„Hanak“ beim Sommerfest der Kölner Haie

Bei schönem Spätsommerwetter sah man auf der Rheinpromenade Leute mit Trikots in RotSchwarz mit weißer Rückennummer Richtung Schokoladenmuseum am Rheinauhafen strömen, Eishockey Fans unterwegs zum Sommerfest der Kölner Haie. Und diese Sharks waren dann überall auf dem Platz zu sehen, auf Trikots, Kappen, Schals, Pucks, als Plüschfiguren. Es gab Spiele, Kölsch, Snacks und Programm auf der Bühne, Gespräche und Vorstellung von und mit Verantwortlichen, Sponsoren und Profimannschaft des Kölner Eishockey Clubs. Und es gab Livemusik. Irgendwann gegen halb sechs stand ein schwarzer Bus mit großem weißen „HANAK“ und buntem „BÄÄÄM“ auf der Promenade beim Backstage. Hier kam „Hanak“, die Kölner Band um Frontmann Micha Hirsch, seit vielen Jahren treuer Fan der Kölner Haie und Besucher der Heimspiele.

Mit dem Treffen am Heinzelmännchen Brunnen ging gleich die Post ab. „Naach der Nächte“, „Wenn de Sunn objeit“ und der berühmte „Haifischzahn“ für ein „kleines Lachen“ zum Mittanzen und laut singen, Frauen mit Männerton und umgekehrt, Männer mit hohen Stimmchen. Gute Laune pur. Da hat auch das quirlige Maskottchen Sharky auf der Bühne Spässchen. Der Neue ging noch etwas zaghaft, wurde aber auch schon beim zweiten Refrain mitgesungen „Durch et Füer“, durch das Feuer für alle, denen es mal nicht so gut geht und überhaupt: „Stonn op“, du willst doch feiern, zu diesem Anlass nun ganz besonders den Kölner Eishockey Club mit der „Haie Hymne“, zusammen halten, zusammen kämpfen. Da muss ich doch auch laut mitsingen und rocken. „Wir sind Haie, wir sind Kölle“. Ganz klar. Ist doch kein Wunder, dass das Videobild mittanzt:

Video: Hanak beim Sommerfest der Kölner Haie am 1. September 2018 – Haie Hymne

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Von Mülheim nach Deutz

Wenn man am Rhein entlang in südliche Richtung wandert und durch diese Brücke hindurchschaut, sieht man gleich, wo man sich befindet. „Köln ist da, wo man den Dom sieht“, sagte letztens die Frau auf der großen Hafenrundfahrt. Diese Brücke steht in Köln-Mülheim und wird wegen ihrer Form Katzenbuckel genannt. Wie steil der Katzenbuckel ist, merken wir, als wir hochsteigen. Mannomann, Fahrrad müsste ich wohl schieben. Oben dann die Belohnung, nördlich die Mülheimer Brücke, links Riehl mit den Wiesen bis an das Rheinufer und rechts das schöne Kölner Veedel Mülheim mit Kirchen und Häusern. In der südlichen Richtung gibt’s zum Domblick jetzt noch den auf den gesamten Mülheimer Hafen. Ja, der wird noch als Hafen genutzt, zwar nicht mehr für den Warenumschlag, doch als Schutzhafen für Schiffe bei Hochwasser, als Reparaturhafen und als Hafen, um einfach mal das eine oder andere Schiff zu ankern. Außerdem hat das „Wasser- und Schifffahrtsamt Köln“ seinen Sitz hier im Mülheimer Hafen. Auf der anderen Seite des Katzenbuckels befinden wir uns dann auf der Halbinsel zwischen Rhein und Hafenbecken. Damit wir uns das noch mal von oben ansehen können, gehen wir auf dem Deich und dann weiter durch Parkgelände Richtung Zoobrücke, die wir unterqueren.

Danach lassen wir den Rhein und das gesamte Panorama vom Rheinpark über Hohenzollernbrücke, Dom und linkes Rheinufer nicht mehr aus den Augen. Wir unterqueren nun die vierte Brücke, die Eisenbahnbrücke mit den Liebesschlössern. Highlight zum Abschluss dieser 5-Brücken-Tour ist dann noch der Rheinboulevard mit Blick auf Deutzer Brücke, dahinter liegendem Rheinauhafen und die geenüberliegende Rheinpromenade, Fischmarkt, Groß St. Martin, Dom. Dann geht’s hoch auf die Deutzer Brücke und nach ein paar hundert Metern erreichen wir den Heumarkt und befinden uns mitten in der Kölner Altstadt.

einFLUSSreich

Hafenrundfahrt in Köln

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Hallig Hooge

Wie fühlt es sich an, auf einer kleinen Insel an Land zu gehen, die mehrmals im Jahr von Meerwasser überspült wird? „Land unter“ ist jedoch unwahrscheinlich, bestes Wetter, Sonne, kaum Wind. Der Ausflug zur Hallig Hooge beginnt gegen 8:30 Uhr am Bahnhof von Husum, von wo uns ein Bus zum Fähranleger Nordstrand/Strucklahnungshörn bringt. Und da geht’s reibungslos weiter: Tickets vor Ort kaufen, auf dem Katamaran „Liinsand“ einchecken und nach gut zwei Stunden durch das Wattenmeer um die Insel Pellworm herum den Fähranleger von Hooge erreichen. 102 Einwohner, 1 Pastor, 1 Lehrer, 8 Schüler, 2 Erzieherinnen, Krankenpfleger, lese ich im Informationsflyer. Uns ist schon klar, dass wir in zweieinhalb Stunden bis zur Rückfahrt nur einen kleinen Eindruck von diesem ganz besonderen Eiland an der Westküste von Schleswig-Holstein bekommen. Deshalb verzichten wir auf Leihräder oder Kutschfahrt, machen uns zu Fuß auf und können uns gleich überzeugen, dass die Häuser auf Hügeln, genannt Warften, stehen. Die Backenswarft liegt direkt beim Anleger. Auf dem kurzen Weg zur Hanswarft können wir das ganze Panorama dieser Warften sehen. Ich zähle durch. Ja, es sind zehn.

Auf der Hanswarft kehren wir erst mal in der T-Stube ein, Reibekuchen mit Apfelmus, Kaffee, Tee und Hooger Kuchen. Nach kurzem Rundgang zu Königspesel, Lädchen mit Andenken, Sturmflutenkino, Heimatmuseum gibt’s noch einen Rundumblick auf Warften und Fähranleger, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Die Kirchwarft war uns schon die ganze Zeit aufgefallen. Da gehen wir doch mal hoch und auch hinein in die kleine Halligkirche. Über die Backenswarft und deren Gässchen ist es dann nur ein Katzensprung zurück zum Katamaran „Liinsand“. Wieder gut zwei Stunden Fahrt durch das Watt und am Fähranleger auf Nordstrand mit dem Bus zurück nach Husum.

Kleines Video: Von Nordstrand nach Hallig Hooge am 14. August 2018

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Hamburg mit dem Fahrrad und Thunderstorm

Vom Hauptbahnhof zum Motel One Hamburg Alster sind es nur wenige Kilometer, mit dem Fahrrad ein paar Minuten. Es ist gegen Mittag, also noch Zeit, nach dem Einchecken eine kleine Radttour zu machen. Die führt uns zunächst um die Außenalster herum bis zu Cappuccino und Muffin bei Starbucks am Jungfernstieg. Dann geht es im Höllenritt durch die Stadt zum Hafen, zunächst zum neu gestalteten Bereich um die Elbphilharmonie, den wir uns mal in Ruhe ansehen, dann bis zu den Landungsbrücken und über den Hauptbahnhof mit Thaispeise im Gepäck zurück zum Park beim Hotel. Ja, es ist schwülheiß an diesem 9. August. Da begeben wir uns doch lieber in das klimatisierte Hotelzimmer und relaxen, denn morgen soll’s ja auf große Fahrradtour bis Husum gehen. Die Fahrräder können wir in der Parkgarage sicher abstellen, dann hinauf in den 12. Stock. Und was für ein Glück, denn kaum sind wir im Zimmer angekommen, geht’s draußen los. Regen fegt waagerecht durch den kleinen Park, Äste biegen sich, die Menschen unten auf der Straße haben zu kämpfen. Aus dem Fenster von Raum 1222 sieht das so aus:
9. August 2018 19:17 Thunderstorm in Hamburg

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Nordseeküsten Radtour von Hamburg nach Husum

Nach stürmischem Höllenritt durch die morgendliche rushhour in der Hamburger City erreichen wir die Elbe bei den St.-Pauli-Landungsbrücken und radeln über Hafenstraße, Fischmarkt, große Elbstraße, Altena, Neumühlen bis zum Museumshafen Övelgönne und Käffchen am Kiosk des Elbe Camp am Falkensteiner Ufer. Blankenese bringen wir trotz heftigem Gegenwind, Sturmspuren vom Vorabend (Orkan am 9. August) in Form von dicken Ästen auf dem Fahrradweg flott hinter uns und erreichen die Wedeler Marsch. Hier wird’s richtig stürmisch. Wir sind wohl die einzigen Radfahrer auf der Strecke, bis auf einen alten Mann in Gegenrichtung, mit dem wir ins Gespräch kommen. Noch ca. 3 Kilometer gegen den Sturm, meint er, da könnten wir einkehren und auch was essen. Das muss dann aber noch nicht sein. Wir fahren entlang der Haseldorfer Binnenelbe und Mühlenwurth zum Kaffee und Pflaumenkuchen an der Hohenhorster Deichstraße im gemütlichen Café Grote. Danach geht’s mit Rückenwind zwischen Feldern und zum Teil penetrantem Gestank von Gülle gen Osten zum Hotel drei Kronen in Elmshorn und nach einem Gängelchen durch die Elmshorner City zur veganen Fastenspeise im Restaurant Peking Ente in der Schulstraße.

Wir verlassen Elmshorn in westlicher Richtung parallel zum Flüsschen Krückau und erreichen auf Deichwegen die Elbe bei Kollmar. Im kleinen Hafen liegen die Boote bei Ebbe auf Sand. Und am Himmel braut sich was zusammen. Dunkelgrau drohende Wolken. Im Hafenkiosk einkehren? Wir fahren weiter, müssen uns aber ein paar Kilometer weiter unter einem Gebüsch unterstellen. Regen und Sturm aus westlicher Richtung, nicht zu knapp. Die Äste werden mächtig gebogen. Regensachen anziehen? Wir warten mal ab. Nach einer Weile fahren wir weiter, bis zum Hafen von Glückstadt. Schönes Städtchen zum Mittagspause machen, doch drohendes Grau von oben. Ein kräftiger Schauer während der Pizzapause im Dönerimbiss und ein zweiter während Kaffee und Kuchen im Bäckereicafé am Marktplatz. Dann klart der Himmel doch tatsächlich auf und wir haben nur noch gegen Meister Sturm zu kämpfen. Der ist wirklich heftig. Beim Abstecher zum Fähranleger fegt er uns fast vom Fahrrad, aber wir wollen uns mal ansehen, was diese Fähre über die Elbe so alles aufnehmen kann. Jede Menge Autos, Campingfahrzeuge, Motorrad- und Fahrradfahrer werden auf die anderen Elbseite nach Wischhafen gebracht. Wir haben aber diesseits der Elbe noch ein paar Kilometer vor uns und die haben es in sich, kilometerweit Sturm von vorne. Mit größter Anstrengung kommen wir nur ganz langsam voran, lassen das Atomkraftwerk Brokdorf rechts liegen und sind froh, dass wir an diesem Tag nur bis St. Margarethen fahren. Der Elbblick über den Deich hinweg aus dem Zimmerfenster im Margarethenhof entschädigt uns für die höllische Sturmfahrt. In der Spätnachmittagssonne beobachten wir einen Containerriesen, womöglich den ganzen Tag über im Hamburger Hafen beladen und nun auf dem Weg zur Fahrt über den großen Teich.

Ruhig geht’s auf unsere dritte Etappe. Vor dem Margarethenhof Fahrräder klar gemacht und los geht’s bei Sonnenschein ein paar Kilometer bis zur Fähre nach Brunsbüttel über den Nord-Ostsee-Kanal, der an dieser Stelle in die Nordsee mündet. Kleines Sightseeing durch die Brunsbütteler Fußgängerzone und dann ab durch die Felder ins Landesinnere nach St. Michaelisdonn, das wir im großen Bogen um Flug- und Golfplatz herum mit einigen Steigungen umfahren. Danach geht’s eine Weile entlang der Bahnlinie, dann nach Windbergen, wo uns auf dem sonntagsruhigen Kirchplatz eine kleine Bank zum Minipicknick aus den Fahrradtaschen einlädt. Die richtige Mittagspause machen wir dann in Meldorf, einem wirklich schönen Städtchen mit Marktplatz. Einkehrmöglichkeiten können wir aussuchen, alles da. Wir bekommen im Döner Imbiss einen feinen Falafelteller. Zügig radeln wir dann zum Meer und schauen uns beim Speicherkoog im Meldorfer Hafen ein bisschen um. Die mächtige Steinskulptur soll wohl den Kampf gegen die Naturgewalten, in dem Falle Sturmfluten, symbolisieren. Wir sind inzwischen im Bereich Dithmarschen angekommen und Küstenschutz ist hier ein lebenswichtiger Faktor. Entlang der Nordseeküste strampeln wir dann auch weiter und erreichen unser Ziel Büsum, wo wir direkt im Museumshafen und der belebten Einkaufsmeile ankommen. Zum Hotel radeln wir entlang des langen Küstenstreifens mit Strandkörben am Meer, in dem gerade emsig im Watt gewandert wird. Beim Verlassen des Zentrums bin ich froh, dass unsere Unterkunft außerhalb des Trubels liegt. Ohne Gepäck geht es später noch einmal hinein zum Buddha Gemüse im Asia Restaurant, Bummel durch die quirlige Einkaufsmeile und schönen Spaziergang oben auf der Promenade zurück zu unserer „Küstenperle“.

Heute haben wir auf dem ersten Teil der Strecke ein besonderes Ziel: Wir besuchen Freunde am Wesselburener Koog. Im gemütlichen Häuschen bekommen wir ein Frühstück mit feinsten Brötchen, Hummus, überhaupt mit allem, was das Veganerherz begehrt. Unmittelbar danach gehts ein paar Kilometer über den Deich am Eidersperrwerk und bei Vollenwiek hinein ins Land durch Garding, Katharinenheerd und eine ganze Weile durch Felder mit Güllegestank. „Mach mal Pause“ lesen wir plötzlich an der Eingangstür eines am Weg stehenden Hauses. Es ist die Schankwirtschaft Schmeerkrog südlich des kleinen Ortes Uelvesbüll. Pause. Warum nicht? Eine Kleinigkeit essen geht auch schon wieder. Tee mit frischer Minze aus dem Garten und Kornspitzbrötchen mit veganem Schmalz vom regionalen Betrieb „Zwergenwiese“. Zweifach gestärkt erreichen wir mühelos das idyllische Städtchen Husum. Unser Hotel „Altes Zollamt“ ist ein wunderschön restauriertes historisches Gebäude und prima genutzt, doch beim Betreten unseres gebuchten Standardzimmers schauen wir einander ratlos an. Wohin mit unserem Gepäck? Mit Doppelbett ist der Raum bereits voll. Ich gehe runter zur Rezeption und wir können gegen Aufpreis von der „Grauzone“ umziehen in den „Großcontainer“. Zwar ein bisschen groß, aber sehr schön für zwei Nächte. In „Alex Kitchen“ in der „Roten Pforte“ gibt’s vegane Burger mit Backofenkartoffeln, Salat und IngwerZitronenCocktail, später dann ein abendliches Gängelchen zum Husumer Schloss und durch die Gassen vorbei am Haus von Theodor Storm, dem großen Sohn der Stadt, zurück zum „Alten Zollamt“ am Hafen.

Fazit unserer Radtour in vier Etappen von Hamburg nach Husum:
Die Radwege waren zum Teil in erbärmlichem Zustand, wir nannten sie irgendwann Hoppelstrecken. Beim Durchfahren von Feldern war der Güllegestank stellenweise unerträglich. Das Frühstück in den Hotels war für uns Veganer in jedem Falle eine Enttäuschung. Dabei wäre es so einfach, anstatt Rühr- und Spiegelei ein paar Scheiben Aubergine, Paprika oder Zucchini anzubraten und vegane Aufstriche des regionalen Herstellers „Zwergenwiese“ anzubieten. Landschaftlich war die Tour durchweg schön mit interessanten Zwischenstopps schönen Städten (Glückstadt, Meldorf, Husum), in Häfen, an Sperrwerken und Fähranlegern, zum Beispiel dem auf Nordstrand, von dem wir einen Tag später eine Schiffstour zur Hallig Hooge machten.

Tracks zur Tour:
10. August 2018 Hamburg – Elmshorn
11. August 2018 Elmshorn – St. Margarethen
12. August 2018 St. Margarethen – Büsum
13. August 2018 Büsum – Husum

Hamburg mit Thunderstorm am 9. August 2018

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„Ein Lied in Gottes Ohr“

Wird hier die Ringparabel aus Lessings „Nathan der Weise“ neu interpretiert? Das fragte ich mich, als ich die Informationen las. Schon allein das war ein Grund, „Ein Lied in Gottes Ohr“ anzusehen, und zwar am vergangenen Sonntag im Retrokino „Roxy“ im Dortmunder Norden. Regisseur und Drehbuchautor Fabrice Éboué spielt selbst den Musikproduzenten Nicolas, der unbedingt einen Hit produzieren muss, um seinen Job zu behalten. Zusammen mit Assistentin Sabrina entwickelt er eine Idee jenseits von PopTamtam, HerzSchmerz und JammerRap. Nach dem Motto „Treffen sich ein Christ, ein Jude und ein Moslem“ inszeniert er die Band „Koexister“ mit dem schrägen Imam Moncef, dem depressiven Rabbiner Samuel und dem ständig lächelnden Priester Benoit. Schnell ist ein Song kreiert, der ein Chartstürmer werden soll.

Wenn diese drei Vertreter ihrer Religionen jedoch zusammen einen Hit landen sollen, kommen urkomische Situationen dabei heraus, zum Beispiel wie Rabbi Samuel auf der Bühne zur ausgeflippten Rampensau wird, Sabrina den katholischen Priester vorführt und eine Burkafrau auf die Frage, ob’s hier zum Maskenball gehe, antwortet: „Ich wohne hier, du Blödmann“. Alle kriegen ihr Fett ab in dieser witzigen Komödie. Wie schön, wenn sich religiöse Vorbehalte in herzlichem Lachen auflösen.

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Lippefähre „Lupia“

Die Stadt Hamm liegt an der Lippe und seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, diesen Fluss auf der Lippefähre „Lupia“ zu überqueren. Um diese Attraktion zu erreichen, fahren wir vom Hammer Norden aus mit dem Fahrrad entlang des Kanals in östliche Richtung, zunächst bis zum Kurhausgarten, an diesem Sonntag Start und Ziel der Radfahrer, die beim Sattelfest die autofreie Tour von Hamm nach Soest und zurück machen. Eine gute halbe Stunde Freddy Pieper beim Musikpavillon zuschauen und -hören und weiter den Weg am Kanal und dann durch die Lippeaue direkt zur Anlegestelle der „Lupia“. Die kommt gerade aus der Gegenrichtung zuück. Fahrräder draufschieben, Tor schließen, sich selbst mit der Kette über das Gewässer ziehen und beim Schloss Oberwerries ankommen. Für die Rückfahrt wählen wir den Radweg nördlich der Gewässer.

Track der kleinen Radtour: Vom Hammer Norden zur Lupia

Freddy Pieper im Kurhausgarten

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„Auf der Suche nach Ingmar Bergmann“

Margarethe von Trotta befindet sich am felsigen Strand, schaut auf die Brandung und erzählt, während das Bild allmählich in eine Filmszene übergeht. Regisseurin Trotta erklärt. Strand in der Totalen, dunkle Wolken, schwarzer Vogel. Gesicht in Nahaufnahme, Max von Sydow schlafend zwischen Steinen. Schachfiguren überblendet von Brandungswellen. Ein Bild, wie ich es von Ingmar Bergmann kenne.

Mit diesem fulminanten Intro beginnt von Trottas Dokumentation. Ich sitze im schönen rotgepolsterten Sessel des alten Weisshaus Kinos in Köln Sülz und folge der Regisseurin „Auf der Suche nach Ingmar Bergmann“. Im Paris der Sechziger „Das siebente Siegel“, Gespräche mit Filmemachern, Bergmanns Schauspielern, allen voran die unvergleichliche Liv Ullmann, Menschen aus seinem Leben und mit seinen Kindern. Dazwischen immer wieder persönliche Erinnerungen von Trotta und Szenen aus Filmen des Meisters. Schließlich Abschied und Tod auf der kleinen Insel Farö.

Was ich mitnehme aus diesem Film? Das Bild eines filmschaffenden Genius, unglaublich nah bei seinen Schauspielern, der den Mut hatte, spektakulär Tabus zu brechen und großartige Werke geschaffen hat. Und Ingmar Bergmann der Zerrissene zwischen abgrundtiefer Einsamkeit, Suche nach seiner Kindheit, dem Sinn des Lebens und nach Gott, ein Mensch mit Angst, Unsicherheit und Liebe, beharrlich seine künstlerischen Ziele verfolgend.

Am 14. Juli 2018 wäre Ingmar Bergmann 100 Jahre alt geworden.

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Kulturkirche in Köln-Nippes

Auf dem Gängelchen durch Köln-Nippes stehe ich plötzlich vor dieser evangelischen Kirche, in der über die kirchlichen Veranstaltungen hinaus ein ausgewähltes Kulturprogramm angeboten wird. Hier habe ich eine Solidaritätsveranstaltung der LitCologne 2010 für Liao Yiwu erlebt. Der chinesische Autor sollte eigentlich aus seinem Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“ lesen, durfte jedoch nicht ausreisen. Ich erinnere mich an eine Lesung in der besonderen Atmosphäre dieses Kirchenraum, moderiert von Roger Willemsen:

„Ich habe getan, was ich konnte…“

Liao Yiwu durfte übrigens im selben Jahr zur Frankfurter Buchmesse ausreisen, hier am 8. Oktober 2010 (letztes Bild unten rechts):
Frankfurter Buchmesse 2010

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Die Eigelsteintorburg

Schon zu Römerzeiten führte eine Straße vom Norden in die Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Heute heißt sie Neusser Straße und führt über den Ebertplatz zum Eigelsteintor, erbaut im Mittelalter als Teil der Kölner Stadtmauer, auch Eigelsteintorburg genannt. Ich gehe hindurch und befinde mich auf dem Eigelstein. Sehr freakig da, große und kleine Läden, deutscher und türkischer Supermarkt, Gasthäuser. Eins davon ist das Brauhaus „Em Kölsche Boor“, benannt nach der Reliefskulptur auf der Südseite des Durchgangs. Ein Kölner Bauer in mittelalterlicher Kleidung mit Dreschflegel und Sense, darunter die Inschrift: „Halt fass do kölscher Boor, bliev beim Rich, et fall sös ov sor“ („Halt fest, du kölscher Bauer, bleib beim Reich, es fällt süß oder sauer“). Dieser „Kölsche Boor“ ist wohl der Vorläufer des traditionellen Kölner Bauern, zur Karnevalszeit Mitregent im Kölner Dreigestirn, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau.

Meine kleine Eigelsteintour 2014
„Hanak“ beim Straßenfest am Eigelstein 2017
Das Severinstor
Besuch beim Kölner Künstler Siegfried Glos „Das alte Köln“

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