Wahre Helden an Corona Tagen

Wahre Helden in diesen Corona Tagen schließen auf die Minute pünktlich den Supermarkt auf, schieben schwere Paletten zwischen den Gängen, räumen ein, helfen beim Finden einzelner Produkte und sitzen an den Kassen. Dafür bin ich so dankbar. Als ich das heute der Kassierin sagte, sprudelte es nur so aus ihr heraus wie „Sie glauben gar nicht, was wir uns hier täglich anhören müssen. Für alles werden wir verantwortlich gemacht. Klopapier reißen sie uns schon von den Paletten, bevor wir es einräumen können.“
Dazu fehlen mir jetzt die Worte.
Außer: Bitte Atemschutz und Handschuhe für die Mitarbeiter in den Märkten.

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Hochwasser am Rhein

Regentage in Köln und starker Regen an Oberrhein und Mosel bedeutet, dass der Rhein in Köln langsam aus seinem Bett kommt und die Ufer überschwemmt. Sieben Meter, meldet der Kölner Pegel. Da haben wir schon ein richtiges Seefeeling an Hohenzollernbrücke und Rheinboulevard.

Vom Spaziergang am 11. März 2020

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Aktionstag Nachhaltigkeit

Das ist die Jugendkirche im Martin-Luther-Viertel in der Hammer City. Im hellen freundlichen Innenraum gab es Samstag ein ganz besonderes Event, veranstaltet von Tina Chrissie und Katrin Burghardt. „Aktionstag Nachhaltigkeit – come in and probier aus!“ war das Motto. Es ging um umwelt- und ressourcenschonendes Verhalten, kurz gesagt um Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen.

An einzelnen Stationen, wie der vonFUgE (Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung e.V.), konnte ich mich informieren und an anderen selbst ausprobieren. Sehr eindrucksvoll das Plakat zur Pyramide des nachhaltigen Konsums von „Nutze, was du hast“, „Repariere, was du hast“, „Mach selber“, „Leihe aus“, „Tausche“, „Kaufe gebraucht“ und erst ganz zum Schluss „Kaufe neu“ sowie die Checklisten für Bad und Küche. Einige Beispiele wurden gleich auf dem Tisch präsentiert sowie an einzelnen Stationen demonstriert.

Handy kaputt oder ein anderes Elektrogerät? Das Hammer Repair Café zeigt, wie man es ggf. reparieren kann. In der Nähecke wurden Brotbeutel, Taschentücher, Watteersatzpads, Spüllappen aus Stoffresten genäht, am Bügeltisch vegane Wachstücher hergestellt, um damit Frischhaltefolien zu ersetzen und beim Open Globe Kleidungsstausch konnte jeder Sachen mitbringen und/oder mitnehmen.

Ein ganz großes Plus der vielseitigen Angebote war, dass man mal gemütlich mit Kaffee und veganem Kuchen vom Mitbringbrunch Pläuschchenpause machen und später oben auf der Galerie noch mal alles auf sich wirken lassen und mit Getränken so richtig chillen konnte. Es war ein rundum gelungenes Event in der Hammer City!!!!!

„Aktionstag Nachhaltigkeit – come in and probier aus!“ am 7. März 2020 in der Jugendkirche im Martin-Luther-Zentrum Hamm

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Kölnpanorama

Wenn man in Deutz am Rheinboulevard steht, hat man über den großen Strom hinweg ein unvergleichliches Panorama mit Fischmarkt, bunten Stapelhäuschen, Groß St. Martin, zwei Türme der einzigartigen Kathedrale, der Hohenzollernbrücke mit unzähligen Liebesschlössern und den unaufhörlich in beide Richtungen über sie hinweg gleitenden Züge. Ich muss es immer wieder fotografieren, bei Tag und Nacht.

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Die Heinzels

„Wie war in Köln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem.“ Das war vor mehr als 200 Jahren. Nachdem die neugierige Schneidersfrau Erbsen gestreut hatte, verschwanden die fleißigen Männchen aus Köln. Die Regisseurin Ute von Münchow-Pohl hat sie jetzt aus ihrer unterirdischen Welt zu den Menschen zurückgebracht, das heißt in die Kinos. „Die Heinzels. Rückkehr der Heinzelmännchen“ ist ein herrlich unterhaltsame Animationsfilm für Kinder und Erwachsene.

Das quirlige Heinzelmädchen Helvi und ihre Freunde erobern unsere Herzen im Sturm. Zu schön, wie die winzigen Zipfelmützen in die Menschenwelt tippeln, in der Rakete um den Kölner Dom herumfliegen, sich nicht unterkriegen lassen und die bankrotte Bäckerei von „Stinkstiefel“ Theo nach dem Motto „Wir heinzeln das“ wieder auf Vordermann bringen. Empfehlung für Film und Buch!!!!!

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Autofasten 2020 und Critical Mass

In Hamm begann die Aktion „Autofasten 2020“ mit ungefähr 40 Teilnehmern, Bannern, Plakaten, Infotafeln, Flyern und einem 6-köpfigen Bus aus Stoff am 28. Februar 2020 um 14 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Alle wollen sieben Wochen lang möglichst oft das Auto stehen lassen und zu Fuß, per Rad, Bus oder Bahn mobil sein, d.h. jede Menge CO2 einsparen, somit etwas für das Klima, die Gesundheit, den Geldbeutel und ein Klimaschutzprojekt in Tansania tun.

Anschließend fand die Critical Mass statt, bei der ein Fahrradconvoi eine schöne Strecke durch die Hammer Innenstadt auf die Aktion aufmerksam machte und darauf, dass die Straße nicht allein den Autofahrern gehört. Die Critical Mass Hamm findet jeden letzten Freitag im Monat statt, die nächste am 27. März 2020, dann wieder um 19 Uhr vor dem Heinrich-von-Kleist-Forum.

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Rosenmontag 2020 in Köln

Der Kölner Dom lässt die Turmspitzen hängen, dicke Tränen rollen über sein Gesicht. In den Händen hält er ein großes rotes Herz. „Uns Hätz schleiht för Hanau“ steht darauf. Noch keine Woche ist seit dem schrecklichen Blutbad in Hanau vergangen. Ein rassistisch verblendeter Attentäter tötete gezielt junge Menschen, die in Deutschland eine Heimat gefunden hatten, zum Weinen traurig. R.I.P. Ferhat (22), Gökhan (37), Hamza (20), Said (21), Mercedes (35), Sedat (30), Kaloyan (33), Fatih (34), Vili (23). Unfassbar! Warum hat er das getan? Woher kommt der Hass? Können wir überhaupt feiern? Das fragen wir uns, die wir mit all den friedlich feiernden Menschen am Straßenrand in der Kölner Südstadt stehen. „Karneval ist bunt, nicht braun“, erklärt Zugleiter Holger Kirsch der Presse, das heißt für mich klare Position gegen Faschisten, für Toleranz und Liebe.

So lassen wir den weinenden Dom vorbeiziehen und freuen uns über das Sessionsmotto „Et Hätz schleiht em Veedel“, dem schönen Wagen mit einem stolzen Dom aus lauter goldenen Heinzelmännchen und einer Landkarte, auf der alle Kölner Veedel eingezeichnet sind, gefolgt vom mächtigen roten Doppeldeckerbus, von dessen Oberdeck die wohl berühmteste Kölner Band mit Musik und Kamelle das Karnevalsvolk begrüßt „50 Jahre Bläck Fööss“.

Nach einer Parade von „Holzköpp“, die die Welt anzünden, ahnen wir schon, dass weitere politische Motivwagen folgen, zumal einige Beben der vergangenen Monate reichlich Inspiration hergaben. Ein Präsident mit orangener Haartolle begegnet uns als fies grinsender Clown „Es“, ein zweiter steht in Siegerpose mit Streichholz hinter dem Ohr auf abgebranntem Regenwald, eine Reihe verkohlter Sambatänzerinnen hinter sich herziehend und ein dritter als Skelett mit orangenem Schopf am Rednerpult „Brexit“ vor einer Gruppe von Skeletten. Schön bissig auch der nach zwei Würsten namens „Hetze“ und „Hass“ lechzende Dackel, ein Ehrenvorsitzender und ein Ministerpräsident für einen Tag auf ihm reitend, im Schlepptau hat er ein kippendes Grundgesetz und die Frage „Wat bliev dann hück noch ston?“

„Straße verstopp, Bröcke kapott“. Wie kommt man nun „vun Düx noh Kölle“? Nun, da hat sich eine Gruppe aus den Schull- und Veedelszöch den Originalitätspreis verdient. Gondeln sind die Lösung, jede für sich fein gestaltet und bemalt. Die kann man sich über die Schultern hängen oder auf Räder stellen und loslaufen, zum Beispiel über die Hohenzollernbrücke. Da braucht man weder Pferde noch stinkende Motoren und steht niemals im Stau. „Kölle for Future“. In diesem Sinne schauen wir langsam auf das grande Finale, Ehrengarde, Fanfaren- und Trommelgruppen, Tanzpaare, bei denen der Mann die Frau hoch auf die Schulter hievt, Bauer Frank, Jungfrau Griet, Prinzengarde und schließlich Prinz Christian II. hoch oben auf prunkvollem Wagen. Ach ja, noch ein Bonbon ganz zum Schluss, das Sessionsmotto für 2021: „Nur zesamme sin mer Fastelovend“.

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Hanak Top Jeck 2020 am Tanzbrunnen

Seit elf Jahren gibt es diese Band um den Sänger und Songwriter Micha Hirsch. Auch in diesem Jahr waren sie an Weiberfastnacht auf der Radio Köln Bühne am Tanzbbrunnen wieder mit dabei. Und sie hatten sogar einen ganz besonderen Erfolg zu feiern: die Hörer von Radio Köln hatten ihren Sessionssong „Veedel“ zum Top Jeck 2020 gewählt.

Außer ihrem Veedel hatten sie „Mir stonn Kopp“ und „Wenn de Sunn objeit“ im Gepäck und natürlich ihren berühmten „Haifischzahn“ für ein kleines Lachen und großes Mitsingen. Gratulation an diese feine Band. Mal reinhören?
Wenn de Sunn objeit I
Wenn de Sunn objeit II
Mir stonn Kopp
Haifischzahn
Veedel

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Leslie Sternenfeld in Münster

Fast wären wir vorbei gelaufen am „kleinen Bühnenboden“ in Münster, denn der liegt versteckt hinter einem Durchgang und davor auf der dunklen Straße ein Plakataufsteller: Sonnenumstrahlter Leslie Sternenfeld und sein Programm „Das liegt alles am Wetter, mein Sonnenschein. Heiter bis windiges Musikkabarett“. Hört sich gut an und wird getoppt von der facettenreichen Vorstellung des quirligen kleinen Mannes mit grünem Knopfhemd. „Schon schön…“, wie er sich gleich beim ersten Ton in unsere Herzen schleicht, uns mit Floskeln wie „Frisch heute…“ und „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte…“ über uns selbst lachen und mit Carells Sommerhit aus den 70ern mitsingen lässt. Lachflash, wenn Leslie die prächtig glänzende Werbespotmähne auf unbehaartem Haupt in die Luft wirft und schüttelt. Aber auch Mucksmäuschenstille, wenn seine „Geliebte“ wie eine schillernd bunte Fee über dem Regenbogen schwebt.

Die zwei Stunden waren Unterhaltung vom Allerallerfeinsten.
„Der kleine Bühnenboden“ in Münster am 14. Februar 2020

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Lebensmenschen

Sicherlich haben die Kuratoren sich was dabei gedacht, als sie das 1901/02 entstandene Bild „Helene im spanischen Kostüm“ gleich am Anfang der Ausstellung „Lebensmenschen. Alexey Jawlensky und Marianne Werefkin“ im Kunsthaus des Lenbachhauses platzierten. Helene war 16 Jahre alt, sechs Jahre zuvor mit der russischen Malerin Marianne von Werefkin als deren Dienstmädchen nach München gekommen und, als das Bild entstand, schwanger. Mit dabei war Alexey von Jawlensky, Mariannes Malschüler und wohl auch Geliebter, sie um die vierzig, er vier Jahre jünger.

Sie wohnten zusammen in einer geräumigen Wohnung in der Giselastraße, die sie sich aufgrund von Mariannes großzügiger Rente aus Russland leisten konnten. Nach München gekommen waren sie, weil sich hier angesagte Künstler trafen, austauschten und miteinander feierten, auch in Mariannes Salon, denn sie und Jawlensky gehörten schon bald dazu. In der Giselastraße begegneten sie dem ausdrucksstarken Tänzer Alexander Sacharoff, den beide malten, sowie Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, einem Künstlerpaar, mit dem zusammen sie im Sommer 1908 in Murnau am Staffelsee zur farbstarken expressiven Malweise fanden. Gabriele Münters Bild „Jawlensky und Werefkin“ entstand in diesem Murnauer Kunstsommer, dem Ausstellungen und Publikation der Künstlergruppe „Der blaue Reiter“ folgten.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 brachte eine Wende in die hoffnungsvolle Laufbahn vieler Expressionisten. Einige blieben auf dem Schlachtfeld, wie Franz Marc und August Macke, andere hörten auf zu malen oder emigrierten. Werefkin und Jawlensky, inzwischen zu viert, mussten München verlassen, zogen nach Wegfall von Werefkins Rente mit knappen finanziellen Mitteln in die Schweiz, arbeiteten in Ascona weiter und zählen heute zur Avantgarde des Expressionismus, deren beeindruckendes Werk die Besucher der Ausstellung in München und danach in Wiesbaden facettenreich erleben dürfen. In der Architektur des schlauchartigen Raumes im Kunstbau erscheint die Galerie von Jawlenskys Köpfen schier endlos bis hin zu den abstrakt mystischen Gesichtern und wegen rheumatischer Erkrankung mühsam entstandenen letzten Werke.

Das Jahr 1921 brachte nach fast 30 Jahren Zusammenleben und -arbeit die Trennung des Paares, geschuldet wohl auch den Verwicklungen mit Helene, dem Kind und Jawlensky, der nämlich der Vater war. Jawlensky ging nach Wiesbaden und heiratete Helene. Marianne blieb bis zu ihrem Lebensende in Ascona und schuf Bilder, die mich betroffen machen, weil ich beim Betrachten ihren Schmerz und ihre Einsamkeit fühle und mir gleichzeitig angesichts der Ausdrucksstärke der Atem stockt, wie beim im Jahr der Trennung entstandenen Bild „Der KreuzwegII“.

Kunstbau beim Lenbachhaus in München am 1. Februar 2020

Kandinsky und Münter im Lenbachhaus

Gabriele Münter im Ludwig

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