„Ein Lied in Gottes Ohr“

Wird hier die Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ neu interpretiert? Das fragte ich mich, als ich die Informationen las. Schon allein das war ein Grund, „Ein Lied in Gottes Ohr“ anzusehen, und zwar am vergangenen Sonntag im Retrokino „Roxy“ im Dortmunder Norden. Regisseur und Drehbuchautor Fabrice Éboué spielt selbst den Musikproduzenten Nicolas, der unbedingt einen Hit produzieren muss, um seinen Job zu behalten. Zusammen mit Assistentin Sabrina entwickelt er eine Idee jenseits von PopTamtam, HerzSchmerz und JammerRap. Nach dem Motto „Treffen sich ein Christ, ein Jude und ein Moslem“ inszeniert er die Band „Koexister“ mit dem schrägen Imam Moncef, dem depressiven Rabbiner Samuel und dem ständig lächelnden Priester Benoit. Schnell ist ein Song kreiert, der ein Chartstürmer werden soll.

Wenn diese drei Vertreter ihrer Religionen jedoch zusammen einen Hit landen sollen, kommen urkomische Situationen dabei heraus, zum Beispiel wie Rabbi Samuel auf der Bühne zur ausgeflippten Rampensau wird, Sabrina den katholischen Priester vorführt und eine Burkafrau auf die Frage, ob’s hier zum Maskenball gehe, antwortet: „Ich wohne hier, du Blödmann“. Alle kriegen ihr Fett ab in dieser witzigen Komödie. Wie schön, wenn sich religiöse Vorbehalte in herzlichem Lachen auflösen.

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Lippefähre „Lupia“

Die Stadt Hamm liegt an der Lippe und seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, diesen Fluss auf der Lippefähre „Lupia“ zu überqueren. Um diese Attraktion zu erreichen, fahren wir vom Hammer Norden aus mit dem Fahrrad entlang des Kanals in östliche Richtung, zunächst bis zum Kurhausgarten, an diesem Sonntag Start und Ziel der Radfahrer, die beim Sattelfest die autofreie Tour von Hamm nach Soest und zurück machen. Eine gute halbe Stunde Freddy Pieper beim Musikpavillon zuschauen und -hören und weiter den Weg am Kanal und dann durch die Lippeaue direkt zur Anlegestelle der „Lupia“. Die kommt gerade aus der Gegenrichtung zuück. Fahrräder draufschieben, Tor schließen, sich selbst mit der Kette über das Gewässer ziehen und beim Schloss Oberwerries ankommen. Für die Rückfahrt wählen wir den Radweg nördlich der Gewässer.

Track der kleinen Radtour: Vom Hammer Norden zur Lupia

Freddy Pieper im Kurhausgarten

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„Auf der Suche nach Ingmar Bergmann“

Margarethe von Trotta befindet sich am felsigen Strand, schaut auf die Brandung und erzählt, während das Bild allmählich in eine Filmszene übergeht. Regisseurin Trotta erklärt. Strand in der Totalen, dunkle Wolken, schwarzer Vogel. Gesicht in Nahaufnahme, Max von Sydow schlafend zwischen Steinen. Schachfiguren überblendet von Brandungswellen. Ein Bild, wie ich es von Ingmar Bergmann kenne.

Mit diesem fulminanten Intro beginnt von Trottas Dokumentation. Ich sitze im schönen rotgepolsterten Sessel des alten Weisshaus Kinos in Köln Sülz und folge der Regisseurin „Auf der Suche nach Ingmar Bergmann“. Im Paris der Sechziger „Das siebente Siegel“, Gespräche mit Filmemachern, Bergmanns Schauspielern, allen voran die unvergleichliche Liv Ullmann, Menschen aus seinem Leben und mit seinen Kindern. Dazwischen immer wieder persönliche Erinnerungen von Trotta und Szenen aus Filmen des Meisters. Schließlich Abschied und Tod auf der kleinen Insel Farö.

Was ich mitnehme aus diesem Film? Das Bild eines filmschaffenden Genius, unglaublich nah bei seinen Schauspielern, der den Mut hatte, spektakulär Tabus zu brechen und großartige Werke geschaffen hat. Und Ingmar Bergmann der Zerrissene zwischen abgrundtiefer Einsamkeit, Suche nach seiner Kindheit, dem Sinn des Lebens und nach Gott, ein Mensch mit Angst, Unsicherheit und Liebe, beharrlich seine künstlerischen Ziele verfolgend.

Am 14. Juli 2018 wäre Ingmar Bergmann 100 Jahre alt geworden.

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Kulturkirche in Köln-Nippes

Auf dem Gängelchen durch Köln-Nippes stehe ich plötzlich vor dieser evangelischen Kirche, in der über die kirchlichen Veranstaltungen hinaus ein ausgewähltes Kulturprogramm angeboten wird. Hier habe ich eine Solidaritätsveranstaltung der LitCologne 2010 für Liao Yiwu erlebt. Der chinesische Autor sollte eigentlich aus seinem Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“ lesen, durfte jedoch nicht ausreisen. Ich erinnere mich an eine Lesung in der besonderen Atmosphäre dieses Kirchenraum, moderiert von Roger Willemsen:

„Ich habe getan, was ich konnte…“

Liao Yiwu durfte übrigens im selben Jahr zur Frankfurter Buchmesse ausreisen, hier am 8. Oktober 2010 (letztes Bild unten rechts):
Frankfurter Buchmesse 2010

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Die Eigelsteintorburg

Schon zu Römerzeiten führte eine Straße vom Norden in die Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Heute heißt sie Neusser Straße und führt über den Ebertplatz zum Eigelsteintor, erbaut im Mittelalter als Teil der Kölner Stadtmauer, auch Eigelsteintorburg genannt. Ich gehe hindurch und befinde mich auf dem Eigelstein. Sehr freakig da, große und kleine Läden, deutscher und türkischer Supermarkt, Gasthäuser. Eins davon ist das Brauhaus „Em Kölsche Boor“, benannt nach der Reliefskulptur auf der Südseite des Durchgangs. Ein Kölner Bauer in mittelalterlicher Kleidung mit Dreschflegel und Sense, darunter die Inschrift: „Halt fass do kölscher Boor, bliev beim Rich, et fall sös ov sor“ („Halt fest, du kölscher Bauer, bleib beim Reich, es fällt süß oder sauer“). Dieser „Kölsche Boor“ ist wohl der Vorläufer des traditionellen Kölner Bauern, zur Karnevalszeit Mitregent im Kölner Dreigestirn, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau.

Meine kleine Eigelsteintour 2014
„Hanak“ beim Straßenfest am Eigelstein 2017
Das Severinstor
Besuch beim Kölner Künstler Siegfried Glos „Das alte Köln“

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Radtour zur Geinegge-Quelle

Die Geinegge fließt durch den Hammer Stadtteil Bockum-Hövel und mündet über den Radbodsee in die Lippe. Wir wollen uns mal anschauen, woher dieses Flüsschen eigentlich kommt und nehmen uns heute die Quelle zum Ziel. Vom Hammer Norden aus erreichen wir es über Kornmersch, Bockumer Weg und Römerstraße, zu der es einige Kilometer parallel verläuft. Vorbei an Schloss Ermelinghoff und dem Bahnhof Bockum-Hövel fahren entlang der Bahnlinie den Klostermühlenweg und dann durch die Felder bis zur Barsener Straße. Im Ortsteil Barsen liegt nämlich die Quelle, schwer zu finden und nicht einfach mit dem Fahrrad zu erreichen. Ziemlich unwegsam der Weg am Feldrand, aber an den Wegemarken des Sauerländischen Gebirgsvereins können wir uns orientieren. Am Ziel angekommen, sind wir mehr als positiv überrascht, nicht nur über das Informationsschild, 86 m über NN.

Die Quelle befindet sich unter Bäumen in schöner Umgebung. Sie ergießt sich in ein rundes gemauertes Bassin, umgeben von einer Picknickgruppe mit Tisch und zwei Bänken, die zum Verweilen unter Bäumen einladen, alles schön gestaltet. Zurück wählen wir den Weg über Oberholsen Richtung Lippe und Kanal, über den Mitteldamm, vorbei am Haldenzeichen auf Schacht Franz und über die neue Brücke zur Kornmersch im Hammer Norden.

Track:

Radtour zur Geinegge-Quelle

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Radtour von Hamm nach Kamen

Wir beginnen in der Kornmersch, fahren den Damm rund um den Nienbrügger Berg, überqueren die Radbodstraße und radeln einige Kilometer weiter auf dem Mitteldamm, rechts der Radbodsee, dann die Lippe und Nebenarme, bis zum kleinen See am Tibaum. Dort überqueren wir die Straße und fahren weiter bis Rünthe, wo wir die Brücke über den Kanal passieren und auf der Südseite ankommen.

Wir durchqueren die Orte Rünthe und Overberge und fahren entlang einer stillgelegten Bahntrasse bis auf den Kamener Marktplatz, wo wir einkehren. Zurück geht’s gemütlich entlang dem kleinen Flüsschen Seseke über Heeren, Werve, Nordbögge, Bönen nach Hamm. In Weetfeld, Selmigerheide, Lohauserholz fahren wir zum größten Teil entlang der Bahnlinie nach Weetfeld, Selmigerheide, Lohauserholz, wo wir in der Oberonstraße den Hoppegarden links liegen lassen. Nach der Bahnbrücke über die Wilhelmstraße erreichen wir den am Westausgang des Hammer Bahnhofs und nehmen den gewohnten Weg an Bahnlinie und Nordenfriedhof bis zum Garten im Hammer Norden.

Track zur Tour:
Radtour von Hamm nach Kamen

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Radtour von Soest nach Hamm

Unsere Radtour von Soest nach Hamm beginnt mit einer Eurobahnfahrt von Hamm nach Soest. Über eine bequeme Rampe in Serpentinen verlassen wir den Soester Bahnhof und dann das Städtchen in nördliche Richtung. Durch die Felder geht’s über Brockhausen westlich an Östinghausen vorbei. Auf dem Kirchplatz in Hultrop halten wir kurz an, bewundern den Hahn auf der Turmspitze, fahren weiter Richtung Lippborg und stehen plötzlich am Museumsbahnhof Lippborg-Heintrop. Ein schön hergerichteter Bahnsteig mit Bank, zwei alte Waggons auf dem Gleis und eine alte Bahnhofshalle erzählen von vergangenen Zeiten. Hier endet eine alte Bahnstrecke, auf der seinerzeit hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte transportiert wurden. Inzwischen wird sie nur noch einmal im Jahr vom Museumsverein genutzt für eine historische Fahrt von Hamm-Uentrop nach Lippborg-Heintrop.

Unsere Fahrt geht weiter einige Kilometer entlang des Naturschutzgebietes Lippeaue zum Kanal. Unter der A2 gibt’s wieder ein Päuschen, bevor es weiter geht entlang des Datteln-Hamm-Kanals nach Hamm-Werries. An der Schleuse überqueren wir die Lippestraße und fahren über den Mitteldamm, wo wir links den Kanal und rechts zunächst einige Windungen der Lippe, dann die Lippeaue mit Aussichtsturm haben. Über Fährstraße, den Damm südlich vom Flugplatz und Lippeauenradweg westlich der Münsterstraße geht’s zügig zum Hammer Norden zu Café und Kuchen im Hammer Garten.

Track der Tour:
Radtour von Soest nach Hamm

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Hafenrundfahrt in Köln

Unsere große Kölner Hafenrundfahrt beginnt nördlich der Hohenzollernbrücke unterhalb des Musical Doms an der Anlegestelle 10 und führt zunächst in südliche Richtung entlang der Rheinpromenade. Wir unterqueren die Deutzer Brücke und erreichen in Höhe der Südstadt die Halbinsel mit dem Schokoladenmuseum an der Spitze. Hier ist die Einfahrt zum Hafenbecken des Rheinauhafens. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Siebziger wurden Waren umgeschlagen, inzwischen legen nur noch kleine Boote dort an. Der übrige Bereich wurde städtebaulich umgewidmet für Wohnen, Büronutzung, Gastronomie, Galerie und Dienstleistung, wobei darauf geachtet wurde, alte Gebäude zu erhalten. So stehen die drei Kranhäuser in Nachbarschaft zum fein restaurierten historischen Hafenamt.

Wir fahren weiter in südliche Richtung und wenden vor der Eisenbahnbrücke, wo auch noch alte Kräne an vergangene Nutzungen erinnern. Auf der Fahrt dann Richtung Dom haben wir rechtsrheinisch direkt gegenüber dem Rheinauhafen den Deutzer Hafen mit dem Logo des Mühlenbetriebes Aurora, bisher wichtigster Nutzer der Anlage. Dessen Kölner Tage sind jedoch gezählt. Das Unternehmen verlässt die Stadt. So geht auch für das Deutzer Hafengelände die Ära des intensiven Warenumschlags zu Ende. Neue Perspektiven sind bereits in der Planung, eine Entwicklung in Richtung „Moderne Stadt“ mit verschiedenen Nutzungsbereichen wie Wohnen, Arbeiten, und Freizeit wird diskutiert. Zügig fahren wir nun rheinabwärts, unterqueren Severins-, Deutzer-, Hohenzollern- und Zoobrücke und nähern uns der Mülheimer Brücke.

Die Einfahrt zum Mülheimer Hafenbecken ist breit genug, so dass wir unter der Katzenbuckelbrücke hindurch mit dem Schiff hineinfahren können. Ziemlich ruhig hier. Links oben liegt ein kleines Schiff, das ziemlich alt aussieht. Zu früheren Zeiten Industriehafen mit Güterumschlag, wird der Mülheimer Hafen inzwischen als Reparatur- und Schutzhafen benutzt. Hier können Schiffe bei Hochwasser, Sturm oder für Auszeiten anlegen und auf bessere Bedingungen warten. Auch die Flächen dieses Hafens werden nach und nach zu neuen Nutzungen entwickelt. Wohnbebauung, Gastronomie und Wiederbelebung der historischen Backsteinhallen sind denkbar. Naherholung gibt es ja schon rheinseits des Katzenbuckels, von wo man bis zum Rheinpark und Hohenzollernbrücke wandern und Fahrad fahren kann.

Letzte Station der großen Hafenrundfahrt ist der Niehler Hafen, in den problemlos größere Schiffe einfahren können, wir also auch. Wie in Mülheim, unterqueren wir auch hier eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Dann fahren wir in eins der vier Hafenbecken ein. Hier ist richtig viel los. Container in verschiedenen Größen werden in langen Reihen gelagert. Silos, Lagerhallen und Kräne, die Waren umladen sowie Schiffe be- und entladen zeugen von regem Hafenbetrieb. Zudem gibt es eine Verladestation für die Fahrzeuge der Kölner Fordwerke und den Anschluss an das Schienennetz der Deutschen Bahn. Rheinaufwärts geht es einige Kilometer zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour. Insgesamt fließt der Rhein 41 Kilometer durch Kölner Gebiet. Und wo beginnt Köln? Da, wo man den Dom sieht.

Im Historischen Archiv der Stadt Köln gibt’s zurzeit eine Ausstellung:

einFLUSSreich. Köln und seine Häfen

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Bryan Adams in der Lanxess Arena

„Hello Cologne, my name is Bryan“, sagt der zierliche Mann, fein frisiert, Seitenscheitel links, schwarze Jacke, weißer Kragen, große Gitarre, hochmotivierte Band. Das Volk tobt, mitgerissen vom rockigen Opener „Ultimate Love“ mit Bühnenbildscreen in Orange. „LOVE“. Alles da aus mehreren Jahrzehnten erfolgreichen Musikschaffens dieses Ausnahmekünstlers aus Kanada, zum Erinnern, Mitsingen und Tanzen. „Summer of 69“. Bryan Adams, frisch, als wäre die Zeit an ihm vorbeigegangen. „All for Love“ mit tausend und abertausend Lichtern in der Kölner Arena. Berührend der Gedanke an seine Eltern, die schon in ganz frühen Jahren mit der Anschaffung eines Pianos seine musikalischen Ambitionen unterstützt haben. „Straight From The Heart“ zum Abschluss, seinem zwei Tage zuvor gestorbenen Vater gewidmet.

Videos vom 22. Juni 2018 in der Kölner Lanxess Arena:

Straight from the Heart
I do it for you

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