„Niki de Saint Phalle -The Big Shots“

nikisaintphalle02nikisaintphalle06nikisaintphalle07nikisaintphalle08nikisaintphalle05„130% Sprengel Sammlung Pur“ ist der Titel der derzeitigen Ausstellung des Sprengel Museums in Hannover. Und zu dieser Sammlung gehören mehrere hundert Werke von Niki de Saint Phalle. Eine Auswahl wird in der „Einblickshalle“ gleich links neben dem Foyer präsentiert, ein schöner heller Raum, wie geschaffen für die fröhlich dekorativen Werke dieser Künstlerin. Da geht an der kunterbunten „Gwendolyn“ mit den ausladenden weiblichen Rundungen eigentlich kein Weg vorbei. Und doch: Hinter dieser „Nana“ verbergen sich Werke, die ich bisher nicht kannte und die der Ausstellung den Namen gegeben haben: „The Big Shots“. Schießbilder kann man sie auch nennen, und das trifft es. In Reliefs eingebaute Farbbeutel werden beschossen, so dass sich die Farbe auf das Objekt ergießt. Da kann man nun vieles hinein interpretieren, zum Beispiel wenn es sich bei der beschossenen Figur um eine männliche handelt. Mich erinnern diese Werke an Jackson Pollocks „Action Painting“ aus den 50er Jahren in New York. Was Mann kann, kann Frau auch. Mit den „Big Shots“ schoss sich De Saint Phalle Anfang der 60er in die vordere Reihe der Kunstszene neben Pop Art Künstlern wie Robert Rauschenberg, dem sie auch eines dieser Bilder widmete. Werke wie die „Nanas“ gewinnen dann doch die Oberhand, riesige quietschbunt gestaltete Frauenfiguren, deren üppige Rundungen den Betrachter staunen lassen. So viel Farbe, so viel Kraft, so viel Weiblichkeit. Die hier ausgestellte „Gwendolyn“ steht als Beispiel für Nanafiguren in verschiedenen Städten, drei davon am Leineufer in Hannover. Über die einzelne Figur hinaus entwarf Niki de Saint Phalle einen ganzen Skulpturenpark, angelehnt an die Tarot Trumpfkarten, den sie zusammen mit dem Künstlerkollegen und Lebenspartner Jean Tinguely in der südlichen Toscana verwirklichen konnte. Modelle dieses Zaubergartens werden in der Ausstellung gezeigt. Der phallusförmige „Obelisque de miroirs“ mit unzähligen Spiegelmosaiksteinchen, der auf die von de Saint Phalle gestaltete Grotte in den Herrenhäuser Gärten hinweist, bildet den Abschluss dieser kleinen Präsentation.

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