Bauhaus in Münster

Der Name „Bauhaus“ geht zurück auf Walter Gropius, der im Jahre 1919 Direktor der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar wurde und die Schule „Staatliches Bauhaus in Weimar“ nannte. Ich denke an schlicht zweckmäßiges Design bei Gebäuden, Alltagsgegenständen und Kunstwerken, „Neue Sachlichkeit“ in Abgrenzung zu Jugendstil und Expressionismus.

Marcel Dzama, Merry go round #2, 2011, Sammlung Monika Schnetkamp, Düsseldorf,
© Marcel Dzama, 2018,
Foto: Hendrik Reinert

„was ist bauhaus? baumarkt? nein architektur? ja design? ja gropius? ja und auch …“, heißt es im Trailer zur Ausstellung zum 100. Jubiläum im LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz in Münster mit dem Titel „Bauhaus und Amerika. Experimente in Licht und Bewegung“. Was ist zu sehen? „Experimentelles“, sagt eine der zwei Kuratorinnen. Zum Beispiel Arbeiten von Oskar Schlemmer (1888-1943), der die Theaterwerkstatt am Bauhaus in Weimar leitete und bereits in den 20-ern in Amerika bekannt war. Seine Arbeit wird in der Münsteraner Ausstellung präsentiert und gezeigt, wie ein junger Künstler von seinem Bühnenentwurf inspiriert wurde. Marcel Dzama (*1974) hat die Karussellinstallation in der Mitte des ersten Raumes der Ausstellung geschaffen. Protagonisten sind bunt bedruckte Blechfiguren mit Kegelköpfen und Zylinderarmen. Sie holpern mit leise klappernden Kugelfüßchen im Kreis über flache Holzstege, bizarr bis verspielt und faszinierend.

Nach 1933 emigrierten Bauhauskünstler nach Amerika, arbeiteten, lehrten, experimentierten dort weiter und setzten Akzente, zum Beispiel in den Bereichen Licht und Bewegung. Die stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Da ist die dreieckige Figur des Lichtkünstlers James Turrell in der Ecke eines Raumes, Fischingers „Komposition in Blau“ in Endlosschleife und die Sprungpose des Tänzers Merce Cunningham fotografiert von Barbara Morgan als Plakatmotiv.

Unmöglich, in diesem kleinen Bericht dem vielfältigen Spektrum der in dieser Ausstellung gezeigten Bauhauskunst in Malerei, Fotografie, Film, Tanz, Performance, Licht, Farbe gerecht zu werden. Und dabei noch alles in Bewegung. Da fällt mir doch ein Satz oben an einer Wand ins Auge, den ich mitnehme: „Stell dir vor, du würdest Licht formen wie ein Bildhauer den Ton.“ Probieren wir es einfach.

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