Drei Tage in Antwerpen

Drei Tage Advent und gerade eröffnetes Motel One mitten in der Altstadt von Antwerpen bedeutet drei Tage lang Vorweihnachtserlebnis pur. Bunter Lichterglanz in der Hotel Lounge und im Frühstücksbereich, in allen Gassen, auf allen Plätzen, in jedem Schaufenster und jedem Restaurant. Wir können uns nicht sattsehen an dieser Pracht, umrahmt von schönen alten Gebäuden.

Die Altstadtszenerie wird überragt vom Turm der Kathedrale, der bis in den Himmel zu ragen scheint. Schöne Atmosphäre auf dem Grote Markt mit den vielen Ständen des Weihnachtsmarktes, an der Eishalle auf dem Groenplaats, auf der Einkaufsstraße Meir mit allen Fashion Läden, die man sich nur vorstellen kann und rund um die beeindruckende historische Antwerpen Centraal Station mit dem Riesenrad.

An zwei Tagen nutzen wir die Gelegenheit für besondere Museumsbesuche, zum einen das „Königliche Museum der schönen Künste“ (KMSKA) in einem wunderbar erhaltenen historischen Gebäude mit der Sonderausstellung „Ensors wildeste Träume, Jenseits des Impressionismus“ anlässlich des 75-jährigen Todestages von James Ensor, 1860 geboren im belgischen Seebad Ostende und 1949 dort gestorben.

Das ist vom Grote Platz ein bisschen zu wandern, zum Teil auf der Promenade entlang der Schelde, in deren Nähe sich das Museum befindet. Auch drinnen lädt dieses schöne historische Gebäude mit großzügig angelegten Treppen und hohen Decken zum Staunen ein. Nachdem wir das ausgiebig bewundert haben, tauchen wir per Audioguide ein in die skurrile Welt des James Ensor. Die Ausstellung entspricht genau dem, was der Titel ankündigt.

Wilde Träume, sonderbare Visionen, groteske Szenen erleben wir in den Bildern und Objekten dieses außergewöhnlichen flämischen Künstlers, der nach gängigen Motiven wie die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies zu grotesken Ausdrucksformen findet. Da spielen skurrile Figuren, Masken und Skelette eine Rolle, überspitzt dargestellt im Bild „Skelette im Streit um einen Räucherhering“ von 1891.

Zum Museum aan de Stroom (MAS) wandern wir in nördliche Richtung entlang der Schelde zum Hafen und dem turmartigen roten Gebäude. Der Architekt hat es „Lagerhaus“ genannt, lesen wir im MASguide, den es kostenlos im Foyer gibt, der Museumsturm ist 62 m hoch, hat 10 Etagen mit Panorama nach allen Seiten und ein „Strom an Geschichten“. Per Rolltreppe machen wir uns auf den Weg nach oben und da haben wir auf den Plattformen den Rundumblick auf Stadt, Schelde und Hafen. Geschichten finden wir in den Museumsräumen.

Die befinden sich auf den verschiedenen Ebenen. Mit unserem Ticketarband können wir hinein, zunächst in die Ausstellung „Stadt im Krieg. Antwerpen, 1940-1945“. Bedrückend ist diese Ausstellung von der Besatzung Antwerpens durch den Terror des Nationalsozialismus mit tausenden Toten, einem Plakat des Diktators aus Deutschland und Zeitleiste der Gräuel einschließlich Judenverfolgung.

Im Film zur Befreiung der Stadt und Vertreibung der Besatzer am 4. September 1944 sehen wir die jubelnde Menge auf dem deutschen Panzer. Diese Szene erinnert mich sogleich an den Jubel der Menschen im syrischen Damaskus nach der Befreiung von Schreckensherrscher Baschar al-Assad, die sich ein Leben in Frieden und Freiheit wünschen, wie die Menschen in Antwerpen es heute haben.

Unter dem Titel „Fracht. Über den Hafen, Menschen und Waren“ erleben wir Geschichte der Stadt sowie Geschichten um Schiffahrt an der Schelde, beginnend mit Wikingerbooten über die Hansekogge bis zum modernen Containerschiff und den Waren aus aller Welt. In „Antwerpen à la carte. Eine schmackhafte Geschichte von der Stadt“ geht es um Ernährung, wie Anbau, Zubereitung von Speisen aus aller Welt und gemeinsam essen.

Ach ja, essen! Im Café STORM im Untergeschoss gibt’s für uns vegane Tomatensuppe, Sandwich mit Hummus und gegrillten Auberginen und Salat sowie zum Abendessen sensationelle vegane Ramen mit Misosuppe, gebackenem Tofu, Saitlingpilzen, Maiskölbchen, Pac Choi und Norialgenblatt im Restaurant „Takumi Ramen Kitchen“, „Japanese Soul Food“ im wahrsten Sinne.

Reise nach Antwerpen von 8. bis 11. Dezember 2024
Vegane Ramen in Antwerpen

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Zandvoort, Leiden, Amsterdam

Sa 9. Nov. Trübe Novembertage und die Idee, mal wieder eine Auszeit zu nehmen und eine kleine Reise zu machen, mit dem E-Auto nach Holland. Zandvoort kennen wir schon von früheren Novemberreisen. Hotel für 3 Nächte gebucht und los geht die Fahrt auf der Strecke vorbei an Enschede, Deventer, um Amsterdam herum, durch Haarlem und Bloemendaal nach Zandvoort aan Zee.

Ziel erreicht auf dem Parkplatz des NH Hotels am nördlichen Ortsende, laden an einem der acht Ladeplätze, einchecken, Zimmer beziehen und chillen. Dann geht’s los an den Strand, schön einen guten Kilometer in die City wandern und Restaurant suchen. Bei Bandai Thai in der Zeestraat bekommen wir lecker scharf gebratenen Tofu, Gemüse mit Reis und bei Albert Heijn am Platz Grote Krocht Cookies für den süßen Ausklang.

So 10. Nov. Das Frühstück im NH Hotel ist sensationell mit allem, was man sich als Veganer vorstellen kann, einschließlich Hummus, Tabulee scharf, gebackenen Champignons, Artischocken, Bohnen und gewürfelter Avocado. Dann geht’s erst mal über die Straße hinweg zum Strand und danach zum Auto für einen Ausflug nach Leiden, gut 30 km über die N 206 zu erreichen.

Das Navi führt uns direkt ins Parkhaus am Lammermarkt, eine helle geräumige spiralförig angelegte Tiefgarage mit mehreren Ebenen in die Tiefe. Zur Altstadt sind es nur ein paar hundert Meter bis zum Bummel an historischen Gebäuden, Grachten und über Brücken, trotz grauem Himmel sehr idyllisch. Die Läden in der Shoppingmeile sind sogar heute am Sonntag geöffnet, mit moosgrünem Fashionteil bin ich sogar fündig.

Dann gehen wir zum angesagten Museum De Lakenhal, schönes historisches Gebäude. Da sehen wir uns aber nur im Innenhof und Eingangshalle ein bisschen um, die vielen Hallen mit verschiedenen Themenschwerpunkten zur Geschichte der Stadt, dem jungen Rembrandt und zeitgenössischer Kunst sowie Sonderausstellung zum Jubiläum 450 Jahre Leiden sind uns dann doch zuviel für einen kurzen Nachmittag.

Bummeln macht müde Beine und schließlich sind wir auch schon genug gelaufen. Also zurück zum spektakulären Parkhaus am Lammermarkt, raus aus der Stadt und über die N 206 zu Käffchen und Cookies in chilligen Hotelzimmer und das Abendessen planen, denn da gibt’s ja wieder was zu laufen entlang der Strandpromenade. Wir entscheiden uns heute für die Pizzeria Lofani in der Nähe vom Palace Hotel, vegetarische Pasta und Pizza.

Mo 11. Nov. Der Tag beginnt nach dem wieder spektakulären Frühstück mit einer erfrischenden Wanderung direkt am Rand der Brandung, wo einige Surfer den kräftigen Wind nutzen für ihre Wellenritte und Flüge hoch über dem Wasser. Beim markanten schmalen Hochhaus mit Palace Hotel verlassen wir den Strand. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Bahnhof Zandvoort.

Da fährt halbstündlich ein Sprinter direkt nach Amsterdam Centraal. Der Ticketautomat funktioniert gut und in einer knappen halben Stunde sind wir am Ziel. Der Amsterdamer Bahnhof liegt in der City, zur Einkaufsstraße sind es nur ein paar hundert Meter. Nach einem heftigen Schauer suchen und finden wir eine Winterjacke. Dann bummeln wir weiter, nehmen am Blumenmarkt in der Nähe der Herrengracht Tulpenzwiebeln mit.

Die werden in unserem Garten hoffentlich im nächsten Frühjahr dunkellila und knallrote Blüten treiben. Und weiter geht’s an Grachten und über schöne Brücken bis zur Königin der Grachten, der Spiegelgracht, heute mit einem üppigen Blumenkleid in Pink, Rosa und Rot wunderbar geschmückt. Zur Passage des Rijksmuseums und Museumsplein sind es nur noch ein paar Schritte.

Da kehren wir erst mal ein beim Cobra Café, verdiente Pause mit Käffchen, Fries und Apfelkuchen mit Blick auf die Kulisse des mächtigen Rijksmuseums. So haben wir wieder Energien zum Zurückwandern in diesem großartigen Ambiente an und über Grachten, schönen Gebäuden, Fahrrädern in der unvergleichlich freakigen Atmosphäre dieser besonderen Stadt. Auf der Rückfahrt im Sprinter machen wir uns schon mal Gedanken um das Abendessen.

Schließlich sind wir schon mehr als zehn Kilometer gelaufen, das heißt erst mal Chillen im Hotel. Danach noch mal zurücklaufen in die Stadt? Nee, wir entscheiden uns für ToGo beim Imbiss Khao Thai in der schoolstraat. Mit gebratenem Tofu, Gemüse und Reis im Gepäck wandern wir dann auf der Strandpromenade gegen heftigen Wind zum Hotel. Im gemütlichen Zimmer mit Meerblick lassen wir dann in Ruhe den Tag ausklingen.

Di 12. Nov. Zum Abschied noch ein Zoomblick aus unserem Hotelfenster mit dem gesamten Panorama von der Nordsee über die Straße nach Bloemendaal und über die Autorennbahn hinweg und leider letztes spektakuläre Frühstück im NH Hotel am nördlichen Ortsrand von Zandvoort. Nach dem Packen machen wir noch eine schöne Wanderung gegen den Wind bei schöner Brandung in Richtung Bloemendaal. So durchgefrischt geht’s on the road again.

Wir fahren raus aus der Stadt, vorbei an Haarlem und Amsterdam in nördliche Richtung zur Rückfahrt in die Heimat. Jedoch entscheiden wir uns für einen Bogen über Lelystad am Ijsselmeer. Bei Enkhuisen fahren wir auf einen Damm namens Markerwaarddijk und haben südlich das Markemeer und nördlich das Ijsselmeer. Auf halber Strecke nach ca. 5 Kilometern fahren wir auf einen Rastplatz mit „Roadhouse Checkpoint Charlie“.

Der ist allerdings geschlossen, trotzdem interessanter Ort. Von einem Damm aus können wir in alle Richtungen blicken, das heißt, Wasser nach allen Seiten, und kommen uns vor wie auf einem anderen Stern, interessant in jedem Fall. Zurück auf der N 307 ist es nicht weit nach Lelystad und direkt ins Parkhaus des Fashion Outlet Batavia Stad im Hafen von Lelystad, leider ohne Ladesäulen. Wir schauen uns ein bisschen um im Hafen und stellen fest, dass hier kaum Leute unterwegs sind.

Wo sind sie denn alle? Im Infozentrum zu „Land Water Land“ ist gähnende Leere, so gehen wir weiter und finden tatsächlich den Eingang zum Outletgelände mit vielen Läden, bummeln durch die Gassen, bis wir feststellen, dass jetzt eine Sitzpause ganz gut täte. Ein ruhiges Plätzchen finden wir bei McDonald’s mit Kaffee, veganem Burger und Nuggets. Bei Verlassen des Outlets nehmen wir bei Dunkin‘ Donut noch vegane Donuts mit.

Dann machen wir uns auf den Heimweg. Der führt in Richtung Harderwijk, das wir von einer Übernachtung auf Fahrradtour im Sommer kennen, um den Ort herum auf die Autobahn vorbei an Deventer und Enschede. Kurz vor Münster gibt’s noch einen Ladestopp in Ochtrup zwischen Feld und Wohngebiet und dann geht’s auf der A1 zügig nach Hause.

Veganes Frühstück im NH Hotel Zandvoort
Vegane Donuts im Batavia Stad Fashion Outlet

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Porta Westfalica

Auf der Zugfahrt zwischen Bielefeld und Hannover sieht man ein kleines herausragendes Bauwerk oben auf einem grünen Hügel und man weiß, hier verlässt man das Land Niedersachsen und befindet sich in Nordrhein Westfalen oder umgekehrt. Das tempelartige Gebilde auf der grünen Höhe kenne ich seit Jahrzehnten als Porta Westfalica. Auf dem Radweg entlang der Weser im Sommer konnten wir sie bei Minden aus der Nähe sehen.

Und ein paar Wochen später haben wir es auf den Berg geschafft, aus der Nähe betrachtet und dabei erfahren, dass der Weserdurchbruch an dieser Stelle Porta Westfalica genannt wird und es sich beim weithin sichtbaren Bauwerk um das Kaiser-Wilhelm-Denkmal handelt. Errichtet wurde es für Kaiser Wilhelm I. nach dessen Tod im Jahre 1888. Der Kaiser wird als Standbild unter der Kuppel des kleinen Tempels dargestellt.

Eine Hand hält er auf das Schwert gestützt und die andere wie zum Gruß weit ausladend in das unter ihm liegende Wesertal zeigend. Auf einer Rundtreppe gehen wir hinauf, können ganz nah an ihn heran-, um ihn herumgehen und weit hinunterschauen auf die mäandrierende Weser mit Autobrücke, Radweg, Autobahn, Eisenbahnstrecke bis zum gegenüberliegenden Berg. Und wer war dieser Kaiser Wilhelm I.?

Also, er war der zwei Jahre jüngere Bruder von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, vom Vater für eine Laufbahn beim preußischen Militär vorgesehen und machte sich allgemein unbeliebt beim blutigen Geschehen um die deutsche Revolution am 18. März 1848 in Berlin sowie mit Niederschlagung der Kämpfe um die Reichsverfassung in Baden im Frühjahr 1849. Nach dem Tod seines Bruders König Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1861 wurde er König von Preußen. Gemeinsam mit Ministerpräsident Bismarck gelang ihm nach Kämpfen im Inneren sowie gegen Österreich und Frankreich im Jahre 1971 die deutsche Einigung. Aus dem preußischen König wurde der deutsche Kaiser Wilhelm I., der im Fortgang seiner Herrschaft zu einem allseits beliebten Herrscher wurde.

Besuch des Kaiser Wilhelm Denkmals über dem Weserdurchbruch Porta Westfalica am 19. August 2024

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St. Kolumba und Madonna in den Trümmern

St. Kolumba war eine der größten Pfarrkirchen in Köln, bis sie im Bombenhagel des zweiten Weltkriegs fast völlig zerstört wurde. Übrig blieben die Reste von Außenmauern und eine Marienstatue, die wie durch ein Wunder fast unversehrt war. Eine kleine Kapelle mit schönem Mosaikboden, Altar auf Stufenrund, Sitzbänken, farbigen Fenstern wurde für sie gebaut und „Madonna in den Trümmern“ genannt.

Diese kleine Kapelle ist täglich geöffnet für jedermann zur Andacht, Friedenslichter auf den Stufen abstellen und Einträge in das Gästebuch, zumeist mit Bitte um Frieden. Nach der Jahrtausendwende wurde auf den Ruinen der Außenmauern ein mächtig hoher moderner Bau errichtet, das Kolumba Kunstmuseum in der Kolumbastraße.

Besuch in der Kapelle „Madonna in den Trümmern“ in der Brückenstraße Köln am 21. Oktober 2024

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Auf den Domturm in Köln

Der Ticketschalter für die Turmbesteigung befindet sich neben dem Südturm des Kölner Doms. Eine Treppe führt hinunter und von dort eine hinauf zu einer engen steinernen Wendeltreppe, die schon ein bisschen Kondition erfordert und Geduld, wenn gerade eine Gruppe entgegenkommt zum Beispiel. Da muss man auch schon mal in einer Fensternische ausweichen und abwarten, auch alle sehr klein und eng.

Durchatmen kann man dann auf der Ebene des Glockenraums, wo besonders die größte alle Blicke anzieht, sozusagen der Superstar Petersglocke, im kölschen Volksmund „decke Pitter“ (dicker Peter) genannt. Weiter geht’s hinauf bis zu einer Ebene in 75 m Höhe, wo man sich sogar mal eine Weile setzen kann. Das braucht man auch, denn danach steigt man Metalltreppe hoch bis auf 100 Meter. Recht zugig und kühl hier oben! Der Turm selbst ist allerdings 157 m hoch.

Doch hier ist ist nach 533 Stufen Schluss mit Steigen. Man hat von einem Rundweg und einer Aussichtsplattform wunderbare Panoramablicke über die Stadt, auf den Rhein, Hohenzollernbrücke, Bahnhof, Musical Dome, Zoobrücke, Groß St. Martin bis zum Siebengebirge. Weniger schweißtreibend geht’s dann wieder hinunter im selben Procedere, wenn Leute entgegenkommen, wie heute am Sonntag, kurz ausweichen und vorbeilassen.

Besteigung des Südturms des Kölner Doms am 20. Oktober 2024

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Moulin Rouge

„Paris 1899. Ein junger Schriftsteller verliebt sich in den Star des legendären Nachtclubs Moulin Rouge. Doch die Liebe von Christian und Satine wird auf eine tragische Probe gestellt, als der einflussreiche Duke of Monroth ins Spiel kommt. Er will das finanziell angeschlagene Moulin Rouge übernehmen – damit aber auch dessen „Funkelnden Diamanten“: Satine.

Gemeinsam mit Clubbesitzer Harold Zidler sowie den schillerndsten Bohemians von ganz Paris – dem brillanten, aber hungernden Künstler Toulouse-Lautrec sowie Santiago, dem feurigsten Tangotänzer der Stadt – inszeniert Christian ein musikalisches Schauspiel, um das Moulin Rouge zu retten und für seine Liebe zu kämpfen.“ (Text von der Homepage „Das Musical – Moulin Rouge“)

Besuch des Musicals am 17. März 2024 im Musical Dome Köln
Fazit: Wunderbar unterhaltsamer Abend mit überwältigenden Bildern, Musik und Performences!!!!!!
Veganes Fingerfood in der Lounge

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Harzreise und Hannover

Marktplatz in Goslar

Mo 30. Sept. Die erste Kurzreise mit unserem eAuto führt uns in den Harz. Unser heutiges Ziel Goslar würden wir locker mit der Ladung erreichen, verlassen aber in Hildesheim die A2 und finden einen Ladestopp an der B1, wo wir bei Mc Donald’s Kaffeepause machen. Unser Hotel Central in Goslar liegt mitten in der City, das Auto parken wir benachbarten Parkhaus in der Mauerstraße. Antwort auf die Frage, was es in diesem Städtchen Besonderes zu erleben gibt, bekommen wir auf dem Marktplatz im Rathaus.

Blick auf die Altstadt von Goslar vom Gelände der Kaiserpfalz

Da ist die Tourist-Information untergebracht, im Gewölbekeller finden wir eine Ausstellung mit Audio-Animationen zum UNESCO Welterbe im Harz. Die Altstadt von Goslar gehört dazu, die Kaiserpfalz und das Bergwerk Rammelsberg, prima Information zum Einstieg in unsere Harzreise. Veganes Abendessen finden wir bei Mizu Asian Kitchen in der Marktstraße, Sushi, Sommerrollen, Wokgemüse. Nach dem Gängelchen zur Kaiserpfalz am südlichen Rand der Stadt zieht es uns in die Petersilienstraßs ins Hotelzimmer.

Di 1. Okt. In der Ausstellung im Rathausgewölbe gestern gut informiert, wissen wir, dass wir uns heute das Museum & Besucherbergwerk Rammelsberg vornehmen, dass wir auf den Berg hinauflaufen und ziehen gleich die Wanderschuhe an. Proviant für den Rucksack gibt’s beim Bäckerwagen auf dem Jakobikirchhof an der Jakobikirche, Kümmelstangen und Dinkelbrötchen.

Bei Sonnenschein geht’s in südlicher Richtung hinaus aus der Stadt mit Fotostopp am Marktplatz, schönem Blick auf das Flüsschen Abzucht und ein paar Meter weiter zum mächtigen Zwingerturm. Danach wandern wir stetig bergauf über eine große Wiese, wo der Wanderweg am Waldrand entlang weitergeht zum Maltermeisterturm mit Einkehrmöglichkeit und Schild mit lustiger Botschaft: „Stopp! Ab hier gute Laune! Das Leben ist zu kurz, um grummelig zu sein.“

Grummelig müssen wir nicht sein, denn wir befinden uns am höchsten Punkt unserer Wanderung, das Bergwerk liegt unterhalb dieses Turms, erfahren wir von Wanderern, die von dort gerade hochkommen. Also auf zum Abstieg auf einem schotterigen Weg durch den Wald, teils etwas rutschig, jedoch zum größten Teil mit Geländer. An einem See gelangen wir auf einen weniger steilen und gerölligen Weg.

Nach ein paar Metern schauen wir durch ein Gittertor in einen Bergwerksstollen, „projectirt und ausgeführt von O.B.M. Roeder, Angefangen 1798 und vollendet 1805“, steht auf einem Schild über der Tormauer. Durch die Gitterstäbe hat man immerhin einen Blick in den Stollen, genannt Roeder Stollen, lese ich später. Nach einigen hundert Metern erreichen wir das große Bergwerksgelände mit vielen Gebäuden. Hier wurde bis zum Jahr 1988 Erzgestein abgebaut.

Wir gehen zur Kasse und entscheiden uns für das Programm „Mit der Grubenbahn vor Ort“, das in einer halben Stunde beginnt, Zeit für ein Käffchen im Casino. Dann schnappt sich jede*r einen Helm und hört am Startpunkt, wie die Bergleute ihre Kleidung an einem Haken befestigten und unter die Decke zogen. Los geht’s zur gelben Bahn und reinquetschen, denn es ist ziemlich niedrig und eng darin.

Rumpelig fahren wir ein in den Berg und lassen uns vor Ort, feucht und kühl, vom Guide im weißen Anzug erklären, wo und wie gefrühstückt, gebohrt, gesprengt, Erz geladen und via Aufzug aus dem Stollen heraustransportiert wurde. Mit der gelben Bahn gelangen wir zurück an das Tageslicht, steigen aus und sind erstaunt, dass es geregnet hat. Da können wir uns vorstellen, wie es den Bergleuten ging, die nach Schichtende mit Wetterüberraschungen rechnen mussten.

In Museumshäusern mit Modellen, Fotografien, gehobenen Schätzen können wir noch jede Menge Geschichten rund um den Bergbau am Rammelsberg erleben, bevor wir uns auf den Rückweg begeben. Gut, dass wir den Regenschirm im Gepäck haben. Wir gehen ein paar Kilometer die Straße entlang in die Altstadt zum Chillen im Hotel. Veganes Abendessen gibt’s um die Ecke beim Inder in der Mauerstraße.

Mi 2. Okt. Trotz Regen bleiben wir bei unserem Plan, heute mit dem Auto zum Torfhaus zu fahren. Im Nationalpark Besucherzentrum direkt neben dem Parkplatz am Harzturm erfahren wir einiges über die Gegend und dass auch Goethe und Heine schon hier gewandert sind. Am interaktiven Landschaftmodell können wir uns über die ehemalige innerdeutsche Grenze hinweg vorstellen, wo der Brocken liegt, heute im Nebel verhüllt.

Bohlenweg im Torfhaus Moor

Wofür gibt’s Regenjacken? Wir wandern los, zunächst zwischen Gebäuden dann auf einem Bohlenweg im TorfhausMoor, später auf dem Goethe- und Kaiserweg, schließlich bergauf den Stubensteinweg zurück zum Harzturm. Doch halt! Wir stehen direkt vor einer Almhütte. Die lockt zur Picknickpause. Zwei Plätze gibt’s für uns und Stühle für die feuchten Jacken. Veganes haben sie auch, Kartoffelsuppe, Salat und Brezel, gemütlicher Abschluss unserer Moorwanderung im Nieselregen.

Okertalsperre

Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Stopp bei der Okertalsperre, sehen aber nur einen kleinen Teil der Sperrmauer, denn sie verschwindet gerade gerade vor unseren Augen im dichten Nebel. Auf einer Steintafel gibt’s Info „Erbaut von den Harzwasserwerken des Landes Niedersachsen in den Jahren 1938-42 und 1949-56“. Zurück in Goslar machen wir nach Hotel Chillpause ein bisschen Shopping in der Fußgängerzone und planen Abendessen. Das finden wir wieder bei Mizu Asian Kitchen, veganes Sushi Menü.

Denkmal der Göttinger Sieben in Hannover

Do 3. Okt. Wir verlassen den Harz über Hildesheim nach Hannover, parken im Parkhaus am Theater und checken ein im Motel One an der Georgstraße. Dann schauen wir uns mal ein bisschen um in der Stadt. Unsere Runde führt uns über den Marktplatz mit Marktkirche und altem Rathaus, dann über den Platz mit Denkmal der Göttinger Sieben und den Friedrichswall hinweg zum Maschteich mit schöner Spiegelung des Neuen Rathauses und ein paar Meter weiter zum Maschsee.

Ruine der Aegidienkirche

Beim Sprengelmuseum schauen wir mal ins Foyer, dann geht’s vorbei am Landesmuseum zurück in die City. Auf dem Weg machen wir noch einen kurzen Besuch in der Ruine der Aegidienkirche und kehren ein bei Hans im Glück zu lecker veganen Burgern, brotloser Wolpertinger mit Pommes und Naturbursche mit Salat. Nach Chillpause im Hotel machen wir noch ein Abendgängelchen durch die beleuchtete City bis zur Altstadt über den Kramermarkt, Ballhofplatz zum Leineufer.

Fr 4. Okt. Nach schnellem Shopping in der Metropole sind die Herrenhäuser Gärten unser Ziel heute. Auf dem Parkplatz wird noch ein Viertelstündchen das E-Auto aufgeladen, dann geht’s mit Ticket hinein in das von einer Gräfte umgebene Gelände des großen Gartens, ein schön gestalteter Barockgarten mit verschiedenen Themenbereichen. Schwierigkeit sei allerdings zurzeit die Beschaffenheit der Buchsbaumbepflanzung.

Von Zünzler und Trockenheit angegriffene Pflanzen müssen nach und nach gegen restistente ausgetauscht werden. Trotzdem haben wir Freude an Salbei, Minze, Rosen und anderen Schönheiten sowie an Gewässern und Fontänen. Besonders freuen wir uns über die zartpinkenen Herbstzeitlosen auf einer Wiese unter Bäumen am Rande des Gartens. Höhepunkt sind zum Schluss die drei Räume der Grotte von Niki de Saint Phalle.

Die mit orangenem und blauem Glas- sowie silbernem Spiegelmosaik gestaltete Grotte mit skurrilen bunten Figuren ist Überwältigend schön und würdiger Abschluss unserer Harzreise.

Walters Track zur Wanderung auf den Rammelsberg in Goslar am 1. Oktober 2024
Walters Track zur Wanderung um das Torfhaus Moor am 2. Oktober 2024

Vegan auf Harzreise in Goslar
Die Niki-Grotte 2018

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Tommy Emmanuel in Bochum

Für Liebhaber von Gitarrenmusik ist es ein ganz besonderer Abend im großen Saal des RuhrCongress Bochum. Special Guest ist Mike Dawes, der als Meister an der Gitarre und der Performance das Publikum prima einstimmt auf den großartigen Tommy Emmanuel, der nach der Pause bereits mit dem ersten Ton das Publikum begeistert, eigentlich unbeschreiblich, was dieser Mann mit schnellen Fingern auf seinem Instrument zaubert. Mit eigenen Kompositionen und ungewöhnlich schön interpretierten Coversongs schöpft er aus dem Vollen.

Mit „Here comes the Sun“ beginnt ein faszinierendes Beatles Medley, das mit „While my Guitar gently weeps“ endet. Aber da ist auch eine ganz besondere Version von „Purple Rain“ von Prince und „Deep River Blues“ singt er auch mal. In Deutschland war er schon öfter auf Tour, zum Städtchen Lippstadt hat er eine besondere Beziehung und zu Peter Bursch, mit dem er ein Stück von dessen Bröselmaschine performt. Nach dem Finale zusammen mit Mike Dawes schickt er ein geflashtes Publikum nach Hause.

Tommy Emmanuel am 15. September 2024 im RuhrCongress Bochum

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Klimademo in Dortmund

Einige hundert Menschen sind gekommen zum Klimastreik auf den Platz der Deutschen Einheit am Südausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs vor dem Fußballmuseum. Die Gruppe „Fridays for Future“ Dortmund hatte eingeladen. Ja, es waren schon mal mehr Teilnehmende in den vergangenen Jahren. Das Thema Klimakrise ist ein wenig in den Hintergrund geraten, doch das Motto „Wir streiken, bis ihr handelt“ ist und bleibt aktuell.

Die Auseinandersetzung mit den Folgen des menschengemachten Klimawandels ist dringender denn je, erleben wir doch gerade verheerende Brände wegen Dürre im Amazonasgebiet sowie aktuell katastrophale Hochwasser an Oder, Neiße, Elbe und anderen Flüssen in Polen, Tschechien, Österreich und Deutschland. Schon vor Jahrzehnten wurde genau vor diesen Szenarien gewarnt und dennoch lässt der politische Wille von Verantwortlichen zu wünschen übrig.

Dabei ist konsequenter Klimaschutz unverhandelbar, allerhöchste Aufgabe auf allen politischen Ebenen in Bund, Ländern und Kommunen. Das wird in Reden und auf Plakaten deutlich zum Ausdruck gebracht, wenn Energiewende gefordert wird, zum Beispiel Wärme in den Kommunen als Fernwärme zu installieren, Verkehrswende mit weniger Platz für Autos zugunsten von Fußgängern und Radfahrern, den ÖPNV attraktiver zu gestalten.

Bahninfrastruktur müsse verbessert werden, um mehr Güter über die Schiene zu transportieren und Subventionen für fossile Brennstoffe sollten abgeschafft werden. Ganz wichtig sei es in der größten Krise unserer Zeit, Klima und Wirtschaft miteinander in Einklang zu bringen und das Hindernis Schuldenbremse zu Gunsten von Klimaschutz aufzulösen. Letztendlich sei jeder einzelne für eine klimaneutrale Zukunft verantwortlich.

Im Übrigen sei nicht Migration das größte Problem, sondern die Klimakrise. Wie lange braucht es noch, bis das alle kapieren? Im Anschluss an die Kundgebung zieht der Demonstrationszug durch Fußgängerzone, Brückviertel, den Dortmunder Norden und im großen Bogen zurück zum Platz der Deutschen Einheit.

Klimademo Dortmund am 22. September 2024

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Radtour an der IJssel

Vegan Sushi Bar in der Rijnkade in Arnheim

Mo 26.Aug. Der Sommer geht langsam zu Ende und wir wollen in diesem Jahr noch einmal zu einer mehrtägigen Radtour nach Holland. Die IJssel haben wir uns diesmal ausgeguckt. Mit dem Zug fahren wir gegen Mittag vom Hammer Hauptbahnhof über Oberhausen nach Arnheim und checken für eine Nacht ein im Holiday Inn Express in der City, wo wir die Fahrräder direkt in der Tiefgarage abstellen können. Bei der Suche nach Abendessen haben wir heute ein besonders gutes Händchen.

Wir finden die Vegan Sushi Bar an der Rijnkade, das ist an der Promenade am Nederrijn, Parallelfluss zum Rhein/Waal. Nach super Beratung bekommen wir Misosüppchen, Edamame und leckerste Sushi mit Pilzen und veganem Lachs. Beim Gängelchen durch die Fußgängerzonen freuen wir uns über ein seltsam leise fahrendes Müllfahrzeug und entdecken, dass es elektrisch unterwegs ist. Das geht hier also. Bei Albert Heijn besorgen wir noch Proviant und Getränke.

Di 27. Aug. Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg und erreichen nach einigen Kilometern stadtauswärts das Naturschutzgebiet Veluwezoom, wunderbarer Radweg durch faszinierende Heidelandschaft, ein Traum. Trotz heftiger Steigungen samt Abfahrten sind wir richtig geflasht, zumal bei Sonne und blauem Himmel. Picknick gibt’s auf einer Bank unter Bäumen, dann geht’s weiter.

Bei der Cortenoeveresebrug erreichen und überqueren wir die IJssel, radeln durch den schönen Ort Zutphen samt Marktplatz und überqueren sie noch einmal via Oude IJsselbrug. An einer schönen Flusskurve bei Voorst machen wir mal einen Fotostopp, bevor wir bei einer Brücke über die IJssel mit einem grandiosen Panoramablick auf Deventer überrascht werden und nach kurzer Fahrt mit der Fähre unser heutiges Ziel erreichen, das Fletcher Hotel Gilde.

Das befindet sich in einem historischen Gebäude mit altem Treppenhaus, hohen bunten Fenstern und umwerfendem Retrocharme mitten in der Altstadt dieses hübschen Städtchens mit schönen Plätzen, Straßen, Ecken sowie Kunst in Museum und Schaufenstern sowie ruhiger Atmosphäre. Abendessen bekommen wir beim Imbiss am Draußentisch, vegane Burger, Burrito und eine Menge Pommes.

Die IJssel beim Ort Wijhe

Mi 28. Aug. Heute radeln wir viele Kilometer abseits der IJssel und erreichen sie erst wieder kurz vor dem Ort Wijhe. Auf einem großen Bereich am Ufer mit Campingwagen und Autos mit Bootsanhängern machen wir unsere Picknickpause. Dabei können wir schön beobachten, wie ein Besitzer sein Auto rückwärts über die betonnierte Rampe mit einigem Gefälle in den Fluss manövriert, aussteigt und das Boot vom Anhänger ins Wasser busgsiert. Dabei muss die Frau es an einer Leine gut festhalten.

Nachdem der Mann das Auto samt leerem Anhänger auf einem Parkplatz abgestellt hat, kann die Fahrt losgehen. Dieses Procedere will gekonnt sein. Da ist es doch einfacher, sich auf das Fahrrad zu schwingen und am Fluss entlang zu radeln bis Zwolle. Hektisch ist es hier in der Altstadt. Das Hotel Hanze hat keine Rezeption, einchecken funktioniert nur mittels Smartphone, das ist aber kein Problem.

Gleich nebenan bringen wir die Räder in einem bewachten Fietsen Installing unter und nach kurzem Chillen im Zimmer wandern wir los zur Stärkung beim Vietnamesen. Dann schauen wir uns um in der Stadt und bewundern die grüne Statue aus Glas auf dem Grote Markt bei der Kirche. Jetzt noch ein Eis! Wir stellen uns in die Schlange beim Eiscafé zur Kugel im Hörnchen, suchen eine Bank und beobachten beim Schlecken das Treiben an diesem quirligen Ort.

Bei Zwolle über die IJssel

Do 29. Aug. Die Stadt scheint noch zu schlafen, als wir uns nach dem Frühstück gegen neun mit gepackten Satteltaschen wieder auf den Weg machen, dem grüngläsernen Erzengel Michael, Schutzpatron von Zwolle, auf dem Grote Markt tschüss sagen und direkt an die IJssel radeln. Eine Fähre bringt uns hinüber und dann geht’s durch Felder und schöne kleine Orte vorbei an Elburg über eine Klappbrücke zum Nordufer des Veluverandmeren, einem großen See am Rande des Flevopolders, dem IJsselmeer vorgelagert.

Hafen und Strandboulevard in Harderwijk

Da erwartet uns ein Radweg, den wir am liebsten gar nicht mehr verlassen wollen, schön glatter Belag, nicht zu breit, doch breit genug bei Gegenverkehr, links das Gewässer mit etlichen Durchgängen zu Badebuchten und Campingplätzen, rechts Wiese und Autos in weiter Ferne. Das Wetter spielt mit, wenngleich wie in den vergangenen Tagen eine Spur zu warm. Als wir dann nach dieser wohltuend ruhigen Fahrt Harderwijk erreichen, sind wir fast schon geschockt von der touristischen Hektik auf der Hafenpromenade.

Strandeiland in Harderwijk

Da sind wir froh über den freundlichen Empfang, die sichere Unterbringung der Fahrräder in einer Garage und das ruhige Zimmer im Best Western Hotel Baars neben der Kirche Grote Kerk. Zum Abendessen finden wir ein schönes Plätzchen und leckeres Essen bei Indiaas Mamta auf dem Strandboulevard, auf dem es jetzt am frühen Abend richtig ruhig geworden ist. Danach machen wir noch ein Gängelchen bis zum Ende des Strandeilands, zum Marktplatz und abschließend zur Versorgung bei Albert Heijn.

Radweg bei Harderwijk

Fr. 30. Aug. Wir verlassen Harderwijk in südlicher Richtung und radeln auf wunderbarem Radweg entlang des Veluwerandmeren zu einer Anlegestelle, von wo uns eine riesige „Blue Amigo“ hinüber nach Zeewolde bringt und fahren am Nordufer weiter bis zur Bankpause im Hafen von Bunschoten-Spakenburg. Da liegen in der hinteren Reihe Hausboote, einige sogar mehrgeschossig und in der vorderen große und kleine Jachten, nicht viel los zurzeit, aber doch interessant zu beobachten, wie eine Frau zurückkommt mit Einkäufen und Hund, der flugs über Treppe und Steg ins Boot läuft.

Jachthafen von Bunschoten-Spakenburg

Wir schwingen uns dann wieder auf unsere Räder, halten im Museumshafen der kleinen Stadt noch kurz an und verlassen das Gewässer in Richtung Amersfoort, unserem letzten Übernachtungsziel. Im NH Hotel können wir schon einchecken, unsere Räder ganz elegant durch die Lounge via Elevator in die Tiefgarage bringen und von dort samt Fahrradtaschen gleich in den fünften Stock hochfahren und das schön geräumige Zimmer mit Ausblick genießen.

Abendessen gibt’s am Hof Plein bei „Taste of India“. Warum schon wieder indisch? Weil wir woanders keinen Platz bekommen haben, doch okay, denn Auswahl verschiedener Speisen samt Reis und Naanbrot ist richtig gut. Beim Gängelchen durch die Stadt haben wir den Eindruck, Amersfoort ist die Stadt der Radfahrenden, groß, klein, jung, alt. Vor allem fallen uns die total schnellen Elektrofahrräder mit superdicken Reifen auf, meistens von Jungen gefahren.

Sa 31. Aug. Das Frühstück im NH Hotel Amersfoort ist sensationell, alles, wirklich alles ist da. Man kann sich sogar selbst Pancakes und Waffeln backen. Ja, wenn man denn so viel essen könnte! Jedenfalls ein guter Beginn unseres Abreisetages. Ein paar dutzend Kilometer haben wir ja noch bis Arnheim. Überraschenderweise sind das wirklich schöne Strecken, sei es am Kanal, sei es auf schönem Radweg durch Ede.

Nach Banktrinkpause radeln wir weiter entlang der Sprinter Bahnlinie über Oosterbeek nach Arnheim Centraal, wo wir noch Zeit genug für einen kleinen Whopper von Burger King haben, draußen auf einer Bank vor dem Eingang. Genauso entspannt gelangen wir auf Gleis 6b, wo der RE19 nach Düsseldorf schon bereit steht. Über Duisburg geht’s dann zum Heimatbahnhof Hamm in Westfalen.

Walters Track zur Etappe von Arnheim nach Deventer am 27. August 2024
Walters Track zur Etappe von Deventer nach Zwolle am 28. August 2024
Walters Track zur Etappe von Zwolle nach Harderwijk am 29. August 2024
Walters Track zur Etappe von Harderwijk nach Amersfoort am 30. August 2024
Walters Track zur Etappe von Amersfoort nach Arnheim am 31. August 2024

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