„Das alte Köln“: Gereonsmühle

Vom Ebertplatz gehe ich durch das Eigelsteintor in mein altes Veedel, wo ich Ende der Sechziger wohnte, schlendere durch Weidengasse und Plankgasse, überquere die Ritterstraße an der Stelle, wo früher die Bäckerei Trompeter war und ich beim Senior in aller Herrgottsfrühe warme Brötchen bekam. Irgendwo links war der Klingelpütz. Das alte Stadtgefängnis wurde jedoch abgerissen, Wohnhäuser stehen da jetzt. Im Park steht ein runder Turm. Warum entdecke ich den erst jetzt? Er ist doch ziemlich alt. Ich gehe herum und staune: ein beachtliches Stück der alten Stadtmauer steht da. Hier war also im Mittelalter die Stadt Köln zu Ende. Ich befinde mich dann jetzt außerhalb, sozusagen vor den Toren der Stadt, wie der Hansaring rechts von mir. Entlang der Mauer gehe ich bis zum Klümpchenshof, am Gereonswall wieder hinein im die Stadt und noch einmal zum Turm, um ihn auch von der Innenseite zu fotografieren.

Und jetzt bin ich platt. Das ist nämlich genau die Ansicht, die ich bereits kenne aus dem Kalender vom Kölner Künstler Siegfried Glos, der in seinem Projekt „Das alte Köln“ in 54 Bildern alle Türme und Tore der mittelalterlichen Stadtmauer gemalt hat, so auch diesen Turm. Es ist die Gereonsmühle, eine alte Windmühle. Auf dem Gemälde von Herrn Glos hat sie sogar noch Flügel.

Wer mehr über Kölns mittelalterliche Stadtmauer, Türme, Tore und Windmühlen erfahren möchte, findet Bilder, Material und Informationen bei Siegfried Glos. Ich war in seinem Atelier am Thürmchenwall:
„Das alte Köln“

Meine kleine Tour durch das Eigelsteinviertel

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2 Kommentare zu „Das alte Köln“: Gereonsmühle

  1. Hallo Renate,
    bei uns hies die Gereonsmühle früher „der Turm“. Hier haben wir am Wochenende bis tief in die Nacht gefeiert – 1970 bis 1973.
    Das Hansa Gymnasium ist nicht weit entfernt und für uns Schüler war es ideal. Hier konnte man laut Musik hören und hat keinen gestört. Jetzt fallen mir immer mehr alte Erlebnisse aus unserer Zaum im Turm ein.

    Liebe Grüße
    Peter

    • renate sagt:

      Hallo Peter,

      das ist interessant und freut mich sehr, wenn alte Erinnerungen geweckt werden. Als junge Mutter mit Kinderwagen hab ich davon seinerzeit nix mitbekommen 🙂 Ich würde das Bauwerk auch Turm nennen. Von Herrn Glos weiß ich, dass es eine Windmühle war, eine von zweien innerhalb der Stadtmauer.

      Liebe Grüße
      Renate

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