Ruhe gibt es nicht

BombentrichterDas sind die Lippewiesen in Hamm westlich der Bahnlinie und in unmittelbarer Nähe der Eisenbahnbrücke über Lippe und Kanal, des Hauptbahnhofs und der Industrieanlagen im Hammer Westen. Umgeben von niedrigen Sträuchern mit knallroten Hagebutten und idyllisch eingebettet zwischen Wiesen- und Sumpfpflanzen liegen kleine Gewässer, alles zusammen ein stilles Biotop. Doch diese Idylle hat eine Geschichte. Die kleinen Gewässer werden von den Bewohnern im Hammer Norden Bombentrichter genannt und erinnern an den zweiten Weltkrieg, als die Stadt Hamm Ziel zahlloser Luftangriffe war. Allein im Jahre 1944 wurde Hamm von 24 Bombenangriffen mit hunderten von Toten und nie wieder gutzumachenden Schäden an Brücken, Eisenbahn- und Industrieanlagen, Kirchen, öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern heimgesucht. Die Innenstadt lag in Schutt und Asche. Nur wer erinnert sich noch daran? Die meisten derer, die durch dieses sinnlose Kriegsgeschehen unfassbares Leid erfahren haben und darüber berichten können, sind inzwischen gestorben. Doch sie dürfen nicht vergessen werden mit ihren schlimmen Kriegstraumata und ihren Bemühungen, nach dem Krieg sich und ihren Kindern ein bewohnbares Umfeld zu schaffen. Sie selbst konnten und können niemals vergessen.

Hier ist die Geschichte von Käthe, die am 22. April 1944 beim Luftangriff auf den Hammer Bahnhof ihren Jupp verloren hat, und ihrer Nichte Verena, deren Vater als Soldat an die Ostfront transportiert wurde, als sie erst ein paar Monate alt war, und von dort nie mehr zurückkehrte:

Ruhe gibt es nicht

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90er back in Essen

NeonEssen03Es ging wieder richtig ab, als gestern Abend im Café Neon in Essen die Musiker um Moritz Steckenstein rockten und groovten, was das Zeug hielt. Ob Gesang, Keyboard, Gitarre oder Cajon, alle sechs hatten Spaß bei Soul, Jazz, Pop und Funk. Kein Wunder, dass das Publikum nicht nur lauschte, sondern mitgroovte und begeistert mitsang. Die Neunziger waren back und Textsicherheit garantiert. Ein schöner Abend in gemütlicher Atmosphäre bei Cocktail, Bier, Wein, Flammkuchen und feiner Livemusik. Es war übrigens nicht mein erster Montagabend im Café Neon am Salzmarkt in Essen und wird wohl nicht mein letzter sein.

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Frankfurt am 18. September 1848

Paulskirche06Was war eigentlich los in Frankfurt an diesem 18. September des Jahres 1848? Empörte Menschen stürmten zur Paulskirche, demonstrierten und bauten Barrikaden. Es gab Tote und Verletzte. Nun, seit vier Monaten tagte in der Paulskirche das erste vom deutschen Volke gewählte Parlament, die sogenannte Nationalversammlung, mit dem Ziel, eine Verfassung für ganz Deutschland zu erarbeiten. Immerhin hatte man schon seit Juni eine provisorische Regierung, genannt Zentralgewalt, mit Präsidenten und Ministerriege, war also in der Lage, Beschlüsse in politisches Handeln umzusetzen, und sei es nur, zu bestimmten Gegebenheiten ein Statement des Parlamentes abzugeben. Das heißt auch, die deutsche Nation gegenüber den anderen Staaten wie Russland, England und Frankreich zu vertreten. Im Zusammenhang mit den kriegerischen Auseinandersetzungen mit Dänemark um die staatliche Zugehörigkeit von Schleswig-Holstein hätte zum erstenmal die vereinte deutsche Nation gegenüber den Nachbarstaaten auftreten müssen. PaulskircheInnen01Jedoch wurde entgegen dem Votum der Nationalversammlung die Mission Waffenstillstand in Malmö von Preußen erledigt. Ein Großteil der Abgeordneten segnete dieses Vorgehen im Nachhinein sogar ab. Das fanden die demokratischen Kräfte im Parlament als groben Affront gegen das demokratische Bemühen und auch in der Bevölkerung rumorte es heftig. Die Menschen fühlten sich von ihren gewählten Vertretern verraten. In Frankfurt gingen sie auf die Straße und versuchten, die Paulskirche zu stürmen. Vermittlungsversuche einiger Abgeordnete um Robert Blum und Ludwig Simon mit den Ziel, ein militärisches Vorgehen zu verhindern, gingen bei den Vertretern der Zentralgewalt ins Leere. Stattdessen wurden preußische und österreichische Soldaten in die Stadt kommandiert, woraufhin die Situation auf den Straßen von Frankfurt erst richtig eskalierte. Barrikaden wurden errichtet und im Getümmel des Straßenkampfes die Abgeordneten Lichnowski und Auersberg ermordet, was zur Folge hatte, dass über die Stadt Frankfurt der Ausnahmezustand verhängt wurde. Mit militärischer Gewalt hebelte die Monarchie die demokratischen Kräfte aus und hatte die Fäden wieder voll in der Hand. Bilanz: Mehr als 80 Tote.

CoverAlthausZwei-Qindie-transparentDer Detmolder Pfarrerssohn Theodor Althaus verfolgte von Bremen aus die politischen Ereignisse mit großem Engagement für die demokratische Sache. Als leitender Redakteur der „Bremer Zeitung“ schrieb er täglich Leitartikel und hatte sich mit seinen kompromisslosen Statements für demokratische Strukturen in Deutschland bei den Bremer Bürgern schon arg in die Nesseln gesetzt. Lesen Sie im Blog zur Lebensgeschichte, wie sich das Geschehen in Frankfurt am 18. September 1848 aus seiner Sicht darstellt:

Auszug aus: Theodor Althaus – Revolutionär in Deutschland

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Agatha Christie

AgathaChristieTorquay Am 15. September 1890 wird Agatha Christie im englischen Seebad Torquay geboren. In ihrer Geburtsstadt erinnert eine Skulptur an der Promenade zu Hafen und Strand an die berühmte Krimiautorin.

r.i.p. Agatha Christie
15. September 1890 – 12. Januar 1976

Das Foto entstand auf einer Reise nach Südengland: Reise nach Cornwall

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„kein mensch ist illegal“

P1130236… aufgelesen in Hamburg in der Hafenstraße …

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Elfter September

201089_279144485532902_1215192718_oElfter September
(Renga)

Giganten auf Todeskurs
Vollstrecker aus dem Dunkel
Flammeninferno
Auf allen Bühnen der Welt
Kein Himmel lächelt
Und im geschundenen Land
Wird ein Kind ins Grab gelegt

©Renate Hupfeld 03/2002

Elfter September

Das Foto entstand auf einer Reise nach New York: New York 2003

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„Auf den Spuren von Jules Vernes“

Kaestchen„Das mechanische Corps“ ist der Titel einer Ausstellung, die von April bis Juli 2015 im dritten Stockwerk des Dortmunder U zu sehen war. Was sollte ich mir denn unter einem „mechanischen Corps“vorstellen? Der Untertitel „Auf den Spuren von Jules Vernes“weckte zumindest mein Interesse. Die Informationen des Veranstalters „Hartware MedienKunstVerein“ (HMKV) brachten Klarheit. „Schnaufende Dampfmaschinen, tickende Uhrwerke und feingliedrige Zahnradkonstruktionen, Kolben und Ventile, Kupfer, Nieten und Leder –“ und „die retrofuturistischen Welten des Steampunk ziehen derzeit Bastler und Romanciers, Nostalgiker und Utopisten, etablierte Künstler und ambitionierte Autodidakten gleichermaßen in ihren Bann.“, las ich und mir war klar, dass ich die faszinierende Welt des Steampunk auf den Spuren des großen Meisters aus dem 19. Jahrhundert erleben wollte. GameboyUnd da war in der großen Halle wohl wirklich keines im Reigen der von 40 Künstlern liebevoll gestalteten Objekte, in das ich mich nicht hineinspinnen wollte, wie hinter die halbgeöffnete Tür der dunkelrot schillernden Box, einem „Gift“ von Donna Ong, Blick in das Traumkästchen meiner Kindheit. Und da war der „Nautilus Gameboy“ von Wendy Esmeralda Castillo, mit dem ich angesichts der vom Künstler Atak wundervoll farbig gemalten Motive zu „Von der Erde zum Mond“ auf einem großen Wandbild retrofuturistisch an Bord des Projektils in einem stillen Eckchen dabei bin, das allerliebste kleine Gerät mit eingeschaltetem Display zum Lesen, Chatten und Surfen immer zur Hand, während die Wissenschaftler sich den Kopf zerbrechen, ob wir noch einmal um den Mond kreisen, um herauszufinden, wo und wie wir schließlich auf ihm landen können. WernherVonBraunOrbitUmgeben von Henrik Schrats schwarzen Motiven auf gleich drei weißen Wänden mit dem Titel „Im Orbit des Mars verläßt Wernher von Braun die Rakete (Und wird mit einem Pangalaktischen Donnergurgler begrüßt)“ Helmbeginnt meine Reise zum roten Planeten, auf dem Kopf den „Steamborg Helm“ von Alexander Schlesier – Steampunker, der ungeahnte Funktionen entfaltet und sogar in der Lage ist, mich mit der Zufuhr von Sauerstoff aus dem komatösen Zustand nach dem Genuss des Donnergurglers zu holen und in die pangalaktische Welt zurückzubringen. Selbstredend hat der intelligente Kopfschutz auf der Reise Fotos gemacht und auf der Festplatte gespeichert. Der junge Jules Vernes sitzt neben mir vor dem Spaceshuttle und tippt in sein fein gearbeitetes Tablet mit großem Display Notizen zum neuen Projekt.

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aylan am strand

rotes t-shirt
blaue kurze hose
dunkle Schuhe
mit klettverschluss
helle sohlen

neben dem kleinen körper
die kleinen arme
hände zum himmel
schwarze haare
durchnässt
zwischen der gischt
in der brandung
aylans gesicht
im nassen sand

aylan
nur drei Jahre
durfte er leben
bevor er
aus dem überfüllten boot
hinausgeschleudert wurde
in die hohen wellen
seinem vater
aus den händen entglitt
an den strand gespült wurde
dort liegen bleibt
mit dem gesicht
im nassen sand
für immer

r.i.p. aylan kurdi
aus kobane
drei jahre alt
auf der flucht
ertrunken im mittelmeer
am 2. september 2015

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Berlin im August

ReichstagWenn man am Freitag morgens um neun Uhr in Hamm in den ICE steigt und einen drei Stunden später vor dem Berliner Hauptbahnhof trotz angekündigten Regens die Sonne begrüßt, ist man sofort in Hauptstadtlaune. Die Frage „Wie werde ich meinen Trolley los?“ ist schnell beantwortet: S-Bahn bis Bellevue, zur Paulstraße laufen, im Motel One einchecken, Gepäck ins Zimmer bringen. Nach kurzem Päuschen wieder los zum Spaziergang entlang der Spree zum Touristenoffice im Hauptbahnhof, Berlincard für 48 Stunden, Tickets für die lange Nacht der Museen, noch ein paar Flyer mitnehmen und sich dann zum eigentlichen Anlass dieser Reise begeben, dem veganen Sommerfest auf dem Alexanderplatz. MusikFriedrichstrUBahnFahren oder laufen? Wir entscheiden uns für laufen, überqueren im Touristrom die Spree, machen ein Foto von unserem schönen Parlamentsgebäude, dem sogenannten Reichstag, und gehen Richtung Friedrichstraße, wo wir wieder überlegen können, ob wir in die U-Bahn steigen. Und auf dem Weg dahin hält es uns schon am Bundespresseamt, wo man Infostände, Tische, Stühle und einen roten Teppich vorbereitet hat und da fällt uns ein: Morgen ist ja Tag der offenen Tür in den Regierungseinrichtungen. Ach, ja. Jetzt meldet sich aber erst mal der Hungerast und wir streben zur U-Bahn-Station Friedrichstraße, bleiben aber doch oben, denn Musik liegt in der Luft, richtig gute. Schloss„Stay“, singt das Mädel und das machen wir auch. U-Bahn ist plötzlich gar kein Thema mehr. Nach einem kleinen Obolus in den Gitarrenbag gehen wir die Friedrichstraße entlang bis zu den Linden, wo wir ja auch immer über neue Panoramen staunen. Diesmal ist es der Rohbau des Berliner Schlosses mit Kuppel, kennen wir bisher nur vom Modell in der Humboldt-Box. Das vegane Sommerfest auf dem Alexanderplatz erreichen wir schließlich doch zu Fuß und stellen fest, dass sich gegenüber dem vergangenen Jahr nicht viel verändert hat außer, dass wir nach mehr als einem Jahr ohne Fleisch, Eier und Kuhmilch so gut wie über alle Facetten bestens informiert sind. VegSommerfestBeim Food Truck von Krawummel aus Münster holen wir uns Potatoe Wedges mit veganer Majo und Falafeltasche, setzen uns an einen der Tische und haben sogleich wieder eine Idee für den weiteren Verlauf dieses Samstags, die East Side Music Days. Zwei Tage lang gibt es entlang der East Side Galery in der Mühlenstraße ein Street Music Festival. Nach Cappuccino bei Starbucks am Fernsehturm fahren wir vom Bahnhof Alexanderplatz mit der S-Bahn bis zur Warschauer Straße. VeganzBei der Gelegenheit zieht es uns doch erst mal ein paar Minuten entfernt in den veganen Supermarkt Veganz mit seinen Goodies, wo wir uns Wraps zum Mitnehmen auf Vorrat holen. Wer weiß, wo wir wieder was bekommen gegen den Hungerast. Und da machen wir doch eine tolle Entdeckung. Eine Treppe höher ist jetzt nicht mehr Björn Moschinskis Mio Matto, sondern ein neues Restaurant, dessen Karte wir uns sogleich im Eingang neben dem Schild „Please take a seat“ in Ruhe anschauen. Angebot und Preise sind okay. Ja, morgen werden wir uns im „The Bowl“ zwei Plätzchen suchen. EastSideMusikJetzt aber zur Oberbaumbrücke und an der Spree entlang bummeln, wo schon an den verschiedenen Ecken Musik in der Luft liegt. Wir erleben eine Multikulti Szenerie wie sie an einem warmen Sommerabend schöner und friedlicher nicht sein könnte. Da verweilen wir doch gerne bei der einen oder anderen Band und erleben zwischen Spreeufer und bemalter Mauer bei untergehender Sonne Straßenmusik satt vom Feinsten.
Der nächste Tag in der Hauptstadt könnte hart werden. Tag der offenen Tür der Bundesregierung 2015 und abends lange Nacht der Museen. Das will gut geplant sein. InnenminMusikUnser eigentlicher Reiseanlass, das vegane Sommerfest, ist völlig in den Hintergrund gerückt, vielleicht mal ein Snackchen zwischendurch, wenn es sich denn ergäbe. Wir beginnen mit dem Innenministerium, das wir zu Fuß entlang der Spree erreichen, und erleben am Eingang nach der Taschenkontrolle das musikalische Kontrastprogramm zur Straßenmusik an der East Side Galery, das Bundespolizei Orchester Berlin in schönstem Bigband Sound mit Reinhard Meys „Über den Wolken“. An Themenständen und in Dialogen kann jeder Besucher sich über Schwerpunkte von Personen-, Verfassungs- und Datenschutz bis zur Asylpolitik informieren. RenateBahnhofDas macht Lust auf mehr. Wieder ist die U-Bahn-Station Friedrichstraße unser Ziel und wieder zieht es uns zur Spree, über die Brücke vor dem Hauptbahnhof. Bundespresseamt und ARD Hauptstadtstudio streifen wir kurz und fahren mit der U-Bahn bis zur Kochstraße. Im Garten des Finanzministeriums nehmen wir einen veganen Pie, bekommen veganes Eis und schauen uns eine vom Zoll präsentierte Abseilvorführung an der Fassade an. Nach einem Rundgang durch das historisch bedeutsame Gebäude und Informationen zu den heutigen Aufgaben des BMF wandern wir zum auswärtigen Amt.AuswaertAmt Chef Frank-Walter Steinmeier persönlich sitzt auf der Bühne in der großen Halle umringt von einer wahren Menschentraube, gibt Antworten und Autogramme. „25 Jahre Freiheit und Einheit“ heißt das Motto und im sogenannten Weltsaal wird der Weg zur deutschen Einheit eindrucksvoll dokumentiert. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit entdecken wir zufällig auf dem Weg zur Mall of Berlin, streifen einen kleinen Einblick in die Welt des Regenwurms, machen in der Mall ein textiles Einkäufchen und wundern uns, wie schnell so ein Berlintag zuende gehen kann. Dabei haben wir uns doch noch einiges vorgenommen.
BerlinischeGalerieSteamPunkNikolaiNach Steampunk im Nikolaiviertel, Cappuccino im S-Bahnhof Alexanderplatz und kurzem Aufenthalt im Hotel erreichen wir gegen sieben das „The Bowl“, erfreuen uns an Buddhabowls und selbstgemachter Limonade und erreichen nach einer Stunde unsere erste Station der langen Nacht der Museen, die Berlinische Galerie, wo ausschließlich in den Jahren ab 1870 in Berlin entstandene Kunstwerke präsentiert werden. Zur Sonderausstellung zu Architektur und Städtebau der 60er „Radikal modern“ können wir noch ein bisschen in die Führung hineinhören und in den Fotos anschauen, wie der Bereich rund um die Gedächtniskirche damals ausgesehen hat bzw. wie Künstler ihn gesehen haben, beispielsweise die Europa-Center-Vision von Engelbert Kremsers, schön abgedreht. TheBerlinWallAls wir „Die Mauer. Das Asisi Panorama zum geteilten Berlin“ am Checkpoint Charlie erreichen, ist es schon dunkel geworden und es heißt, geduldig in der Schlange warten und den Abgasgestank der bunt bemalten Trabis des gegenüberliegenden Trabimuseums ertragen. Die fahren nämlich pausenlos ihre Runden. Das Innere des eigens für ein überdimensionales Panoramabild errichteten Rundbaus entschädigt für Warterei und Trabiabgase. Auf einer erhöhten Plattform stehend fühlen wir uns mitten drin in der Szenerie an der Berliner Mauer an einem Herbsttag in den 80er Jahren. Wir schauen auf die DDR Seite mit Todesstreifen, verlassenen Häusern und Wachturm und im Gegensatz dazu in das bunte Leben auf der westlichen Seite im Schatten der mit farbigen Graffitis bemalten Mauer. Da wird am Kiosk eingekauft, Currywurst gegessen und von einer Leiter ein Blick auf die andere Seite der Mauer geworfen, wo in der kalten trostlosen stacheldrahtigen Öde der Fernsehturm in den Himmel ragt. Begleitet wird die Präsentation von einer Audioerinnerung an Musik und Reden zu Beginn der 60er wie Ulbrichts „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“ und Kennedys „Ich bin ein Berliner.“ Ein großartiges Werk von Yadegar Asisi.
BertelsmannDie lange Nacht der Museen fliegt dahin und wir fahren mit der M48 in Richtung Unter den Linden. Eigentlich wollten wir in die Gemäldegalerie, können aber an der hellerleuchteten Bertelsmann-Repräsentanz nicht vorbeigehen. Also hinein und gleich hoch auf den Dachgarten, wo viele Menschen vor der nächtlichen Kulisse des Berliner Doms, Fernsehturm und der Humboldtbox in Sesseln, auf Liegestühlen und Hockern friedlich beisammen sitzen. Als wir schon überlegen, wie wir nun weitermachen, entdecken wir im Programm die Ankündigung eines Live-Hörspiels von Stefan Kaminski und Britta Steffenhagen mit dem Titel „Paul Browski und die Monotonie des Yeh Yeh Yeh“. Die außerordentlich gekonnt performte skurril abgedrehte Geschichte mit gemeinsamem „give peace a chance“ wird unser Highlight der Museumsnacht.
SiemensBigBandAm Sonntagmorgen nehmen wir uns endlich mal die Zitadelle Spandau vor. An der U-Bahnstation „Zitadelle“ steigen wir aus und gehen ein paar Hundert Meter. Als wir uns der leuchtend roten Festung nähern, liegt mal wieder Musik in der Luft. Aus dem Park kommen die schmissigen Töne. Auf einer Freilichtbühne sitzen wohl ein Dutzend ältere Herren an Piano, Saxophon, Trompete und Kontrabass nach dem Motto „Wir machen Musik“. Es ist die Siemens Big Band, deren Mitglieder sichtlich Spaß am Musik machen haben, ab und zu unterstützt von der blonden Sängerin Anna. „Bei mir bist du schön.“ ZitadelleEffektAch, ja, solche Musik im Park kann man sich an diesem sommerlichen Sonntagmorgen doch gut eine Weile anhören, bevor wir uns dann die Zitadelle ein bisschen erlaufen. Eine große Bühne für Musikevents mit Größen aus Rock und Pop ist im Innenraum aufgebaut. Beim anschließendes Gängelchen durch die Spandauer Altstadt entdecke ich einen Revolutionsplatz und eine Carl-Schurz-Straße. Im Jahre 1850 wurde nämlich in Spandau Revolutiongeschichte geschrieben. Carl Schurz, der später nach seiner Auswanderung in Amerika politische Karriere machte, befreite in einer spektakulären Aktion den Bonner Hochschullehrer und Revolutionär Gottfried Kinkel aus dem Spandauer Zuchthaus.
Wir beenden unsere kleine Berlinreise nach dem Motto „veganes Sommerfest“ mit einem Abschiedsbowl bei „The Bowl“ an der Warschauer Straße in Friedrichshain.

Bowl bei „The Bowl“

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Sieben

2015-08-27-TierbrunnenDieser Tierbrunnen vor der Pauluskirche auf dem Hammer Marktplatz stand nicht immer da, sondern erst seit dem Jahre 1990. Ein Künstler namens Bonifatius Stirnberg hat die sieben Tiere geschaffen, den Pfau, die Ziege, den Hahn, den Esel, die Gans, das Schweinchen und den Fuchs. Und wie das alles geschah, könnt ihr hier nachlesen:

Sieben

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