Geschichte aus dem Mittagstal

Wenn ich mit meinen Skiern im Edelweißtal am Ausstieg des Forcelles Sessellifts ankomme und über die Kante schaue, sehe ich unten das Dorf Colfosco, rechts das Sellamassiv und mitten in dem Panorama bis zum Langkofel das Mittagstal. Und jedes Mal erinnere ich mich an das Missgeschick, das mich vor einigen Jahren an einem Sommertag in dieser Scharte ereilte. Ich erzähle euch die Geschichte, als wär’s gerade passiert:
Heute wollen wir vom Grödnerjoch aus entlang des Sellamassivs oberhalb der Baumgrenze zum Wasserfall und durch das Mittagstal zurück wandern. Dazu nehmen wir nicht die Gondel, sondern laufen hoch zur Passhöhe. Der Weg führt zunächst gemächlich, später etwas steiler durch Wiese und Wald und gibt beim Blick zurück das ganze Panorama mit Passstraße und dem idyllisch eingebetteten Colfosco und dessen Hausberg Sassongher. Bevor wir uns auf der Terrasse des Restaurants „Frara“ auf der Passhöhe einen Cappuccino gönnen, haben wir den unvergleichlichen Langkofel fotografiert und uns bereits umgesehen, wo wir in unsere Route einsteigen können.
Der Wanderweg 666 beginnt unmittelbar hinter dem Restaurant „Frara“ oberhalb der Passstraße. Als harmloser schmaler Pfad schlängelt er sich hinauf und führt uns schnell auf eine Höhe, von der aus wir das ganze Panorama mit Cirjoch, der Dantercepies Bergstation, Jimmy Hütte, Almen mit Heustadeln, Passstraße und mitten darin unsere Cappuccinoterrasse vor Augen haben. Auf vielleicht halber Höhe des Sellamassivs gehen wir dann eine ganze Strecke weit ziemlich eben in Richtung Colfosco und Corvara, umgeben von Bergblumen in Rot, Blau, Gelb und Weiß, links der Abgrund, mal steil mal sanfter, rechts der schroffe Fels des mächtigen Sella und inzwischen unter uns das liebliche Tal mit Colfosco und Sassongher.
Der Pfad wird schroffer und dann kommt die Stelle, an der wir den Wanderweg 666 verlassen und auf der 29 weiter wandern in Richtung Wasserfall. Der Blick zurück zeigt uns Passstraße, Almen und Cirspitzen unter felsigem Abgrund und der Blick nach vorne lässt Sassongher, Colfosco mit unserem Mesoles und Corvara näher rücken. Dann hören wir ihn schon, den Wasserfall, und sehen ihn auch bald. Oben rechts über ihm klebt eine ganze Kette von winzig kleinen Kletterern, die sich in Serpentinen den Felsen hinaufkämpfen zum See und zur Pisciaduhütte. Wir überqueren den vom Wasserfall gespeisten Bach, füllen unsere Trinkflaschen, suchen uns einen schönen Sitzfelsen und machen erst einmal Picknick. Danach wird der Weg noch einmal richtig schön, rechts und links Bäume und ein Flickenteppich in Grün, Grau und Rot bis zum Schild, auf dem wir lesen, dass wir nach Colfosco noch eine Stunde und zehn Minuten zu wandern haben. So lange? Das kommt uns lang vor, zumal unser „Mesoles“ links unten zum Greifen nah scheint und vor uns bereits die gewaltige Felswand des Mittagstales aufragt. Wir steigen ein in den unteren Teil dieses berühmten Tales. Und der Abstieg hat es in sich.

Wir befinden uns plötzlich in einem Labyrinth aus Felsen, in dem wir an manchen Stellen vergeblich nach Orientierung suchen. Entweder ist die Lücke zwischen den Brocken zu eng oder gar keine zu finden und in jedem Falle zu hoch und zu steil. Mit Suchen und Probieren kommen wir langsam tiefer. Es geht einigermaßen, bis mir ein Missgeschick passiert, das mir einen Moment lang den Schock in die Adern treibt. Die Sohle eines meiner Schuhe hat sich gelöst, hängt nur noch vorne am Zeh und klafft gefährlich auseinander. Ich schau zu Georg hinüber. Ihm steht der Schreck im Gesicht geschrieben. Ohne Sohle läuft in diesem schroffen Gelände gar nichts. Holt mich hier raus! Mit zitternden Händen binde ich mit dem Schnürband das Teil am Schuh fest und hoffe, dass es hält und nicht an den scharfen Steinen durchscheuert. Weiter absteigen, es gibt ja keinen anderen Weg. Es scheint gut zu gehen. Ganz langsam kommen wir hinunter, bis zum nächsten Missgeschick. Der zweite Schuh macht dieselben Sohlensperenzchen. Ich könnte schreien, doch Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Auch dieser Bösewicht wird in gleicher Weise mit dem Schnürband behandelt, das heißt, meine Schritte werden noch vorsichtiger. Konzentration pur ist angesagt. Und durchhalten, denn wir haben unser Ziel noch lange nicht erreicht, auch wenn wir es schon prima sehen können. Es geht noch ein gutes Stückchen steil abwärts. Wir kämpfen uns langsam hinunter und erreichen nach einer gefühlten Ewigkeit den sicheren Spazierweg, der uns nach einer erstmaltiefdurchatmen Bankpause zum unteren Teil des Wasserfalls führt, dem touristischen Bereich. Der ist schön präpariert, sodass ich es sogar wage, auf notdürftig festgebundenen Sohlen die paar Höhenmeter hochzusteigen. Schließlich gelangen wir quer über die Wiese und durch ein Wäldchen zur Herberge, auf deren Terrasse wir unseren Herrn Lanzinger mit der Geschichte erheitern und uns ein kühles Skiwasser genehmigen. Ja, das Mittagstal ist nicht einfach und sie müssten da mit den Wanderwegen viel mehr machen, meint er.

Mehr Dolomiten Wandergeschichten in: Sechs Wanderungen in den Dolomiten

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Februar 1848: Revolution in Frankreich

Ein paar Tage später stand er (Theodor Althaus) im gedrängt vollen Konversationssaal des Museums (in Leipzig), eine gerade eingetroffene Zeitung in den Händen, die Indépendance Belge, aus der er fast atemlos einen Artikel über Sturmglocken von Notre Dame, dem Sturz von König Louis Philippe am 24. Februar 1848, vorlas. Das war weit mehr als Sizilien, das konnte umwerfende Auswirkungen auf die Länder des Deutschen Bundes haben. Wie sah die neue Regierung in Frankreich aus? Gab es eine Republik? Ungeduldig fiebernd wartete man auf weitere Nachrichten, auf Journale oder Reisende mit dem Zug aus Brüssel oder aus Köln.
Am 5. März 1848 konnte er endlich die befreienden Informationen in seinem Tagebuch notieren. Einen Tag nach dem Sturz des Monarchen war in Paris die Republik ausgerufen und eine provisorische Regierung gebildet worden: Ich habe Angst gehabt, wie eine Mutter um ihr Kind, bis endlich, allendlich das Ja und Amen kam – keine Regentschaft, sondern Republik, keine Freude, sondern Enthusiasmus, kein neues Ministerium – eine neue Welt! Ich habe kaum Zeit zu denken […]. Ich kann mich nicht satt lesen an den Verordnungen der provisorischen Regierung. Als ich zum erstenmal die Ueberschrift las, hab ich geweint vor Freude:
Republique Francaise,
Liberté, Egalité, Fraternité

Als die Freudentränen versiegt waren, stellte sich für den jungen Heißsporn die Frage: Und jetzt? Da war einer schon längst aktiv. Robert Blum versammelte Gleichgesinnte um sich und hatte auch konkrete Pläne. Zuerst wollte er in Leipzig und Sachsen Einfluss nehmen, im Stadtparlament und im Redeübungsverein. Es hieß Forderungen und in Broschüren publizieren: Geschworenengerichte, Presse- und Versammlungsfreiheit, Rücktritt der sächsischen Regierung, Wahlreform, Volksbewaffnung anstelle von Soldaten. Blum war in seinem Element. Sonst immer mit Reden vorneweg, saß Althaus jetzt nur still dabei. Er musste die neuen Entwicklungen erst einmal begreifen. Wie sollte ein freies einheitliches Deutschland aussehen? Noch ehe er sich über seinen Anteil an Blums Aktivitäten klar werden konnte, bekam er ein Angebot von der Weser-Zeitung. Jetzt wollte man ihn als Leitartikler in Bremen sehen.

Aus: Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschland

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Januar 1848: Die Lichter von Palermo

Der germanische Winterschlaf war die berühmte Ruhe vor dem großen Sturm. Als Theodor Althaus am 27. Januar 1848 im Leipziger Theater einer Vorstellung von Glucks Iphigenie in Aulis beiwohnte, war es ihm unmöglich, seine Aufmerksamkeit auf die Opernbühne zu lenken, denn unmittelbar zuvor hatte er die Nachricht vom erfolgreichen Aufstand der Bevölkerung in Palermo gegen den bourbonischen König Ferdinand II. am 12. Januar 1848 erhalten. Das war die größte Freude, die er seit langem erlebt hatte. Die Lichter von Palermo, nachts um drei angezündet, sah er während der gesamten Vorstellung vor sich. Ich hoffe, du hast unseren ersten Sieg in diesem Jahr gehörig genossen und den 12. Januar roth angestrichen, schrieb er seiner Schwester nach Detmold.

Aus: Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschland

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„Fridays for Future“

Anstatt im warmen Klassenraum über Deutsch- und Mathebüchern zu schwitzen, stehen sie bei Minustemperaturen in München auf dem Marienplatz und demonstrieren für besseren Klimaschutz. Sie haben Plakate gemalt und beschrieben. „Unsere Erde hat Fieber“, steht da und „Save the nature before it’s too late“. Ja es geht um ihre Zukunft. Wie recht sie haben mit ihrer Forderung „Save our Future“.

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Humboldt im Gasometer

Dieses „Portrait Alexander von Humboldt“ ist ein Exponat der Ausstellung „Der Berg ruft“ im Gasometer Oberhausen. Julius Schrader hat es im Jahre 1859 gemalt. Es zeigt den Forscher mit Notizbuch vor einem schneebedeckten Gipfel der Anden, einer Gebirgskette in Südamerika. Das Forschen auf den Spuren der „Wunder der Natur“ habe ihn „ins Grenzenlose“ geführt, wird er auf der Informationstafel zitiert.

Mehr zur Ausstellung in Oberhausen: „Der Berg ruft“

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„Der Berg ruft“

„Der Berg ruft“ und die Leute kommen zahlreich, an einem Wintertag eben mit dicker Jacke, Mütze, Schal, Handschuhen, weil es auch im Oberhausener Gasometer ziemlich kalt ist, zum Meditieren weniger geeignet. Eigentlich passen die Temperaturen ja zu den Fotos von kargen Landschaften, bizarren Felsen und einzigartigen Ausblicken von schneebedeckten Gipfeln in großen Höhen. Beim Anschauen einiger der spektakulärsten Felsformationen und Gipfel der Welt in einer Diashow in der Mitte der riesigen „Tonne“ können wir uns einstimmen, bevor wir eintauchen in die Welt der Extremkletterer, Seilschaften auf schmalem Grat und erfolgreichen Bezwingern von Achttausendern wie Reinhold Messner.

Der hat aus seinem Messner Mountain Museum einige Exponate zur Ausstellung in Oberhausen beigetragen, zum Beispiel eine ganze Kiste voller Müll, den er auf dem Gipfel des Everest eingesammelt und hinuntergebracht hat. Ja, ich erlebe auch das bescheidene Leben der Bewohner von unwirtlichen Hochgebirgsregionen zum Beispiel im Tibet, der vielen Männer, die den Teilnehmern von Expeditionen Equipment und Nahrungsmittel hochschleppen. Und ich stehe vor dem Foto vom Kailash, dem „heiligsten aller Berge“, den jeder Tibeter einmal in seinem Leben umwandern will. „Der Pilgerweg, die Kora, verläuft nicht nur durch steinige Täler an den Berghängen entlang, sondern erreicht am immer vereisten Drölma La eine Höhe von 6000 m“, steht auf der Informationstafel.

Highlight der Ausstellung ist eine monumentale Nachbildung des Matterhorns in 3D Animation im Wandel von Tages- und Jahreszeiten kopfüber unter der Decke des Gasometers hängend und für die Draufsicht gespiegelt auf einer großen glänzenden Fläche.

Messner Mountain Museum „Der verzauberte Berg“

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Vier Brücken in Köln

Knackiges Winterwetter. Zeit für ein Gängelchen am Rhein. Wir beginnen am Deutzer Bahnhof und gehen Richtung Hohenzollernbrücke. Wo in Köln scheint heute die Sonne schöner und wärmt mehr als am Rheinboulevard? Auf der Promenade gehen wir in südliche Richtung und bestaunen links zwei Gebäude mit schöner Glasfassade. In dem einen sehen wir Leute an Tischen sitzen. Aha! „Glashaus Restaurant“ vom Hyatt Regency. Sehr schön, mit Blick über den Rhein auf das Kölner Altstadtpanorama mit Stapelhäusern, Groß St. Martin, Dom und Eisenbahnbrücke. Wir gehen weiter, unter der Deutzer Brücke hindurch, überqueren vor der Severinsbrücke die Siegburger Straße, nehmen die Wendeltreppe hinauf, dann in westliche Richtung der Sonne entgegen. Von hier schauen wir uns das ganze Panorama über die Deutzer Brücke hinweg noch einmal an und bekommen sogar einen schönen Blick in das alte Hafenbecken des Rheinauhafens.

Beim Schokoladenmuseum erreichen wir die Promenade auf der Altstadtseite, wandern über Heumarkt, Altermarkt, Fußgängerzone und kehren ein bei „sattgrün“ in der Ludwigstraße neben St. Kolumba. Dann bringt uns die Linie 18 vom Hauptbahnhof nach Mülheim, wo wir aus der Straßenbahn noch einen wunderbaren Sonnenuntergang über dem Rhein erleben.

Vegane Tellerchen bei „sattgrün“ in Köln

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„Nordischer Wintergarten“

Wie ein Nordischer Wintergarten musste Theodor Althaus die kleine Welt in Detmold vorgekommen sein, als seine Freundin Malwida von Meysenbug Ende September 1844 zusammen mit Schwägerin, Kindern, Erzieher und Dienstpersonal für einige Monate in die Provence gereist war. Ohne berufliche Perspektive nach dem Abschluss seines Studiums waren die Gespräche mit ihr Lichtblicke und mehr. Er hatte sich verliebt in die Frau, die seit seiner ersten Predigt in ihm einen jungen Apostel sah, dessen Botschaften sie im tiefsten Herzen trafen. Seine poetischen Abschiedsgrüße gab er ihr mit auf den Weg und schrieb weitere Gedichte, die er ihr widmete. Hier einige Zeilen aus „Sonett“:

Aus meiner Brust, in alle Fernen rankten
Sich Wolkenträume auf wie wilde Reben,
Die windbewegt an deinem Fenster schwankten.

Laß einmal sie durch deine Träume schweben,
Wenn es zu kühn nicht ist, was sie verlangten:
Ein Lebewohl des Nordens Dir zu geben.

Theodor Althaus: Nordischer Wintergarten. Gedichte für Malwida

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1843: Theodor Althaus besucht Bettina von Arnim

Ein Besuch bei Bettina von Arnim, deren Wohnung auch regelmäßig für Treffen und Gespräche offenstand, verlief so ganz nach Theodors Geschmack. Studenten gingen bei Bettina ein und aus. Die Schwester von Achim von Arnim, Witwe von Clemens Brentano und Mutter von sechs Kindern, hatte wegen ihres offenen Wesens und ihrer Gastfreundschaft sehr viele Sympathien in der Stadt. Ihr engagierter Einsatz für benachteiligte und verarmte Bevölkerungsgruppen war außergewöhnlich. Sie selbst war wirtschaftlich unabhängig und gehörte zur privilegierten Gruppe der Gesellschaft, war aber bereit zu geben, was sie nur konnte. Und sie nahm kein Blatt vor den Mund. Selbst dem preußischen König konnte sie die Wahrheit sagen und war mutig genug, ihre Kritik unter dem provokanten Titel „Dies Buch gehört dem König“ zu veröffentlichen. In ihrer natürlichfrischen Art erfreute die Sechsundfünfzigjährige das junge Stürmerherz. Theodor Althaus war mächtig angetan von der quirligen Frau mit dem hessischen Dialekt. Wißt was? Geht bis neun Uhr spazieren, dann kommt wieder, da woll mer schwätze, so viel Ihr Lust habt. Nehmt’s nit übel, zitierte er sie im Brief an seine Mutter und schilderte, wie er zusammen mit seinem Freund eineinhalb Stunden später dann an ihrem Teetisch saß, ab und an die jüngste Tochter Gisela durch den Raum flog und die Hausherrin, ihr Versprechen einhaltend, nach Herzenslust bis weit nach Mitternacht mit den zwei Studenten schwätzte. Daß die Berliner Gesellschaft diese Frau verrückt nennt, ist kein Wunder, denn sie gehört zu den unbequemen Leuten, die die Wahrheit sagen, war sein Fazit im Brief an die Mutter.

Berliner Episode aus: Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschland

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„Colette“

„COLETTE erzählt die bahnbrechende und wahre Geschichte einer der wichtigsten französischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts.“, heißt es im Flyer zum Film, bei dem ich im kultigen Roxy Kino im Dortmunder Norden eine Zeitreise in die Salons der Intellektuellen zur Zeit des „Fin de Siècle“ machen konnte. Regisseur Wash Westmoreland hatte mit der Besetzung der Hauptrollen mit Keira Knightley und Dominic West ein gutes Händchen.

Die junge Gabrielle Colette heiratet den Schriftsteller Willy, kommt in Paris durch ihn zum Schreiben und verhilft ihm mit dem Roman „Claudine à lécole“ mitsamt Merchandising mit Parfum, Make-up, Seifen zum Erfolg. Und wenn zwei starke Charaktere aufeinandertreffen, bekommt das Spielchen, das sie miteinander treiben, auch schon mal amüsante, sogar komödiantische Züge, getoppt vom Kuss zweier Frauen auf der Bühne des „Moulin Rouge“, auf dem Plakat an der Litfasssäule quittiert mit einem dicken roten „Annulé“. Die Rolle des „enfant terrible“ der französischen Frauenliteratur namens Colette ist mit Keira Knightley im wahrsten Sinne wunderschön besetzt und kommt im Zeitkolorit mit Interieurs, Kutschen, Kostümen zur vollen Entfaltung.
Empfehlung!!!!!!

Zugrunde liegen die Biografien von:
Sidonie-Gabrielle Claudine Colette (28. Januar 1873 – 3. August 1954)
Henry Gauthier-Villars genannt „Willy“ (8 August 1859 – 12 January 1931)

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