Füsun Onur im Museum Ludwig

„Auch nach all den Jahren hat die Fantasie für mich nie an Glanz verloren. Sie nimmt mich mit auf eine Reise und trägt mich zu einem Ziel. Wo auch immer sie mich mit hinnimmt, da komme ich an“, Wandtext am Beginn der Ausstellung im Museum Ludwig. Im Jahre 1987 hat Füsun Onur das geschrieben. Wenn ich die begehbare Installation „Kontrapunkt mit Blumen“ erlebe, weiß ich, was die Künstlerin meint.

Der blaue Raum ist Plakat- und Bannermotiv im Kölner Museum, in dessen Räumen zurzeit die Retrospektive von Füsun Onur gezeigt wird. Da stehe ich schon drin in der Welt dieser türkischen Künstlerin. Verspielt auch die gezackte Figur und Kugel im blauen Hochkantquader und „Die dritte Dimension in der Malerei – Tritt ein“. Mach ich doch, schiebe die blauen Wollfäden zur Seite, lege mich rücklings auf die Matratze inmitten des eckigen Raumes und schaue in den Himmel, glitzernd blau.

Zwischen auf dem Boden angeordneten Sockeln in Schieflage, Stäben, kleinen Porzellanfiguren, Goldschnüren wandere ich weiter und tauche in Ali Kazmas Video ein in Onurs Wohnung in Istanbul, mit wunderbaren alten Möbeln, schönen Gegenständen, Fotografien der Ahnen und Fenster mit direktem Blick auf den Bosporus. Auf dem befand sich vor dreißig Jahren die Installation „Pinkes Boot“, die in der Ausstellung als Video zu sehen ist.

„Es war einmal …“ Füsun Onur (Venedig 2022, Köln 2023)

„Wo immer ich auch hingehe, trage ich Istanbul bei mir“, ein Zitat dazu von Fünur Onur aus dem Jahre 1994 lese ich im Ausstellungsheft. „Es war einmal …“ ist eine Installation, die Füsun Onur für die Biennale von Venedig 2022 geschaffen hat, ein faszinierendes Wunderland mit Miniaturen aus Draht und allerlei Materialien, in Köln im größten Raum der Ausstellung auf vielen kleinen Tischen liebevoll aufgebaut. Füsun Onur erzählt die Geschichte des Katers Zorba und der Maus Cingöz.

Sie machen sich auf den Weg von Istanbul nach Venedig und wollen die Welt retten, „weil die Menschen die Natur für Wachstum und Konsum weitgehend zerstört haben“, erfahre ich im Text an der Wand. Ob sie es schaffen? Die heute 85-jährige Künstlerin lässt es offen.

„Füsun Onur. Retrospektive“ im Museum Ludwig in Köln am 29. Oktober 2023

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„Noise Signal Silence“

Tickets zu „BoD. Noise Signal Silence“ vom Schauspiel Köln im Depot, Schanzenstraße waren ein Geschenk, das heißt, wir konnten gespannt sein, was uns erwartet. Und das war im Nachhinein gesehen weit mehr, als wir uns vorstellen konnten. BoD heißt „Ballet of Difference“, es gibt drei Parts von jeweils ca. einer halben Stunde, alle von Richard Siegal choreografiert, lesen wir im Begleitheft zur Vorstellung.

In Part 1 „Oval“ schwebt ein riesiges ovalförmiges von elektronischer Musik gesteuertes Lichtobjekt über der Bühne, auf der zwölf Tänzerinnen und Tänzer eine faszinierende Performance hinlegen. Sie laufen, schweben, gleiten, rennen, auseinander, ineinander, alleine, zu zweit, zu dritt, im Flash Mob, schnell, in jedem Falle grandios. Part 2 „In a Landscape“ lässt mit weniger Stakkato und ineinander verschlungenen Körpern im Spiel von Nähe und Distanz zwischen großen wandernden Wänden uns Zuschauer ein wenig durchatmen. Part 3 „Unitxt“ erlebe ich mit vollem Powerwirbel aus Musik, Licht und unglaublich präzisen, zum Teil blitzschnellen Bewegungen der Tanzenden als großes Finale einer Veranstaltung, die mich nachhaltig beeindruckt hat.

„Ballet of Difference. Noise Signal Silence“ im Depot 1 in der Schanzenstraße in Köln-Mülheim am 29. Oktober 2023

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Klimastreik in Hamm „Die Zeit läuft ab“

Wirbelstürme in Indien, Flutkatastrophen in Slovenien und Libyen, Felsstürze in den Dolomiten, verheerende Brände in Griechenland, Algerien, Italien, anhaltende Waldbrände in Kanada, das waren Wetterextreme in diesem Jahr 2023. Wir hatten die heißesten zusammenhängenden Monate seit 120.000 Jahren und besonders alarmierend ist der dramatische Anstieg der Temperaturen in den Meeren.

„Es ist höchste Zeit, dass wir handeln, und zwar mit Entschlossenheit“, sagt der verkehrspolitische Sprecher des ADFC Hamm beim Klimastreik auf dem Hammer Marktplatz am 20. Oktober 2023. „Höchste Zeit, dass wir handeln, und zwar mit Entschlossenheit“, meint Walter Hupfeld. Und was macht die Bundesregierung? Wirft Sektorziele über Bord, gibt dem Verkehrsminister sozusagen einen Freifahrtschein. Tempolimit? Fehlanzeige!

49-Euro-Ticket? Lächerliches Feilschen um weitere Finanzierung! Dabei entsprechen die notwendigen 200 Millionen der von etwa 1,5 Kilometer Ausbau der A 100 in Berlin, die kein Mensch braucht. Warum zum Beispiel die teure Förderung von E-Fuels? Wo bleibt der Abbau von klimaschädlichen Subventionen und wo bleiben Prioritäten für die Schaffung von lebenswerten Städten?

Wir brauchen dringend weniger Verkehr, weniger parkende Autos im öffentlichen Raum, viel mehr Platz für Geh- und Radwege sowie viel mehr Grün für mehr Sicherheit und bessere Aufenthaltsqualität im innerstädtischen Bereich. „Die Zeit läuft ab“, lesen wir auf dem Banner von „Fridays for Future Hamm“ und fragen uns, wie lange wir noch auf die Straße gehen müssen, bis Klimaschutz endlich in der Politik den angemessenen Stellenwert erhält.

Ist es für die Verantwortlichen denn so schwer zu kapieren, was getan werden muss, damit unsere Kinder und Enkel in späteren Jahrzehnten noch einen Planeten haben, auf dem sie gesund und sicher leben können?

Klimastreik am 20. Oktobert 2023 auf dem Marktplatz in der Hammer City, veranstaltet von der Gruppe „Fridays for Future Hamm“

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Radtour an Maas, Waal und Nordsee

Gennep mit dem schönen Rathaus

Mi 20. Sept. Diese Radtour ist die Fortsetzung unserer Junitour von Maastricht nach Arnheim, wo wir nach Boxmeer und Gennep die Maas verlassen hatten. Heute fahren wir mit dem RE1 nach Düsseldorf, steigen dort in den RE10 und erreichen gegen Mittag die Stadt Goch am Niederrhein. Von dort radeln wir mit Sonne und heftigem Gegenwind, vorbei an einem Flugplatz, durch die Felder bis zur Picknickpause in Hommersum. Da sind wir schon an der Grenze und radeln in Holland weiter.

Cuijk auf der anderen Maasseite

Nach ein paar Kilometern sind wir in Gennep. Ein Sonnenplätzchen auf einer Bank vor dem schönen Rathaus lädt noch einmal zum Verweilen ein, bevor wir am rechten Ufer der Maas unserem heutigen Etappenziel entgegenfahren. Das liegt auf der linken Maasseite das heißt, wir nehmen die Fähre und sind nach ein paar Metern beim Hotel de Bankier mitten im Zentrum. Nach einem Gängelchen zum kleinen Hafen freuen wir uns bei Dominos über eine leckere Pizza Funghi.

Die Maas bei Ravenstein

Do 21. Sept. Feines Frühstück im Hotel Bankier, Räder raus und siehe da, die Wettervorhersage hält, was sie angekündigt hat, leichter Regen. Also gleich das volle Regenprogramm mit Hose, Jacke, Überschuhen. So geschützt und ohne Gegenwind kommen wir auf asphaltiertem Deichweg entlang der Maas zügig voran, durchqueren die schönen Orte Grave und Ravenstein, halten an einem blumengeschmückten Denkmal kurz an und radeln weiter bis Megen. Da überqueren wir die Maas auf einer gelben Autofähre.

Auf der Fähre bei Megen

Auf der anderen Flussseite fahren wir weiter nach Maasbommel. Da finden wir einen Picknickplatz an der Maas, trotz Regen schön. Weiter geht’s bis zur nächsten Fähre, die bringt uns nach Oijen. Wir umrunden einen Altarm der Maas und erreichen den schönen kleinen Ort Lith. Weil der Regen stärker geworden ist, stellen wir uns unter in einem Pavillon mitten im Ort. Zu unserem Ziel Heerewaarden auf der anderen Maasseite ist es nicht mehr weit, also sechs Kilometer weiter zur nächsten Fähre, die direkt zum Ziel führt.

Picknick an der Maas bei Maasbommel

Diese Fähre ist nur für Radfahrende und Fußgehende, fährt allerdings nur an Wochenenden, lesen wir, und das nur nach Anruf. Wir rufen trotzdem an und erfahren, sie fährt heute nicht, wir müssen zurück nach Lith zur Autofähre. Die bringt uns hinüber nach Moordhuisen. Auf einem Deichweg und der N322 erreichen wir endlich Heerewaarden, ein wahrlich kleiner Ort zwischen Maas und Waal gelegen. Unser Hotel, wohl das einzige am Ort, befindet sich direkt an der Maas.

Anleger der Fietsenfähre direkt beim alten Fährhaus in Heerewaarden. Hier wäre die Fietsenfähre angekommen

Deswegen auch der Name t’oude Veerhuis, altes Fährhaus. Die Fähre, an der wir vorhin standen, wäre wohl genau hier angekommen. Wir sind die einzigen Gäste und können auf der überdachten Terrasse unsere nassen Sachen ausbreiten. Inzwischen ist der Regen wieder stärker geworden und es regnet immer noch. Immerhin gibt es in der Nähe einen Imbiss, wo wir auch die einzigen Gäste sind und einen leckeren Salat, Pommes und Pizza bekommen. Der nette Imbissmann hat uns den Regentag gerettet.

Altes Fährhaus in Heerewaarden

Fr 22. Sept. Der Tag beginnt mit einem liebevoll zubereiteten Frühstück einschließlich frischgebackener Crèpes und dem Angebot, Picknick für unterwegs mitzunehmen, was wir gerne annehmen. Bei schönstem Sonnenschein radeln wir los, verlassen Heerewaarden und gelangen auf einen Deich zwischen Maas und Waal parallel zur N322, umrunden einen Kreisel und sind bei Kerkdriel wieder auf dem Radweg entlang der Maas. Die überqueren wir über die Prinses Irenebrigadebrug.

Fähre von Bern nach Nederhemert

Sie führt zum Fort Crèvecoeur. Das umrunden wir und erreichen das Kasteel Niederhemert mit einem kurzen Blick in den Innenhof. Über den Veerweg geht’s via Fähre zum Maasdijk bei Bern. Dem folgen wir viele Kilometer bis zur N322. Da biegen wir nach links ab zur Festung Loevestein, auch kurzer Blick hinein und weiter zur kleinen Fietsenfähre über einen Kanal zwischen Maas und Waal kurz vor Woudrichem. Um zu unserem Ziel Gorinchem zu kommen, müssen wir zunächst eine Fähre über einen Altarm der Maas nehmen, der in den Waal mündet.

Die „Gorinchem“ beim Fähranleger in Woudrichem

Unser Etappenziel Gorinchem liegt auf der anderen Seite des Waal Der nette Fietsenfährmann erklärt uns den Weg zum Anleger. Jede halbe Stunde geht das Schiff, das heißt, wir müssen eine gute Viertelstunde warten. Kein Problem, es ist ganz interessant, hier die Menschen zu beobachten. Die „Gorinchem“ bringt uns in gut zehn Minuten hinüber. Wir steigen aus und befinden uns direkt vor dem Boutique Hotel Karel de Stoute. Kurz chillen und später japanisch essen am Grote Markt.

Radweg auf dem Deich am Ufer des Waal

Sa 23. Sept. Der Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück inklusive Blick über schöne Blumenbeete hinweg auf den Waal. Da sind schon Schiffe unterwegs, und zwar von und nach Rotterdam, unser heutiges Etappenziel. Die Route führt uns auf einen Deichweg direkt am Ufer des großen Flusses, bis zur holländischen Grenze Rhein genannt. Nach etlichen Touren auf dem Rheinradweg können wir uns doch vorstellen, wie viele Landschaften, Städte und Dörfer der Fluss hier bereits passiert hat.

Fähre nach Krimpen aan de Lek

Noch ein paar Kilometer, dann erreicht der Rhein/Waal Rotterdam und die Nordsee. Unser Track verlässt allerdings hier den Waal und wir gelangen an die Naard. Bei Alblasserdam finden wir ein idyllisches Plätzchen für unser Picknick. Auch an diesem Flüsschen radeln wir weiter gemütlich auf einem Deichweg, Radwege in Holland eben. Und was wären die ohne Fähren über kleine und große Gewässer? Schon erwischen wir wieder eine. Sie bringt uns nach Krimpen aan de Lek, also über den Fluss Lek.

Restaurant „Copper Branch in Rotterdam

Nach gewohnt radfreundlicher Route über den Molendijk überqueren wir in Krimpen aan den Ijssel auf der Algerabrug die Ijssel und fahren weiter bis zur Mündung in die Nieuwe Maas. Da sind wir schon auf bestem Wege in das Zentrum von Rotterdam und nach ein paar Kilometern mitten drin. Da liegt auch das Motel One, wo wir direkt einchecken können. Die Räder stellen wir um zwei Ecken in einer bewachten und nachts verschlossenen Tiefgarage unter, kostenlos. Chillen, umziehen und Stadt ansehen.

Kubushaus in Rotterdam

Doch erst mal überlegen, was gegen den Hungerast zu tun ist. Die Sushi bei Fusion in Gorinchem waren echt lecker, das wäre heute eigentlich auch was. Wir gehen los und sehen in der Fußgängerzone plötzlich ein Schild „plantbased“ bei „Copper Brunch“, reingehen, Burger, Bowl, Salat, Zitronenlimo bestellen und oben in der Galerie gemütlich hinsetzen mit Blick in das Lokal und auf die Straße. Alles wird schnell serviert und alles richtig gut. Zum Dessert gönnen wir uns noch Kaffee und carrot Cake.

alter Hafen in Rotterdam aus dem Kubushaus

Schöner Auftakt für ein Gängelchen zu den Sehenswürdigkeiten, alles in der Nähe, die mächtige Markthalle mit unübersehbar vielen Angeboten vor allem im Foodbereich und das Kubushaus mit vielen Wohnungen in auf die Ecke gestellten Kuben. Da fragen wir uns, wie man denn darin wohnen kann und besichtigen den kleinen Museumskubus. Steile Treppen, aber alles da und zwar waagerecht, Küche, Schlafzimmer, gemütliche Sofaecke und Arbeitszimmer. Was für eine außergewöhnliche Architektur!

Markthalle in Rotterdam

In diesem Ambiente befindet sich auch das Hotel „stayokay“. In einer Ecke von zwei nebeneinander liegenden Kuben bekommen wir durch eine kubische Fensteröffnung einen richtig schönen Blick auf den alten Hafen, den wir ja schon beim Hineinfahren durchradelt haben, und die Wilemsbrug mit den auffallend roten Streben. So viele interessante Eindrücke in so kurzer Zeit in einer interessanten Metropole! Auf dem Rückweg zum Hotel sehen wir, dass die Markthalle auch von außen gigantisch aussieht.

Radweg zwischen Delft und Den Haag

So 24. Sept. Bestes Frühstück im 5. Stock, sehr gutes veganes Angebot, packen und ab auf die Räder. Doch halt, die Fahrradgarage macht erst um 10 Uhr auf. Das heißt, eine halbe Stunde in der gemütlichen Lounge mit guten WLAN warten. Doch dann beginnt unsere heutige Tour bei herrlichem Sonnenschein und Rückenwind entlang von Kanälen und Gewässern Fotostop in Delft. Keine Überraschung, dass wir im Ibis Styles im Zentrum von Den Haag schon gegen Mittag ankommen.

Promenade in Scheveningen

Das Gepäck lagern wir in der Rezeption und fahren ein paar Kilometer direkt zum Picknick auf der Strandpromenade von Scheveningen. Noch ein bisschen am Strand entlang bis zu den Dünen radeln und Nordseeluft schnuppern, bevor wir einen anderen Weg zurück fahren, mit Fotostop beim Peace Palace, Sitz des Internationalen Gerichtshofs. Zurück in Den Haag stellen wir die Fahrräder kostenlos im bewachten Fahrradparkhaus in der Nobelstraat unter, checken ein, chillen und kümmern uns um den Hungerast.

Den Haag

Heute gibt’s Sushi und leckere Ramen mit Miso im japanischen Restaurant. Zum anschließenden Gängelchen umrunden wir einen kleinen See mit schönem Panorama im Abendsonnenschein und historischem Komplex, der zurzeit renoviert wird. In dieser Gegend sind wohl Ministerien untergebracht. Auf dem Weg zurück zur Kerkplein mit Ibis Styles versorgen wir uns noch für heute Abend und Morgen mit Brötchen, Käse, Bier, Wasser, Schoko bei Albert Heijn, dem legendären holländischen Supermarkt.

„Haager Tribunal“ in Den Haag

Mo 25. Sept. Das Frühstück in dem kleinen Raum hinter der Rezeption ist liebevoll zubereitet, sogar Salat mit Würzöl dabei. Dann heißt es Tschüss Ibis Styles Den Haag und Räder vom Fietsenstalling in der Nobelstraße abholen, packen und los. Auf dem Weg Richtung Nordsee machen wir einen Fotostop bei den Gebäuden des „Haager Tribunals“, internationaler Strafgerichtshof, der im März 2023 Haftbefehl gegen Präsident Putin erlassen hat.

Radweg in den Dünen kurz vor Zandvoort

Warum? Wegen Deportation ukrainischer Kinder nach Russland. Unsere weitere Route führt an Scheveningen vorbei auf einen schönen Weg durch die Dünen. Wir durchfahren die Touristenorte Katwijk, Nordwijk und weiter durch die Dünen zum heutigen Etappenziel Zandvoort. Das Amsterdam Beach Hotel befindet sich im Zentrum und in Sichtweite zum Strand. Die Zeit bis zum Einchecken nutzen wir für eine Fahrradtour vorbei an der Autorennbahn nach Bloemendaal aan Zee.

Bloemendaal aan Zee bei Zandvoort

Da finden wir ein windgeschütztes Bankplätzchen mit Blick auf die Brandung. Im Gedanken an den Hungerast radeln wir auf der Rückfahrt kreuz und quer durch die Straßen und Gassen. Wo gibt’s Veganes? Dann können wir auch unser Zimmer im Erdgeschoss beziehen, alles da, sogar Kaffeemaschine und Badspiegel mit Touch zum Licht einschalten und gutes WLAN. Auf die ausladenden schweren Vorhänge könnte ich verzichten.

Strand von Zandvoort

Fahrräder werden später in der Garage untergebracht. Nach dem Chillen laufen wir die Fußgängerzone entlang zum Kreisel, wo wir uns schon „Just Döner“ ausgeguckt hatten. Gemütlich sitzen wir vor unserer Dönerbox mit Fritten, veganem Döner, Salat, roten Zwiebeln und Soße. Albert Heijn für die weitere Versorgung ist auch in der Nähe. So schlendern wir in Ruhe zurück und hängen noch einen ausgiebigen frühabendlichen Strandspaziergang an.

Marktplatz in Harlem

Di 26. Sept. Den Tag der letzten Etappe beginnen wir mit einem leckeren Frühstück am Fenstertischchen mit Blick auf die Nordsee, die wir leider heute wieder verlassen. Unsere Route führt direkt zum Radweg in den Dünen, wo wir uns auf einer Aussichtsplattform von Zandvoort verabschieden. Zum Teil entlang der Bahnlinie Zandvoort-Amsterdam erreichen wir Harlem. Auf dem Marktplatz mit der großen Kirche und Museen schauen lassen wir viele Menschen an uns vorbeiziehen.

Vegan Junk Food Bar in Amsterdam

Da ist Leben auf dem Platz, Fußgänger und Radfahrer, eine Schulklasse mit orangenen Warnwesten versammelt sich am Denkmal, Senior*innen schieben ihre Gehwagen und Mamas transportieren ihre Kinder in Lastenrädern, übrigens alle ohne Helm. Und weiter geht’s, hinaus aus dem Städtchen auf den Radweg. Der führt uns wieder an die Bahnlinie und geradewegs in das Zentrum von Amsterdam. Wie schön, dass wir im Motel One Amsterdam-Waterlooplein schon einchecken können. Nur leider kein Plan für die Unterbringung der Fahrräder.

Museumsplein hinter dem Rijksmuseum in Amsterdam

Gut gesichert lassen wir sie an der Valkenburgerstraat stehen, beziehen unser Zimmer im 5. Stock und werden weitersehen. Das heißt, nach dem Chillen wieder auf die Räder, dem Hungerast folgen und die Augen nach Parkmöglichkeiten offenhalten. Der Hungerast hat sein Ziel erreicht. Auf der Terrasse der Vegan Junk Food Bar auf der Marie Heinekenlein bekommen wir Burger, Salat und Regenbogenbowl, Lokal und Speisen schön bunt und lecker.

Mein Rädchen mit grünem Band an der Spiegelgracht

Und wenn wir schon mal so mitten drin sind im Trubel der Metropole, radeln wir noch zum Museumsplein und verweilen in der friedlichen Stimmung auf dem Platz hinter dem Rijksmuseum, durch das wir dann später durchradeln zu den Grachten. Wir beobachten Touristen in Booten, die gut versorgt mit vielerlei Getränken durch die Grachten geschippert werden. Und immer wieder Fahrräder an den Geländern, meins hatte ja schon Fototermin an der Spiegelgracht und ein lilafarbenes will auch unbedingt fotografiert werden.

Star unter den Fahrrädern in der Metropole

Zum Abschluss geht’s wie an den Tagen zuvor zum Kultsupermarkt Albert Heijn, schließlich brauchen wir noch Getränke und Sweeties für heute Abend und Proviant für die Rückfahrt morgen. Keine Lösung gefunden haben wir für die Fahrräder. Die müssen wir schweren Herzens, übrigens zu vielen anderen, gut gesichert und an einem Bügel angekettet an der Valkenburgerstraat parken. Von unserem Fenster im fünften Stock werfe ich ab und zu einen Blick auf unsere beiden Rädchen. Wird schon gut gehen!

Amsterdam Centraal vom Hafen gesehen

Mi 27. Sept. Aufwachen, auf die Straße schauen, Fahrräder sind da. Schlechte Nachricht: Vor Hannover ist auf der Strecke nach Berlin eine Oberleitung auf die Gleise gefallen, daher fährt unser gebuchter Intercity nach Rheine nur bis Bad Bentheim. Nach gewohnt gutem veganen Frühstück radeln wir vorbei am Hafen zum Bahnhof Amsterdam Centraal. In Bad Bentheim nehmen wir statt Regionalbahn unsere Zossen. Nach 25 Kilometer radeln gibt’s Picknickpause in der Nähe von Schloss Bentheim. Zwei Stunden später als geplant erreichen wir den RE7 zum Hauptbahnhof Hamm.

Walters Track zur Etappe von Goch nach Cuijk am 20. September 2023
Walters Track zur Etappe von Cuijk nach Heerewaarden am 21. September 2023
Walters Track zur Etappe von Heerewaarden nach Gorinchem am 22. September 2023
Walters Track zur Etappe von Gorinchem nach Rotterdam am 23 September 2023
Walters Track zur Etappe von Rotterdam nach Den Haag am 24. September 2023
Walters Track zur Etappe von Den Haag nach Zandvoort am 25. September 2023
Walters Track zur Etappe von Zandvoort nach Amsterdam am 26. September 2023

Vegan in Rotterdam (Copper Branch)
Vegan in Amsterdam (Junk Food Bar)

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Harry Potter Vegan Brunch

Der erste Oktober ist der erste Sonntag im Monat, das heißt veganer Mitbringbrunch in der Hammer City, diesmal unter dem Motto „Harry Potter“. Zauberhüte, Krawatten, Umhänge, Eulen auf T-Shirts und Jacken waren unterwegs und die Tische reichten kaum für das vegane Buffet mit den besonderen Köstlichkeiten. Im Land der Hogwarts gab es zum Beispiel Muggelsalat mit Nudeln, Tomaten, Rucola und Mozarella vegan.

In der herzhaften und der süßen Ecke lockten Frikadellchen frei nach Mollys Fleischbällchen, pechschwarze Mayo, Zauberstäbe pikant bestreut und in Schoko getaucht, sprechende Muffins, Heuler mit scharfer und süßer Füllung, sprechende Muffins mit Zauberhüten, goldene Schnatze, magische Braubeer Torte und Butterbier zum Beispiel. Da können wir uns schon auf den Halloweenbrunch im November freuen.

Veganer Mitbringbrunch im Hammer Stadtteilzentrum FeidikForum am 1. Oktober 2023

Mehr Fotos: Harry Potter Vegan Brunch

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Klimastreik am 15. September 2023 in Dortmund

Fünf Jahre ist es her, seitdem die junge Schwedin Greta Thunberg eines Tages die Schule ausfallen ließ und mit einem selbstgebastelten Plakat vor dem Regierungsgebäude in Stockholm demonstrierte. „Schulstreik für das Klima“ stand auf dem Plakat mit der Message: Tut endlich was für den Klimaschutz, das heißt gegen den Zusammenbruch unseres Ökosystems, wir haben nur den einen Planeten und auf dem wollen auch wir jungen Menschen später noch leben.

Das war der Beginn der „Fridays for Future“ Bewegung. Nach Gretas Vorbild gab es an vielen Orten auf der ganzen Welt immer Freitags Schulstreiks für das Klima und globale Klimastreiks mit Teilnehmenden aus allen Altersgruppen. Immerhin haben diese Aktivitäten bewirkt, dass der Schutz des Klimas wichtiges Thema in der Politik wurde. Ziele werden formuliert, doch Veränderungen kommen leider nur schleppend voran.

Immer noch wird viel zu viel CO2 in die Atmosphäre gepustet. Wo bleibt zum Beispiel die Mobilitätswende mit viel weniger Autos und Tempolimit? Warum wird ein Heizungsgesetz, das die schrittweise Abwendung von fossiler und Hinwendung zu erneuerbaren Energiequellen vorsieht, von vielen Menschen in Gesellschaft, Politik und Medien so heftig attackiert? Gibt es doch keinen anderen Weg.

An all das wollen die 1500 Menschen erinnern, die sich auf Einladung der „Fridays for Future Dortmund“ am 15. September 2023 auf dem Friedensplatz zusammenfanden und mit Reden und Plakaten eine wirkliche Zeitenwende forderten. Das bedeutet Ende der Schlafmützigkeit und entschlossen anpacken in allen Bereichen.

Um viele Menschen mit dieser Botschaft zu erreichen, zog die Demoschlange einige Kilometer durch die Dortmunder Innenstadt, die Fußgängerzone, vorbei am Dortmunder U und in einer großen Schleife um den Bahnhof herum zum Platz der Deutschen Einheit. Mein Fazit: Auch wir Älteren müssen und werden weiterkämpfen für den Klimaschutz, damit unsere Kinder und Enkel auch später noch einen Planeten haben, auf dem sie gut leben können.

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Radtour nach Walstedde

Kötterberg beim Killwinkel im Hammer Norden

Vom Bänklerweg aus überqueren wir den Nordenstiftsweg und vom Sudeten- den Bockumerweg und gelangen entlang einer Bahnlinie zum Killwinkel. Da geht’s nördlich der Warendorfer Straße auf dem Kötterberg und wie Wunder, die Bank oben ist frei. Von hier können wir in aller Ruhe das Panorama der Stadt verfolgen, von den Wassertürmen zur Killinger Höhe und dahinter der Hammerkopfturm der ehemaligen Zeche Heinrich Robert. Dann geht’s hinunter zum Schloss Ermelinghoff.

Schloss Ermelinghoff im Hammer Norden

Beim Bahnhof Bockum-Hövel biegen wir nach rechts und radeln entlang der Bahnlinie Hamm-Münster auf den Klostermühlenweg. Jetzt sind wir mitten in den Münsterländer Feldern über Ameke nach Walstedde. Auf einer Bank an der weißen Kirche bei „Leib & Seele“ machen wir kurz Trink- und Plauschpause, so schön bei dem warmen Sonntagswetter. Den verschlafenen Ort verlassen wir beim Friedhof und sind flugs wieder auf schönen Radwegen in den Feldern.

Walstedde Kirche und Leib & Seele

Noch ein kurzer Stopp auf der Dasbecker Höhe mit dem Gedenkkreuz für Herrn Dasbeck, dann geht’s hinunter über Dasbeck beim Bahnhof Hamm-Heessen über die Bahnlinie und den Heessener Markt hinweg zur Fährstraße. Hier nehmen wir die nagelneue hell asphaltierte Route durch den Hammer Auenpark, den ich langsam richtig cool finde, vor allem in Verlängerung westlich der Münsterstraße unter der großen Bahnlinie hinweg den Heinz-Kruse-Weg zum Hammer Norden.

Walters Track zur Radtour nach Walstedde am 17. September 2023

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Barfüsserkirche in Basel

Die Barfüsserkirche befindet sich im Zentrum der Innenstadt in Basel am Barfüsserplatz. Sie wurde erbaut im 13. Jahrhundert als Klosterkirche eines Bettelordens der Franziskaner, auch Barfüsser genannt, daher der Name. Nach einem Brand am Ende des Jahrhundert wurde sie neu erbaut, während der Reformation geplündert und schwer beschädigt.

Danach wurde das Gebäude als Klosterkirche aufgegeben und als Lager für verschiedene Waren benutzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Barfüsserkirche zum Historischen Museum umgebaut. Es beherbergt eine ständige historische Sammlung sowie wechselne Sonderausstellungen, zurzeit „Ausser Gebrauch. Alltag im Wandel“.

Barfüsserkirche Basel am 25. Juli 2023

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Museum Tinguely in Basel

In Basel gibt es ein Museum, das ganz dem Künstler Jean Tinguely (1925-1991) gewidmet ist. Es befindet sich am rechten Rheinufer in unmittelbarer Nachbarschaft des Roche-Turms, Bürogebäude eines Pharmaherstellers, der dieses Museum auch weitgehend finanziert hat. Warum Jean Tinguely? Dieser Künstler ist in Basel aufgewachsen und er hat außergewöhnliche Werke hinterlassen.

Eine umfangreiche Auswahl aus seinem Schaffen können wir im Museum Tinguely bewundern, bestaunen, hören und begehen. Da sind die filigranen Skulpturen wie „méta-mecanique“ aus dem Jahre 1955, die Installation „ballet des pauvres“ von 1961, das Modell „Le Cyclope – La Tête“ von 1970, „Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia Méta-Harmonie“ von 1987, großenteils bewegliche Objekte aus Metall, die auch Töne erzeugen.

Das große „Utopia“ Werk ist über eine Treppe begehbar, wir können es also von außen und von innen erleben. Im Rückblick auf das Jahr 1960 zeigt ein Film die groß angelegte Installation „Hommage to New York“, eine Maschine, die sich selbst zerstört, aufgebaut im Skulpturengarten des Museums of Modern Art in New York. Interessant dazu die lebendigen Erinnerungen von Zeitzeugen.

Besuch des Museums Tinguely in Basel am 25. Juli 2023

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Das Aleppo-Zimmer

Das Aleppo-Zimmer ist ein Exponat im Museum für islamische Kunst im Pergamonmuseum. Es handelt sich um die komplette Wandvertäfelung aus dem Empfangsraum eines Hauses im von Christen bewohnten Stadtteil der syrischen Stadt Aleppo, entstanden zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Besitzer war ein Kaufmann, der die Malereien von einem persischen Künstler gestalten ließ.

Da sehen wir farbige Ornamente sowie Figuren von Menschen und Tieren, Motive und Texte aus der islamischen und der christlichen Kultur, eindrucksvolle Dokumentation eines friedlichen Miteinanders verschiedener Religionsgemeinschaften. Das Aleppo-Zimmer wurde im Jahre 1912 für ein Berliner Museum erworben, weil der Besitzer das Haus wohl modernisieren wollte. So ist es unversehrt erhalten geblieben und heute ein Zeichen der Hoffnung für die vom Krieg zerstörte Stadt Aleppo.

Besuch des Museums für islamische Kunst im Pergamonmuseum Berlin am 25. Mai 2023

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