Radtour von Berlin nach Kopenhagen

Di 3. August. Die Radtour von Berlin nach Kopenhagen war für den Sommer 2020 geplant und gebucht, musste jedoch wegen Corona abgesagt bzw. die Unterkünfte storniert werden. Mit Doppelimpfung haben wir uns in diesem Jahr getraut, die Sache noch mal anzugehen, Bahnfahrt nach Berlin, Hotels in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, an der dänischen Ostseeküste sowie in Kopenhagen sowie Bahnfahrt von Kopenhagen über Hamburg und Münster gebucht. Am Brandenburger Tor geht es am 3. August 2021 gegen Mittag los unserem ersten Ziel Oranienburg entgegen. Wir radeln in nördliche Richtung durch das Regierungsviertel mit Reichstag und Kanzleramt.

Die Havel nördlich von Spandau

Die Stadt verlassen wir durch den Mauerpark und erreichen einen schönen Radweg am Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal. Nach erstem Picknick auf einer feinen Bank am Wasser überqueren wir die Havel, an deren Ufer wir nördlich entlang des Spandauer Forsts fahren. Den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Kopf schweben wir durch das Havelland, lassen uns am Wasser von einer schönen Skulptur aus Baumstämmen inspirieren und erreichen nach zweitem Picknick an der Kirche in Birkenwerder unser heutiges Ziel, das Stadthotel Oranienburg.

Das liegt etwas abseits der Oranienburger Innenstadt mit Schloss und Park. So radeln wir noch mal los in die Altstadt zum feinen veganen Abendessen auf dem Bötzower Platz beim indischen Restaurant Mira. Es gibt Salat, indische rote Linsensuppe, Blumenkohl in Kichererbsen Teigmantel und noch mal Blumenkohl mit frisch gekochten Kartoffeln in extrem lecker gewürzter Soße auf Rechaud mit Reis.

Mi 4. August. Wir befinden uns an der Oberhavel im Ruppiner Seenland. Ein schöner Radweg führt eine ganze Weile entlang des Oder-Havel-Kanals. In der Nähe von Liebenwalde wird’s dann allerdings ungemütlich auf einer Strecke mit zwar schönem alten, jedoch für Radfahrende fiesem Naturpflaster, das für uns nur einen schmalen befahrbaren Streifen freilässt. Ziemliche Hampelei mit den Gepäcktaschen. Es wird aber wieder besser, als wir einen Weg am Kanal erreichen.

Dorfkirche von Krewelin

Über den Kanal hinweg bekommen wir an einer Stelle einen schönen Blick auf die Dorfkirche von Krewelin. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir den Marktplatz von Zehdenick, wo wir uns das günstige Mittagsmenü beim indischen Restaurant Raj mit Süppchen, Curry und Reis gönnen. Für den Abend nehmen wir gleich noch beim Schnellimbiss asiatisches TakeAway mit, Gemüse und Kokossoße, weil wir nicht wissen, wo wir heute Abend vegan essen können.

Ankunft neben der Markthalle beim Gut Boltenhof

Das Hotel liegt nämlich etliche Kilometer von Fürstenberg entfernt. Doch jetzt erst mal weiter. Wir sind ungefähr auf der halben Strecke und tangieren ein gut besuchtes Industriedenkmal im Ziegeleipark Mildenberg. Herrn von Ribbeck im Kopf radeln wir an Seen und durch Brandenburger Wälder, teilweise über Stock und Stein, sprich Baumwurzel und altes Straßenpflaster. Über so eine Holperstrecke müssen wir auch bei der Einfahrt zu unserem heutigen Ziel überwinden. Das Gut Boltenhof befindet sich in freier Natur, ein Ort der Kunst, Meditation und Erholung.

Letzteres für uns heute nach 67 Kilometern Radfahren. Die Hotelzimmer befinden sich im Gutshaus, jedes hat einen besonderen Namen wie Storchennest, Eichhörnchenkobel, Mauseloch. Wir wohnen für eine Nacht im Schneckenhaus. Unsere Fahrräder sind übrigens in einem ehemaligen Kuhstall untergebracht. An die ehemaligen Bewohner erinnern die von Kindern gemalten Bilder an der Wand, Kühe auf grünen Wiesen unter Obstbäumen.

Klosterruine in Himmelpfort

Do 5. August. On the road again nach dem Frühstück in der Holtenhofener Markthalle. Über Bredereiche kommen wir an einen Ort, wo wir unbedingt anhalten müssen, touristisch, aber auch sehr schön, mit Schleuse, Anlegeplätze und Badestellen im See und Überreste eines Zisterzienserklosters. Der Ort heißt Himmelpfort, ist nämlich berühmter Sitz des Weihnachtsmannes, an dessen Adresse Weihnachtspostfiliale, 16798 Himmelpfort die Kinder aus aller Welt jedes Jahr ihre Wünsche schicken können und auch Antwort erhalten. Himmlisch.

Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

Nördlich von Fürstenberg müssen wir gleich noch mal anhalten, um auf eine lange Baracke hinunterzuschauen. Ich muss unwillkürlich an die Prager Journalistin Milena Jesenská denken, die seit 1941 hier im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück inhaftiert war und 1944 hier im Lager starb. Ihr Freund Franz Kafka, dessen „Briefe an Milena“ zu den berührendsten Werken der Literatur gehören, war zu dem Zeitpunkt bereits 20 Jahre tot. When will they ever learn?

Was war mit den Wünschen an den Weihnachtsmann? Bitte, nie wieder Krieg, geht mir durch den Kopf, als wir durch schöne Waldstücke und Orte mit huckeligem Kopfsteinpflaster den Mecklenburger Seen entgegenradeln. Unterwegs erfreuen wir uns an einem Bäckerladen mit leckerem Pflaumenkuchen und immer wieder an Feldern mit üppig gelb blühenden Sonnenblumen. Wenn jetzt noch der Koch in unserem Hotel Café Prälank jenseits der Speisekarte veganes Essen für hungrige Radfahrer zubereiten kann, wäre das eine echt schöne Überraschung. Und ja, wir bekommen einen liebevoll angerichteten Teller mit Bratkartoffeln, lecker Grillgemüse und Salat.

Schöne Badestelle am Granziner See

Fr 6. August. Auf nach Waren, heißt es heute nach morgendlichen Irritationen um die Hotelbuchung am Müritzsee, die sich aber nach dem Frühstück auflösen. Alles klar, das Hotel am Bahnhof ist bestätigt. Wie an den Tagen zuvor spielt das Wetter mit und los geht’s durch Wald und Felder durch Userin zum Fotostopp an der Useriner Mühle und schönem Badeplatz am Useriner See. Über Stock und Stein, schmalen Streifen aus Betonplatten sowie hoch und runter auf dem Waldweg nähern wir uns dem Müritz Nationalpark.

Beim Schliemann-Museum Ankershagen

Plötzlich schauen wir hinunter auf eine schöne Stelle am See. Es ist zwar noch nicht Brotzeit, doch dieser Anblick verführt uns auf eine Bank. Wir gehen hinunter, um diesen traumhaften Ort mit Schilf, Steg und Spiegelungen im Wasser in Ruhe auf uns wirken zu lassen. Picknickpause gibt’s dann später auf einem ruhigen Platz neben einer Kirche. Auf der anderen Straßenseite steht ein riesiges Pferd aus Holz. Ich gehe hinüber und lese, dass es zum Schliemann Museum gehört. Ja klar.

Reetdachhaus in der Nähe von Kargow

Das trojanische Pferd kann uns nun beim Picknicken zuschauen, bevor wir wieder aufsatteln und unserem heutigen Ziel entgegen radeln. Ein paar Kilometer vor dem Ziel gönnen wir uns noch eine Popokühlpause an einer Wegbiegung nahe Kargow mit langgestrecktem Reetdachhaus. Es scheint leer zu stehen und schon mal bessere Zeiten erlebt zu haben. Jedenfalls finden wir neben der Bank ein Holzschild mit eingedrucktem Infotext zum Fernradweg von der deutschen zur dänischen Hauptstadt.

Hafen in Waren am Müritzsee

Dass die Tour durch hügelige Endmoränenlandschaft führt, haben wir schon gemerkt, auch dass die Havel uns seit Beginn der Tour begleitet. Die Strecke bis Rostock, Fährfahrt nach Gedser und Radweg über die dänischen Inseln Falster, Møn und Seeland haben wir noch vor uns. Danke für die Info und die Ruhe an dieser Stelle, bevor uns ein paar Kilometer im Hafen von Waren touristische Hektik empfängt. Etwas irritiert schieben wir unsere bepackten Räder über Straßen und Plätze mit Kopfsteinpflaster hoch in die Altstadt.

Auf dem Weg zum Hotel am Bahnhof entdecken wir noch Lenk’s Restaurant, dessen vegane Angebote auf der Speisekarte wir schon auf der Homepage gefunden hatten. Auf jeden Fall ein Tischchen im Innenbereich reservieren. Nach Einchecken, Fahrrad einschließen und Relaxen laufen wir noch mal los, machen in der Fußgängerzone noch ein paar Einkäufe und freuen uns an Süßkartoffel Mango Süppchen, Spagetti und Linsencurry.

Krakow am See

Sa 7. August. Wer weite Strecken mit dem Fahrrad zurücklegt, braucht für unterwegs ausreichend Verpflegung. Da freut es uns doch besonders, dass wir uns gleich neben dem Hotel beim Bäcker versorgen können mit Knüppel, anderes Wort für Brötchen, und Kuchen. So können wir den viele Kilometer langen geschotterten Waldweg, Baumwurzeln, Steigungen und grobes Pflaster in den Orten besser verkraften. Picknickpausen machen wir an der Krakower Chaussee in Linstow und in der Mittagssonne auf dem Krakower Marktplatz. Danach geht’s weiter. Wald, Wald, Wald. Steigungen, viel zu kurze Abfahrten.

Marktplatz in Güstrow

Kurz vor unserem heutigen Ziel Güstrow machen wir noch eine ausgedehnte Ruhepause auf einer Bank am Inselsee und schauen dem lustigen Badetreiben vor allem von Familien mit Kindern zu. Sehr schön hier. Und noch schöner, als wir dann im Ringhotel Altstadt einchecken und uns ein Stündchen auf dem Bett ausstrecken können und ein Tischchen für das Abendessen im Ratskeller reservieren können. Vom Hotel zum Restaurant auf dem Marktplatz sind es nur ein paar Schritte.

verlassenes Häuschen in Güstrow

Die Holpertour im Sattel hängt uns doch noch ein wenig in den Knochen. Tut gut, dann gemütlich am Tisch zu sitzen und sich Spaghetti alio olio mit Oliven, vegetarische Pizza, lecker Salatteller und Köstritzer servieren zu lassen. Ein bisschen Sightseeing machen wir noch auf dem Rückweg zum Hotel. Vor einem kleinen Häuschen bleibe ich stehen, sicherlich schon vor langer Zeit verlassen, hatte wohl irgendwann noch eine rechte Hälfte und doch lacht es mich an. Übrigens: Es ist grün.

Bützow kurz vor dem Regenschauer

So 8. August. Frühstück ist im Ringhotel Güstrow für uns Veganer etwas mehr als das Übliche. Außer Kaffee, Brötchen, Marmelade finden wir am Buffet vegane Becel, Obstsalat, Haferflocken. Jedoch, warum nicht Tofu statt Wurst, Käse und Schinken sowie in den Wärmebältern statt Rührei mit Speck gegrilltes Gemüse, frage ich mich. Unsere Corona bedingte Frühstückszeit ist von 7:45 bis 8:45, es besteht Abstands- und Maskenpflicht, außer beim Essen am Tisch. Danach packen, auschecken und zu den Rädern.

Bei Schwaan auf dem Weg nach Rostock

Die holen wir aus der Garage, montieren die bewährten wasserdichten Ortlieb Fahrradtaschen am Gepäckträger und auf geht’s zur letzten Etappe in Deutschland, in die Stadt des rührigen Bürgermeisters Claus Ruhe Madsen, dessen Erfolg mit unbürokratischem Corona Management überregional Beachtung fand. Auf dem bequemen Radweg am Kanal entlang vermuten wir eine Flachetappe mit wenigen Anstiegen, den Wind nehmen wir in Kauf. Der beschert uns allerdings eine dicke Regenwolke, die sich in Bützow zu entleeren beginnt.

Brunnen der Lebensfreude am Rostocker Uniplatz

Wir retten uns flugs unter ein leeres Carport und ziehen in Ruhe die Regenhose, -jacke und -überschuhe an. Als die Eigentümer zurückkommen, zeigen sie sich großzügig und meinen, wir sollen bei dem Guss noch ein bisschen im Trockenen warten. Dann aber weiter. Irgendwann ist der Schauer zu Ende. Wir finden einen schönen Pavillon zum trockenen Picknick am Radweg, machen ihn aber bald frei für weitere suchende Radler und schweben zügig nach Schwaan. Kurzer Fotostopp und weiter.

Rostocker Altstadt mit Galerie und Peter Pane

Das Motel One Rostock erreichen wir gegen 13:30. Für die Fahrräder ist ein Bereich in der Tiefgarage vorgesehen, von dem wir nach dem Einchecken mit Impfnachweis via Aufzug direkt in den 5. Stock und zu unserem Zimmer gelangen. Das Hotel liegt neben dem Kröpeliner Tor am Rande der City mit Fußgängerzone, durch die wir direkt in die Altstadt bummeln können. Da entdecken wir auch gleich den Ort für unser Dinner, das Restaurant Peter Pane mit veganen Burger Menus auf der Speisekarte. Gleich einen Tisch für später bestellen und ab zum Rostocker Hafen.

Rostocker Hafen

Da hat uns die Tourihektik wieder voll erwischt. Die schönen Blicke auf historische Gebäude und Schiffe gleichen das aber allemal aus, faszinierendes Ambiente mit Livemusik in der Madsen Stadt. Und Ruhe haben wir dann wieder in Peter Panes hinterster Ecke mit Trüffelfeeburger, Fritten und Mangominzlimo. Das Mahl hat zum Dessert ein köstliches Schokoküchlein verdient, mit Schokokern und Kirschkompott.

Mo 9. August. Für das Frühstück haben wir uns um 7:30 angemeldet und setzen uns gemütlich in eins der wegen Corona bereitgestellten Kabäuschen. Am Buffet werden Abstand, Maske und Plastikhandschuh gefordert. Bevor wir losdüsen, besorge ich noch Verpflegung bei Denns und Netto im Köpeliner Einkaufszentrum und dann ab durch die City am Hafen vorbei auf die andere Seite der Warnow 12 Kilometer zum Überseehafen.

Auf der Autofähre Scanlined Hybrid und Wind parken wir unsere Räder im markierten Bereich zwischen den Autos und suchen uns oben im großen Raum einen Platz mit Aussicht, nach der Abfahrt gegen 11:15 nur noch die Ostsee. Pflicht eine Maske zu tragen wird von vielen Deppen ignoriert. Sie haben sie entweder unter Nase hängen, am Kinn, am Arm oder ganz cool in der Hosentasche. Wenn sie wenigstens irgendwo sitzen bleiben würden, nein, sie demonstrieren ihre Blödheit mit Rumrennen und laut ins Smartphone quatschen. Wir sind erleichtert, als wir nach zwei Stunden in Gedser auf der dänischen Insel Falster die Fähre verlassen und düsen gleich los Richtung Norden.

Nach einigen Kilometern finden wir in Skelby einen schönen Picknickplatz und am Guldborgsund machen wir noch einen kurzen Fotostopp. Dann fahren wir zum Hotel Nykøbing Falster Vendrehjem, wo wir ein Zimmer mit Terrasse bekommen. Es liegt außerhalb, deshalb radeln wir zum Essen noch mal los in die City von Nykøbing, wo wir einen schönen Draußenplatz finden. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße und vegetarische Pizza.

Di 10. August. Es gab eine Irritation um die heutige Übernachtung in Stege. Motel Stege hatten wir versehentlich für September gebucht und heute ist es ausgebucht. Bei booking.com buchen wir kurzfristig ein Zimmer im Hotel Stege Nor, mal sehen. Erst mal frühstücken mit leckeren Brötchen, unserem mitgebrachten becel vegan und köstlichem Pflaumen- und Erdbeerkompott. Räder satteln können wir direkt auf unserer ebenerdigen Terrasse.

Die in Rostock eingekaufte Verpflegung reicht für heute, sodass wir gleich in südöstliche Richtung losfahren können zur Ostseeküste. Durch Felder und kleine Orte führt der Radweg, ist meistens schön glatt zu fahren und informiert vor allem an Abbiegungen mit kleinen blauen Schildern zum Radweg nach Kopenhagen. Das ist als zusätzliche Sicherheit zu unserem Navigationssystem recht angenehm. In einem Wäldchen erreichen wir schließlich die Ostseeküste am Ulslev Strand.

Ostseeküste in der Nähe von Generalens Lysthus

Zwischen Bäumen gehen wir hinunter zum Strand und schauen erst einmal fasziniert in die Brandung. Und es wird noch viel schöner. Wir fahren durch den Wald mit permanentem Ostseeblick zur Rechten. Ab und zu halten wir an, gehen hinunter, balancieren über Steine und schauen über das Wasser bis zum Horizont. Zwischendurch tangieren wir ein Ferienhaus für Jugendliche, die gerade mit Gepäck ankommen. Ansonsten erleben wir Natur pur. Ein großartiges Stück Ostseeküste.

Fähre von Stubbekøbing nach Bogø

Bei Hesnaes Havn verlassen wir die Küste und fahren einige Kilometer durch den Wald und erreichen den Ort Stubbekøbing. Da steht eine Fähre bereit zur Überfahrt samt Fahrrädern auf die Insel Bogø. Die erreichen wir in einer knappen Viertelstunde und fahren einige Kilometer über den Damm auf sehr schmalem Streifen am Fahrbahnrand, rechts und links begleitet von heftigem Straßenverkehr. Kein Fahrradweg. Das kann bei Wind sowie Lärm- und Abgasbelästigung von PKW und LKW nur ein Höllenritt werden.

Pause bei der Fanefjord Kirke in Askeby auf Møn

Danach auf dem Radweg wird’s wieder bedeutend ruhiger. Für die redlich erradelte Pause finden wir einen wunderbaren Platz an der Fanefjord Kirke in Askeby an der Spitze des Fanefjords. Da lassen wir es uns erst mal richtig gut gehen mit Rostock Verpflegung aus der Fahrradtasche und schauen auf den Fjord und anderen Radlern auf Kopenhagen Route bei Vorbeiflitzen zu. Nur, so schön es hier auch ist, irgendwann müssen wir weiter zum heutigen Etappenziel in Stege, auf das wir ziemlich gespannt sind.

Rytsebaek Strand mit Blick auf die Klippen von Møn

Eigentlich wollen wir bis Stege zügig durchfahren, doch als wir wieder die Ostseeküste erreichen, entdecken wir von der wenig befahrenen Straße einen Strand, zugänglich über eine steile Treppe. Da gehen wir doch mal runter und werden mit Brandung und einem Panorama bis zu den Klippen am Südzipfel von Møn belohnt. Und Überraschung! Zwei nette Frauen, die wir vom Nykøbing Hotel kennen, kommen die Treppe hinunter. Freudiges Hallo! Sie sind mit dem Auto unterwegs nach Kopenhagen.

Stege ist in Reichweite und wir haben seit der Abfahrt in Nykøbing fast siebzig Kilometer weggestrampelt, doch es gibt noch einige Anlässe zu Fotostopps. Da ist ein bizarr gewachsender Baum hoch über dem Strand und ein Einzelkämpfer am Straßenrand in der Nähe von Hjelm scheint darauf zu warten, fotografiert zu werden. Verstehe! Ich halte an und bleibe mitten auf der Straße stehen, das geht hier!

Altstadt von Stege

Endlich in Stege angekommen. Am Hafen bleiben wir noch kurz stehen wegen der Orientierung. Wir durchqueren die langgezogene Altstadt, fahren noch ca. 1,5 Kilometer weiter und finden das Hotel Stege Nor, Überraschung in allen Bereichen, herzliche Begrüßung durch einen unglaublich symathischen Besitzer, der uns erst mal einen Kaffee macht, und ein großes helles Zimmer mit separater Dusche und WC. Das Ambiente finde ich umwerfend, die Treppe mitten im großen Empangs- und Frühstücksraum ist der Knaller.

Hotel Stege Nor

Über die große Terrasse hinweg blicken wir direkt auf ein Gewässer. Die Ostsee? Nein, das Binnengewässer Stege Nor, nach dem ja wohl das Hotel benannt ist. Nach Chillpause auf dem Bett mit hervorragendem WLan kommt die tägliche Frage: Wo bekommen wir zum Dinner veganes Essen? Unter einigen Möglichkeiten entscheiden wir uns für das Restaurant Beirut, das zwar im Netz als Café und Pizzeria präsentiert wird, doch libanesisch lässt hoffen. Also radeln wir wieder los.

Hafen in Stege und Kirche

Das Beirut liegt in der Nähe des Steger Hafens an der sogenannten Hauptstraße. Zwei Plätze? Kein Problem, sucht euch einen Tisch aus. Wir nehmen einen am Fenster. Für die Speisekarte in dänischer Sprache brauchen wir Hilfe. Das geht mit einer der Mitarbeiterinnen in englischer Sprache, die versteht, was plantbased bedeutet. Sie stellt uns ein nettes Ensemble aus Tabulé, Hummus, BabaGanoush und Naanbrot zusammen. Wegen Radlerhunger ergänzen wir noch Fritten groß. Ein richtiges Festmahl.

Kirche an der Kostevey auf Møn vor der Brücke nach Kalvehave

Mi 11. August. Wir satteln die Räder und verabschieden und nach einem rundum gelungenen Aufenthalt in Stege. In einer Bäckerei an der Hauptstraße decken wir uns noch mit Verpflegung für unterwegs ein, verlassen den Ort auf stark befahrener Straße. Die Kostervey führt hinauf auf eine Brücke. Obwohl wir gegen gegen den Wind ankämpfen müssen, kann ich an einem Getreidefeld mit Kirche nicht ohne Fotostopp vorbeifahren. Zu schön, dieses Bild, zu eindrucksvoll das Gelb, das mich an Exupérys kleinen Prinzen erinnert,

Brücke von Møn nach Kalvehave

„Das Gelb der Weizenfelder wird mich an dich erinnern“, heißt es im Text, und im Kontrast das Weiß und leuchtende Rot des Kirchenbaus. Das schöne Bild im Kopf kämpfen wir auf einer lange Steigung weiter gegen kräftigen Wind sowie Autolärm und -abgase hinauf auf eine Brücke, wo wir die Insel Møn verlassen und hinunterblicken auf die andere Seite mit Panoramablick auf den Hafenort Kalvehave. Wir sind richtig froh, als wir dann dort ankommen und hoffen auf eine ruhige Weiterfahrt.

Picknick an der Lillemerksvey in der Nähe von Praestø

Jetzt erst mal einige Kilometer wegradeln, damit wir weiterkommen, bis Rødwig ist es noch eine beträchtliche Strecke. Wir fahren durch Felder und kleine bis kleinste Orte, bis uns der Hungerast erwischt. An einer Ecke in der Lillemarksvey finden wir einen geeigneten Platz mit Tisch, auf dem wir unsere Schätze einschließlich Bolletüte vom Steger Bäckerladen auspacken. Von weitem sehen wir ein Gewässer und gleich gegenüber weist das blaue Schild auf den Radweg hin.

Faxe Bucht

Der geht nach links weiter zunächst durch die Felder. Bei Faxe halten wir noch mal an. Da haben wir nämlich wieder die Ostsee in voller Breite bis zum Horizont. Wir setzen uns auf eine Mauer und lassen die Brandung eine Weile auf uns wirken. Wie werden wir später zu Hause dieses Panorama vermissen! Inzwischen ist eine iMessage von der Stevns Klint Strandpension bei mir angekommen, der Schlüssel zu unserem Zimmer liegt ab 14 Uhr bei der Rezeption des Hotels Rødvig Kro & Badehotel bereit. Alles klar.

Hafen in Rødvig

Ab 14 Uhr steht da, wir können also in Ruhe weiter fahren. Einige Kilometer sind noch wegzuradeln. Der Mann an der Rezeption telefoniert gerade und lässt sich Zeit. Ich frage die vorbeilaufenden Serviceleute, ob ich denn wenigstens hier richtig bin. Bin ich. Als er dann endlich fertig ist und ich auf die iMessage zu sprechen komme, wird er richtig freundlich, gibt mir den Schlüssel zum Zimmer 25, gibt mir Infoflyer zu Stevns Klint Strandpension und zur Umgebung samt Klippen und Kreidefelsen. Erinnernd an das Wäschepaket in Norkøbing frage ich, ob denn das alles da sei.

Leuchtturm im Hafen von Rødvig

Alles sei im Zimmer vorhanden, meint er, selbst ein Hairdryer. Er erklärt auch, wo wir die Fahrräder unterbringen können. Wir fahren ca. 400 m zur Pension und finden alles wie angekündigt, bis auf den Hairdryer. Den finde ich weder in unserem noch im Gemeinschaftbad. In den dänischen Hotels bisher gab es den nämlich auch nicht. Na gut! Chillen auf dem Bett und zu Fuß zurück zum Strand und zum Hafen. Wirklich schönes Städtchen, dieses Rødvig. Unser heutiges Dinner besteht aus Fritten und Salat in einem Hafenbistro. Danach noch ein Gängelchen auf die Mole und zum Leuchtturm und ab zur Pension und in die Koje.

Rødvig vom Steilufer

Do 12. August. Vor dem Frühstück im Rødvig Kro & Badehotel ist noch Zeit für ein Gängelchen hinten durch den Garten hinaus. Natur pur. Eine steile Treppe führt hinunter zum Wasser. Ich gehe kurz runter und wieder hoch. Die Morgenstimmung hier oben am Rand des Steilufers ist unglaublich schön. Ich versuche sie einzufangen. Da ist einerseits der Blick über das Ufer hinweg auf die Ostsee, andererseits der auf den verschlafenen Ort. Ein richtig schönes Schlussbild von Rødvig.

Kirche am Steilhang in Hølerup

Nach dem Frühstück heißt es gleich wieder „on the road again“. Bevor wir den Ort verlassen, wird jedoch noch im Supermarkt Brugsen die Verpflegung für die Etappe nach Køge gesichert. Das Wetter ist super, wie eigentlich an jedem Tag bisher, das heißt, die Jacke bleibt in der Tasche. Nach ein paar Kilometern biegen wir von der Straße nach rechts ab zur Kirche in Hølerup. Diese Kirche am Rande eines Steilhangs ist inzwischen nur noch Touristenattraktion, denn sie ist nicht mehr komplett.

Stevns Klint Kreideabbau

Bei einem Erdrutsch im Jahre 1928 stürzte ein großer Teil des Gebäudes ins Meer. Von der Galerie haben wir den Blick auf die Ostsee und auf den Kreidefelsen Stevns Klint, inzwischen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Einige Kilometer weiter haben wir gleich ein zweites Highlight an der Ostseeküste, den Stevns Leuchtturm, auch diese Stelle mit Galerie und Blick über die Steilküste hinweg auf das Meer. Last but not least halten wir später an einer Stelle an, die nicht durch Tourianwesenheit auffällt. Von der Straße aus ist ein großer weißer Bereich zu sehen, an dem wohl Kalk abgebaut wird oder wurde. Wir fahren die Serpentinen hinunter bis zum Meer und stehen vor wirklich eindrucksvollen Kanten und Bergen aus Kalk, spektakuläre Impressionen.

Vallø Slot bei Køge

Jetzt aber auf die Räder und weiter Richtung Køge. Irgendwann wird es Zeit für unser Picknick, doch es scheint nirgends einen geeigneten Platz mit Tisch zu geben. Schließlich halten wir in Støby an der Kirche an, denken hier wird’s doch wohl wenigstens ein Bänkchen geben. Nix. Beim Rumgucken finden wir einen Sportplatz mit dem Draußenbereich beim Vereinsheim. Ein Mann mit langem weißen Bart sitzt darin, ich frage, ob wir an einem Tisch picknicken dürfen, er nickt.

historisches Haus in Køge

Beim Abschied wünschen wir ihm noch einen schönen Tag, er uns auch. Schöne Begegnung. Auf der Weiterfahrt machen wir kurz vor Køge eine Entdeckung, ein Schloss. Wir gehen ein Stückchen in die Allee im Schlosspark und fahren weiter. Als wir schon die Straße in die Stadt erreicht haben, das heißt nur noch einige hundert Meter bis zum Hotel Niels Juel beim Hafen, kriegen wir noch einen heftigen Regenguss ab. Unter einem Baum mit Regenschirm warten wir den Schauer ab. Auf dem Hotel Parkplatz können wir auch die Räder parken.

Haus mit Hexe auf dem Scheiterhaufen in Køge

Für das Dinner haben wir uns das Restaurant Chiang Mai Thai ausgeguckt. Das ist direkt im Hafen. Es gibt Frühlingsrollen und Chop Suey. Danach gehen wir noch über die Bahnlinie hinweg in die Altstadt mit großem Marktplatz und Ladenstraßen sowie einigen historischen Gebäuden aus dem Mittelalter. Mich beeindruckt besonders das langgestreckte Haus mit der Frauenskulptur aus Holz. Eine Frau auf dem Scheiterhaufen weist wohl auf Hexenprozesse in der Stadt hin.

Picknick in der Marina Greve

Fr 13. August. Nach kurzem Einkauf im dem Hotel gegenüberliegenden Netto Supermarkt verlassen wir das Städtchen Køge und fahren dem Ziel unserer Reise entgegen. Die blauen Schilder zum Radweg weisen schon längst auf die Strecke nach Kopenhagen hin, inzwischen sogar mit Kilometerangaben. Bei Greve verlassen wir die Straße und fahren an den Strand. Nur kurze Popokühlpause, denn da wird mit Baggern Sand geschoben. Ein paar Kilometer weiter an der Marina Greve finden wir dann einen schönen Picknickplatz mit Tisch und Aussicht.

Kopenhagen – Søpavillonen an der Gyldenløvegade

Danach werden wir richtig schnell, die dänische Hauptstadt lockt. Wir sind sehr gespannt. Eins merken wir schon jetzt: Es wird hektischer und lauter auf Straßen und Wegen. Eigentlich ist schon seit Købe das Erleben von Natur pur vorbei. Ja, wir nähern uns einer Metropole. Es wird richtig dicht, als wir dann von Süden her in die Stadt hineinfahren. Wann hatten wir zuletzt eine Verkehrsampel gesehen? Hier stehen wir an jeder und werden ständig von anderen Radfahrenden überholt.

Klar, wir müssen uns erst mal an das Tempo und die Dichte auf den Radwegen gewöhnen. Gegen 14:30 Uhr kommen wir beim Hotel Steel House Copenhagen an, können aber erst um 15:00 Uhr einchecken. Die Fahrräder stellen wir in einen großen Innenhof, der bequem von der Straße aus durch selbstöffnende breite Türen durch die Lounge zu erreichen ist. Da stehen schon jede Menge Fahrräder, auch Leihräder vom Hotel. Wir erwischen für unsere einen regensicheren Platz. Das Zimmer im 6. Stock ist bequem mit dem Fahrstuhl erreichbar, dazu brauchen wir allerdings die CheckinKarte. Der Raum ist überraschend klein, eigentlich besteht er fast nur aus dem Doppelbett.

Kopenhagen – Rathausplatz

Unter das Bett können wir allerdings die Fahrradtaschen und Schuhe schieben. Dusche und WC sind modern, ausreichend groß und hell, richtig gut, sogar mit Hairdryer. Und die kleine Terrasse, umrahmt mit schönen Grünpflanzen, ist ein Highlight, Panoramablick über die Stadt bis zum naheliegenden Gewässer inklusive. Zwar extrem eng, doch wir kommen klar, zumal das WLan super funktioniert und wir feststellen, dass wir uns mitten in der City befinden.

Kopenhagen – Kino Palads Teatret

Wir werden also viel unterwegs sein. Restaurants mit veganen Angeboten gibt es reichlich, manche sogar ausschließlich vegan. Zum Dinner haben wir uns „Vegan Pizza“ in der Kapelvey 5 ausgeguckt. Das ist zwar ein bisschen weit, doch da laufen wir mal hin. Pizza Helsinki ganz in grün und Denver in rot suchen wir uns aus und werden nicht enttäuscht. Auf dem Rückweg machen wir noch eine Runde durch den Trubel auf dem Rathausplatz, werfen einen Blick in den Eingangsbereich des Tivoli, schauen uns die Plakate am Kino Palads Teatret in der Axeltorp an, Buster gibt es gerade, und dann ab in den sechsten Stock des Steel House, von der Terrasse aus noch ein bisschen Rundumblick auf die Stadt und dann ab ins Doppelbett, relaxen und auf den nächsten Kopenhagen Tag freuen.

Fahrradstellplätze im Steel House Copenhagen

Sa 14. August. Zweiter Kopenhagentag. Kaffee gibt’s an der Rezeption, das übrige Frühstück besteht aus der mitgenommenen halben Pizza von Vergan Pizza, immer noch lecker. Dann holen wir die Zossen aus dem Fahrradbereich und radeln los zu einer Stadtrundfahrt, die wir selbst zusammengestellt haben. Erste Station ist die kleine Meerjungfrau, die einsam auf dem Stein im Hafen sitzt. Schön sieht sie aus. Gleich in der Nähe befindet sich das Kastellet. Wir parken die Fahrräder neben dem bewachten Eingang.

Kastellet Kopenhagen

Dann gehen wir eine Runde auf dem Wall, von dem wir hinunterschauen können in den Innenhof und auf das Gebäude, vor dem gerade die Wachen wechseln und dann in zwei Reihen eine Weile bewegungslos Gewehr bei Fuß stehenbleiben, sechs hinten, vier vorne. Wieder nicht weit entfernt erreichen wir den Park von Schloss Amalienborg und später das Schloss mit gerader Ausrichtung zur marmornen Frederikskirke, ein schönes Ensemble. Ja, sehr touristisch dieser ganze Bereich. Und es wird noch touristischer.

Schloss Amalienborg und Frederikskirke

Als wir an der Brücke über Nyhavn mit den schönen bunten Fassaden und Museumsschiffen ankommen, ist kaum ein Durchkommen, Autos, Radfahrer, Fußgänger. Wir fahren mal weiter und über eine Fahrradbrücke mit einem Radweg, von dem wir in Hamm nur träumen können, mit großen Symbolen als Radweg gekennzeichnet, glatt und unglaublich breit. Sie wird gut genutzt, das heißt, wir müssen auch ganz schön im Tempo bleiben, damit wir den Leuten nicht auf den Wecker gehen. Die flitzen sonst nämlich zügig an uns vorbei.

Street Food bei The Organic Boho

Das jedoch ohne Gemecker. Rücksicht im Straßenverkehr wird hier in Kopenhagen wohl groß geschrieben, kein Fußgänger auf dem Radweg, kein hupendes Auto, kein parkendes auf Radstreifen. Doch insgesamt viel zu viele Autos in der Stadt. Da ist noch Luft nach oben zugunsten der Radfahrenden. Übrigens macht Sightseeing, vor allem mit dem Fahrrad, auch hungrig. Lunchtime. Wir finden einen Street Food Bereich direkt nach der Fahrradbrücke und finden wir von Geisterhand geführt den Stand von The Organic Boho. Veganer Burger mit Fritten und die Salatbowl ist ein wahres Kunstwerk, gefüllt mit allem, was mein Herz zum zweiten Frühstück begehrt. Als wir wegfahren wollen, kommt gerade ein kleines süßes Auto mit veganem Eis. Das merken wir uns für später.

Museumshafen in Nyhavn

Doch jetzt erst einmal flugs ins Steel House zum Chillen auf Bett und sonniger Terrasse im 6. Stock, all die Eindrücke verarbeiten, ein bisschen im Netz das Gesehene recherchieren und feststellen: Eigentlich haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt schon gesehen, sind ja auch mittendrin. Danach fahren wir noch mal los, schauen uns das unvergleichliche Ambiente mit bunten Fassaden und Museumshafen in Nyhavn noch einmal an, fahren wieder über die Fahrradbrücke zum Street Food Platz.

Lastenfahrrad am Copenhagen Street Food Platz

Fasziniert beobachten wir die Szenerie auf dem Radweg und stellen fest, wie viele Lastenfahrräder in dieser Stadt unterwegs sind. Alles wird darin transportiert, Einkäufe, Kinder und sogar Erwachsene. Wir lassen uns weiter treiben und stehen plötzlich am Eingang zum botanischen Garten an der Øster Voltgade, Gelegenheit zum Relaxen auf einer Bank und jungen Familien beim Spaziergang zuzuschauen. Allmählich ist auch Dinnertime, doch in Frage kommende Restaurants sind leider ausgebucht. Da versorgen wir uns doch lieber beim Netto Supermarkt.

Smagsløget sandwich in der Vesterbrogade

So 15. August. Am dritten Kopenhagentag wollen wir den Radius über die Stadtgrenze hinaus erweitern. Wie kann also unsere heutige Radtour aussehen? Die Strände südlich der Stadt kennen wir bereits vom Hierherfahren. Das heißt, ein Ziel finden, das uns nördlich aus der Stadt herausführt. Im Netz finden wir einen Tourenvorschlag zur Tuborg Brauerei. Okay. Doch zuerst um das Frühstück kümmern, im Hotel gibt’s nämlich nur Breakfastbags mit Smør, Schinken und Käse.

Im Angebot von smagsløget finden wir vegane Sandwiches. Da nehmen wir gleich die Fahrräder und fahren zur Vesterbrogade. Die Sandwiches sind super lecker. Kaffee gäbe es im Café gegenüber. Das hat aber noch geschlossen. Also fahren wir nach dem halben Fühstück erst mal los und verlassen die Stadt in nördliche Richtung. Kaffee? Haben wir die ganze Zeit im Auge, sind schon über Østerbro hinaus, an einer Riesen Tuborg Bierflasche vorbeigefahren und haben das Gelände der Brauerei erreicht.

Søbad Charlottenlund mit Seebrücke

Gegenüber des Hauptgebäudes finden wir ein schönes ruhiges Café und setzen uns gemütlich an einen Tisch zum Kaffee Crema schwarz. Dann machen wir noch ein Foto vom Tuborg Gebäude und fahren weiter Richtung Norden. Mal sehen, was da noch kommt. Ja, da haben wir wieder die Ostsee, einen Strand mit Seebrücke, Charlottenlund Søbad steht am Eingang. Wir bleiben im Park, suchen uns eine Bank und schauen einem stummen Schauspiel zu, aufgeführt von einer Gruppe von Frauen.

Sie tragen Kopfhörer und bewegen sich tanzend, drehend, springend, gehend, jede für sich. Unermüdlich. Ja, sie haben richtig Spaß. Ab und zu springt ein Mann in die Runde und wieder zurück. Er bedient wohl das Gerät, das Musik in ihre Ohren bringt. Dann fahren wir noch ein Stück weiter bis zu einem Yachthafen und entscheiden uns zur Rückfahrt. Die geht erstaunlich zügig, zunächst bis Hellerup, wo wir noch Verpflegung für das morgige Frühstück sowie für die Heimfahrt einkaufen.

Nydhavn von der Fahrradbrücke

Wir wollten doch noch das vegane Eis aus dem kleinen Wagen probieren. Also fahren wir noch mal zum Street Food Platz, ich wähle Kokos im Hörnchen. An einem der Biertische finden wir ein Plätzchen. Köstlich! Jetzt aber zum Hotel. Beim Runterfahren von der Fahrradbrücke noch mal das Panorama mit dem einzigartigen Ambiente in Nyhavn fotografieren. Zum Abschiedsdinner haben wir uns das Restaurant Plads’N an der Blàgàrdsgade ausgesucht.

Restaurant Plads’N an der Blàgàrdsgade

Das hat nur vegane Speisen auf der Karte und liegt etwas außerhalb der City. Trotzdem Tisch bestellen? Am Telefon meldet sich der Laberkasten in Dänisch. Okay, Runde Chillen und dann einfach hinradeln. Im schönen Ambiente drinnen bekommen wir einen Tisch und bestellen Pizzen, Kaiserhütte mit Spinat, Kartoffeln und Saitlingpilzen und Sunny Hawai mit Ananas und Tofu und Paprika. Zum Dessert gibt’s noch eine Schokomousse und einen Cheesecake. Alles bestens. Empfehlung!!!!!

Unsere Terrasse im 6. Stock des Steel House Copenhagen

Mo 16. August. Abreisetag. Bis 11 Uhr müssen wir beim Steel House Copenhagen auschecken. Das passt super, da unser Zug erst gegen 11:30 abfährt und der Bahnhof um die Ecke liegt. Zum Frühstück setzen wir uns an einen Tisch in der Kitchen unten in der Lounge und packen die gestern bei Netto eingekauften Schätze, Brötchen, Oliven, Avocados und Gurke aus. Teller und Besteck nehmen wir aus einer Küchenzeile und Kaffee gibt’s bei der Rezeption. Noch ein bisschen das feine WLan zum Zeitung lesen nutzen.

Die Lounge im Steel House Copenhagen

Dann machen wir uns samt Fahrrädern und Gepäck auf den Weg. Auf Gleis 24 zum Zug nach Hamburg warten schon eine Menge Leute. Wir haben unsere Plätze im Wagen 72, alles klappt wunderbar, auch die pünktliche Abfahrt. Bis Hamburg hält er nur in Nyborg, Odense, Kolding und Padborg. Nach vier Stunden sind wir in Hamburg, rechtzeitig für unsere Weiterfahrt nach Münster. Jetzt geht’s los: Verspätung zunächst 20 Minuten, dann geänderte Wagenreihung, also mit den bepackten Rädern durch die Menge das gesamte Gleis 14 abklappern und warten. 60 Minuten Verspätung heißt es dann und schließlich der Radfahrertraum: Auf Gleis 12 fährt er ab. Durch die Menge zurück zum Fahrstuhl, in den allerdings beide Räder reinpassen, oben durch den Drubbel zum Fahrstuhl zum Gleis 12.

Hamburg Hauptbahnhof Gleis 14

Da steht er schon. Hetz! Hetz! Einsteigen, Räder aufhängen, Plätze finden, Gepäcktaschen unterbringen und endlich, endlich drin sitzen. Doch…in Harburg wird eine Bombe entschärft, wir wissen nicht, wann wir fahren können. Ob überhaupt nach der Bombe, frage ich mich. Ruhig bleiben. Was sind ein paar Stunden Verspätung nach 700 unvergesslichen Kilometern Radfahren durch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und auf den dänischen Inseln Falster, Møn und Seeland mit einzigartigen Küstenabschnitten an der Ostsee, stundenlang ungestört radeln auf Wegen in Natur pur, unvergessliche Tage in der Metropole, gleichzeitig Paradies für Radfahrende? Also, irgendwann kommen wir in Münster an, bekommen auch gleich einen Regionalexpress nach Hamm und sind gegen 23 Uhr zu Hause.

Walters Tracks zur Radtour von Berlin nach Kopenhagen vom 3. bis 16. August 2021

Berlin – Oranienburg am 3. August 2021
Oranienburg – Boltenhof/Fürstenberg am 4. August 2021
Boltenhof – Prälank-Kalkofen/Neustrelitz am 5. August 2021
Prälank-Kalkofen – Waren am 6. August 2021
Waren – Güstrow am 7. August 2021
Güstrow – Rostock am 8. August 2021
Rostock – Überseehafen am 9. August 2021
Gedser – Nykøbing am 9. August 2021
Nykøbing am 9. August 2021
Nykøbing – Stege am 10, August 2021
Stege – Rødvig am 11. August 2021
Rødvig – Køge am 12. August 2021
Købe – Kopenhagen am 13. August 2021
Kopenhagen 1 am 14. August 2021
Kopenhagen 2 am 14. August 2021
Kopenhagen 3 am 15. August 2021

Gesamtstrecke unserer Radtour Berlin-Kopenhagen – 734 km

Radfahren in Kopenhagen

Vegan auf Berlin-Kopenhagen-Radtour

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Veganer Mitbringbrunch im August

Erster August, erster Sonntag im Monat. Dank niedriger Corona Inzidenz macht Tina es möglich, den veganen Mitbringbrunch zu organisieren. Einzige Bedingung, die auch überprüft wird: geimpft, getestet oder genesen müssen die Teilnehmer sein und mit der Luca App einchecken bzw. ihre Daten auf einem Formular hinterlassen. Diesmal findet die Veranstaltung im Hammer Haus Caldenhof statt. Gekommen sind sie zahlreich und haben die leckersten Sachen für das vegane Buffet am langen Tisch im sonnendurchfluteten Raum mitgebracht. Und das Schöne ist, es gibt immer wieder neue erstaunliche Kreationen, diesmal pikanten Eier- und Heringssalat, gefüllte Avocados, Käse und herzhaften Muffins.

Auch die süßen Ecken hatten es in sich einschließlich krosser Waffeln, vor Ort gebacken mit Karamell-, Schoko- oder Kirschsoße, getoppt mit gehackten süßen Mandeln. Torten von Sandra und Sven sind immer wieder ein Gedicht, mein Highlight diesmal das pfiffige Mango Törtchen. Ebenfalls hatte es mir die Zitronentorte mit Himbeeren angetan, eigentlich alle süßen Verführungen. Ich kann gar nicht alles aufzählen. Schaut selbst den Schwenk über das Buffet:

Veganer Mitbringbrunch am 1. August 2021 im Hammer Haus Caldenhof

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Stacheldraht statt Erlebensraum

Dieses Areal am Ufer der Lippe im Hammer Norden sollte entwickelt werden als „Erlebensraum Lippeaue“. Seit Kurzem jedoch ist der Bereich von der Eisenbahnbrücke bis zum Nienbrügger Berg mit Stacheldraht umzäunt. Das heißt Betretungsverbot der Lippewiesen inklusive Ufer und alte Lippeschleife mit anliegendem archäologischen Gelände der Burg Nienbrügge, älteste Ansiedlung der Stadt Hamm.

Spaziergehende, die bis vor Kurzem diesen Bereich sehr gerne zur Naherholung nutzten, stehen jetzt vor verschlossenen Toren und Elektrozäunen mit Stacheldraht. Statt Lippeaue erleben teilen sie sich jetzt die vor allem von Radfahrenden intensiv genutzte Kornmersch, inzwischen als Hundespazierweg ausgewiesen. Im Folgenden ein paar Erinnerungen an einen Erlebensraum Lippeaue vor Errichtung der Tore und Stacheldrahtelektrozäune:

Nienbrügge an der Lippe (August 2019)
Erlebensraum Lippeaue im Hammer Norden (August 2020)
Lippeaue im Januar (2021)

Und so stellt sich die Entwicklung der Lippeauen im Hammer Norden auf dem Radwege-Hamm-Bog dar:
Stadt Hamm weist Radhauptroute nach Bockum-Hövel als Hundespaziergang-Strecke aus

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„Handel im Wandel“

Wehmut empfinde ich, wenn ich vom Hammer Hauptbahnhof kommend in die Fußgängerzone gehe. Da war mal das Kaufhaus Horten, jetzt Heinrich-von-Kleist-Forum mit Stadtbücherei, Volkshochschule und Fachhochschule. Gegenüber lockte einmal der Slogan „Alle gehn zu Ter Veen“, die Schaufenster heute immerhin schön gestaltet mit Graffitis von UzeyArt. Vis à vis herrscht große Leere im ehemals eleganten Möbelhaus Herlitz.

Und schließlich das letzte Kapitel des Trauerspiels in der Bahnhofstraße, das mächtige Gebäude des geschlossenen Kaufhofs. Schöne große Einkaufshallen, früher täglich von vielen Menschen aufgesucht. Leer und ohne besondere Funktion steht es nun mitten in der Hammer City und ich frage mich: Was wird aus den Gebäuden? Was wird aus der Fußgängerzone? Was wird aus der Hammer Innenstadt?

In den Schaufenstern des ehemaligen Kaufhofs, wo kürzlich „La Storia – Die Kreative Kiste“ präsentiert wurde, entdecke ich eine neue Ausstellung, Fotos des Einkaufstempels in historischer Folge von Alsberg, Fahning, Müller-Hamm und Kaufhof an der Wand hinter Installationen nach dem Motto „Handel im Wandel“, gestaltet von Mitgliedern des Hammer Künstlerbundes (WA Artikel vom 14. Juli 2021).

Die Modenschau mit Brautkleidern aus Verpackungsmaterial erinnert mich an die Vergänglichkeit all der Konsumgüter, die hier einmal ver- und gekauft wurden. Sie wird Online Plattformen wie Amazon und YouTube gegenübergestellt, die heutzutage das Konsumverhalten bestimmen und zur Verödung der Innenstädte beitragen.

„La Storia – Die Kreative Kiste“

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Veganer Mitbringbrunch im Juli

Viele Monate lang war es still um den beliebten Hammer veganen Mitbringbrunch. An diesem Sonntagmorgen ist es endlich so weit. Tina und fleißige Helfer haben in der Jugendkirche im Hammer Martin-Luther-Viertel alles vorbereitet, das heißt Tische und Stühle, Flächen für das Buffet, Stehtische mit Tellern, Tassen, Besteck, Servietten, Kaffee, Tee und kalte Getränke bereitgestellt. Und gegen 11 Uhr trudeln sie nach und nach ein, leckere Spezialitäten im Gepäck, die dann fein aufgereiht für uns bereit stehen, Frikadellen, verschiedene Salate mit Kartoffeln, Couscous, Nudeln, Rucola, Tomaten, Karotten, Vleisch, Gyros Wraps, Minipizzen, Brote in hell und dunkel.

Auch die süße Ecke kann sich sehen lassen, da lockt die schwedische Apfeltorte mit Veganlabel, Torten mit leckeren Beeren à la Sandra und Sven, die ihresgleichen suchen, vor allem die bunten Tortenstücke am Stiel, zum Teil mit Schokoguss. Da können wir uns doch schon auf den Augustbrunch freuen. Mehr seht ihr im Videoschwenk:

Veganes Buffet am 11. Juli 2021

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Von Hamm nach Dortmund

beim Seepark Lünen Süd

Von Hamm nach Dortmund kommt man in wenigen Minuten mit dem Zug, es geht jedoch auch mit dem Fahrrad. Unser Ziel ist ein großes Sportgeschäft in der Dortmunder Kampstraße und Hans im Glück auf dem Hansaplatz. Die Route führt uns entlang des Datteln-Hamm-Kanals über die Marina Rünthe zum Seepark Lünen, wobei wir leider den Radweg am Kanal verlassen und die stillgelegten Kraftwerke in Hamm Stockum und Bergkamen Heil großräumig umfahren müssen.

in der Dortmunder City

Über Dortmund Derne und Eving geht’s dann bei regem Sonnabendverkehr, parkenden Autos auf Radwegen und hektischem Motoraufheul, Gehupe in die City zum Einkauf und Naturburschen und Kutscher bei Hans im Glück. Gut gestärkt überlegen wir, wie wir zurückkommen nach Hamm und entscheiden uns für die Rückfahrt per Rad. Aus der City heraus finden wir sogar eine etwas entspanntere Route, wie ihr auf Walters Tracks seht:

Hamm – Dortmund am 3. Juli 2021
Dortmund – Hamm am 3. Juli 2021

Naturbursche und Kutscher bei Hans im Glück in Dortmund

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Familientour 2021

Marina Rünthe

Nach mehr als einem Jahr ist es endlich so weit. Doppelt geimpft wagen wir uns nach vielen Monaten wieder auf eine mehrtägige Radtour mit Übernachtungen in Hotels und Besuch der in ganz Deutschland verstreuten Familie. Wir planen die gesamte Tour mit dem Fahrrad, das heißt Fahrradtaschen für viele Tage packen und am Freitag den 18. Juni gegen 8 Uhr losfahren, direkt an den Datteln-Hamm-Kanal. Unser heutiges Ziel ist das Hotel Maritim in Gelsenkirchen.

Hafen Graf Bismark in Gelsenkirchen

Tschüss Hamm! Entlang des Kanals radeln wir vorbei an der Marina Rünthe, durch den Seepark Lünen zur hochsommerlichen Pause im Schatten der Waltroper Kirche. Wir wechseln für eine kurze Strecke zum Dortmund-Ems-Kanal und fahren weiter neben dem Rhein-Herne-Kanal nach Henrichenburg. Beim Kiosk auf dem Gelände des Industriedenkmals versorgen wir uns mit kühlen Getränken. Bei Recklinghausen müssen wir wegen einer Großbaustelle ein Stück weit Emscherradweg fahren und gelangen bei der Zoom Erlebniswelt Afrika wieder an den Rhein-Herne-Kanal.

Limo mit kühler Minze und Salätchen vegan gibt’s dann schattig bei Purino im Gelsenkirchener Hafen Graf Bismarck. Flugs erreichen wir das Tagesziel im Stadtgarten der Schalkestadt Gelsenkirchen. Von unserem Zimmer im 15. Stockwerk haben wir einen Rundumblick über die Stadt bis Essen. Ach ja, Essen. Das fanden wir ganz lecker bei Mister Wasabi in der Gelsenkirchener City.

auf dem Ruhrtal Radweg

Nach dem Frühstück im Maritim verlassen wir Gelsenkirchen in südwestlicher Richtung mit Ziel Düsseldorf und befinden uns nach ein paar Kilometern am Gelände der Zeche Zollverein, inzwischen Industriedenkmal. Ein paar Kilometer weiter durchqueren wir die Stadt Essen und erreichen den Baldeneysee. Die touristische Hektik lassen wir hinter uns und fahren eine wunderbare Strecke lang auf dem Ruhrtalradweg bis Kettwig und weiter zur Eispause in der Fußgängerzone des schönen Städtchens Ratingen.

Silberhaus im Düsseldorfer Medienhafen

Nach dem Einchecken im Motel One am Hauptbahnhof schwingen wir uns noch mal auf die Räder. Der Rhein lockt. Auf einer Brücke an der Kö halten wir kurz an, ein Pärchen zieht mit schönem Tanz die Blicke an. Doch der Medienhafen lockt zum veganen Tellerchen im Restaurant „sattgrün“. Gut gestärkt können wir noch in Ruhe durch das Hafengelände bummeln und die Szenerie auf uns wirken lassen. Danach zwängen wir uns noch durch das hektische Treiben in der Altstadt und dann ab zum Hotel.

Düsseldorf mit Rheinkniebrücke, Promenade, Riesenrad

Sofort nach dem Frühstück geht’s weiter auf unserer Familientour, heute den Rhein aufwärts mit Ziel Köln. Auf dem Johannes-Rau-Platz sagen wir Tschüss Landeshauptstadt und machen noch ein Foto von der Brücke im Medienhafen auf das Panorama samt Rheinkniebrücke, Promenade und Riesenrad. Dann geht’s auf den Radweg am Rheinufer nach Dormagen, wo wir feststellen, dass wir doch besser mit der Fähre in Zons auf die andere Rheinseite gewechselt hätten. Doch was soll’s. Die ungemütlich stinkende Gewerbestrecke radeln wir weg.

Rhein in der Nähe von Dormagen

Danach bekommen wir wieder den Strom von seiner schönen Seite, fahren über Worringen, Rheinkassel, Merkenich bis zum Fotostopp im Niehler Hafen. Eine schattige Allee führt in das nächste Kölner Veedel. Über Mülheimer Brücke und Bergischen Ring erreichen wir unser erstes Familienziel in der Bachstraße. Hier bekommen die Räder einen feinen Garagenplatz und zum Veganschmaus nehmen wir zu viert die Linie 18 in die City, Brabanter Straße Nähe vom Rudolfplatz.

Verlängertes Frühstück in der Bachstraße mit Brötchen von Merzenich, dann Räder satteln, über die Mülheimer Brücke und linksrheinisch Richtung Kölner Altstadt, Fotostopp beim ersten Domblick und weiter in südliche Richtung. Nach Rodenkirchen, Weiß und Sürth wird’s im Godorfer Hafen für uns Radfahrer eine Strecke weit ungemütlich und nach Umfahrung der Chemiewerke Wesseling erreichen wir wieder den Rheinradweg. Gemütlich radeln wir über Bonn hinaus.

Drachenfels bei Königswinter

Dabei haben wir immer den Blick auf die andere Rheinseite mit dem Siebengebirge, später dann Königswinter und den Drachenfels. Das Arpmuseum in Rolandseck lassen wir rechts liegen, zumal es heute am Montag geschlossen ist, und erreichen ein paar Kilometer weiter den Ort Remagen, wo der Radweg unterbrochen ist. Da wir nicht einkehren, aber ohne Umweg am Rheinufer bleiben wollen, müssen wir die Räder ein Stück weit entlang der gut besuchten Außengastronomie schieben.

Picknickpause machen wir auf einer Bank beim Friedensmuseum an der Brücke von Remagen. Und da wir heute noch eine gute Strecke vor uns haben, machen wir auch mal das Hotel am Ochsentor in unserem Zielort Andernach klar. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir die Holzbrücke über die Ahr, die hier gegenüber von Linz in den Rhein mündet. In Bad Breisig erleben wir dasselbe Spiel wie in Remagen: Radwegende und Fahrrad durch die Gastronomiezone schieben.

Ochsentor in Andernach

Andernach ist für mich die Stadt der Tore. Durch ein historisches Stadttor kommen wir herein und finden unser Hotel am Ochsentor, eine wirklich gute Wahl, wie sich nach dem Einchecken herausstellt. Der Marktplatz ist ein paar Meter entfernt und beim syrischen Restaurant „Damaskus“ bekommen wir am Draußentisch gegrilltes Gemüse mit Pommes und Fladenbrot. Nach einem Gängelchen entlang der Stadtmauer zieht es uns ins angenehm kühle Hotelbett, waren immerhin 85 Kilometer von Köln bis hierher.

Deutsches Eck in Koblenz

Nach angenehm ruhigem Frühstück nehmen wir am Bollwerk unten am Rhein Abschied vom Städtchen Andernach und radeln linksrheinisch bis zum Deutschen Eck in Koblenz, wo die Mosel in den Rhein fließt. In der City nehmen wir Lunchtime beim Asiaten und schon geht’s weiter zum nächsten Stopp, der ist bei Lahnstein, wo die Lahn in den Rhein fließt. Wenig später haben wir gegen Dauerregen zu kämpfen und erreichen ziemlich durchnässt das Rheinhotel in St. Goar.

Pumpengasse in St. Goar

Die Fahrräder werden im gesonderten Raum untergebracht, bevor wir die nassen Sachen in unserem Zimmer verteilen, klein, aber Flussblick. Das hat was, vor allem direkt am Anleger, wo gerade das Ausflugsschiff „Goethe“ ein paar Menschen entlässt, bevor es weiterfährt Richtung Koblenz. Weitere Schiffe, zum Teil mit Containern, bewegen sich stromauf- und stromabwärts. Außerdem scheint die Fähre hinüber nach St. Goarshausen im Dauereinsatz zu sein. Der Tipp des Hotelchefs, zum Abendessen bei der Pizzeria Alla Fontana in der Pumpengasse einzukehren, trifft ins Schwarze, es gibt Pizza, Spagetti alio olio und Insalada piccola. Später noch ein Gängelchen an das Rheinufer und das wars dann für heute.

Frühstück gibt’s im Wintergarten mit Rheinblick, Verlängerung um eine weitere Nacht im Rheinhotel und Ausflugstipp vom Chef, mit dem Fahrrad nach Bingen, mit der „Goethe“ von Rüdesheim zurückzufahren und am frühen Abend wieder in St. Goar anzukommen. Es wird ein schöner sonniger Tag mit vielen Eindrücken rund um den Loreleyfelsen, den wir sowohl vom Radweg als auch beim entspannten Vorbeifahren auf der „Goethe“ erleben.

Loreley-Aar-Radweg bei Oberfischbach

Unser zweites Familienziel ist heute angesagt. Hahnstätten erreichen wir von St. Goarshausen über den Loreley-Aar-Radweg sozusagen durch die Berge. Die Fähre bringt uns hinüber nach St. Goarshausen, wo wir den Einstieg auch gleich finden. Das Dumme ist nur, dass es zu regnen beginnt und der Regen die ganze lange Berg- und Talfahrt anhält. Für die Pause finden wir eine Schutzhütte in Bettendorf. Regen, Regen, Regen. Dabei haben wir erst die halbe Strecke. Über Katzenelnbogen kommen wir richtig nass im Lilienweg in Hahnstätten an.

Burg Ardeck bei Diez

Mit abgespritzten Fahrrädern und trockenen Sachen heißt es wieder: on the road again. Das heißt in Hahnstätten auf den Aar Radweg über Ober- und Niederneisen, Holzheim mit Fotostopp bei der Burg Ardeck über Diez und bis Limburg zu dritt. Unser nächstes Familienziel ist Marburg, heute fahren wir aber nur bis Wetzlar, das heißt wir mäandern mit der Lahn zunächst bis Weilburg zur Eispause in der Altstadt, weiterradeln und später hinauf in die nächste Altstadt zum Hotel Wetzlarer Hof. Die Fahrräder können wir direkt neben dem Eingang in einem Raum bequem abstellen. Und was ist mit Essen? Bei Tasch am Kornmarkt gibt es vegane Burger. Danach noch ein Gängelchen in der Domumgebung und dann ab zum Chillen im Zimmer mit Balkon und feinem Blick über Wetzlar.

Eiscafé Klingelhöfer in der Marburger Oberstadt

Nach dem Frühstück Räder satteln, flugs hinunter zur Lahn fahren und dem Radweg über Gießen, Lollar, Niederweimar folgen bis Cappel und zu dritt nach Marburg radeln. Unser Welcome Hotel liegt direkt unten am Treppenaufgang zur Oberstadt. Nach dem Einchecken also hinaufschnaufen und bei Klingelhöfer erst einmal ein Eis genehmigen, Schokobecher und veganes Spagettieis. Danach schaffen wir noch die paar Höhenmeter zum Marburger Schloss und weitem Blick über das Land. Nach Verabschiedung in Cappel zieht es uns eigentlich nur noch in die Horizontale. Hungerast, also noch mal aufraffen. Die Kräfte reichen gerade noch für einen ToGo Wrap mit libanesischen Falafel, Auberginen und Hummus, nur ein paar Meter vom Hoteleingang entfernt.

Alsfelder Marktplatz mit historischem Rathaus

Ziel der vierten und letzten Etappe unserer Familientour ist das mittelalterliche Städtchen Alsfeld. Wir verlassen Marburg und die Lahn, radeln über Cölbe, Kirchhain, Kirtorf durch hügelige Landschaft und erreichen nach Stopp am Angenröder See den schönsten Marktplatz unserer Tour mit dem schönsten historischen Rathaus. Unsere Familientour endet im Grünen Weg im Ortsteil Altenburg, von wo wir nach Übernachtung und Frühstück vom Altenburger Bäcker mit der Bahn von Treysa über Kassel nach Hause fahren.

Walters Tracks zur Familientour vom 18. bis 28. Juni 2021

Vegan auf Radtour

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Fahrraddemo zur Verkehrswende

Der 5. Juni 2021 war bundesweiter Aktionstag für eine Verkehrswende und wer sich für die Gegebenheiten auf unseren Straßen andere Prioritäten wünscht, fühlte sich angesprochen und nahm gegebenenfalls an einer Aktion teil, in Hamm zum Beispiel an der Fahrraddemo gegen einen geplanten Weiterbau einer Autobahn zwischen den Städten Werl und Hamm, veranstaltet von der Bürgerinitiative „StoppT A445“.

Unterstützt wurde die Aktion von weiteren Initiativen wie zum Beispiel die Hammer Gruppen „Fridays For Future“ mit ihrem Motto „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“, die „Parents For Future“, das Klimabündnis Hamm, der ADFC Hamm, der VCD Soest und die Werler Grünen. Für uns begann die Demo mit dem Treffen am Hammer Hauptbahnhof. Begleitet von Polizeiautos und -fahrrädern radelte die Gruppe durch den Hammer Süden nach Rhynern.

Hier an der Konrad-Adenauer-Realschule kamen weitere Teilnehmer hinzu und auch weitere an Zweirädern befestigte Banner, Schilder und Label wie „Wald statt Asphalt“ und „Allways live on the bike side of life“. Von Rhynern aus ging es mit Polizeischutz ungestört weiter über die sonst stark befahrene B63 mit Zwischenstopp in Hilbeck zur Kundgebung auf dem Werler Marktplatz.

Auf einem Anhänger war ein Schild montiert, von dem sich beim Hinschauen herausstellte, dass es im Jahre 1990 während der Anfänge der Werler Bürgerbewegung gegen den Bau der A445 hergestellt wurde. Fritz Brümmer hat es gestaltet, die Autobahn als gefährlich züngelnder Drachen voll mit kleinen und großen motorisierten Monstern, der sich zerstörerisch durch das Land schlängelt. Autobahn vergiftet die Luft, ist laut und macht krank.

Was hat sich in drei Jahrzehnten geändert? Gegen jede Vernunft haben wir weiter die Umwelt zerstört, CO2 in die Luft gepustet und rücksichtslos die Klimakrise verursacht. Der Bau einer Autobahn passe wirklich nicht mehr in unsere Zeit. Zu tolerieren seien nur Projekte, die einer „nachhaltigen Verkehrswende“ dienen, meinte der Redner der Werler Grünen. Der Vertreter des VCD Soest brachte es mit dem Motto „Klima oder Kollaps“ auf den Punkt und erinnerte uns an die bevorstehende Wahl im September 2021.

Walters Track zur Fahrraddemo auf der B63 von Hamm nach Werl

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Radtour nach Münster

Eine längere Radtour darf es ruhig mal sein, Münster zum Beispiel. Zwar etwas weit für Hin- und Rückfahrt an einem Tag, aber es gibt ja noch die Möglichkeit, mit dem Zug zurückzufahren. Das Wetter ist ideal und ein richtig schönes Ziel haben wir uns auch ausgeguckt: Einkehren bei „hans im glück“ in der Münsteraner Altstadt. Über Killwinkel, Kötterberg, Klostermühlenweg geht’s durch die Felder nach Drensteinfurt.

Kurze Bankpause und weiter zum Werseradweg nach Albersloh mit schönem Blick von der Brücke über die Werse auf die Kirche. Wir bleiben an der Werse, Pättkes, kleine Gehöfte, Felder und das Gewässer. Der nächste kleine Ort hat den unvergleichlichen Namen Angelmodde, bekannt aus Otto Jägersbergs „Weihrauch und Pumpernickel“. Wusste gar nicht, dass dieser Ort eine so schöne Kirche hat, dazu noch mit bunten Figuren und Regenbogenfahne.

Im Münsterland pur Modus radeln wir weiter auf dem Weg am Ufer der Werse, der jetzt sogar eine ganze Strecke weit durch ein Wäldchen führt, gar nicht schlecht, denn es geht gegen Mittag das heißt es wird ganz schön heiß unter dem blauen Himmel. Wir gelangen an die Pleister Mühle, einem Ort mit Kanuverleih, großem Restaurant, altem historischen Gebäude und Biergarten mit Schattenplätzchen und kühlem Getränk.

Hier sind wir unserem Ziel schon ziemlich nah. Nach Münster sind es nur noch ein paar Kilometer über den Pleistermühlenweg und durch das Mauritzviertel bis zur Salzstraße mitten in der historischen Altstadt, gegenüber dem historischen Erbdrostenhof aus dem 18. Jahrhundert. Einchecken bei „hans im glück“ mit der Luca App, die uns auch gleich die Speisekarte mit einer Auswahl veganer Burger bereit stellt: Naturbursche, Kutscher, Salat, Pommes und kühle Getränke.

Auch ein Käffchen zum Abschluss ist im Mittagsmenü enthalten. Wir sind richtig gut gestärkt, entscheiden uns aber nach 50 km Radtour für die bequeme Rückfahrt mit der Bahn, also nur noch ein Stück schattige Promenade und kurze Strecke bei Radfahrer Dauergrün bis zum Bahnhof, da direkt zum Ticketautomaten und ein paar Minuten später zur Eurobahn, die uns in 20 Minuten zum Hammer Hauptbahnhof bringt.

Walters Track zur Radtour nach Münster am 14. Juni 2021
„Naturbursche“ und „Kutscher“ bei „hans im glück“

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Radtour nach Drensteinfurt

Es ist die Zeit der gelben Rapsfelder und die begleiten uns auf der Radtour über Killwinkel, Kötterberg, Klostermühlenweg, Mersch bis zum Marktplatz in Drensteinfurt, umso schöner bei blauem Himmel und Sonnenschein. Die alte Post ein paar Häuser weiter ist auch immer wieder einen Blick wert und der über die Gräfte mit dem Brückenheiligen Nepomuk. Beim Schlosstor aber wieder ab in den Sattel und hinaus aus dem Städtchen.

Direkt nach Hamm oder noch über Ahlen, fragen wir uns und entscheiden für Letzteres, weil das der schönere Weg ist. Also zurück in die Felder Richtung Walstedde, das wir aber nur tangieren und direkt nach Ahlen, wo wir am Westfalendamm feststellen, dass wir zufällig vor dem Haus von Freunden stehen. Klingeln, Päuschen und feines Schwätzchen gibt’s also auf der sonnigen Terrasse von Heinz und Hildegard.

Dann aber wirklich, Sonne macht sich nämlich rar und Wolken ziehen auf. Gegen den Wind sausen wir die Gemmericher Straße entlang durch kleine Siedlungen, Felder und Wald bis zur Dolberger Straße, die wir überqueren. Durch das geöffnete Tor in den großen Hof vom Schloss Oberwerries radeln, Foto, Bankpause und weiter vorbei an Schloss Heessen entlang der Lippe bis zur Fährstraße, über Adenauer Allee und Schweinemersch zum Hammer Norden.

Walters Track zur Radtour nach Drensteinfurt am 24. Mai 2021

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