Unterwegs mit Maurenbrecher

„Stein im Schuh“ und trotzdem weitergehen. Geschichten vom Unterwegssein und von schönen, teils skurrilen Begegnungen erzählte der Berliner Songpoet am Klavier gestern in Kamen. Themen der gegenwärtigen Diskussion in Politik und Medien, schräge Typen, groteske Situationen. Manfred Maurenbrecher machte sie lebendig, mit flinken Fingern auf den Tasten, einzigartigem Humor und in jedem Falle voller Power. Das Programm umfasste Lieder und Geschichten aus den Siebzigern bis zu denen aus seinem soeben erschienenen Album „flüchtig“. Reisen, Flucht, Vorbehalte gegenüber Fremdem, schöne Erlebnisse. Der alte Fuhrmann in Trinidad, blauäugiges Mädchen auf der schrägen Straße in Jugoslawien, Hommage an einen verstorbenen Musiker auf dem Festival in Arizona, der Mann und sein altes Fahrrad. Zwei Songs haben es sogar auf Platz 1 und 2 der Bestenliste der deutschsprachigen Liedermacher geschafft. „Zu früh“ und „Wie weit kann man gehen“. Daumen hoch für Manfred Maurenbrecher und hoffentlich bald wieder eine Gelegenheit, ihn live zu erleben.

Manfred Maurenbrecher am 25. November 2017 im Freizeitheim Kamen mit seinem „Programm vom Unterwegssein“ und neuem Album „flüchtig“

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„Das Alte Köln“

Von der Hohenzollernbrücke aus gehe ich ein Stück Rheinpromenade in nördliche Richtung, lasse St. Kunibert links liegen und überquere das Konrad-Adenauer-Ufer. Am Thürmchenswall sind es nur ein paar Schritte bis Nr. 76. Hier kann ich den Kalender „Das alte Köln“ abholen. Und da stehe ich mit Siegfried Glos in seinem großen hellen Atelier und komme aus dem Staunen nicht heraus. Eine Auswahl seiner wunderbaren Bilder hängt da im Original. Köln im Mittelalter. Die Stadtmauer mit Torburgen, Wehrtürmen und Windmühlen. Stein für Stein, mit unbeschreiblich vielen Details. Ich möchte gar nicht aufhören zu fragen. Geduldig erklärt er mir alles. Auch wie er vor fast zwanzig Jahren dazu kam. Das Schaafentor wollte er malen und erkannte, dass er so gut wie nichts über die mittelalterliche Stadtmauer wusste. Im Stadtarchiv, seinerzeit am Waidmarkt und noch nicht eingestürzt, bekam er Material, das ihn informierte und inspirierte. Die Kopie eines Planes der gesamten Stadtmauer im Jahr 1882 zeigt er mir. Inzwischen hat er 54 Bilder gemalt, einige hier an der Wand, viele in einer Ecke zusammengestellt und ein herrliches Panorama am Rhein befindet sich auf der Staffelei, noch nicht ganz fertig, doch schon ein Meisterwerk.

Als ich auf dem Weg zum Bahnhof zurückblicke zum Thürmchenswall, wird mir klar, dass sich im Mittelalter dort die Stadtmauer befand, rechts unten am Rhein der Kunibertsturm, links in westlicher Richtung das Eigelsteintor, Gereonswall und so weiter. 9 Kilometer lang war das mächtige Bauwerk, das nach 1882 abgerissen wurde und von dem der Nachwelt nur noch wenige Spuren erhalten geblieben sind. Ich hoffe mit Herrn Glos, dass seine gigantische Rekonstruktion als Gesamtzyklus dauerhaft in Köln präsentiert wird. Im Gepäck hab ich nicht nur den Kalender für 2018, sondern auch den Katalog zur großen Ausstellung des Kölner Stadtarchivs im vergangenen Jahr, eine DVD „Das Alte Köln. Die Stadtmauer von 1180. Eine Annäherung“ und Flyer zu Stadtführungen, die Siegfried Glos für kleine Gruppen in seinem Atelier macht und anhand seiner Gemälde „Historie und Histörchen“ zur Stadtgeschichte „verzällt“.

Besuch im Atelier von Siegfried Glos in Köln Thürmchenswall 76 am 16. November 2017

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„Escher im Palast“

„Escher im Palast“ beginnt auf dem Parkplatz in den Dünen von Scheveningen. Nach Gängelchen über Seebrücke und Strandpromenade zuckeln wir mit der Straßenbahn direkt ins Zentrum von Den Haag. Dort gibt’s Lunch im Bistro und kleine Bummelei am Gewässer mit Möwen. Am Ende einer breiten Allee steht der ehemalige Palast der holländischen Königin Emma, Ururgroßmutter des heutigen Königs. „Escher in het Paleis“ heißt seit einigen Jahren das Motto. Präsentiert werden Werke von Maurits Cornelis Escher (1898-1972), gut bekannt aus Douglas R. Hofstadters Bestseller „Gödel, Escher, Bach“. Tickets kaufen, Jacken einschließen und in Raum 1 stehen vor dem wandgroßen Konterfei des Meisters, symmetrisch verdoppelt links und rechts des Türrahmens.

Wasserfall (1961)

Belvedere (1958)

Relativität (1953)

Nach Biografie und Informationen zu Inspirationquellen, Arbeitsweisen und -techniken geht der Weg zu den Werken des holländischen Künstlers, zu dessen grafischen Darstellungen Hofstadters Untertitel „ein Endloses Geflochtenes Band“ wirklich gut passt. Von „seltsamen Schleifen“ spricht der Autor und es ist schon faszinierend, vor der Konstruktion im Bild „Wasserfall“ zu stehen und den Fluss des Wassers zu verfolgen, auf das Wasserrad, dadurch angetrieben hinauf, hinauf, hinauf, hinauf, runter auf das Wasserrad, hinauf, hinauf und immer so weiter. Endlosschleife als Perpetuum Mobile? Geht das wirklich? Und was ist mit der seltsamen Würfelkonstruktion in den Händen des sitzenden Mannes am Fuße des Aussichtsturmes „Belvedere“? Er scheint die Figur in den Händen hin und her zu drehen, zu betrachten, von allen Seiten, immer wieder, vor sich auf dem Boden eine Skizze. Ratlos. Das Ding sieht doch exakt aus wie ein Würfel, doch irgendwas stimmt mit einer Kante nicht, die ist seltsam verkehrt, müsste im Vordergrund sein, ist jedoch im Hintergrund. Eine weitere Verwirrspezialität von Escher sind wechselnde Perspektiven. Im Bild „Relativität“ wandert mein Blick mit den Figuren durch ein Treppengebäude, treppauf, treppab, in allen Richtungen, nach oben, nach unten, immer wieder, ohne Ziel, bis er endlich an einer Stelle zur Ruhe kommt. Oben links im Bild verlasse ich als Teil des umschlungenen Pärchens durch ein Bogentor das Gebäude und gelange hinaus in einen blühenden Garten.

Vorbei an Eschers „Metamorphose“, dem langen Band der ständigen Wandlungen dargestellt mit Ornamenten aus Geometrie, Fantasie und Tierwelt, die ineinander übergehen und schließlich als endloses Band zum Anfang finden, geht’s ins Treppenhaus. Das wird beleuchtet von einem dieser schön gestalteten Kristallleuchter, die der Rotterdamer Künstler Hans von Bentem extra für diesen Palast geschaffen hat. In den oberen Stockwerken werde ich mit dem Meister der Illusion Teil seiner verspielten Welt der Wunder, Rätsel, Magie, Phänomene, Zauberspiegel und optischen Täuschungen. Da spiegle ich mich in einer Silberkugel, befinde mich im Inneren eines Würfels und weiß nicht, wie ich hineingekommen bin und betrete einen Raum, dessen Fußboden sich im selben Moment in eine Treppe verwandelt. Gehe ich hinunter oder hinauf? Doch an diese Verwirrspiele hab ich mich inzwischen gewöhnt und gehe beherzt weiter. Wenn ich allerdings denke, beim ruhigen Sitzen vor der Videoanimation „The Escher Experience“ könnte ich mal fein die Seele baumeln lassen, hab ich mich doch getäuscht. In Endlosschleifen, Verdrehungen, Verzerrungen, Verschachtelungen, ineinander verschlungenen Figuren erlebe ich die ganze eschersche Zauberwelt noch einmal geballt in Kurzform.

Mein Fazit: „Escher im Palast“ ist ein Gesamtkunstwerk. Volle Empfehlung!!!!!

Eschermuseum am 10. November 2017

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Wilhelm Morgner zum 100. Todestag

Wer hätte gedacht, dass im westfälischen Städtchen Soest zu Beginn des 20. Jahrhunderts bedeutende Künstler des Expressionismus arbeiteten? Werke von Otto Modersohn, Karl Schmidt-Rottluff und Christian Rohlfs sind zurzeit in einer Ausstellung im Museum Wilhelm Morgner zu sehen. „Wilhelm Morgner und die junge Kunst in Soest zum 100. Todestag“ ist der Titel. Im Mittelpunkt stehen Bilder und Skulpturen des Soester Malers Wilhelm Morgner (1891-1917) sowie dessen Künstlerkollegen Eberhard Viegener und Wilhelm Wulff, vor allem aber Morgner, der mit seinem kurzen reichhaltigen Schaffen wie ein Visionär vom Naturalismus über Impressionismus, Pointilismus und Expressionismus zu abstrakter Malerei fand. Als „Pionier der frühen abstrakten Avantgarde“ wird er im Flyer zur Soester Ausstellung bezeichnet.

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Veganfach 2017 in Köln

Eigentlich ja gut, dass so viele Menschen die Messe für „veganen Lifestyle“ besuchten, zeigt es doch, dass diese Lebensweise sich immer mehr durchsetzt. Aber irgendwie passte es an diesem Samstag Mittag in Halle 3.1 der Kölner Messe für mich nicht. Die Stände waren so umlagert, dass ich mir nichts in Ruhe ansehen, probieren oder hinterfragen konnte.

Erst mal was essen? Fehlanzeige. Ganze zwei Foodtrucks, jeweils lange Schlangen davor. Kaffee? Nix. Weiter rumgehen und am Stand der „Leckerschmecker Küchenfee“ Cookies finden. Gekauft, die Tüte mit allen 5 Sorten und dann tatsächlich ein Naschplätzchen auf einer schwarzen Kiste finden. Noch mal durch die Gänge wälzen und auf einem Plakat entdecken: „Mandel statt Muh. Cashew statt Kuh“. Schöner Slogan und für mich als Nutzer eines Powermixers inzwischen Standard. Diesem neuen Produkt wünsche ich, dass es sich, in den Kühlregalen der Supermärkte finden wird wie die bereits im Vorjahr entdeckten der Allgäuer Firma Simply V. Sicherlich wäre außer Energieriegeln, Schokostückchen, Gemüsechips und anderem eingepacktem Zeug noch viel zu entdecken gewesen, doch mich zog es hinaus.

Mein veganes Highlight an diesem Messesamstag gabs später im vietnamesischen Restaurant „Well Being“ im Mauritiusviertel (Am Rinkenpfuhl 57). Alle Speisen vegan. Sommerrollen mit Erdnusssoße, Wokgemüse mit Veggiechicken, Nüssen und scharfer Soße, dazu frischen Ingwertee. Ruhe genießen und Rückblick auf die gemütliche Veganfach 2016.

Veganfach 2016 in Köln

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Vom Dom zum Rheinboulevard

Schönste Oktobersonne in der Kölner Altstadt und ein paar Stunden Zeit. Da nehme ich mir mal ein Gängelchen über die Deutzer Brücke nach Deutz vor. Vom Dom gehe ich über den Roncalliplatz vorbei am Römisch Germanischen Museum durch die Gassen zum Alter Markt. Da ist reges Treiben bei dem schönen Wetter. Draußen sitzen und noch ein bisschen Sommerfeeling tanken in den Cafés und Bistros.

Dann geht’s über den Heumarkt nach links hoch zur Deutzer Brücke, von deren Mitte aus ich gleich zwei Kölnpanoramen vor mir sehe, linksrheinisch die Promenade, Hotels, Gasthäuser, Groß Sankt Martin und Dom, rechts den Rheinboulevard mit den hellen Sitzstufen in voller Länge zwischen Hohenzollern- und Deutzer Brücke. Die verlasse ich nun, streife die Bistros, die sich am südlichen Ende des Boulevards angesiedelt haben und erinnere mich gerade an mein Deutzgängelchen zwei Jahre zuvor:

So sah es während der Bauphase des Rheinboulevard im Sommer 2015 am südlichen Rheinufer in Deutz aus: Ein ziemliches Gewusel, Haufen von Baumaterialien, Aushub, Kran, eine Baustelle mit allem Drum und Dran. Und mittendrin Ausgrabungen, Reste eines großen runden Bauwerks, alte Mauer und ein Reiterstandbild. Einen Aufgang zur Deutzer Brücke suchte ich vergeblich.

Und jetzt? Dieser Bereich ist fein gepflastert. Das runde Bauwerk ist der Rest einer Eisenbahn-Drehscheibe des Bergisch-Märkischen Kopfbahnhofs und die Mauer zum Rhein mit dem farbigen Ziegelmuster diente seinerzeit als Stützmauer des Bergisch-Märkischen Eisenbahndammes. Diese Informationen hab ich aus dem Begleitheft anlässlich der Sonderausstellung Divitia Deutz im Römisch-Germanischen Museum vom 17. März – 24. Juli 2011, aus dem ich weiß, dass die Geschichte von Deutz auf einen Brückenbau der Römer zu Beginn des 4. Jahrhunderts zurück geht, die linksrheinisch die Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) gegründet hatten, dass sich hier das Kastell Divitia befand und dass es dazu auch Ausgrabungen und Informationen gibt. Doch diese Spuren werde ich mir ein anderes Mal ansehen. Für heute ist es genug.

Die Boulevardpause hab ich mir nun verdient und genieße noch ein halbes Stündchen die Sonne, das grandiose Panorama der Kölner Altstadt und das Leben und Treiben auf der Eisenbahn- und Liebesschlösserbrücke. Ach, und was ist denn eigentlich mit dem Reiterstanddbild? Kürassier-Denkmal heißt das, wird zurzeit restauriert, lese ich im Netz, bevor ich über die Meile der Liebesschlösser in der herbstlichen Umgebung der Kathedrale ankomme.

Rundgang vom Dom über Alter Markt und Deutzer Brücke zum Rheinboulevard am 19. Oktober 2017

Rheinboulevard im August 2015

Alle Wege führen nach Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium)

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Nienbrügger Berg

Westlich der Eisenbahnbrücke ist in einiger Entfernung am rechten Ufer der Lippe eine kleine Erhöhung zu erkennen. Das ist der „Nienbrügger Berg“. Wenn man dann im Hammer Norden von der Kornmersch aus auf dem Damm entlang der Lippe dieses Gebiet umwandert, steht man plötzlich vor drei schön gestalteten Informationstafeln. Auf der einen lese ich, warum hier überhaupt ein Berg ist und wie er entstand. Der Bereich war nämlich in der Zeit vom Ende der 60er bis Anfang der 80er die Deponie „Bromberger Straße“. Hier wurde Hausmüll, Sperrmüll, Siedlungsmüll und auch Asbest abgeladen. Ja, und irgendwann war es ein Berg, im Volksmund „Monte Müllo“ genannt. Später wurde nur noch unbelasteter Bauschutt deponiert und zum Millenium das Gelände endgültig stillgelegt. Danach erfolgte eine Rekultivierung mit einer Lehmschicht sowie einer dicken Lage Mutterboden. Dann wurde aufgeforstet und inzwischen gibt es stattliche Bäume, Sträucher und Unterbewuchs. Laut Infotafel vom Naturschutzbund Hamm e.V. ist dieses Wäldchen Lebensraum für Tiere aus der Vogelwelt, wie Habicht, Stieglitz und Nachtigall. Darauf sollen Spaziergänger Rücksicht nehmen, wenn sie die schattigen Wege bis zum „Gipfel“ hochlaufen.

Warum heißt nun der ehemalige Müllberg „Nienbrügger Berg“? Das lese ich auf dem mittleren Schild. Die Namengebung hat nämlich mit der ältesten Siedlungsgeschichte der Stadt Hamm zu tun. Hier in der Flussaue nördlich der Lippe befand sich die Burg Nienbrügge, von der wir wissen, dass sie und die südlich der Lippe gelegene Stadt im Jahre 1225 dem Erdboden gleichgemacht wurden. Es war ein Akt der Rache für einen Bischofsmord. Graf Friedrich von Isenberg (1193-1226) passte es nicht, dass der Erzbischof Engelbert von Köln (1185-1225) sein Territorium im westfälischen Raum ausweiten wollte. So wurde der Feind kurzerhand in einem Waldstück bei Gevelsberg ermordet. Vergeltung aus dem Rheinland war angesagt. Graf von Isenberg wurde am Kölner Severinstor brutal auf dem Rad hingerichtet und seine Burg und Stadt Nienbrügge sowie die verbindende Brücke (Nienbrügge = neue Brücke) wurden zerstört. Graf Adolf von der Mark (1197-1249), auch immer bestrebt, seinen Machtbereich über die Burg Mark hinaus auszuweiten, gründete am Aschermittwoch des Jahres 1226 einige hundert Meter flussaufwärts im Winkel von Lippe und Ahse eine Stadt und nannte sie „Auf dem Hamme“, kurz „Hamm“. Dort wurden die Bewohner von Nienbrügge angesiedelt.

Wenn ich also vom Gipfel des „Nienbrügger Berges“ in der Ferne die Stadt mit Eisenbahnlinie und Pauluskirche sowie die Anlagen im Hammer Binnenhafen anschaue, werde ich zugleich daran erinnert, dass ich mich in unmittelbarer Nähe der allerersten Siedlung der späteren Stadt Hamm befinde.

Burg Nienbrügge

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Baudenkmal Zeche Radbod

Am nordwestlichen Stadtrand von Hamm heißt eine Straße „An den Fördertürmen“. Warum? Hier stehen noch drei Fördertürme der Zeche Radbod, auf der in den Jahren von 1905 bis 1990 Steinkohle gefördert wurde. Wie wurde dieses „schwarze Gold“ gewonnen, wie kam es aus bis zu 1235 m Tiefe nach oben, wie ging es dann im Maschinenhaus weiter? Und vor allem: Wie sahen Transport und Arbeitstag der Bergleute aus? Fragen, die mich bewegen und die mir vor Ort im Rahmen einer Führung beantwortet werden, wobei das schreckliche Grubenunglück am frühen Morgen des 12. November im Jahre 1908 die Gefährlichkeit dieses Jobs bewusst macht. Für die gesamte Mannschaft einer Nachtschicht gab es keinen Feierabend. Nach einer Schlagwetterexplosion starben 349 Bergleute.

Heute stehen Schacht 1 und 2 sowie die zugehörigen Maschinenhäuser unter Denkmalschutz. Sie befinden sich in Obhut der „Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur“. Diese Stiftung sorgt für Erhalt, Sanierung, Information und dafür, dass von Zeit zu Zeit die Anlagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hier also kam die in den Tiefen gewonnene Kohle über die Straße „An den Fördertürmen“ hinweg an. Mit Dampf wurde die Maschine betrieben und den wichtigsten Job hatte ein Mann, der auf dem kleinen eisernen Sitz im Kabäuschen die Schalthebel bediente. Ach, ja!

Baudenkmal Zeche Radbod am 8. Oktober 2017

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rock’n’popmuseum in Gronau

Bei einer Zeitreise in die Musikgeschichte die Hits der frühen Jahre aufleben lassen. Davon kann ich eigentlich gar nicht genug bekommen. Kopfhörer auf die Ohren und wählen, die Charts aus all den Jahrzehnten hören und in uralten Videos sehen, die Conny mit dem Peter, Rocco Granatas „Marina“, „Wir wollen niemals auseinandergehn“, Shocking Blues „Venus“, Boney M. und Smokies „Living next door to Alice“ und selbstredend die Doors und „Riders on the Storm“. Beatles und Stones nicht zu vergessen. Kult. Die Musikbox lebt wieder auf und Manfred Sexauers freakiger „Musikladen“, ich kann Requisiten und Bühnenoutfits der Popgrößen und -legenden aus nächster Nähe bestaunen, wie Pete Townshends Gitarre und das grünlilatürkise Hemd von Jimi Hendrix. Ach ja, die alten Zeiten!

Oben in der Sonderausstellung „Päpste des Pop. Fundstücke aus dem Lippmann+Rau Musikarchiv Eisenach“ erzählt Keyboarder, Saxophonist und Komponist Jean-Jaques Kravetz per Video seine eigene Popgeschichte als Mitglied bekannter Bands, angefangen bei „Frumpy“ mit Musikgrößen wie Inga Rumpf, Udo Lindenberg, Peter Maffay zum Beispiel. Jean-Jacques ist Vater des kleinen Pascal, der in den 70ern den Kinderpart in einem Lindenbergsong sang und ihn heute als Mitglied von Udos Panikorchester noch immer performt:
„Wozu sind Kriege da?“

rock’n’popmuseums in Gronau am 17. September 2017

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„Alle Wege führen nach Köln“

Das ist die Büste von Nero, im Jahre 37 n.Chr. geboren, später jugendlicher Kaiser des römischen Reiches. Neros Mutter war Kaiserin Agrippina, im Jahre 15 n.Chr. in der römischen Siedlung am Rhein geboren. Auf ihre Veranlassung wurde im Jahre 50 n.Chr. die Colonia Claudia Ara Agrippinensium – CCAA – gegründet. Die Colonia, die man heute Köln nennt, entwickelte sich zu einer blühenden Stadt am linken Ufer des Rheins.

Dass die Stadt reich war, beweisen unzählige Exponate, allen voran das Dyonisos Mosaik, original erhalten aus einer römischen Villa, auf deren Grundmauern das Römisch Germanische Museum gebaut wurde. Über dem berühmten Mosaik, das man auch von der Domplatte aus bestaunen kann, befindet sich das monumentale Grabmal des Lucius Poblicius. Ausgegraben wurde es erst vor einigen Jahrzehnten am Clodwigplatz in der Nähe der Severinstorburg. Weitere Überreste von Grabmalen mit Inschriften und Büsten sind zu sehen, Grabbeilagen von reichen Bewohnern wie die eines Arztes, sowie eine Vielzahl von Alltagsgegenständen aller Art, die in Köln und Umgebung gefunden wurden, vor allem wunderschöne Gefäße aus Glas, fein gearbeiteter Schmuck, zum Teil mit Edelsteinen, und vieles, vieles mehr, eine wahre Fundgrube aus der Geschichte der römischen Colonia.

„Alle Wege führen nach Köln“ lese ich in der Nähe des Nordtores, Anspielung auf drei von den Römern angelegte Verkehrswege, die noch heute von Bedeutung sind, die Limesstraße parallel zum Rhein (Severinstraße, Eigelstein … ) von Süd nach Nord, Via Belgica (Aachener Straße) Richtung Westen zum Meer und die Agrippa Straße (Luxemburger Straße) Richtung Lyon.

Römisch Germanischen Museums in Köln am 6. Oktober 2017

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