„Rocketman“ im Odeon

Treppe zum Kino 1 im Südstadtkino „Odeon“

„Das fängt ja gut an“, dachte ich, als der Protagonist nach fulminantem Intro im orange schillernden Kostüm mit Hörnern und Flügeln durch einen langen Lichtgang heranschwebt, in einer Encountergruppe landet und den Teilnehmern im Sitzkreis von seinen Macken erzählt. Plattitüde von schlimmer Kindheit, abwesendem Vater, weicher Mutter? Meine Bedenken lösen sich auf. Bereits in der Kindheit beginnt die beispiellose Karriere von Reginald Kenneth Dwight, der sich später Elton John nennt.

Inspiriert durch Texte des Lyrikers Bernie Taupin komponiert er all die schönen Songs, einschließlich „Rocketman“, die mich nun durch den Film begleiten. Der Mensch Elton John wird lebendig, seine Erfolge, beginnend im „Troubadour“ in L.A., wo der schüchterne Künstler nach Anschiss des Veranstalters mit „Crocodile Rock“ regelrecht explodiert und das Publikum in surreale Welten katapultiert. Ein aufregendes Leben als Popstar mit Auftritten in spektakulären Outfits mit außergewöhnlichsten Brillen, Sex, Alkohol, Drogen und Abstürzen. Drama also? Nein, der Regisseur Dexter Fletcher bringt mit Hauptdarsteller Taron Egerton ein äußerst unterhaltsames Musical auf die Leinwand, das ich gerne noch ein paar Stunden länger geschaut hätte.

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Mit dem Leihrad durch Köln

Vor der Wahl, vom Motel One im Kölner Mediapark zum Wallraf Richartz Museum zu kommen, kann man durch die Kyotostraße Richtung Dom und dann in die Altstadt laufen. Bei strahlendem Wetter haben wir die Idee, doch mit dem Fahrrad zu fahren. Ein Standort für DB Leihräder ist direkt gegenüber. Fahrrad aussuchen, Sattel richten, für mich ist die Höhe 4 bequem, und los geht’s auf dem Hansaring Richtung Ebertplatz.

Dort wird es etwas stressig, obwohl der Fahrradweg bis dahin links vom Parkstreifen prima in roter Farbe gekennzeichnet ist. Was nützt das, wenn ein Auto trotzdem auf dem Fahrradstreifen parkt? Über den Theodor-Heuss-Ring fahren wir südlich vom Park bis zum Konrad-Adenauer-Ufer. Sehr stark befahren, Überqueren geht nur an der Ampel. Danach gelangen wir direkt an die Bastei, also an den Rhein. Auf der Promenade fahren wir ein Stück in Richtung Dom und machen erst mal ein sonniges Bankpäuschen. Jetzt sind es nur noch ein paar hundert Meter zum Ziel. In der Nähe vom Fischmarkt können wir die Dinger wieder abstellen und auschecken, gerade 29 Minuten d.h. je Fahrrad 1 Euro. Zum Museum ist es durch die Kölner Gassen über den Altermarkt nur noch ein Katzensprung.

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Hamm am Wasser – Borgstätte

„Historisch betrachtet ist die Lippeaue ein bedeutsamer Raum für die Stadtgeschichte. Der Bereich „Borgstätte“ ist eng mit der Gründungsgeschichte Hamms verbunden. Auch dieser Umstand wird nicht gepflegt und die Bedeutung dieses Raumes zur Stadtgeschichte ist der Bevölkerung weitgehend unbekannt.“ (Projektpapier „Erlebensraum Lippeaue“ vom 1.12.1016 -S. 15)

„Im Bereich „Borgstätte“ werden archäologische Untersuchungen zum Bodendenkmal Burgstätte Nienbrügge in Zusammenarbeit mit Schulen o.ä., betreut durch einen Archäologen durchgeführt. Bei entsprechend gesicherten Befunden werden diese dauerhaft konserviert und im Sinne eines Lehrpfades aufgearbeitet. Publikationsfähige Ergebnisse werden entsprechend aufgearbeitet. Die Errichtung einer Motte dient als Dauerausstellung und Informationszentrum zur Stadtgeschichte und zur Archäologie.“ (Projektpapier „Erlebensraum Lippeaue“ vom 1.12.1016 – S. 62)

Die Dokumentation zum Förderantrag „Erlebensraum Lippeaue“ ist inzwischen Projekt. Erste Maßnahmen zur Umsetzung wurden bereits begonnen, so wurden im Bereich Borgstätte. Grabungen durchgeführt, deren Ergebnisse wohl demnächst entsprechend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem ist hier eine Lippeschleife geplant, die den Flusslauf um 800 Meter verlängert.

Ausgrabung bei der Burg Nienbrügge
Hamm am Wasser – Schweinemersch

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Hamm am Wasser – Schweinemersch

Lippewasser fließt in die neue Schleife

Hafenstraße im Hintergrund

Das Projekt „Erlebensraum Lippeaue“ soll den Fluss, an dessen Ufern die Stadt Hamm liegt, renaturieren und der Bevölkerung zugänglich machen. Erste Arbeiten sind im Gange und am Fuß- und Radweg zwischen Münsterstraße und Eisenbahnlinie bereits sichtbar. „Im Bereich Schweinemersch wird der Lippeverband die Aue wieder an die Lippe anbinden, zum Beispiel durch das Wiederanlegen eines alten Flutarmes als Flutmulde und eines Auenwaldes“, heißt es in der Broschüre des Lippeverbandes herausgegeben vom Umweltamt Hamm. Die Schweinemersch ist eine von sieben Projektgebieten. Es folgen in westlicher Richtung (Radbodstraße) der Nienbrügger Berg, Borgstätte und Lippeschlinge, in östlicher (Fährstraße) Auenstrand, Lippestrand und Kentroper Bosmar. Im Bereich Borgstätte haben archäologische Funde ergeben, dass sich hier die älteste Ansiedlung der Stadt Hamm befand, die Burg Nienbrügge.

Ausgrabung bei der Burg Nienbrügge

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Museum im Park

Das Lembruck-Museum liegt im Stadtzentrum von Duisburg nur ein paar Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt. Es ist umgeben von einem schönen Park mit Skulpturen, Plastiken und Installationen von verschiedenen Künstlern, während die Werke von Wilhelm Lembruck im Museum präsentiert werden, wie auch die aktuelle Sonderausstellung.
Schönheit. Lembruck. Rodin

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Schönheit. Lembruck. Rodin

Sollte ich Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) kennen? Seit meinem Besuch im Lembruck-Museum frage ich mich: Warum erst jetzt? In Duisburg wurde in Bahnhofsnähe eigens ein schöner Mueumsbau errichtet, in dem die Werke dieses großen Sohnes der Stadt angemessen präsentiert werden, größtenteils Skulpturen, aber auch Arbeiten auf Papier und Leinwand.

Zu Wilhelm Lehmbrucks 100. Todestag gibt es nun eine Sonderausstellung „Schönheit. Lehmbruck & Rodin – Meister der Moderne“. August Rodin? Nun, „Der Denker“ ist mir in Nachbildungen doch schon an verschiedenen Orten begegnet und in dieser Ausstellung ist er auch dabei. Dieser kräftige muskulöse Mann mit schwer aufgestütztem Kopf steht Lehmbrucks „Sitzendem Jüngling“ gegenüber, auch er ein Sinnender.

Und was hat es mit der Schönheit auf sich?, frage ich mich während des Rundgangs durch die Ausstellung. Die Antwort bekomme ich durch Betrachtung der wunderbaren Skulpturen und durch Wandtexte. Schönheit ist das Wahre, das innere Erleben, das die Werke beider Künstler rüberbringen, besonders eins der letzten von Wilhelm Lehmbruck. „Der Gestürzte“ von 1915 lässt mich innehalten in respektvoller Bewunderung.

Museum im Park

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70 Jahre Grundgesetz

Davon konnten die Protagonisten der 48-er Revolution nur träumen, eine Verfassung für ganz Deutschland, die all das garantiert, worum sie gekämpft haben, zum Teil mit bitteren Verlusten von Freiheit, Heimat und Leben. Am 23. Mai 1949 wurde nach intensiver, zum Teil kontroverser Vorarbeit das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ vom parlamentarischen Rat in Bonn verkündet. Leider müssen viele Menschen in diktatorisch regierten Ländern den Traum der Achtundvierziger noch heute träumen.

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Veganalina Café auf der Hammer Meile

„Vegan. Für die Menschen. Für die Tiere. Für den Planeten.“ Mit diesen Worten begrüßt Alina Rüter die Besucher der Homepage zu ihrem Café. Eine kleine vegane Welt ein paar Schritte von der Pauluskirche entfernt mitten in der Hammer City. Im Veganalina Café gibt es richtig leckere hausgemachte Kuchen und Torten, Burger, Wraps und Sandwiches, täglich wechselnde Mittagsgerichte, Brunchbuffets und Arrangements für kleine Gruppen in gemütlicher Atmosphäre, ob drinnen oder draußen.

Alina selbst nennt es „einmaliges Café“, das ist es wirklich, schon allein das schöne Retrogeschirr aus Beständen von alten Sammeltassen zusammengestellt. Und das Schöne ist: Ob Kuchen, Sahnetorten, Snacks, kleine Gerichte, alle Speisen sind vegan. Ja, das Veganalina Café ist etwas Besonderes. Wer mal in der Hammer City unterwegs ist, sollte unbedingt bei Alina in der Südstraße einkehren. Vom Bahnhof ist es nur ein paar Minuten zu laufen.

Renates Veganblog

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Schwalbental am Hohen Meißner

Der Hohe Meißner ist ein plateauartiges Bergmassiv in der Nähe von Eschwege und Hessisch Lichtenau. Ein beliebter Aussichtspunkt ist das Schwalbenthal in 612 m Höhe. Von hier oben hat man einen gigantischen Blick über die Dörfer Vockerode und Abterode hinweg bis zum Werratalsee und den Leuchtbergen von Eschwege. Ich war schon sehr oft hier oben und jedes Mal sieht das Panorama ein wenig anders aus. Selbst im Dunst ist es schön.

An dieser Stelle beginnt ein Wanderweg, genannt Knappenpfad. Schon der Name erinnert daran, dass in dieser Gegend einmal Kohle abgebaut wurde. Es existierte sogar ein ganzes Dorf mit allem Drum und Dran. Ein Erdrutsch beendete die Bergbauidylle am Meißner. Auf dem Knappenpfad kann man einige Spuren des ehemaligen Bergbaus verfolgen.

Knappenpfad und Frau Holle Teich
Zwei Wanderungen auf dem Hohen Meißner
Herbstwanderung im Holleland
Hoher Meißner und Eschwege

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Frankfurt am 18. Mai 1848

Ludwig von Elliott: Sitzung der Nationalversammlung im Juni 1848 – gemeinfrei bei Wikipedia

Am 18. Mai 1848 tritt in der Frankfurter Paulskirche nach langer mühevoller Vorarbeit einiger engagierter und fähiger Politiker die deutsche Nationalversammlung zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Diese Versammlung ist das erste demokratisch gewählte Parlament in Deutschland mit dem Ziel, eine Verfassung für ganz Deutschland zu erarbeiten. Theodor Althaus war als Korrespondent der „Bremer Zeitung“ dabei. Hier ein Auszug aus der Biografie: „Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschland“:

Unerwartet flatterte plötzlich wieder ein Angebot in die elterliche Wohnstube. Wieder kam es aus Bremen, doch diesmal war es die Bremer Zeitung, die nach ihm verlangte. Der leitende Redakteur Karl Theodor Andree machte Althaus den Vorschlag, für die Bremer Zeitung über die Frankfurter Nationalversammlung zu berichten. Da gab es nichts zu überlegen. Auf nach Frankfurt!

Gemälde Germania, zugeschrieben oft Philipp Veit – gemeinfrei bei Wikipedia

Welche Gefühle und Gedanken mussten ihn bewegt haben, als er in der Stadt ankam, in der seit Wochen die politische Musik spielte, gerade rechtzeitig, um am 18. Mai 1848 dabei zu sein, als 400 Abgeordnete der verfassunggebenden Nationalversammlung bei Kirchengeläute und Kanonendonner, umsäumt von schwarz-rot-goldenen Fahnen, Girlanden und Parolen, zwischen dem Jubelspalier von Tausenden vom Kaisersaal zur Paulskirche zogen? Und was mag in ihm vorgegangen sein, als er seine Mitstreiter aus Leipzig, Robert Blum, Georg Günther, Moritz Hartmann und Arnold Ruge in der Menge der Gewählten entdeckte? Er war einer der vielen Zuschauer auf der Tribüne des eigens für den Zweck umgestalteten runden Kirchenraumes, mit deutschen Farben geschmückt und dem Bild der Germania hoch oben thronend über Sitzreihen, Podium und Galerie.

Eduard von Heuss: Heinrich von Gagern, 1848 – bei Wikipedia

Trotz wilder Debatten einigte man sich in dieser ersten Versammlung auf den vorübergehenden Alterspräsidenten Lang aus Hannover und auf den Termin für die nächste Sitzung des Parlamentes. Am 19. Mai 1848 wurde der neunundvierzigjährige Heinrich von Gagern mit überragender Mehrheit zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt. Als ehemaliger Burschenschaftler, Mitglied des Hallgartenkreises und seit der Märzrevolution Ministerpräsident von Hessen-Darmstadt genoss er Respekt und großes Vertrauen durch alle Gruppierungen. Man traute ihm zu, dieses schwierige Amt zu meistern. Weder fehlte es ihm an Fachkompetenz und Glaubwürdigkeit, noch an Selbstbewusstsein und persönlicher Ausstrahlung. Seine Antrittsrede mit dem Versprechen, eine Verfassung für Deutschland auf der Grundlage der Souveränität der Nation zu schaffen, wurde mit heftigem Beifall von Versammlung und Publikum aufgenommen. Am 31. Mai wurde Gagern mit einem Fackelzug vor dem Mumm’schen Haus geehrt. Darüber berichtete Korrespondent Althaus nach Bremen. Es gebe auch kritische Stimmen, doch sei es Gagerns Glaube und Hoffnung, dass man mit ihm schöne Zeiten erleben werde. Er sei ein Mann des Volks, las man am 5. Juni 1848 in der Bremer Zeitung.

Nach den Beobachtungen in den ersten zwei Wochen des Frankfurter Politgeschehens war dem Visionär aus der Detmolder Dichterstube mehr denn je klar geworden, wie verworren die politische Situation war und wie schwierig es werden würde, einen Konsens für ein deutsches Staatsgebilde zu finden. Gab es doch so viele verschiedene Bedürfnisse und Interessen, so viele unterschiedliche Auslegungen von Begriffen, so viele unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen. Ueberall Konfusion und Gegeneinanderzücken von Parteiungen und provinziellen Sonderinteressen, sah er in seinen Genrebildern aus Frankfurt, die am 7. Juni 1848 auf der Titelseite der Bremer Zeitung erschienen, Impressionen von sogenannten Klubversammlungen in der Sokrates-Loge, im Hof von Holland, Deutschen Haus und im Weidenbusch.

Wie es mit dem ersten deutschen Parlament weiterging:
Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschland

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