„August Macke – ganz nah“

„August Macke – ganz nah“, und ganz klar füge ich an, wenn ich über die Ausstellung im Neubau des Sauerland Museums am Alten Markt in Arnsberg berichte. Im weißgehaltenen Treppenwerk folge ich dem Museumsführer den Hang hinunter und bekomme durch große Fenster hin und wieder einen Blick auf die unterhalb gelegenen Häuser. Was für eine Architektur! In den Ausstellungsräumen auf den Etagen von -1 bis -4 wird zurzeit Leben und Schaffen des großen Expressionisten August Macke präsentiert, im Jahre 1887 im nahegelegenen Meschede geboren. Ein Jahr später zog die Familie nach Köln, August besuchte das Gymnasium in der Kreuzgasse bis zum Umzug nach Bonn im Jahre 1900. Herrliches Anekdötchen unseres Museumsführers, wie Macke als Sechzehnjähriger auf dem Schulweg ins Realgymnasium einem Mädchen namens Elisabeth Gerhardt begegnete und wie schwierig es zu jener Zeit war, einander näher zu kommen.

Weil der junge Macke beruflich der „brotlosen Kunst“ zugerechnet wurde, hielt sich die Begeisterung von Familie Gerhardt in Grenzen. Als Elisabeth schwanger wurde, finanzierte man jedoch dem Paar einen mehrmonatigen Aufenthalt am Tegernsee sowie später in Bonn den Unterhalt der kleinen Familie. August Macke konnte sich ungestört künstlerisch entwickeln und Werke schaffen, bei deren Farb- und Ausdruckskraft mir teilweise der Atem stockt. Das Plakatmotiv „Sonniger Weg“ sowie zwei Gartenbilder sind nur einige Beispiele. Beliebte Portraitmotive waren die attraktive Elisabeth und Söhnchen Walter. Leider wurde dieser lebensbejahende Mensch und Ausnahmekünstler nur 27 Jahre alt. Einige Wochen nach Beginn des ersten Weltkriegs blieb August Macke auf dem Schlachtfeld in der Champagne. Wie Franz Marc, Wilhelm Morgner und andere Malerkollegen auch er einer, dessen Leben durch den sinnlosen Krieg zerstört wurde, denke ich beim Blick vom Schlosspark auf die Arnsberger Altstadt.

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