„Alltagsmenschen“ im Maxipark

Christel Lechners „Alltagsmenschen“ sind wieder zu Gast im Hammer Maxipark. Gleich am Eingang begrüßt uns eine kleine Männerversammlung in schwarzen Anzügen mit Fliege, Krawatte und Karnevalshütchen auf dem Kopf. Nicht weit entfernt posieren die Ladies in red auf dem roten Sofa. Wir kennen sie doch alle sehr gut. Lebens- oder auch überlebensgroß laufen sie mit Hund über die Wiese, stehen in Badeklamotten, Strohhut und Sonnenbrille im Schilf am See, lächeln in die Kamera, machen locker flockig ein Tänzchen zu lauschiger Musik und schauen romantisch in die Gegend oder durch ein Fernglas in den Himmel, sitzen auf Parkbänken, liegen im Gebüsch, sind einfach überall präsent im Maxipark. In jeden Fall verführen uns diese sympathischen Wesen zum Schmunzeln und Verweilen.

Track der Radtour vom Hammer Norden zum Maxipark

„Alltagsmenschen“ in Rheda-Wiedenbrück

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Niedeckens BAP in der Lanxess Arena

Die Domglocken zur Bühnendekoration mit rotem Teppich und Palmen sind gewöhnungsbedürftig. Jedoch ist bei den ersten Stücken wieder alles klar. Mit „Waschsalon“ wird’s rockig. So kenne ich BAP aus vielen Konzerten und bin gut eingestimmt auf neue Songs, neue Musiker und die hübsche Geigerin Anne de Wolff. Die musikalische Reise geht zur Familie Niedecken am Clodwigplatz in der Kölner Südstadt, zu den Kindersoldaten in der Wüste Afrikas, nach New Orleans und vor allem in viele Jahrzehnte Bandgeschichte. Niedecken politisch mit „Kristallnaach“ und „Arsch huh, Zäng aussenander“ und zum Mitsingen „Do kannst zaubre“, „Nimm mich mit“ und „Bliev da, wo de bess“, „jraaduss“ seit meinem allerersten BAP Erlebnis: „Verdamp lang her“.

„Waschsalon“
„Verdamp lang her“

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Radtour an Altmühl und Donau

Das mittelalterliche Städtchen Weißenburg war die erste Station unserer Radtour. Die Autos konnten wir in einem Parkhaus kostenlos abstellen, uns Geschichten zu alter Stadtmauer, schönen Brunnen, Andreaskirche und Martin Luther erzählen lassen und erfahren, dass das Ellinger Tor das schönste Stadttor in Bayern ist. Abendessen gab es im „Stern“ auf dem Marktplatz.

Nach einer Nacht im Hotel am Ellinger Tor ging es auf schön gelegenen Radwegen entlang der Altmühl durch Treuchtlingen und Pappenheim mit Burg und nach der Felsgruppe 12 Apostel Zeit zur Einkehr im Biergarten des 13. Apostel. Weiter dann über Dollnstein nach Eichstädt, für mich die Stadt der toten Mauern mit leeren Fenstern, Verwaltungsgebäude. Der Abschluss im Gasthof „Krone“ mit Gemüsepfanne und Rosmarinkartoffeln war okay.

Im strömenden Regen begann die zweite Etappe, dennoch beschaulich durch den Naturpark Altmühltal. Irgendwann konnten wir die Regensachen ablegen und während der Pause auf dem Marktplatz von Kipfenberg in der Mittagssonne trocknen. Einen Abstecher wert war dann die Burgkirche in Kinding. Unser Tagesziel Beilngries gefiel mir rundum gut, interessant die alte Stadtbefestigung und 9 Türme, von denen jeder seinerzeit eine spezielle Verwendung hatte, wie der Sauhüterturm und der Roßturm, in denen der Schweine- und der Pferdehirt wohnten. Nach dem Abendessen im Restaurant „Die Gams“ mit Gemüselasagne und veganem Schokodessert gab’s noch ein Gängelchen über eine besondere Brücke zum Balancieren von Steinquader zu Steinquader, schöner Spaß in der Dämmerung.

Ab Beilngries ging’s am folgenden Tag wieder sehr beschaulich bis zum ersten Halt an einer alten Schleuse in Dietfurt und etwas später einer Station des Archäologieparks Altmühltal bei Oberhofen. Als uns ein heftiger Schauer erwischte, konnten wir in einem der Gebäude des Keltendorfs im Trockenen unsere essbaren Schätze auspacken. Regenhose an, Regenhose aus, bis sich irgendwann die Sonne doch wieder durchsetzte und wir auf der Fußgängerbrücke über den Ludwig-Main-Donau-Kanal bei Essing einen schönen Blick auf Burg Randeck erwischten. Ein Schiff namens „Renate“ fuhr gerade Richtung Kelheim, wo Altmühl und Kanal in die Donau übergehen. Bis zum Marktplatz waren es nur noch ein paar Kilometer. Die dunkle Wolke über dem weißen Gebäude war Vorbote eines kurzen heftigen Wolkenbruchs. Essen im Brauhaus? Naja!

Unser letzter Tag begann sonnig mit einer Schifffahrt durch den Donaudurchbruch zur Benedektinerabtei Kloster Weltenburg, und wieder zurück nach Kelheim, wo wir Fahrräder und Gepäck im Hotel deponiert hatten. Die letzte Fahrradetappe führte entlang der Donau, weitgehend über Schotterpisten, jedoch bei Sonnenschein, bis in die Gässchen der schönen Altstadt von Regensburg an der Donau, wo wir die Fahrräder ebenerdig durch das Foyer vom „Münchner Hof“ in den Innenhof schieben konnten. In dieser sympathisch quirligen Szenerie fanden wir nach einem ausgiebigen Spaziergang das beste Essen der Tour: Sushi, Chilinudeln und selbstgemachte ZitronenMinzLimo bei KUK Vegave in der Obermünsterstraße. Danach zog es uns zum Tor hinaus auf die Steinerne Brücke, rechtzeitig zum Sonnenuntergang über der Donau bei feiner Live Musik.

Tracks: Fahrradtour Altmühltal

Vegan in Beilngries
Vegan in Regensburg

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Heinzelmännchenbrunnen

Der Heinzelmännchenbrunnen vor dem Brauhaus Früh wird zurzeit restauriert. Das schöne Denkmahl erinnert an die fleißigen Männchen aus dem berühmten Gedicht von August Kopisch. Sie machen für die Kölner Handwerker die Arbeit, während sie schlafen. Der Zauber geht zu Ende, als eines Nachts die neugierige Schneidersfrau im Haus Erbsen streut und die Wichtel die Treppe hinunterpurzeln.

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Domskulpturen

Beim Verlassen des Cafés im Schokoladenmuseum hab ich gestern diese feinen Gebilde mit zwei Türmen zufällig entdeckt. Der Kölner Dom in Miniaturformat, poppig gestaltet. Ich freue mich, dass die gewaltige Kölner Kathedrale nun hier am Rhein so niedliche bunte Ableger bekommen hat. Klar, sind auch der Geißbock vom FC und ein Schokoladendom dabei.

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Wandern auf dem Hohen Meißner

Eine Wanderung am Hohen Meißner beginnt auf dem Parkplatz am Aussichtspunkt Schwalbenthal. Unter und vor uns weites Land. Über die Dörfchen Germerode, Vockerode, Abterode, Alberode hinweg entdecken wir östlich des Plateaus den Leuchtberg von Eschwege an der Werra. Von der Straße aus steigen wir hoch in den Wald und gehen den urigen Pfad vorbei am Kalbesee bis hinauf.

Die Kalbe ist mit 720 Metern über dem Meer einer der höchsten Punkte hier auf dem Meißner. Von dort geht es hinunter durch den Wald bis zum Holle Teich, einem stillen Gewässer, wo tatsächlich Frau Holle im fernen Dunst aus der Erde aufsteigt aus ihrem Reich und auf dem Meißner nach dem Rechten schaut. Eine ganze Reihe von Spuren und eine Sammlung von Geschichten gibt es von dieser Erdgöttin.

Eine weitere Wanderung (Rundweg Nr. 2) beginnen wir auf dem Parkplatz in der Nähe des Senders (Sendestandort für den Hessischen Rundfunk), eher ein Spazierweg durch den Wald über die Skiwiese mit Ankerlift, hier und da mit schönem Blick durch die Bäume in das liebliche Tal.

Tracks zu den beiden Wanderungen:
Kalbe am 10. Mai 2018
Sendetürme am 11. Mai 2018

Mehr Bilder zu Schwalbenthal, Holle Teich und Kalbe gibt’s auf Renates Homepage: Herbstwanderung im Holleland

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Radtour zur Adener Höhe

Lippepark mit Haldenzeichen auf der anderen Kanalseite

Die Adener Höhe ist eine Halde, die durch Aufschüttung des Abraums der Bergwerke Aden und Monopol entstanden ist. Inzwischen ist sie prima kultiviert, mit Fördertürmen ähnlichen Skulpturen und einer großen Aussichtsplattform versehen. Vom Hammer Norden aus fahren wir zunächst durch die Kornmersch, überqueren die Radbodstraße und weiter rechts der Lippe bis zur neuen weißen Brücke, die das Gelände der Zeche Radbod mit dem Lippepark verbindet. Den sehen wir mit dem schönen orangenen Haldenzeichen auf der anderen Seite des Kanals.

„Natur und Garten“ in der Ökostation Bergkamen

Weiter geht es auf dem Mitteldamm bis Rünthe, wo wir auf der gegenüberliegenden Seite die Marina sehen. Als wir nach ein paar Kilometern die Ökostation von Bergkamen erreichen, wundern wir uns über die vielen parkenden und anfahrenden Autos. Wir haben richtig Glück, denn da ist heute eine Veranstaltung unter dem Motto „Natur und Garten“. Das heißt, an vielen Ständen wird informiert und alles angeboten, was Landwirtschaft und Garten so hergeben, Pflanzen, verschiedene Produkte wie Brot, Marmelade, Käse und Wurst.

Die Snacks eines türkischen Standes bescheren uns eine feine Picknickpause auf einer Bank neben einem Tipi aus Weidenzweigen: Cigköfte, Weinblätterröllchen und Baklava, richtig lecker. Nach dieser überraschenden Stärkung sind wir fit für den Anstieg auf die Halde, die immerhin 140 Meter über dem Meeresspiegel liegt und ein Panorama in alle Richtungen freigibt. Da gibt’s den Blick auf das alte Zechengelände, den Kanal und die Marina Rünthe und sogar bis Hamm mit Gersteinwerk in Stockum, Pauluskirche in der City und dem Hammerturm des ehemaligen Bergwerks Heinrich Robert in Herringen.

Video: Panorama auf der Adener Höhe

Track der Radtour von Hamm Norden zur Adener Höhe

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Vom Reichensperger Platz zur Hohenzollernbrücke

Heute steige ich am Reichensperger Platz aus der Linie 18 aus. Ich will mir mal den Platz und die Gegend zum Rhein hin anschauen. Zunächst bin ich richtig erstaunt, fast erschrocken, weil ich nicht einfach, wie von anderen Kölner U-Bahn-Stationen gewohnt, aus dem Wagen rausgehen kann. Nein, erst zwei Stufen tiefer stehe ich auf dem Bahnsteig. Auf jeden Fall ungewohnt. Warum der Platz so heißt? Der Jurist August Reichensperger hat ihm den Namen gegeben und das passt zum Bild, das mich beim Verlassen der U-Bahn Station erwartet: Ein imposantes historisches Gebäude jenseits der Riehler Straße, das Kölner Oberlandesgericht.

Ich befinde mich im Stadtteil Neustadt-Nord und entscheide mich für den Weg zum Rhein durch die Wörthstraße, auf der ich ja auch schon stehe. Kann ja nicht weit sein. Die Straße ist breit und wirkt doch sehr ruhig, das heißt wenig Autoverkehr. Angenehm zu gehen unter frisch belaubten Bäumen, rechts und links Büro- und Wohnhäuser. Hier wird also gewohnt und gearbeitet. Und dann noch diese Nähe zum Rhein, schon in Sichtweite. Das hat was. In der Glasfront der Bank für Sozialwirtschaft mache ich mal ein Selfie zur Erinnerung und überquere das stark befahrene Konrad-Adenauer-Ufer.

Auf der Rheinpromenade südlich der Zoobrücke angekommen, bin ich dann doch enttäuscht. Die unangenehme Seite des Kölntourismus erlebe ich hier, eine unübersehbare Reihe von Ausflugsschiffen. Schon genug, dass mir die Sicht auf den Fluss versperrt ist, setzt der Dieselgestank noch das I-Tüpfelchen auf pervertierten Ausflugskommerz. Auf einem Schiff (200 m lang) werden die Damen mit roter Rose empfangen, bevor die Pärchen zu ihren Kabinen geführt werden. Nix für mich. Und die Bastei vor mir hat auch schon bessere Zeiten gesehen.

Zwischen eng parkenden Bussen quetsche ich mich zu einer steilen Treppe hinauf auf das Konrad-Adenauer-Ufer. Da ist nämlich das Kuniberttürmchen fein eingeschmiegt zwischen alten und neuen Häusern. Hier ging mal die mittelalterlichen Stadtmauer lang, machte vom Rhein aus einen Knick, führte zum Eigelsteintor und weiter insgesamt 9 Kilometer lang linksrheinisch um die Stadt Köln herum. Wie schön, dass außer wenigen Resten auch dieses Türmchen erhalten blieb.

Südlich der Bastei wird’s dann gemütlicher auf der Rheinpromenade. Hier dominieren Fußgänger und Radfahrer die Szenerie. Manche sitzen auch auf Bänken und schauen auf den Rhein und die weißen Pavillons des gegenüberliegenden Rheinparkgeländes. Und an der Hohenzollernbrücke bin ich dann in dem Köln, das ich so liebe: RE, ICE, Nationalexpress schlängeln sich über die Gleise zu den Bahnsteigen, auf denen schon Massen von Menschen auf ihre Anschlüsse warten. An der blauen Kuppel des Musical Domes fordern zwei Vampire zum Tanz auf und in der Ferne grüßt die Zoobrücke.

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Max Mutzke & monoPunk in Hamm

Einer der Top Acts beim 8. Internationalen Jazzfest in Hamm war Max Mutzke & monoPunk. Aus dem Schwarzwald angereist. Hamm? Nie gehört! Erst mal herantasten, muss sich der Max gesagt haben. Cooles Outfit in Schwarz, weißer Kragen und Manschetten, Weste fein zugeknöpft, die ersten Songs mit gebremster Rassel vorgetragen. Doch bei „Can’t wait until tonight“ ging die Post ab. Das Publikum sprang von den Sitzen, sang mit, pfiff und tobte. Und Max spielte die Klaviatur mit Stimme, Körper, Mikrofon, ihr könnt aufstehn, euch setzen oder auch stehen bleiben. Perfekt, jeder Song, jeder Ton, jede Ansprache. Da war ein musikalischer Diamant mit exzellenten Musikern auf der Bühne im Kurhaus, bizarr, gefühlvoll, kreischend, magisch.

Und hier gibt’s Max, monoPunk und Hammer Publikum im Video:
Can’t wait until tonight

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Haldenzeichen auf der Kissinger Höhe

Die Kissinger Höhe ist eine Halde im Hammer Stadtteil Herringen, entstanden durch Aufschüttung von Steinen, die im benachbarten Bergwerk Ost zusammen mit Steinkohle aus hunderten Metern Tiefe zu Tage gefördert wurden. Dabei kam eine beträchtliche Höhe von mehr als 110 m über dem Meeresspiegel zusammen, inzwischen aufgeforstet und mit Wanderwegen Naherholungssuchenden zugänglich gemacht.
Dieses und alle Bergwerke der Umgebung sind inzwischen stillgelegt, haben aber ihre Spuren hinterlassen, zum Beispiel in Form von Halden. Und als besonderes Zeichen der Erinnerung entstand die Idee der begehbaren Haldenzeichen. Nach dem am Schacht Franz im Lippepark ist dieses nun das zweite von fünf. Die Denkmale auf den Halden Radbod, Humpert und Sundern sind wohl in der Planung.

Haldenzeichen im Lippepark

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