Rosenmontag 2023 in Köln

In mehrerer Hinsicht war der Rosenmontagszug 2023 ein ganz besonderer. Zum einen war es nach drei Jahren endlich wieder wie 2020, also vor der Corona Pandemie. Zum anderen gab es in Köln ein großes Jubiläum zu feiern, 200 Jahre Karneval. Und eine weitere Besonderheit gab’s im Jubiläumsjahr: Zum ersten Mal überhaupt begann der Zug auf der rechten Rheinseite.

Ausgangspunkt war auf dem Ottoplatz direkt vor dem Bahnhof Messe/Deutz. Von dort schlängelte sich der Fastnachtswurm zur Deutzer Freiheit, über die Deutzer Brücke und erreichte die rechte Rheinseite westlich der Brücke und südlich des Heumarktes. Da hatten wir in der Zuschauermenge ein Plätzchen an der Zugstrecke erwischt, rechtzeitig zum Anfang des Zuges. Und gleich nach der Feuerwehr war es schon so weit.

Pferde im Rosenmontagszug bitte nur so!

„D’r Jubiläumszoch kütt“ hieß es diesmal und gleich danach kündete das schön gestaltete Motto „200 Jahre Kölner Karneval: Ov krüzz oder quer“ den Wagen des Zugleiters Holger Kirsch an. Auch der strahlte in sonnig hellbunten Farben, wie das Leuchten in den Augen der Menschen auf dem Wagen und der vielen rings um uns herum in mehreren Reihen am Straßenrand. Sehr voll, aber alles harmonisch und friedlich. Zu schön, dass das endlich wieder so ohne Auflagen möglich war.

Kunterbunt ging es weiter mit dem allerliebsten Wagen des Kinderdreigestirns von Prinz Tim und einer schönen großen Geburtstagstorte zum 200. Jubiläum, dicht gefolgt vom Wagen des Kölner Hänneschen Theaters nach dem Motto „Ein Stück Kölsche Kultur 1802“. Große Braunsfelder mit Tanzartistik und Müllemer Böötche folgten und ein traurig dreinblickender schwarzer Dom, wegen der Energiekrise ohne Licht, und dem Motto von 1980 „Mer lose d’r Dom verzälle“.

Mit dem Motto von 1841 wurd’s richtig historisch „Der gordische Knoten und seine Lösung“. Von meinem Protagonisten Theodor Althaus kenne ich die geschichtlichen Hintergründe, wie Studenten der Bonner Universität am Rosenmontag mit dem Schiff nach Köln kamen, dort in der Brückenstraße gegenüber der Columbakirche unterkamen, mit Esel und Proviant auf den Neumarkt zogen und sich amüsierten.

beim Hahnantor am Rudolfplatz

Hanswurst löste den gordischen Knoten auf seine Weise, mit der Knallrakete. Das war 1841 und die Lösung des Knotens 2023? Mit dem Schwert namens „Fastelovend“ gegen „Muckertum und Griesgram“. Weiter ging’s mit Trömmelchen, Pauken, Trompeten, Kamelle, Strüssjer und Pferden. Die waren mir allerdings am liebsten als große Tierskulpturen auf den Wagen. Darüber sollten die Veranstalter mal ernsthaft nachdenken. Irgendwann verließen wir den Platz an der Deutzer Brücke zum kleinen Familientreffen am Rudolfplatz.

Doch erst mal hinkommen bei den vielen Menschen auf Straßen, Plätzen und in Gassen. Am besten ging es durch U-Bahn-Tunnel, zunächst vom Heumarkt zum Neumarkt, dann durch Gässchen parallel zur Schildergasse, Friesenwall, Hahnentor und via U-Bahn-Unterführung zum Ring an der Aachener Straße, wo allerdings zwischen unzähligen bunten Kostümen und Perücken nur schwer durchzukommen war.

Nach einem schönen halben Stündchen im Gedränge bei Sonnenschein und Konfettiregen von oben entschieden wir, wegen Überfüllung nach dem Trömmelche Motto „trecken durch die Stadt“ weiterzuziehen, dem Zug entgegen und so schnell wie möglich wieder freie Blicke auf Persiflagewagen, Musikkapellen, Tanz- und Mottogruppen zu erwischen. Schwierig bei den vielen, vielen Menschen, die in Köln unterwegs waren.

Aber kein Problem, Atmosphäre, Stimmung, gegenseitige Rücksicht, lachende Augen und strahlende Sonne gaben alles. Schöne Aussicht auf den Zug bekamen wir an der Magnusstraße zwischen Friesenplatz und Römerturm. „Thronbesteigung des Helden Carneval“ zum goldenen Prunkwagen in Form eines drachenähnlichen Wesens zog an uns vorbei und da waren wir beim allerersten Kölner Rosenmontagszug.

Am 10. Februar 1823 fand der statt, der Prinz wurde noch Held genannt und zog auf einem Wagen in Form eines Fisches über den Neumarkt. Zurück in die Gegenwart. Mit „Jeschenke uss Kölle – uns Kulturkamelle“, Motto der Session aus dem Jahr 2008, wurde es politisch, besser gesagt lokalpolitisch. Bürgermeisterin Henriette Reker geht auf Abstand und macht großzügig der Stadt Düsseldorf ein Geschenk, die Zülpicher Straße können sie haben.

Verständlich, hat sie doch bei jedem Event des Straßenkarnevals, sei es an Rosenmontag, dem Elften im Elften oder Weiberfastnacht, Theater mit diesem sogenannten „Kwartier Latäng“. Also ab nach Düsseldorf. Auch das Motto von 1886 „Die vier Jahreszeiten“ hatte die Wagenbauer inspiriert. Stichwort Erderwärmung und Klimakleber. Ein Eisbär auf allerkleinster Eisplatte bietet Klebstoff zum Winterschlussverkauf an.

Weil der Zug oft und sehr lange stehenblieb, zogen wir wieder ihm entgegen und weiter Richtung Dom. „Verkörperte Zitate“ war das Motto von 1911 und da wurde es richtig politisch bis hochaktuell. Ein älterer Herr mit beginnender Glatze, grauen Stoppeln am Hinterkopf und weißem Kragen in innigem Kuss mit dem leibhaftigen Teufel in rot und schwarz. Und das zugehörige verkörperte Zitat? „Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“.

Für diese Ausgeburt eines Bösewichts wünsche ich mir allerdings das Gegenteil von Überleben. Doch weiter. „Hereinspaziert hereinspaziert zur größten Schau der Welt“ hieß es 1990 und heute zahlt Elon Millionen für die Zwitschershow in der ganzen Welt. Und da wir schon mal beim Geld sind: Am Wallrafplatz kam uns jemand entgegen, der sich mit ganzen Bündeln von diesen Scheinen vollgestopft hatte. „Best Worldcup ever!“

Ein paar Eindrücke vom Rosenmontagszug in Köln am 20. Februar 2023

Theodor Althaus berichtet von Rosenmontag 1841 in Köln

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Bajazzo, Erzengel, Läufer im MAKK

Eine unauffällige Tür mitten in Susanna Taras Blumenwand führt in ein kleines Kabinett, in dem vorübergehend Lieblingsstücke einiger Mitarbeiter im Team der historischen Sammlung des Museum ausgestellt sind. Kostbarkeiten aus verschiedenen Kunstrichtungen und Zeiten sind dabei. Drei kleine Skulpturen haben mir ganz besonders gefallen, allesamt schön präsentiert in Glasvitrinen.

Da ist der „Bajazzzo“, Figur eines russischen Balletts, Modell von Paul Scheurich, hergestellt in der Meissner Porzellanmanufaktur, erworben 1938. Die Holzskulptur „Erzengel Michael mit Flammenschwert und Waage“, entstand nach 1750 im Umkreis des Münchner Rokoko-Bildhauers Johann Baptiste Straub erinnert mich an Figuren aus Kultfilmen wie Star Wars mit Panzern, Visieren und Lichtschwertern.

Zu diesem Kampf von Gut gegen Böse passt die Beschreibung: „Die reich bewegte Statuette zeigt den Erzengel Michael gemäß der christlichen Tradition in der Rüstung eines römischen Soldaten: Manteltuch, Brustpanzer, kurzer Rock und Beinlinge. Er hält die Attribute Seelenwaage und Flammenschwert in Händen, die auf seine Aufgabe als Richter über Gut und Böse nach dem Tode verweisen.“

Die Bronzeplastik „Läufer“ wurde geschaffen vom Niederländer Adriaen de Vries im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts. Sie zeigt „einen bärtigen, athletischen Mann, der mit weit ausholenden Gliedmaßen, zum einen grazil, fast tänzerisch, zum Laufen ansetzt, andererseits scheint er in seiner Bewegung ins Straucheln zu kommen“. Das Bild im Hintergrund von „Läufer“ und „Bajazzo“ ist das „Bildnis der Schwester Maria Mosler“ von Heinrich Mosler-Pallenberg, Köln 1889.

Zur Ausstellung „Ausgewählt 1“ im Museum für Angewandte Kunst Köln MAKK am 7. Februar 2023

Susanna Traras Blumen im MAKK
Between the Trees im MAKK

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Radtour zur Marina Rünthe

Endlich blauer Himmel und angenehme Temperatur. Das heißt, Fahrrad klar machen und ab zu Kornmersch, Flügeldeich, weiße Brücke über die Lippe und etliche Kilometer zwischen Datteln-Hamm-Kanal und den Lippeauen im Naturschutzgebiet Tibaum bis zur Frederikbrücke. Die liegt genau zwischen Bergkamen und Rünthe. Wir haben sie so genannt, weil wir hier mal einen Mann mit Fahrrad und Anhänger getroffen hatten.

Er kam aus Ennigerloh, wollte nach Werne, erfuhren wir und erklärten ihm, wie er von hier aus dort hin fahren könnte, bis wir plötzlich entdeckten, was er im Anhänger hatte. Frederik. Den hatte er bei seiner Tochter in Hamm abgeholt und fuhr nun mit ihm spazieren. Schöne Begegnung. Jedenfalls ging es auf der anderen Seite der Frederikbrücke weiter bis Rünthe und den kurzen Weg über die Straße zur Marina. Sogar das Pier 47 hatte geöffnet.

So gab’s ein sonniges Draußenkäffchen am Kanal. Zurück nahmen wir die andere Kanalseite, begleiteten einige Kilometer das rote Frachtschiff mit dem schönen Namen „Sunrise“, dann bis zur weißen Brücke über den Kanal und weiter über Lippe, Flügeldeich, Kornmersch und zurück in die Bankerheide.

Walters Track – Radtour zur Marina Rünthe am 14. Februar 2023

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Susanna Taras Blumen im MAKK

Susanna Taras „Wallflowers“ im ersten und zweiten Obergeschoss des Museums für angewandte Kunst in Köln wirken auf den ersten Blick wie Malerei. Überraschung, wenn man dann zu den Blumenmotiven hochschaut. Da hat die Künstlerin mit textilen Materialien eine Blütenpracht in den schönsten Rot-, Rosa-, Violett- und Grüntönen geschaffen, sozusagen ein Fries entlang aller Wände in diesem großen offenen Raum.

Im Ausstellungsflyer wird das so erklärt: „Der Schaffensprozess von „Wallflowers“ entspricht dem eines Malaktes. Nur benutzt Susanna Taras statt Pinsel und Farbpalette speziell eingefärbte Wollfäden, die sie in einer Art des Teppichknüpfens in die Leinwand bringt. Das Ergebnis sind großformatige textile Blumenreliefs, deren plastische und stoffliche Wirkung durch einen Wollflor erzeugt werden.“

Susanna Taras Blumen Flowers Fleurs im MAKK am 7. Februar 2023

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Between the Trees

Durch die Äste hindurch sieht man die Türme des Kölner Doms. Die beiden Bäume stehen vor dem Eingang des MAKK (Museum für Angewandte Kunst Köln). Zwischen Baucontainern und dem mächtigen Gebäude inmitten der City erfreuen sie uns zu jeder Jahreszeit, mit zarten grünen Spitzen, wenn sie im Frühjahr wieder Blätter bekommen und später mit dichtem Laub.

„Super-Tree“ von EcoLogicStudio 2018

Dann sind zwar die Domtürme verdeckt, doch das Blätterdach gibt Schutz bei starkem Regen, spendet Schatten an heißen Sommertagen und verbessert unsere Luft zum Atmen. Wie Bäume das machen, wird anhand des aufwändigen Kunstexponats „Super-Tree“ in der Ausstellung „Between the Trees“ simuliert mit grün gefärbter Flüssigkeit und im Wandtext erklärt. „Der „Super-Tree“ von EcoLogicStudio interpretiert den Archetyp des Baumes neu, indem er seine Funktionen optimiert.“

New Trees“ von Robert Volt (seit 2003)

In einer technischen Beschreibung wird erläutert, wie durch Photosynthese der „CO2 / O2-Austausch zwischen Mensch und Pflanze“ stattfindet. Um Natur und Technik in der Landschaft geht es in der Arbeit „New Trees“ von Robert Volt. Mobilfunkmasten sind so gestaltet, dass sie aussehen wie Bäume. Erklärung: „Die Doppelbödigkeit der Fotografien entlarvt den Widerspruch zwischen Romantisierung der Natur und dem Wunsch nach permanenter Erreichbarkeit und fortwährendem Zugriff auf Informationen“.

„Dream a New Future“ von Ellen Bornkessel, 2023

Wie wär’s denn, wenn große Werbeflächen und Displays im öffentlichen Raum anstatt Bilder von Konsumgütern Abbildungen von Motiven aus der Natur zeigen, beispielsweise von Wäldern, wie bei der Installation „Dream a New Future“ von Ellen Bornkessel. Dieser Vision wünsche ich für die Zukunft vielfältige Umsetzung. An einer Ecke stehe ich fasziniert vor einer Art Mobile in Form eines räumliches Vielecks, in dessen Innerem filigran geschnitzte Figuren aus Holz schweben.

„Understory“ von Klàra Sumova, 2023

Mit den Schatten an zwei Wänden träume ich mich unter das lichte Blätterdach eines Baumes im Sommerwind. Ein weiterer Ort zum Träumen und für Visionen wird in Fotos dargestellt, ein Baumhaus im Dickicht, das Projekt „House of Time“ vom Raumlabor Berlin. Wald am ungewöhnlichen Ort ist mein nächster Fokus. In einer Videopräsentation verfolge ich Reaktionen von Zuschauern im Wörthersee-Fußballstadion in Klagenfurt. Sie sitzen auf der Tribüne der Arena, betrachten die mit unzähligen Bäumen bepflanzte Spielfläche und kommentieren ihre Eindrücke.

LED Leuchtkasten zu „For Forest – Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ von Klaus Littmann, fotografiert von Gerhard Maurer

Es handelt sich um „For Forest – Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“, eine temporäre Kunstinstallation (8.9.-27.10.2019) von Klaus Littmann. Das sind ein paar ausgewählte Impressionen von meinem Besuch der Ausstellung. Die Beschäftigung mit den verschiedenen Aspekten zum Thema „Between the Trees“ ist ein weites Feld, das vom Museum weiter bearbeitet wird mit Aktionen im Sinne von Nachhaltigkeit, Klima- und Naturschutz, wie Verschenken von Patenschaften für Obstbäumchen und einem Projekt zum benachbarten Kolpingplatz, der ältesten Parkanlage in der Kölner City.

„Between the Trees. Urbanes Grün – Kunst – Design“ im MAKK Museum für Angewandte Kunst Köln am 7. Februar 2023

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Hammer Nachhaltigkeits- und Mitmachmesse

Nachhaltigkeit bedeutet Umwelt und Ressourcen schonendes Verhalten zum Schutz unseres Planeten. Darum geht es Akteuren und Besuchern bei der Veranstaltung in der Hammer VHS beim Hauptbahnhof. Ganz schön eng wird es im Gerd-Bucerius-Saal mit all den Präsentationen in verschiedenen Bereichen. Allen voran der Veranstalter FUgE (Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung e.V.).

Dessen Weltladen in der Oststraße mit Lebensmitteln, Kaffee, Tee, Getränken, Gewürzen und allerlei feinen Geschenkartikeln aus fairem Handel präsentiert eine Auswahl des Sortiments. Auch die Foodsharing Initiative Hamm präsentiert am Stand ihre Bemühungen gegen Verschwendungswahn und für kostenlose Verteilung von überschüssigen Lebensmitteln. Handy kaputt oder ein anderes Elektrogerät? Wegwerfen?

Nein, das Repair-Café Hamm zeigt, wie man es reparieren kann. Am Stand der KlimaAgentur Hamm geht es um Mobilität. Wie ich mich am liebsten in Hamm bewege, kann ich an eine Wandzeitung schreiben. Mit dem Fahrrad natürlich. Warum? Ich bewege mich, das ist gesund, kann alles erreichen, brauche keinen Parkplatz, spare CO2. Gleich nebenan hat der ADFC Hamm (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) seinen Stand.

Da gibt’s Informationen zu geführten Radtouren und möglicher Mitgliedschaft sowie in separaten Räumen der VHS Workshops zu Fahradnavigation mit dem Handy und Hilfen beim Fahrradplatten. Beim VCD (Verkehrs Club Deutschland) Hamm wird über nachhaltige Mobilität diskutiert. Interessante Workshops veranstaltet auch das „Eine Welt Netz NRW“, bei dem sich junge Menschen in Projekten für „global nachhaltige und gerechte Entwicklung“ engagieren.

Interessant auch Präsentationen von Hammer Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen sowie jede Menge Anregungen zum Selbermachen wie Speisen, Getränke, Vogelfutter, Wachstücher, Seife, Putzmittel und Wiederverwertung von Socken zu Putzlappen und alten T-Shirts zu Taschen. Besonders erwähnen will ich den MINT Workshop (Mathematik Informatik Naturwissenschaft Technik).

Tina und Uli sind da am Werk. Computergesteuert werden schön gestaltete Untersetzer aus Filz gedruckt und mit leichten Lötarbeiten Leuchtfiguren hergestellt. Flyer zur Kleidertauschparty „Fashion go to zero waste“ und eine Saatgutbibliothek der Stadtbüchereien Hamm nach dem Motto „Hamm blüht auf!“ nehme ich mal mit und merke die Termine vor.

1. Hammer Nachhaltigkeits- und Mitmachmesse am 11. Februar 2023 in der VHS Hamm

Aktionstag Nachhaltigkeit am 7. Mäzr 2020 in der Jugendkirche Hamm

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„Ein Mann namens Otto“

Otto ist ein Stinkstiefel, der sich mit allen Leuten anlegt. Kopfschütteln in der Nachbarschaft, wenn er akribisch genau den Schnee vor seinem Haus wegschaufelt oder die Schranke zur Anliegerstraße immer wieder betätigt, wenn jemand hindurchfahren oder gar parken will. Konflikte sucht er regelrecht, steigert sich hinein, faucht Hund und Katze an, sitzt schließlich am Fenster und schaut miesepetrig auf die Straße.

Eigentlich hat er mit dem Leben abgeschlossen. Da kommt Marisol in sein Leben, als sie mit Mann und Kindern im Haus gegenüber einzieht, beim Einrichten Ottos Hilfe einfordert und dabei unwiderstehlich gute Laune versprüht. Als Rentner hat er ja Zeit. In Rückblenden erlebe ich den jungen Otto, sympathisch und liebevoll in einer Beziehung mit Sonja, der allerdings Schicksalsschläge zu verkraften hat, die einiges erklären.

Mein Fazit: Oft zum Schreien komisch dank der grandiosen Performance samt Mimik von Tom Hanks, hochspannend, wenn Otto mehrmals versucht, das vermeintliche Elend zu beenden, berührend in seinen Beziehungen zum Nachbarn Ruben, dem Transmenschen Malcom, der temperamentvollen Marisol und vor allem in Zwiegesprächen voller Zärtlichkeit am Grab. Erwähnen will ich noch die wunderbar passende Musik, vor allem in den Szenen mit Sonja. Empfehlung!!!!!

„Ein Mann namens Otto“ am 6. Februar 2023 im Kinosaal 10 des Cinedome im Mediapark Köln

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Veganer Mitbringbrunch im Februar 2023

Highlights gibt’s jedes Mal beim veganen Mitbringbrunch im Stadtteilzentrum FeidikForum in der Hammer City. Björns veganer Braten mit Zwiebelsoße war an diesem ersten Sonntag im Februar auf jeden Fall ein Knaller, optisch und kulinarisch. Es ist auch kein Fitzelchen übriggeblieben, obwohl es unzählig viele leckere Scheiben waren. Und das Buffet hatte viel mehr zu bieten.

So gab es wieder etliche Leckereien, wie Annas Datteldipp, Nudel-, Blumenkohl-, Hering-, bunter Salat mit Feta, verschiedene Dipps, pikantes Blätterteiggebäck, Christines Brote und Stefans Curry mit Mungbohnen und Grünkohl, echt lecker alles. Und noch mal zu den Highlights: In der süßen Ecke lockten Snickers- und schwedische Apfeltorte, Karottenkuchen, Kirschstreusel, Joghurtcreme mit Mandarinen und die bunte Obstschale.

Ausblick: Im Mai feiert der Hammer vegane Mitbringbrunch 5-Jähriges.

Veganer Mitbringbrunch im Februar 2023

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Täufer in Münster

Foyer des Stadtmuseums Münster in der Salzstraße

Was war nur los in Münster in den Jahren 1534/1535? Das frage ich mich beim Besuch des Stadtmuseums in den Kabinetten 5 und 6, wo es um Reformation und Täufer geht. Angefangen hatte alles im Jahre 793 mit einer Ansiedlung auf dem heutigen Domplatz und der Errichtung eines Klosters (lat. monasterium) als Bischofssitz. Als sich nach und nach immer mehr Bürger, Handwerker, Kaufleute ansiedelten und der Ort immer größer wurde, baute man eine Stadtmauer.

„Im Jahre 1206 erscheint in den Quellen erstmals der aus dem lateinischen „monasterium“ über das niederdeutsche „Monstere“ gebildete und bis heute gültige Name „Münster“, erfahre ich im Wandtext zur Domburg. Inzwischen war der Bischof als Fürstbischof Herr über die Stadt und konfrontiert mit den Interessen von Klerus, Bürgern, Handwerkern und Kaufleuten. Schwierig wurde es nach Martin Luthers Bibelübersetzung.

Und zwar als der Kaplan Bernhard Rothmann in seiner Gemeinde St. Moritz nach reformatorischen Lehren predigte und Münsteraner Bürger damit erreichte. Es gab ein Hin und Her um Rothmanns Ausweisung, doch schließlich blieb er. Es wurde sogar in jeder Kirche „lutherisch“ gepredigt, zum Mißfallen des Fürstbischofs, der in diesem Jahr auch noch mehrmals wechselte.

Täuferkabinett mit Käfigen und Folterwerkzeugen

In diesem Gewiggel fanden Mitglieder der Täufer, eine aus der Reformation hervorgegangene Bewegung, ein Tätigkeitsfeld. Sie vertraten die Ansicht, die Säuglingstaufe sei ungültig, es müsse eine Erwachsenentaufe stattfinden, weil nur sie aufgrund von Glauben erfolge. Aus dem holländischen Harlem kam Jan Mathis und nach dessen Tod Jan van Leiden. Damit begann eine wahre Schreckensherrschaft in der Stadt Münster. Den Täufern gelang es, den Stadtrat zu kapern und Jan van Leiden wurde König.

…nach Rückeroberung der Stadt

Alle Erwachsenen mussten sich taufen lassen, andernfalls wurden sie der Stadt verwiesen oder getötet. Draußen vor der Stadt zog der Fürstbischof Truppen zusammen, um die Stadt zurück zu erobern. Vegeblich! Die Täuferherrschaft wehrte sich mit Waffengewalt. Schließlich wurde Münster vollständig abgeriegelt und in der Stadt begann das Volk zu hungern. Das führte dazu, dass eines Nachts im Juni 1534 jemand heimlich ein Stadttor öffnete.

Turm der Lambertikriche auf dem Prinzipalmarkt in Münster mit den noch heute hängenden Käfigen der sogenannten Wiedertäufer

Fürstbischöfliche Kräfte drangen ein, töteten die Anhänger der Täufer und veranstalteten später ein unbeschreiblich grausames Spektakel um die Täuferanführer Jan van Leiden, Bernd Knipperdolling und Bernd Krechting. Nachdem die drei monatelang öffentlich herumgereicht und zur Schau gestellt wurden, folgte im Januar 1535 auf dem Prinzipalmarkt zu Füßen der St. Lambertikirche die Hinrichtung nach stundenlanger Folter mit glühenden Eisenzangen. Ihre Leichen wurden in Drahtkäfigen festgebunden und hoch oben am Kirchturm aufgehängt.

Stadtmuseum Münster am 28. Januar 2023

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SUSANNA in Köln

„SUSANNA – Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo“ ist der Titel einer Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Da bin ich gespannt und froh, dass ich angesichts der Fülle der Exponate mit der Susanna-App Informationen zum Thema und einzelnen Bildern hören kann. Die Geschichte, „Ein altes Verbrechen“, liest sich wie ein Krimi, aufgeschrieben auf Papyrus um 200 n.Chr. und fast 700 Jahre später im Lotharkristall wie ein Comic dargestellt.

Als Susanna, schöne Frau eines reichen Mannes in Babylon, im Garten ein Bad nehmen will, zieht sie sexuelle Gelüste von zwei älteren einflussreichen Männern auf sich. Sie wehrt sich mit Erfolg. Das führt dazu, dass sie von den Abgelehnten des Ehebruchs bezichtigt und verurteilt wird. Der junge Prophet Daniel rettet Susanna, indem er die beiden Lügner als Täter vorführt. Dieses Motiv inspiriert Künstler seit Jahrhunderten.

Eine Auswahl von herausragenden Exponaten aus Malerei, Film und Fotografie wird hier im Museum präsentiert. Ich sehe die nackte Susanna, in jedem Fall in Bedrängnis von zwei Greisen, sei es lüstern beobachtend hinter dem Holunderbusch wie bei Jacopo Tintoretto, sei es grapschend, tatschend, in den Schritt greifend, das Gewand wegreißend oder der Frau auf die Pelle rückend wie bei Artemisia Gentileschi, deren Gemälde auch als Plakatmotiv im und am Museum zu sehen ist. Interessant der Bogen zu MeToo mit dem Bezug zu Alfred Hitchcock und den Hintergründen zu dessen Duschszene im Film „Psycho“. Ein weites Feld! Empfehlung!!!!!

„SUSANNA – Bilder einer Frau vom Mittelalter bis MeToo“ im Wallraf-Richartz-Museum am 15. Januar 2023

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