Hammer Garten im Farbenrausch

Jedes Jahr im Herbst geben Hortensien und Ahorn noch mal alles. Das ist ein wahrer Farbenrausch im Hammer Garten.

Mehr Fotos zum Hammer Garten gibt’s in Renates Hammfiction Blog: Hammfiction

Veröffentlicht unter Allgemein, Hammfiction | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Nie ohne Geister

Renate hat ihre Gespenster zusammengerufen und lässt sie herumgeistern. Als Experten für Sehnsucht, Grusel, Glück und Traurigkeit tummeln sich in den Geschichten Trolle, Feen, Elfen, Eismonster, Wiedergeborene, Tanzgeister und blinkende Wesen. Sie spuken auf dem Tanzboden, am Lavastrand, auf dem Marktplatz, in eisigen Gebirgshöhlen, im Kloster und um Mitternacht in der Totenschlucht.

Nie ohne Geister

Veröffentlicht unter Allgemein, Hammfiction, Schreiben und Publizieren | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

„Im Rausch der Farbe“

André Derains knallblauer „Big Ben“ auf dem Plakat ist auch Mittelpunkt der Ausstellung „Im Rausch der Farbe – Von Gauguin bis Matisse“, Exponate aus dem Musée d’Art moderne de Troyes, das für die Zeit der Renovierung eine Reihe einzigartiger Meisterwerke aus der Sammlung von Denise und Pierre Lévy dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster zur Verfügung stellt.

Es war im Sommer des Jahres 1905, als der 34-jährige Maler Henry Matisse, der 11 Jahre jüngere André Derains und der 29-jährige Maurice de Vlaminck im südfranzösischen Fischerort Collioure eine Inspirationsquelle zum Arbeiten entdeckten, bizarre Motive, leuchtende, expressive Farben, experimentelle Kompositionen, auf jeden Fall fernab der eingefahrenen Wege. Als im Herbst desselben Jahres in Paris ihre neuen Bilder in einer Ausstellung eine schöne Marmorplastik umgaben, seien die Skandalwogen mächtig hoch geschwappt, ein Kritiker hätte sich zum Ausspruch „Donatello (die schöne Büste) zwischen den wilden Tieren (Fauves)“ hinreißen lassen, heißt es in den Informationen zur Ausstellung, eine schlüssige Erklärung, warum diese Kunstrichtung mit „Fauvismus“ bezeichnet wird. Ein Jahr später entstand Derains „Big Ben“ und inspiriert durch diese „wilden Tiere“ malten dann zum Beispiel auch George Braque und Kees van Dongen mit dieser lebensfrohen farbrauschenden Experimentierfreude, später auch Robert Delauny, der zu seiner kubistischen Malweise fand.

Impulsgeber für diese revolutionäre Malweise war sicherlich der bereits verstorbene Meister Paul Gauguin, dessen farbrauschende exotische Werke fernab der europäischen Zivilisation im tropischen Ambiente der Südseeinsel Tahiti entstanden waren und dessen Meisterwerk „Junge Tahitianerin“ in der Ausstellung zu sehen ist, ebenso wie eine ganze Wand Informationen zur künstlerischen Biografie dieses großen Malers.

Parallel präsentiert das Münsteraner Museum auch den Namengeber Pablo Picasso mit der Ausstellung „Wie Gott in Frankreich – Picasso kulinarisch“, in der mir die Fotos von David Douglas Duncan besonders gut gefallen haben, speziell Picasso vorsichtig ein Fischskelett ablutschend, um es später künstlerisch zu verarbeiten.

Veröffentlicht unter Allgemein, Ausstellungen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Ruhebereich im ICE

Ist bei der Fahrt im Großraumwagen des ICE jetzt endlich Schluss mit dem unfreiwilligen Mithören der Telefongespräche von Leuten, die per Mobilphone Banales plauschen, geschäftliche Angelegenheiten und Termine besprechen? Vorige Tage hab ich einen Wagen mit dem wunderbaren Symbol „Psst“ entdeckt. In den stieg ich natürlich ein. Langes Spruchband mit der Aufschrift „Ruhebereich“, „Area del silenzio“ und in einigen anderen Sprachen zog sich über die gesamte Fensterreihe auf beiden Seiten. Als dann eine dickliche Dame, unbeschuhte Füße auf dem Nebensitz gelagert, lange und laut einen Arzttermin verhandelte, ging ich hin und zeigte mit dem Finger auf dem Mund nach oben. Sie schaute hin. Und was glaubt ihr? Herrliche Ruhe die ganze Stunde lang bis zum Kölner Hauptbahnhof.

Veröffentlicht unter Allgemein, Kölngeschichten, Reisen | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Critical Mass Hamm im Oktober

Ein Radfahrer fällt kaum auf, sechzehn dagegen schon. So viele waren es auch diesmal wieder am letzten Freitag in Hamm, um zu zeigen, dass die Straße nicht allein den Autofahrern gehört. Am Straßenrand fahren, um den Verkehr nicht zu behindern? Nein, antworten wir einer ungeduldigen Autofahrerin beim Warten an der Ampel. Wir sind viele und bewegen uns gemeinsam wie ein großes Fahrzeug.

Walters Track zur Tour: Critical Mass Hamm am 25. Oktober 2019

Critical Mass in Hamm am 28. September 2019

Veröffentlicht unter Allgemein, Hammfiction, Radtouren | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

„Alles wird anders“

Drei Jahrzehnte Wissen um die Wirkung der Nutzung fossiler Rohstoffe, drei Jahrzehnte Stillstand in der Umsetzung in Politik und Gesellschaft. Stattdessen reden vom Handeln ohne zu handeln, fröhlich im Auto sitzen, quietschend die Kurven nehmen und hammerlaut Musik hören. All das galt als völlig normal, bis ein 16-jähriges Mädchen im August 2018, anstatt in die Schule zu gehen, sich vor das Regierungsgebäude in Stockholm setzte mit einem Schild „Streiken für das Klima“ und vor der Europawahl im Mai 2019 ein junger Mann namens Rezo mit einem 55-minütigen Video das ganze Elend dessen, was man in Deutschland Regierung nennt, fein recherchiert analysierte und auf den Punkt brachte. Und was hat sich seitdem geändert? Immerhin ist das Thema Klimaschutz in Politik, Medien und Gesellschaft vom Rand in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt.

Das wars aber wohl auch schon: Woher kommt diese Verpeiltheit? Im vergangenen Jahrhundert stecken geblieben d.h. im 21. Jahrhundert gar nicht angekommen, meint Bernd Ulrich und erläutert das eindrucksvoll mit ganz viel Sprachwitz in seinem Buch „Alles wird anders. Das Zeitalter der Ökologie“, erschienen im Oktober 2019 bei Kiepenheuer & Witsch. Er versucht die Hintergründe von „wissender Ignoranz“, „Feigheit der Politik“ und „Regieren am Limit“ zu erklären. Ich lese das Buch zum zweiten mal, diesmal digital und bin dabei, meiner aus Ulrichs Buch gewonnenen Erkenntnis, der eigentliche Konflikt ist der zwischen Mensch und Natur, auf den Grund zu kommen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezensionen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Eschwege

Beim Bummel durch das hessische Städtchen Sontra erinnerte ich mich an meinen Besuch in der Kreisstadt Eschwege im vergangenen Jahr. Auch dieser hessische Ort im bundesdeutschen Grenzgebiet ist nach der Wende 1989 auf der Strecke geblieben, nachdem die Zonenrandförderung versiegt war. Trotz schöner Lage an der Werra, westlich des Hohen Meißner und südöstlich von Bad Sooden-Allendorf will die Entwicklung nicht so recht in Gang kommen. Da sind verlassene Gebäude, die schon bessere Zeiten gesehen haben, und Immobilienangebote zu Spottpreisen. Beim Gang durch die historische Altstadt rund um den Marktplatz mit prächtigen Fachwerkhäusern, der schönen Marktkirche und durch die Gassen wird klar, dass Eschwege eigentlich eine größere Bedeutung im öffentlichen Bewusstsein verdient hätte.

Immerhin hat die historische Stadt samt Umgebung mit den Leuchtbergen, dem weitläufigen Naherholungsgebiet am Werratalsee und dem nahegelegenen Naturpark Meißner, dem Holleland, schöne touristische Highlights zu bieten.

Eschwege am 10. Mai 2018

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotoberichte, Reisen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Sontra

Auf dem Weg von der A4 durch Bad Hersfeld und Bebra zum Meißner im Holleland tangierten wir den Ort Sontra, mir völlig unbekannt. Beim Schlendern durch eine sonntäglich stille Gasse zum Marktplatz wird mir schon klar: Dieses Städtchen hat einmal bessere Zeiten gesehen. Im prächtigen Rathaus ist ein Bergbaumuseum untergebracht, heute jedoch geschlossen. Etwas höher gelegen ist ein Kirchturm ist zu sehen und nach etwa hundert Metern zwischen schönen alten Fachwerkhäusern gelangen wir an eine prächtige Kirche. Die evangelische Stadtkirche, lese ich später in Wikipedia und dass es das Örtchen bereits ab dem 8. Jahrhundert gibt, dass Sontra einmal zur Hanse gehörte und deshalb „Hänselstadt“ genannt wird und dass es hier Kupfer- und Schieferbergbau gab, der jedoch zur Mitte des 20. Jahrhunderts eingestellt wurde.

Jedenfalls ist ein schöner mittelalterlicher Stadtkern mit denkmalgeschützten, zum Teil renovierten, Fachwerkhäusern erhalten. Und ich lese, dass Sontra bis zur Wende im Jahre 1989 von der hessischen Zonenrandförderung profitierte und dass danach die Fördergelder ins Nachbarland Thüringen flossen, wodurch die Entwicklung dieses schönen Städtchens jahrzehntelang ins Hintertreffen geriet. Ich hoffe auf bessere Zeiten für diesen sehenswerten Ort. Auf dem Rückweg entdecken wir noch ein schmales Häuschen, dessen historische Bedeutung nirgendwo erwähnt wird. Insgesamt eine schöne Sonntagsentdeckung in jedem Falle.

Sontra in Hessen am Sonntag, dem 13. Oktober 2019

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotoberichte, Reisen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Limburg-Süd

In diesem Jahr hatte ich schon einige Male die Gelegenheit, eine Zeit am Bahnhof Limburg-Süd zu verweilen, heute mal wieder, auf den ICE nach Köln warten. Mit Hilfe einer besonders großen und groß beschrifteten Taste an einer Säule öffne ich die schwere Tür zum Bahnhofsgebäude. In diesem Moment wird mir klar: das gute Stündchen wird verdammt lang werden. Hier gibt’s zwar einen Backshop mit ein paar Tischchen, doch der hat nur bis Mittag geöffnet. Neuerdings ist sogar der Durchgang mit einem Gitter abgesperrt. Naja. Hoffentlich hat der 15:49er nicht auch noch Verspätung wie vor einer Woche. Ich gehe auf die andere Seite des Innenraums und setze mich auf eine Bank. Hier hab ich schon mal einen Blick über Gleis 1 und vier Schienenstränge hinweg zu Gleis 4, auf dem mein ICE später dann ein- und abfährt. Kein Mensch weit und breit.

Ich hab Kaffee und Brötchen im Rucksack und WLAN. Das hilft ein paar Minuten, bis vom graufleckigen Boden Kühle an mir hochkriecht. Immerhin bin ich hier ja geschützt gegen den oktobrigen Herbstregen. Doch ich muss mich bewegen und drücke die Taste für die schwere Tür zum Gleisbereich. Da lande ich auf Gleis 1 direkt neben der Treppe, die etliche Stufen hoch zum Übergang führt. Pfützen auf dem Plateau, das Dach ist also an einigen Stellen undicht. Egal, von hier hab ich einen Blick auf die Gleise, auf der einen Seite Richtung Frankfurt, links Felder nach Lindenholzhausen, rechts ein großes Parkhaus, auf der anderen Richtung Köln, links Bürogebäude und Parkplatz, rechts Büsche und Felder. Wie aus dem Nichts rauscht ein ICE von Köln heran, rast auf einem der mittleren Gleise und ist auch schon wieder weg nach Frankfurt. Im Gegensatz zum rasenden ICE kriecht die Zeit. Ach ja, Bewegung.

Ich gehe die Treppe hinunter auf Gleis 4, wo ich hoffentlich in einer Stunde befreit werde. Blaues Display noch ohne Information. Dafür eine Durchsage, man soll auf sein Gepäck achten. Ach ja! Ich bin immer noch der einzige Mensch weit und breit. Auf dem Bahnsteig gehe ich in Frankfurter Richtung bis zum Ende, Treppe hoch zu den Feldern, oben ein Fahrrad am Geländer angekettet. Beim Zurückgehen sehe ich, wie oben der Minutenzeiger weiterspringt. Schön! Ein paar Mal mache ich diese Strecke, dann das Gleiche in Kölner Richtung bis zum Ende und Treppe auch hier. Kein Fahrrad. Ein paar weitere ICEs sind inzwischen durchgezischt.

Und plötzlich weiße Schrift auf blauem Display. 15:49, Köln Hbf. Jawoll. Und da sitzt auch schon eine Frau mit Smartphone auf der Bank und gegenüber auf Gleis 1 stehen inzwischen ein paar Reisewillige in Richtung Frankfurt. Ansage für Gleis 1: Der ICE um 15:57 fällt aus, wegen technischer Störung am Zug. Sie bleiben trotzdem stehen, warten wohl auf den nächsten oder Ersatz. Keine Ansage für Gleis 4, das verspricht Erlösung. Die kommt tatsächlich pünktlich. Der ICE bringt mich in 40 Minuten über die Hohenzollernbrücke in den Kölner Hauptbahnhof, wo auf Gleis 2 der 16:44er ICE über Wuppertal Richtung Berlin bereit steht. Durch das Gewusel auf Gleis 4, die Treppe hinunter, hoch auf Gleis 2 hasten und reinspringen. Geschafft. 17:55 bin ich in Hamm.

Limburg-Süd – Köln am 8. Oktober 2019

Veröffentlicht unter Allgemein, Reisen | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Hammer Garten im Herbst

Der Sommer war groß, lang und ging doch irgendwann zu Ende. Bevor das Grün verblasst, gibt der Herbst noch mal alles. Die Farben im Hammer Garten sind prächtiger als alle Farben des vergangenen Sommers. Das muss ich hier mal festhalten, um mich dann im Winter daran zu freuen.

Hammer Norden am 9. Oktober 2019

Veröffentlicht unter Allgemein, Hammfiction | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen