Andorra ist überall. Vorurteile und Feindbilder

Ein Marktplatz in dem fiktiven Örtchen Andorra, die Lehrerfamilie mit Vater, Mutter, Tochter Barblin, Sohn Andri und Pater, Wirt, Doktor, Tischler, Senora, Geselle, Soldat, Jemand, außerdem ein Idiot, die Schwarzen, der Judenschauer, das andorranische Volk. Max Frisch Stück „andorra“ zeigt, wie durch Feindbilder, Vorurteile und Gleichgültigkeit das Handeln von Menschen beeinflusst wird. Das Feindbild wird verkörpert von Andri, den der Lehrer angeblich als Judenkind vor den Schwarzen gerettet und als Pfegekind aufgenommen hat. All die Vorurteile der Menschen werden beim Umgang mit Andri sichtbar, bis er selbst glaubt, er sei minderwertig und an allem Übel schuld. Schließlich wird er zu Tode gehetzt. Das Entsetzen ist groß, als sich herausstellt, dass Andri kein Jude, sondern der uneheliche Sohn des Lehrers und einer Schwarzen ist. Und wie könnte es anders sein: Keiner ist dabei gewesen und Niemand hat’s gesehen. Der Antisemitismus sei nur ein Beispiel, meint Max Frisch zur Uraufführung in Zürich im Jahre 1961.

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