißen Brücken über Lippe und Kanal auf die Herringer Seite. Auf der fahren wir am Kanal entlang und sehen auf der gegenüberliegenden Seite das stillgelegte Gersteinwerk und das Naturschutzgebiet „Am Tibaum“.

Es geht in Richtung Marina Rünthe. Die lassen wir aber rechts liegen und biegen nach links auf einen richtig schönen Zechenbahnweg zum Städtchen Kamen und flugs auf den Marktplatz. Der Brunnen auf diesem Platz mit den schön gestalteten Bronzemotiven aus verschiedenen Bereichen, Quelle in der Mitte bietet mit den holzbelegten Sitzplätzen eine prima Gelegenheit für unser ausgiebiges Picknick in der Sonne.

Zurück fahren wir entlang der Seseke nach Bönen, dessen Turm wir schon von weitem sehen. Den gucken wir uns heute mal an. Es handelt sich um ein Gebäude der Klöckner-Werke A.G. Königsborn III-IV. Über Selmigerheide und Lohauserholz mit Kurzstopp beim Hochzeitswald radeln wir quer durch die Hammer City zu unserer Schweinemersch und nach Unterquerung der Bahnlinie zur Kornmersch.

Walters Track zur Radtour nach Kamen am 24. Februar 2021

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Über Uentrop und Dinker nach Kirchwelver

Als wir entlang des Datteln-Hamm-Kanals den Hafen in Uentrop erreichen, haben wir auf unserer heutigen Radtour bereits 13 Kilometer zurückgelegt. Hier verlassen wir das Gewässer, umfahren das Gelände von DuPont, überqueren bei Frielinghausen die A2 und radeln über Eilmsen nach Dinker, einem idyllisch gelegenen Dörfchen zwischen Hamm und Soest mit einer schönen weißen Kirche.

Nach Fotostopp geht’s weiter in südlicher Richtung und Überquerung der Ahse und Durchquerung eines Waldes nach Kirchwelver, unserem heutigen Ziel und sozusagen Picknickpunkt. Die Bank bei Brunnen und Glocke auf dem Kirchplatz kennen wir schon. Hier kann man prima Pause machen, Ruhe inklusive, nur unterbrochen vom 12-Uhr-Läuten aus dem Kirchturm.

Das Dorf Welver scheint wohl von Wäldern umgeben zu sein, denn auf der Rückfahrt radeln wir wieder zwischen hohen Bäumen, dann durch die Felder über Osttünnen und Westtünnen in die Caldenhofgegend, wo wir im Feldgarten noch einen Terrassenbesuch machen. Dann durch den Ahsepark vorbei am Oberlandesgericht zum Nordring und über die Schweinemersch zurück in den Hammer Norden.

Walters Track zur Radtour nach Kirchwelver am 25. Februar 2021

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