Radtour zur Werkstatt

Krähenland bei Ameke

Wir brauchten eine neue Mutter für die Hinterradschraube und Termin für eine Speichenreparatur. Die Fahrradwerkstatt in der Nähe des Heessener Markt war also unser Ziel. Das Wetter? Für November eigentlich ganz okay, kein Regen in Sicht, gegen Mittag um die acht Grad und ein wenig sonnig. Da können wir doch einen schönen Bogen fahren, sagten wir uns. Der führte dann über Killwinkel und Kötterberg zum Schloss Ermelinghoff und Bahnhof Bockum-Hövel, Klostermühlenweg und entlang der Bahn durch die Felder nach Ameke.

Dasbecker Höhe

Ohne Pause ging’s weiter nach Walstedde, durch den Ort und um den Friedhof herum wieder in die Felder bis hoch hinauf auf die Dasbecker Höhe. Und von dort im eleganten Abwärtsschwung zur Fahrradwerkstatt in der Nähe vom Heessener Bahnhof und Markt. Zurück fanden wir eine neue kleine Trasse zum Kreisel bei Obi und da waren wir schon bald im Hammer Norden. Nur noch über die Münsterstraße hinweg zum Killwinkel vorbei an den Kleingärten und über Heideweg zum Bockumer Weg radeln und überqueren, ebenso den Nordenstiftsweg und durch den Bänklerweg zur Bankerheide.

Walters Track Ameke-Walstedde-Niehues am 10. November 2021

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Veganer Mitbringbrunch im November

Leider hatte die Pandemie zu Beginn des vergangenen Jahres die Zusammenkünfte zum monatlichen veganen Mitbringbrunch ins Stocken gebracht, was bedeutete, dass sie monatelang ganz ausfielen, einige Male digital und nach und nach wieder in verschiedenen Locations stattfinden konnten. Am ersten Sonntag im November fand der Brunch dann endlich wieder im Stadtteilzentrum FeidikForum in der Hammer City statt.

Voraussetzungen waren eine begrenzte Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, geimpft, genesen, getestet und registriert mit der Luca App. Die Freude war groß und das Buffet eine Zusammenstellung von Köstlichkeiten, pikant, lieblich, süß, giftgrün bis gruselig, lecker gruselig wie die pechschwarze Lakritztorte, gefüllte Grabsteine und grünes Likörchen, alles gut bewacht vom Kürbismonster und Skelett, das den Desinfektionsspender kontrollierte.

Videoschwenk über das Buffet:
Veganer Mitbringbrunch im November 2021

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Hamm Marathon mit dem Fahrrad

zur Kohlenbahntrasse beim Kleingarten am Killwinkel

Unser kürzester Weg zur Marathonstrecke liegt direkt beim Eingang zum Kleingarten am Killwinkel. Durch die Unterführung gelangen wir auf die Kohlenbahntrasse und sind gleich auf der richtigen Route. Diese Trasse fahren wir bis zum Gewerbegebiet an der Hammer Straße in Bockum-Hövel. Die überqueren wir, radeln ein Stück weit in südliche Richtung und haben auf dem freien Feld westlich des Baudenkmals Zeche Radbod vor der Halde einen Panoramablick auf drei Fördertürme.

Marathonstrecke bei der Halde Radbod

Vor uns liegt die Halde und zu deren Füßen fahren wir entlang des alten Lippearms, vorbei an einem schönen Picknickplatz mit Informationstafeln zu den weißen Brücken über Lippe und Kanal. Jenseits dieser beiden Gewässer befinden wir uns im Gelände des Lippeparks und radeln zu Füßen der Halde von Schacht Franz bis zur Dortmunder Straße, die wir erst überqueren können, nachdem endlich ein Autofahrer anhält. Nach einem schönen Waldweg westlich der Herringer Moschee, dem Parkfriedhof und Barfußpfad sind weitere Halden zu sehen.

von der Kissinger Höhe zum Bergwerk Ost

Rechts liegt die Halde Humbert und links die Kissinger Höhe, zu deren Füßen wir bis zum Gelände des ehemaligen Bergwerks Ost „Heinrich Robert“ radeln. Das lassen wir allerdings rechts liegen und erreichen den Stadtteil Wiescherhöfen über die Kamener Straße. Die überqueren in Höhe der Wielandstraße und folgen dieser bis zum Friedhofsweg und durch Felder zum Bahnübergang mit gerade geöffneten Schranken. Wir kommen nach Selmigerheide und radeln entlang der Bahnlinien nach Lohauserholz.

Westtünnen

Südlich der Hammer City bewegen wir uns weiter auf dem Langewanneweg, der seinen Namen echt verdient hat, bis zum Hellweg in Berge mit Blick auf die Wassertürme und zur Ostdorfstraße durch die Felder zur alten Werler Straße, die durch die Siedlung führt. Doch bald darauf haben wir wieder Natur pur in der Rottwiese, Fuchshöhle, Pählerweg und im Hüls. Da überqueren wir die Ahse und befinden uns im Schilfwinkel. Nach Überquerung der Birkenallee sind wir schon in Braam-Ostwennemar und radeln am Geitheufer zum Burghügel Mark.

Schloss Heessen

Am Ahseufer geht’s zur Ostenallee im Hammer Osten und jenseits der Straße mitten in den Kurpark weiter an der Ahse. Das Gradierwerk streifen wir kurz auf dem Weg zum Kanal, nehmen den Radweg zur Fährstraßenbrücke, nach Überquerung hinunter zur Lippe und auf den Fährweg zum Schloss Heessen. Weiter geht’s zum Lohbusch, jenseits der Dolberger Straße durch den Schafbusch, Westhusener Weg, Birkenallee in den Ortsteil Sundern. Wir befinden uns nun mitten im Heessener Wald

Heessener Wald auf dem Weg zur Waldbühne

An der Waldbühne machen wir einen kurzen Stopp, dann weiter zum Ennigerweg. Im spitzen Rechtsschwenk geht’s zum Ülkenpatt und Querung von Ahlener Straße und Bahnlinie. Jetzt landen wir auf dem Leerfeldweg, der uns auf Veistraße und Dasbecker Weg um Dasbeck herum führt. Auf Uedinghoff- und Rosa-Luxemburg-Straße nähern wir uns dem Hammer Norden. Nur noch die Münsterstraße überqueren, zum Killwinkel und bei Möllenbrink links zum Kleingarten am Killwinkel. Und da sind wir nach schöner Runde bei der Unterführung zur Kohlenbahntrasse.

Walters Track zur Marathonstrecke am 2. November 2021

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Kurpark Bad Hamm

Adenauer Allee am Datteln-Hamm-Kanal

Vom Hammer Norden aus ist der Kurpark gut zwei Kilometer entfernt und bequem per Fahrrad zu erreichen. Ich fahre den Radweg von der Kornmersch durch die Lippeaue, überquere auf der Münsterstraße Lippe und Datteln-Hamm-Kanal, unterquere die Kreuzung Hafenstraße/Münsterstraße, fahre ein Stück weit vorbei an Wassersportzentrum, Hammonense, Tinyhouse Hotel, Rehazentrum und Ahsedüker durch die schöne Allee entlang des Datteln-Hamm-Kanals.

Kurpark Hamm

Entlang des Kanals fahre ich weiter, unterquere die Fährstraße an der Brücke und beim Abzweig zum Jugendgästehaus Silverberg hinein in den schönen Park. Ein Herbstwetter vom Feinsten habe ich erwischt an diesem Vormittag, das heißt Bäume in prächtigen Herbstfarben und ein Licht, das diese noch besonders zum Leuchten bringt. Der blaue Himmel wird gespiegelt in den Teichen, in denen sich einige Enten ganz sachte bewegen, als wollten sie die Stille nicht stören. Ich stelle mein Fahrrad zur Seite, gehe an das Ufer, schaue auf das Wasser, den bunten Blätterboden, hoch zu den Baumkronen.

Fotoausstellung zu Hamms Partnerstadt Kalisz

Ich kann mich gar nicht satt sehen an all der herbstlichen Schönheit. Dann fahre ich um den Teich herum und stehe plötzlich vor einem großen Foto mit zwei historischen Bussen. Es gehört zu einer Fotoausstellung zu Hamms Partnerstadt Kalisz, lese ich und entdecke noch viele weitere schöne Fotos dieses Ortes in Polen. Eine ganze Reihe dieser beeindruckenden Impressionen befindet sich entlang des Weges zum Kurhausgarten. Den durchquere ich und halte vor der Klinik für Manuelle Therapie an.

Kurhaus Bad Hamm

Hier ist der beste Platz, um das Kurhaus zu fotografieren. Früher befand sich an dieser Stelle auch ein schönes Badehaus, abgerissen im Modernisierungswahn früherer Jahrzehnte. Hamm war nämlich ein Badekurort mit Solequelle und durfte und darf sich Bad Hamm nennen. Immerhin ist das Kurhaus erhalten als angesagte Location für Konzert und Theater sowie zeitweiser Restauration. Immerhin hat man die historische Bedeutung der Erholung im Hammer Kurpark mit Errichtung des Gradierwerks wieder aufleben lassen.

Baumallee zwischen Fährstraße und Ahsefluss

Ich fahre die kurze Strecke zur Überquerung der Fährstraße, leider viel zu viele Autos hier, und gelange in die Allee mit richtig schönen alten Bäumen, zuzeit mit Herbstfärbung noch eindrucksvoller. Entlang der Ahse gelange ich zu besagtem Gradierwerk, wo sich jederzeit viele Menschen aufhalten, um die von der durch Reisigwände herabrieselnde und in der Luft zerstäubende Sole (Salzwasser) einzuatmen. Das ist angenehm und nützt den Atemwegen.

Gradierwerk im Hammer Kurpark

Gleich nebenan befindet sich das neueste Highlight des Hammer Kurparks, der Gradierwerksgarten, schön angelegt mit kleinem Springbrunnen, Sonnenuhr, Bänken, Sitzrund und vor allem Rosen und Stauden aller Art, deren Blüten ich gerne zu allen Jahreszeiten anschaue und bewundere. Heute sind es üppig blühende Rispen einer asiatischen Art des Basilikums, das mit prächtigen lila Dolden Insekten anlockt. Und da bin ich schon bald wieder am Düker, wo die Ahse unter dem Datteln-Hamm-Kanal hindurch in die Lippe geleitet wird und auf dem Radweg zurück zum Hammer Norden.

Kurpark am 28. Oktober 2021

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Radtour zum Schloss Westerwinkel

Einfahrt zum Schloss Westerwinkel

Zwar Wind von vorne, aber Sonnenschein und kein Regen in Sicht. Da zieht es uns mit dem Fahrrad hinaus aus der Stadt in die Felder. Unser heutiges Ziel ist das Schloss Westerwinkel, ein Wasserschloss im Münsterland. Also um die Ecke zur Kornmersch, Bockumer Weg überqueren, entlang der Geinegge, Fotostopp bei den Kopfweiden, weiter zum Bahnhof Bockum-Hövel und den langen, langen Klostermühlenweg bis zur Nordick-Nordicker-Straße, diese entlang durch Ondrup in die Ortsmitte von Herbern.

Viele Menschen verlassen heute am Feiertag Allerheiligen gerade die imposante Kirche. Beim Herausfahren aus dem Ort wundern wir uns über die Geräusche von der Autobahn. Ja, die liegt ziemlich nah, stellen wir beim Überqueren fest. Jenseits der A1 ist es zum Schloss nur noch ein Katzensprung. Über einen breiten Weg schweben wir über die Gräfte hinweg ein in den sonnigen Hof zwischen Haupt- und Nebengebäuden, wo die Linde die letzten Blätter ihrer schönsten Herbstfärbung präsentiert.

Beim Golfgelände halten wir noch mal zum Fotostopp und begeben uns gleich zurück auf den Heimweg. Der führt vorbei an Wäldchen durch die Felder zum Uhlenbusch, Herberner- und Oberholsener Straße zur Horster Straße, die uns in Bockum-Hövel auf die Radroute zum Hammer Norden und Zentrum führt, Berliner-, Rautenstrauch- und Eichstedtstraße zur Römerstraße, kurze Strecke Bockumer Weg zur Kornmersch.

Walters Track zur Radtour zum Schloss Westerwinkel am 1. November 2021

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Lichtradeln mit Diskallico

„Diskallico Light Parade“ nennt er sein leuchtendes Kunstwerk, ein kunterbunt blinkendes, rockendes Gespann aus Leuchtrad und knallgrünem Fahrer, das in der Dunkelheit von jedem gesehen und gehört wird. Heute war er in Hamm. Die „Fahrradfreunde Hamm“ hatten ihn eingeladen und eine Veranstaltung vor der Pauluskirche erstellt. Viele waren mit ihren Rädern auf den Marktplatz gekommen.

Nach ausgiebiger Bewunderung von Gefährt und Fahrer hieß es „losrollen“ und schon zog Diskallico ein langes Vehikel aus Hammer Radfahrenden mit Helmen, Leuchtfarben und Licht in vielen Variationen kreuz und quer durch die Hammer City. Das war ein richtiger Spaß, wurde garantiert von sehr vielen Menschen gesehen und daran erinnert, dass die Straßen nicht nur den Auto-, sondern auch den Radfahrenden gehören.

Lichtradeln mit Diskallico am 30. Oktober 2021

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Radtour zu „Saigon“ in Werne

Oberholsener Straße

Heute wollen wir, verglichen mit dem vergangenen Jahr, unsere kleine Radtour mal ganz anders angehen. Erinnerung: Wir hatten immer Picknick in Hupfelds Fahrradtaschen dabei und irgendwo draußen eine gemütliche Bank gesucht und meistens gefunden. Doppelt geimpft und geöffnete Restaurants erschließen uns jetzt ganz neue Ziele. Bleibt nur die Frage, wo wir in der Nähe Veganes bekommen. Im Internet werden wir fündig. Wir radeln in das Städtchen Werne.

Restaurant „Saigon“ am Werner Kirchhof

Das vietnamesische Restaurant „Saigon“ am Kirchhof in der Werner Altstadt hat vegane Optionen und ist ab 11 Uhr geöffnet. Das Wetter spielt mit, also los über den Weg an der Geinegge, Bockum-Höveler Bahnhof, Klostermühlenweg, Barsen durch die schöne münsterländische Landschaft direkt in das Zentrum von Werne. Das „Saigon“ an der Kirche finden wir schnell, ebenso drinnen ein schönes Plätzchen. Wir bestellen Buddhistische Fastenspeise, Tofu und Gemüse in Kokossoße, leckeren süßen Lycheesaft und genießen in aller Ruhe.

Buddistische Fastenspeise

Zurück geht es flugs an die Lippe, wo wir auf der Brücke noch einen Fotostopp machen, dann durch das Naturschutzgebiet „Tibaum“ und entlang des Datteln-Hamm-Kanals bis zur weißen Brücke von Herringen nach Bockum-Hövel wieder über die Lippe, nach Überquerung der Radbodtraße auf dem Flügeldeich zur Kornmersch und zügig in die Bankerheide, wo schon das Dessert bereit steht: Birnencrumble mit Schokoflocken und Vanillesoße.

Walters Track zur Radtour nach Werne am 29. Oktober 2021

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Schokoladenmuseum

Das Kölner Schokoladenmuseum befindet sich im Rheinauhafen. Es zeigt den Weg der Kakaobohnen von der Baumfrucht in tropischen Ländern über den Transport in Säcken und dem Produktionsablauf zum fertigen Schokotäfelchen. Die getrockneten Kakaobohnen werden geröstet, zerkleinert, gemahlen, mit unterschiedlichen Zutaten vermengt, erwärmt und gerührt, bis eine schöne Schokoladenmasse entsteht.

Schokobrunnen

Diese wird in Formen gegossen und gekühlt. Die Schokoladenproduktion können wir an verschiedenen Maschinen beobachten bis zum Roboterarm, der die gekühlten Schokoplatten zur letzten Station transportiert, wo die kleinen Täfelchen eingepackt werden. Ein Highlight des Kölner Museums ist der Schokobrunnen, in dem die schokiduftende Masse üppig fließt.

Schokoladenmuseum 17. Oktober 2021

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Berlin im Oktober

Mo 4. Oktober. Es wird mal wieder Zeit, die Hauptstadt zu besuchen, dachten wir, mal schauen, was noch da ist und was sich verändert hat. So buchten wir ein paar Tage im Motel One am Hauptbahnhof, um von dort aus in die Umgebung auszuschwärmen. Gegen Mittag kommen wir an, checken ein, chillen nur kurz, besorgen uns im Touristenbüro zwei Berlincards und machen uns auf den Weg über die Spree.

Eingangsportal im Foyer des Humboldt Forums

Durch Regierungsviertel, Tiergarten und Brandenburger Tor wandern wir auf die Prachtmeile „Unter den Linden“. Die hat inzwischen den Baustellenstatus verlassen und hat mit breitem Fußgängerstreifen in der Straßenmitte und Bänken links und rechts den Namen Flaniermeile verdient, erinnert mich ein bisschen an die Ramblas in Barcelona. Unser erstes Ziel ist das inzwischen fertiggestellte Berliner Schloss an der Spree, zu Kriegs- und DDR-Zeiten zerstört.

Mit Hilfe von alten Plänen, Fotos und Überresten wurde es neu aufgebaut und ist jetzt öffentlich zugänglich als Humboldt Forum, ein Ort der Kunst und Kultur, heißt es im Flyer, der im Foyer ausliegt. Videoanimationen, Ausstellungen, Workshops werden angeboten. Wir haben allerdings gerade gut damit zu tun, zunächst das Ambiente in der großen Halle auf uns wirken zu lassen.

Schlüterhof im Humboldt Forum

Im Skulpturenraum fasziniert uns eine Filminstallation, in der wir der Arbeit von Bildhauerinnen und Bildhauern zusehen können, die Figuren wieder herstellen oder sogar nach historischen Vorlagen in Steinbrüchen und Werkstätten ganz neu anfertigen. Wenn ich bisher dachte, einen Schlüterhof gibt es nur im Deutschen Historischen Museum auf der gegenüberliegenden Straßenseite, stelle ich nach Verlassen des Gebäudes fest, dass es auch hier einen großen Innenhof namens Schlüterhof gibt.

Erst einmal genug Eindrücke vom Humboldt Forum, wir gehen hinaus auf die Straße, über die Spree und nehmen noch einmal die gesamte Schlossfassade in den Blick, zur Spree hin modern gestaltet und zur Flaniermeile historisch. Weiter geht’s in den kleinen Park. Sind die zwei Freunde noch da, frage ich mich. Ja, Karl Marx und Friedrich Engels in Bronze, immer wieder faszinierend.

St. Marienkirche und Fernsehturm

Zum Alexanderplatz ist es nun nicht mehr weit, über die Straße, vorbei an St. Marienkirche und Fernsehturm, kleine Runde über den Platz, kurz anhalten wegen Polizeieinsatz, weiß nicht warum und ab zur S-Bahn. Für heute reicht es. Abendessen gibt’s im Hauptbahnhof. Bei Hans im Glück bekommen wir vegane Burger, Naturbursche mit Salat und brotloser Kutscher mit Fritten. Zum Chillen im Hotel nehmen wir noch Getränke und Sweeties aus dem Drogeriemarkt mit.

Di 5. Oktober. Nach dem Frühstück ist unser erstes Ziel das Futurium, das sich in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs befindet, das heißt vor der Brücke über die Spree ein paar hundert Meter nach links und voilà, schönes neues Gebäude, futuristisch anmutend. Allerdings ist es am Dienstag geschlossen und klar hat inzwischen auch der Regen eingesetzt. Nicht verzagen. Wir gehen über Spree durch das Regierungsviertel zum Tiergarten.

Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma

In der Nähe des Reichstagsgebäudes kurz vor dem Brandenburger Tor entdecken wir auf der linken Seite einen verdeckt zugänglichen Bereich. Wir gehen hinein und um ein kreisrundes Wasserbecken herum. Auf einer gläsernen Informationswand wird an Ausgrenzung und Ermordung der Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Seit 2012 gibt es das Denkmal für diese geschundene Minderheit nun schon, wir sind also schon öfter daran vorbeigelaufen.

Denkmal für die ermordeten Juden

Ein paar hundert Meter weiter stehen wir vor einer weiteren Gedenkstätte zur Terrorherrschaft von 1933 bis 1945, dem Denkmal für die ermordeten Juden. Im Regen bummeln wir weiter und entdecken hinter dem Zaun des Ministergartens ein Fries zur Geschichte der Berliner Mauer. Ja, hier ging sie lang und der Potsdamer Platz war bis 1989 ein trostloses Arreal ohne Leben. Daran denke ich jedesmal, wenn ich im Innenhof des Platzes neben DB Hochhaus, Museum und Bistros stehe.

Neue Nationalgalerie von außen

Aber auch durch die schön gestaltete Kuppel regnet es auf dem Platz und bei der Frage nach einem interessanten Ziel fällt uns die neue Nationalgalerie ein. Wir wandern hin, aber hätten vorher ein Ticket buchen müssen, erfahren wir. Na gut. Jetzt fällt uns nur noch die Berlin Mall ein, ein Käffchen könnten wir wohl gebrauchen. Doch wie verhext heute. Im Food Court ist die Hölle los, nirgends ein Plätzchen frei. Schließlich landen wir auf einer Bank in der Ladenzeile und entscheiden, im Hotel weiter zu planen.

U-Bahnhof Brandenburger Tor

Mit der U-Bahn fahren wir zum Brandenburger Tor, eine weitere Entdeckung, denn dieser U-Bahnhof ist neu für uns, sehr schön und informativ gestaltet mit einem Fries zur Geschichte Berlins rund um das Brandenburger Tor. Von hier aus geht die Verbindung direkt in den Hauptbahnhof und schließlich zur Invalidenstraße. Warum nicht gleich, fragen wir uns, als wir nach hundert Metern Fußweg vor der Bar in der Lounge des Motel One gemütlich im Sessel beim Kaffee sitzen.

Wäre doch gelacht, wenn uns für den Rest dieses Berlintages nicht noch was Schickes einfiele. Wo finden wir denn heute Abend veganes Essen zum Beispiel? Vegang in der Kantstraße 33 bekommt doch sehr gute Bewertungen vor allem für die Vorspeise mit Karottenlachs und Auberginen und die Bowl mit knusprig gebratener Ente. Telefonisch Tisch reservieren, chillen und dann mit der S-Bahn Richtung Westkreuz zum Savignyplatz fahren. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung.

Restaurant, vietnamesiche Speisen und selbstgemachte Limonaden entsprechen den Bewertungen und begeistern. Empfehlung! Doch noch schön geworden der Tag und ohne Regen gibt’s noch ein Gängelchen durch die alte Berliner Mitte, Kurfüstendamm, Gedächtniskirche, am Breitscheidtplatz schauen, wo früher die Wohltath’sche Buchhandlung war, kleiner Einkauf bei Hugendubel im Europacenter, Wittenbergplatz mit KaDeWe und Budapester Straße zurück zum Bahnhof Zoo, zu DDR Zeiten Berlins Hauptbahnhof, heute Kategorie Friedrichstraße, Alexanderplatz. Von hier aus nehmen wir die S-Bahn Richtung Ostkreuz.

Mi 6. Oktober. Heute ist aber das Futurium angesagt. Als wir kurz vor zehn ankommen, warten schon etliche Schulklassen vor dem Eingang. Wir fragen, ob man uns zwischen den sich sammelnden Gruppen kurz hereinlassen kann. Das geht in Ordnung und ist sogar kostenlos. Jacken und Rucksack im Schließfach verstauen und da stehen wir in einer hellen großen Halle und werden hineingezogen in die Welt der Gegenwart und Zukünfte. Mensch, Natur, Technik.

Wie gestalten wir Zukunft, heißt die Frage, der wir hier nachgehen können, sei es im Umgang mit der Natur, mit dem technischen Fortschritt, Gewinnen von Energie und Hilfen im täglichen Leben. Ein kleiner Roboter sitzt oben an der Treppe am Tisch und erklärt. Ich kann ein Armband nehmen und mit einem Chip Punkte an den Stationen in verschiedenen Bereichen aktivieren, einfach nur auf den Pfeil achten.

In der Ausstellung wird das gesamte Netzwerks Mensch, Natur und Technik in vielfältigen Facetten präsentiert. Können wir in Zukunft Energie erzeugen wie es die Sonne tut, also ohne Ressourcen zu verbrauchen und der Umwelt zu schaden? Wie können technische Hilfsmittel wie Prothesen Funktionen des Körpers ersetzen? Können in Zukunft intelligente Roboter die Arbeit von Pflegekräften machen?

Beim Ablegen des Armbands am Ende der Ausstellung bekomme ich eine Postkarte mit Code zum Abrufen weiterer spezieller Informationen nach meinen Klickpunkten. Wir steigen dann hinauf zum Skyway, der auf dem Dach des Gebäudes um eine riesige Fläche von Sonnenkollektoren herum führt und Blicke sowohl auf die benachbarte Charité als auch über die Spree hinweg auf die Stadt gewährt. Und danach machen wir noch eine Schnupperrunde im Keller mit Stationen zum eigenen Experimentieren. Zur Erinnerung an diesen besonderen Ausstellungsbesuch nehmen wir noch ein schickes knallfarbenes Selfie auf dem Smartphone mit. Heute Nachmittag haben wir noch ein Date im Potsdamer Museum Barberini. Wir haben also noch ein Stündchen zum Chillen im Hotelzimmer.

Alter Markt in Potsdam

Mit unserer 72-Stunden Berlincard fahren wir mit der S-Bahn über das Westkreuz bis zum Bahnhof Potsdam. Das Museum Barberini liegt direkt am alten Markt neben dem Stadtschloss und gegenüber der Nikolaikirche. Im zweiten Weltkrieg war das Gebäude zerstört worden, dank der Stiftung Hasso Plattner originalgetreu wieder aufgebaut worden und beherbergt jetzt die Werke der umfangreichen Impressionismus Sammlung von Hasso Plattner. Die Werke von Monet, Renoir, Sisley, Vlaminck, Pissaro und vielen anderen berühmten Künstlern sind überwältigend schön.

Kein Druck kann die Leuchtkraft dieser Bilder nachstellen. Gepaart mit den Audio Erläuterungen und Geschichten zu jedem Motiv ist der Gang durch die Räume ein einzigartiges Kunsterlebnis. Wir sind dabei, wenn die Protagonisten in Landschaften entlang der Seine malen, in der Stadt Paris und der Peripherie, auf Feldern, Wiesen und in Gärten ihrer häuslichen Umgebung und auf Reisen zu Küstenlandschaften.

Motive finden sie in der Natur, auf Boulevards, Plätzen und in Cafés. Dabei experimentieren sie mit Farben und wechselndem Licht. Einzigartig die Bilder des alternden Claude Monet in seinem liebevoll angelegten Garten in Giverny. Hauptmotiv seiner letzten Lebensjahre waren die Seerosen auf spiegelnden Wasserflächen. „Ich habe lange gebraucht, um meine Seerosen zu verstehen“, wird er zitiert.

East Side Gallery

Do 7. Oktober. Zwar Abreisetag, jedoch haben wir bis zur Abfahrt unseres Zuges noch ein paar Stunden Zeit. Da war doch noch die East Side Gallery. Mal sehen, was aus der geworden ist. Wir fahren bis zum Ostbahnhof und bummeln entlang der Mauer an der Mühlenstraße. Die vor Jahren mal auf 1,3 Kilometer durchgängige Gallery vom Ostbahnhof bis Oberbaumbrücke ist inzwischen unterbrochen von großen und kleinen Baustellen. Dazu mein Gallery Highlight: „Die Beständigkeit der Ignoranz“.

Beide Spreeufer von der Oberbaumbrücke

Wir wechseln die Seite und gehen weiter zwischen Mauer und Spree. Ja, sehr schön dieser Bereich mit etlichen Möglichkeiten zum Verweilen am Ufer und über das Wasser auf die gegenüberliegende Spreeseite zu schauen. Ein paar hundert Meter weiter steht tatsächlich immer noch das Hotel East Side, scheinbar unverändert. Beim Panorama von der Oberbaumbrücke über die Spree, links Kreuzberg, rechts Friedrichshain, denken wir daran, wie trostlos es hier vor etwas mehr als dreißig Jahren aussah.

Beim Bummel entlang der Warschauer Straße entdecken wir auf der rechten Seite den neuen S-Bahnhof und links die East Side Mall. Da gehen wir doch mal durch, dann aber zu unserem Ziel Veganz, vor mehr als sieben Jahren unser allererster veganer Versorger, wo wir heute ein paar Kleinigkeiten (Salat und vegane Ente) einkaufen sowie Cappuccino und Snack für die kurze sonnige Draußenrast besorgen.

Vegan in Berlin

East Side Gallery im November 2006

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Klimastreik in Hamm

Hunderte waren dem Aufruf der Hammer Gruppe Fridays for Future gefolgt und am Tag des globalen Klimastreiks, dem 24. September 2021, auf den Hammer Marktplatz gekommen. Nach der Performance einer Band war bei den Reden auf der kleinen Bühne das zu hören, was eigentlich schon dutzende Male gesagt wurde und doch leider immer wieder und immer noch aktuell.

Die Regierung hat trotz eindeutiger Erkenntnisse von Wissenschaftlern trotz Pariser Klimaschutzabkommen das Thema Klima recht stiefmütterlich behandelt, wenngleich durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ein ganz klein wenig aus den Puschen gekommen, doch mehr mit Worten als mit Taten. Was zur Einhaltung des 1,5 Grad Ziels dringend nötig ist, wurde auf dem Demonstrationszug von der Hammer Innenstadt über die Münsterstraße zum Gelände des Hamtec.

Dabei wurden die Forderungen laut und deutlich in Sprechchören formuliert: Klima Schutz, Kohle stopp, von fossilen Brennstoffen zu erneuerbarer Energie und überhaupt: ihr könnt auch Fahrrad fahrn. Politiker seien „erschreckend gelassen“, meinte einer der Redenden ganz richtig. Konsequenz: Sofort muss etwas geschehen und zwar spürbar. Die zu wählende neue Regierung muss nachbessern.

Am kommenden Sonntag haben wir es in der Hand, Gruppierungen zu wählen, die eine Richtungswende garantieren, das heißt sofortige Maßnahmen zum Klimaschutz hoffentlich konsequent in vielen Bereichen durchsetzen. Für mich gehören dazu vor allem die Erzeugung erneuerbarer Energie, neue Konzepte im Agrarbereich und die Verkehrswende, alles nach dem Motto eines der vielen kreativ gestalteten Banner und Plakate „Rettet unsere Welt“.

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