So 3. Mai Unser erstes Ziel auf dieser E-Auto Kurzreise ist die belgische Stadt Gent. Das Auto laden wir auf der Autobahn beim holländischen Städtchen Bladel, sind gegen Mittag am Ziel und können schon einchecken im NH Collection Hotel mitten in der Altstadt gelegen, direkt neben dem historischen Rathaus, Stadhuis genannt. Da machen wir uns doch sofort auf den Weg zu schönen Plätzen, Gassen und Brücken über das Flüsschen Leie und Gebäuden wie die mächtige Burg Gravensteen und prächtige Kirchen. Vor der Sint Niklaaskerk bleiben wir eine ganze Weile stehen und hören einem Straßenmusiker zu, der bekannte Songs wunderbar performt.
Seine Interpretation von „The Sound of Silence“ gefällt mir besonders gut. „Walking Francis“ nennt er sich, kommt aus Australien. Live Musik einfach so geschenkt. Danke, Francis! Abendessen gibt’s heute ganz in der Nähe bei „Le Botaniste“, einem rein veganen Restaurant mit schönem Ambiente. An der Theke und Kasse bestellen, Platz finden und lecker Salat, Pasta bolognese und Chili sin Carne essen, Dessert dann draußen: belgische Waffeln mit dunkler Schoki und Zuckerguss und später noch ein bisschen bummeln im der Abenddämmerung.
Mo 4. Mai Sensationelles Frühstück im NH Hotel und Laden auf der Autobahn bei Ressons-sur-Matz in Frankreich. Auch Paris erreichen wir gegen Mittag, können im Motel One am Porte Doree im Stadtteil Daumesnil das Auto in der Tiefgarage parken und einchecken, Zimmer im 7. Stock mit tollem Blick über Paris inklusive weit entferntem Eiffelturm. Nicht lange chillen, raus zur Metro Station Porte Doree.
Erstes Ziel ist Notro Dame. Diese wieder aufgebaute Kathedrale befindet sich in der Nähe der Station „Bastille“. Wir bewundern sie aber nur von außen und gehen weiter ein Stück entlang der Seine, kommen aber wegen heftigem anhaltendem Regenguss nur bis zum Café/Restaurant/Brasserie mit dem schönen Namen „Le Soleil d’Or“, wo wir zu einem schönen Tischchen geführt werden, am Fenster mit direktem Ausblick auf das heftige Wettergeschehen, irgendwie gemütlich gerade, so schön im Trockenen.
Abendessen? Mühsam Restaurant suchen ist ja gerade nicht angesagt. Also hier die Speisekarte checken. Die gibt zwar nichts Veganes her, dann eben vegetarisch, muss jetzt mal sein. Vier Käse Pizza und gebackenen Camenbert mit Pommes finden wir, beides richtig lecker, Käse können sie in Frankreich. Von der goldenen Sonne geht’s später mit Regenschirm weiter, an der Seine mit Pont Neuf, zum Louvre Gelände mit Pyramide, über den Place de la Concorde und Champs-Élisée, wo die Läden schon geschlossen haben, bis zum Arc de Triomphe, alles wieder erkannt, sind ja jetzt zum zweiten Mal in Paris. Unsere Metro Station für die Rückfahrt heißt „Charles de Gaulle-Étoile“.
Di 5. Mai Frühstück im Motel One ist gewohnt gut, französischen Käse gönnen wir uns, veganen haben sie hier auch gar nicht. Der Wettergott hat ein Einsehen, schickt zwar nicht die Sonne, aber nur ganz wenig Regen. In der Nähe unseres Hotels leihen wir zwei Fahrräder, wollen heute Paris auf Radwegen erleben. Das geht auch ziemlich gut, denn unter der Führung von Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat die Stadt eine radikale Verkehrswende hingelegt. Fahrradstraßen wurden angelegt, Radwege baulich vom Autoverkehr getrennt. Leihräder gibt’s überall an den Straßen.
Das Seine-Ufer ist komplett für Autos gesperrt und jetzt als Promenade Fußgängern, Radfahrern und Joggern vorbehalten. Also los! Vom Arrondissement Daumesnil vorbei an Parks, dem Place de la Bastille bis zum ersten Stopp am Place des Vosges (Vogesenplatz) mit Brunnen und Reiterstandbild von König Louis XIII., inzwischen mit Regenjacke und -hose, also keine Pause auf einer der Bänke unter den Bäumen, sondern weiter. Wir umrunden noch einmal den Platz, weil die Häuser hier wirklich sehr schön sind.
In einem hat zur Mitte des 19. Jahrhunderts der Schriftsteller Victor Hugo gewohnt. Weiteren Kurzstopp machen wir am Fontaine Stravinsky beim Centre Pompidou mit Wasser speienden Figuren, unter anderem von Niki de Sainte Phalle und Jean Tinguely. Das Museum ist zurzeit komplett geschlossen wegen Renovierung, ist also eine große Baustelle. Entlang der Seine fahren wir weiter auf der ehemaligen Autostraße.
Besonders gefällt mir die Strecke durch den Tunnel, so entspannt hier ohne Angst und Verkehrslärm. Der empfängt uns jedoch wieder kurz darauf in der Nähe des Eiffelturms. Hier geben wir die Räder zurück und wandern hinauf zum Place du Trocadéro, wo wir einen spektakutären Blick auf das Pariser Wahrzeichen haben. Abendessen gibt’s in der Brasserie „Les Cascades“ in Daumesnil mit veganen Tapas, danach Spaziergang bei Regen im Park bis zum See.
Mi 6. Mai Noch immer regnerisch, das heißt mit der Metro in die City und Musée Carnavalet – Histoire de Paris zu einer Zeitreise in die Geschichte der Stadt, untergebracht in einem palastähnlichen Gebäude. In original nachgebauten historischen Räumen gehen wir zwischen unzähligen Exponaten durch die Epochen, zum Beispiel die der französischen Revolution mit „Déclaration des Droits de l’homme et du citoyen“ von 1789, Portraits von Voltaire, Marat, Robespierre.
Was machen wir danach? Wir sind umgeben von Sehenswürdigkeiten. „Liberte Egalite Fraternite“ in Stein gemeißelt am Haus Nr. 55 in der Rue des Franc Bourgois, „Le Testament de Napoleon 1er“, Ausstellung in der Rue Rambuteau, Galerie in der Rue Vivienne, wo wir auf einem gemütlichen Sofa in Ruhe nachdenken können. Schließlich landen wir auf der Dachterrasse im Edelkaufhaus Lafayette mit grandiosem Parispanorama.
Do 7. Mai Mit dem Fahrrad losfahren, Mont Matre mit Sacre Coeur ist heute unser Ziel. Das Wetter spielt mit, Sonne und kein Regen in Sicht. Die neue Pariser Radinfrastruktur machts möglich, dass wir ohne Probleme die berühmte Touristenecke vor dem Moulin Rouge erreichen. Von hier aus geht’s über Kopfsteinpflaster im Künstlerviertel stramm bergauf bis zu der schönen weißen Kirche auf dem Hügel, dem trubeligen Touristenrummel und Ausblick über die gesamte Stadt.
Die Jacken sind längst im Rucksack gelandet, als wir uns auf die Abfahrt begeben. Diesen rasanten Move haben wir uns ja verdient. Am Gare de Saint Lazare halten wir mal kurz an und bewundern die schöne Uhrenskulptur L’heure de tous“ auf dem Vorplatz am Osteingang. In der Rue de Rivali geben wir die Räder ab und gehen hoch in den „Jardin des Tuileries“ zur ausgiebigen Chillpause unter Bäumen.
Hier haben wir einen Blick über die große Parkanlage bis zum Place de la Concorde. Über diesen berühmten Platz gehen wir dann in den Park am Grand Palais, zur Avenue des Champs-Élisées, wie am ersten Abend, lassen Prada, Vuitton, Apple links und rechts liegen, bis zum Arc de Triomphe. Da schauen wir uns die Vorbereitungen bei der Tribüne zum Tag der Befreiung am 8. Mai 1945 an, zu dem Präsident Macron erwartet wird. Per Metro kommen wir zurück zu Porte Doree und Motel One. Abendessen ist heute asiatisch bei Phou Khet in einer Seitenstraße. Mit dem Gängelchen über eine ehemalige Bahntrasse und an einem Sportgelände direkt beim inneren Ring nehmen wir Abschied von dieser faszinierenden Stadt. Au revoir, Paris!
Fr 8. Mai Heute wird das Auto wieder bewegt, Ziel und letzte Etappe unserer Kurzreise ist die Stadt Metz. Wir laden an der A4 bei Valmy und kommen gegen Mittag im Parkhaus am Bahnhof und benachbartem Hotel Ibis Styles an. Mit diesem Gebäude aus dem Jahre 1905 haben wir ein historisches Highlight erwischt, damals bestes Haus am Platz, hieß Hotel Royal und ist samt Treppenhaus, Fenstern und Balkonen weitgehend erhalten.
Nach Prinzipien von Ibis Styles wurde innen alles schön gestzaltet, die Zimmer samt Bad renoviert und modern ausgestattet, da fehlt nichts. Hotel Royal ist ein guter Ausgangspunkt für unser Gängelchen in die Stadt, über Plätze Gassen und Moselbrücken zur Kathedrale Saint-Étienne, gotisches Meisterwerk und Anlaufpunkt für Touristen, auch wegen der berühmten Fenster von Marc Chagall, der sie zwischen den Jahren 1959 und 1968 geschaffen hat.
Wie in vielen anderen Werken, erzählt Chagall auch mit diesen Kirchenfenstern Geschichten, hier aus dem Alten Testament von Abraham, Jakob, Moses, König David und Prophet Jeremia. Danach besichtigen wir noch das Deutsche Tor, eine mächtige Anlage am Rande der Stadt, finden ein ruhiges Plätzchen für asiatisches Abendessen und lassen den letzten Tag unserer E-Auto Kurzreise ausklingen.
Walters Track zur Radtour in Paris am 5. Mai 2026
Walters Track zur Radtour in Paris am 7. Mai 2026
Alles vegan bei „Le Botaniste“ in Gent
Gent, Paris, Metz vom 3. bis 8. Mai 2026